Das MARS Project

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pete_xl

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Hallo Leute,

ich möchte euch (nicht nur PixInsight User) kurz über ein interessantes, neues PixInsight Projekt zur softwarebasierten Entfernung von Gradienten in Astroaufnahmen informieren. Ich glaube, wenn die Methode erst einmal verlässlich in breitem Anwendungsmaßstab funktioniert, wird sie ein echter Game Changer sein. Das Projekt wird unter dem Namen "The Multiscale All-Sky Reference Survey Project" (MARS) entwickelt.

Bisher werden additive Gradienten in der Regel durch Abzug von Gradientenmodellen entfernt. Diese werden aus die softwarebasiert oder vom Benutzer ausgewählten Referenzpunkten für "gradientenfreien Hintergrund" generiert. In der Praxis ergeben sich Probleme besonders dann, wenn im Bild keine, zu wenige oder unsichere Referenzpunkte gefunden werden können.

Die Idee hinter MARS ist, dass, sofern es sich es sich bei den betreffenden Gradienten um großräumige Strukturen handelt, sie auf lokaler Ebene im Bild leicht entfernt werden können, wenn sie hinreichend bekannt sind. Als Referenz sollen nicht mehr benutzer- oder softwaredefinierte, möglichst gradientenfreie Punkte im betroffenen Bild dienen, sondern die Gradientenkorrektur soll - ähnliche wie SPCC auf Basis der Gaia Daten - auf echten Beobachtungsdaten basieren. Dazu soll eine Referenz für den gesamten Himmelshintergrund erstellt werden, die in der Lage ist, additive Gradienten im Bereich der Bildfelder von Deep-Sky-Aufnahmen zu korrigieren. Im Ergebnis soll eine Helligkeitskarte als Referenz erzeugt werden, auf die die Werkzeuge für die Gradientenkorrektur und Mosaikzusammenstellungen zugreifen können.

Um an die für die globale Referenz benötigten Daten zu kommen, werden zwei Strategien verfolgt:

1. Alle PixInsight User in Bortle 1-4 werden gebeten, Referenzaufnahmen von Himmelabschnitten zwischen 3° und 50° Bildradius beizusteuern.
2. Das PixInsight-Entwicklungsteam installiert eine ferngesteuerte Station in AstroCamp (Südspanien), um qualitativ hochwertige Daten zur Oberflächenhelligkeit zur Verbesserung der Softwaretools zu sammeln.

Das Hauptprodukt des MARS-Projekts soll eine Datenbank sein, die den Gaia-Katalog ergänzen wird, um die Bilder auf lokaler oder globaler Ebene exakt zu normalisieren. Da Gaia die multiplikative Normalisierung und MARS die additive Normalisierung vornimmt, werden die Bilder nur mit Beobachtungsdaten korrigiert und angepasst.

Referenz und weitere Informationen:
https://pixinsight.com/doc/docs/MARS/MARS.html

CS Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
also wenn das irgendwann ähnlich gut funktioniert wie BXT und NXT dann wird die Bildbearbeitung so langsam ein 3-Botton Aktion. Wo bleibt da noch die Herausforderung ? ;)
Aber eigentlich genau das was ich mir schon immer gewünscht habe.:unsure:
Habe mir bei meinen Aufnahmen mit schwierigen Gradienten und wenig Hintergrund entsprechend saubere Referenzbilder überlagert. Ist halt nicht ganz so komfortabel, aber klappt i.d.R. auch ganz gut.
 
da fällt mir noch ein. Wie funktioniert hier das bei Graxpert AI ? Damit schafft man mit einem Klick teilweise bessere Ergebnisse als mit DBE.
Habe es jedoch bisher nur wenig getestet.
 
Hallo,

Der Unterschied ist hakt, dass graxpert Ai nicht auf Beobachtungsdsten beruht. Das Ergebnis ist eine Schätzung, die halt auch falsch sein kann.

Das PI Projekt ist ausschließlich Beobachtungsbasiert, funktioniert also mit ausreichend genauen Daten immer.

CS Gerrit
 
Die Ergebnisse der aktuellen Programme hängen sehr davon ab, wie „sauber“ die Referenzpunkte im Bild sind und wie gut das errechnete Gradientenmodell tatsächlich die Gradienten repräsentiert. Bei Aufnahmen, in denen kaum oder kein gut verteilter, neutraler Hintergrund vorhanden ist, arbeiten die Modelle entsprechend schlecht. Das Ergebnis ist dann oft auch Folge subjektiver und suboptimaler Entscheidungen von User oder Software.

Wenn das lokale Korrekturmodell ohne Zutun von User oder Software aus einem aus gut normalisierten Beobachtungsdaten bestehenden Referenzmodell abgeleitet wird, gibt es das Problem nicht.

Es lohnt sich, die verlinkte Beschreibung des PI-Teams und die Beispiele anzusehen.

CS Peter
 
Wie groß ist dann der Schritt, nicht nur die Hintergrunddaten zu nutzen, sondern auch Objektdaten?
Zumindest in meinen Augen wird das Eis ziemlich dünn... Sobald man auf fremde Daten zurückgreift ist es für mich kein selbst "erarbeitetes" Bild.
Aber ich persönlich empfinde schon heute einen nicht unbeachtlichen Teil der hier gezeigten Bilder "Dank" massiver und nicht übersehbarer KI-EBV totbearbeitet.

Aber das stellt nur meine Meinung dar.
 
Jeder sollte seine eigene Meinung haben, und ich will die auch nicht kaputt reden, ich stelle nur meine eigene Meinung dar.

Von meinem Standort aus kann ich zwar Bilder mit sehr guten snr aufnehmen, mit genug Zeit, aber ich kriege bei weiten Felder (50 mm Brennweite) eben nie die gradienten komplett weg, dafür gibt es eben wie Peter erläuterte zu wenig freie Stellen im Bild.

Selbst kann ich die dazu benötigten Daten hier nicht aufnehmen, dafür habe ich einfach einen zu eingeschränkten Standort. Wenn ich also statt dem bisherigen Messen der Helligkeit bei subjektiv gewählten Samples eine objektive Messung nutzen kam dann finde ich das deutlich besser und eben auch genauer. Alle mal ist das genauer als eine KI, die ja lediglich eine Schätzung durchführt. Das hier ist eine Messung.

Bei der farbkalibrierung beschwert sich ja auch niemand fremde Daten zu nutzen, ähnlich sehe ich es hier. Ich Kalibriere lediglich meine Bilder gegen eine geeignete Referenz.

Ich gehe aber voll mit, dass die Qualität der Daten sorgfältigst geprüft werden muss und kritisch hinterfragt werden muss, wie die Daten beeinflusst werden.

CS Gerrit
 
Wie groß ist dann der Schritt, nicht nur die Hintergrunddaten zu nutzen, sondern auch Objektdaten?
Zumindest in meinen Augen wird das Eis ziemlich dünn... Sobald man auf fremde Daten zurückgreift ist es für mich kein selbst "erarbeitetes" Bild.
Aber ich persönlich empfinde schon heute einen nicht unbeachtlichen Teil der hier gezeigten Bilder "Dank" massiver und nicht übersehbarer KI-EBV totbearbeitet.

Aber das stellt nur meine Meinung dar.
Hallo Ronald,

deine Kritik an den "totbearbeiteten" Bildern und deine Meinung zu selbst erarbeiteten Bildern kommt doch einigermaßen undifferenziert rüber, und so ganz ohne Hallo und Abschiedsgruß. Ein Bild kann man auch ganz ohne KI und erst recht ohne I totbearbeiten ;) . Ich weiß nicht, warum für die Astrofotografie entwickelte KI-unterstützte EBV-Tools (welche meinst du überhaupt?) bei korrekter Anwendung zu Bilderleichen führen sollen. Ehrlich gesagt habe ich in meinem Astroleben viel mehr schwerverletzte und tote Bilder gesehen, die durch falsch dosierten Einsatz konventioneller Schärfungs- und Entrauschungsmethoden lädiert wurden. Ich habe den Eindruck, dass die durchschnittliche Bildqualität erheblich zugenommen hat, seitdem es Tools wie NXT, BXT, GraXpert AI, SXT, starnet etc. am Markt gibt. Da du so deutliche Kritik übst, wäre es aber interessant zu erfahren, welche Software du selber für die EBV nutzt und was du als Alternative zu KI-basierten Tools für Sternentfernung, Entrauschung- und Schärfung empfiehlst.

Sofern du dem Link zum PixInsight Team gefolgt bist und den Artikel gelesen hast, müsstest du gesehen haben, dass es da gar nicht um KI geht und auch nicht darum, fremde Hintergrunddaten in eigene Bilder einzuarbeiten. Das Ziel ist eine Kalibrierung des Bildhintergrundes anhand eines Algorithmus, der statt auf im Zweifel ungenaue Schätzungen auf echten, normalisierten Daten des Hintergrundes der betreffenden Himmelsgegend basiert. Auch mit der SpectrophotometricColorCalibration (SPCC), welche die BP/RP Spektren der Gaia DR3 (Gaia Data Release 3) für die Kalibrierung multiplikativer Gradienten nutzt, greift man fremde Daten zu. Willst du ernsthaft sagen, dass es sich nicht mehr um ein "selbst erarbeitetes Bild" handelt, wenn man mit SPCC kalibriert hat?

CS Peter
 
Hallo Peter,

Überanstrengt bearbeitete Bilder sind in meinen Augen nicht nur die Klassiker (Schärferadien/Farbe/Kontrast), sondern auch die Bilder, die schlicht "zu gut um wahr zu sein" aussehen. Klinisch steril, farbenfroh, rauschfrei, winzige Sternchen und Dunkelstrukturen/Globulen erscheinen wie mit der Rasierklinge ausgeschnitten - der LikeButtonClickEffekt ist garantiert.

Betreffs der Farbkalibrierung - ja, in diesem Moment schmückt man sich doch bereits mit fremden Fed... ähhh - Farben. Und wenn man schon das Thema an seinen Sternen durchzieht, warum nicht an den Nebelbereichen - jene leuchten ja in definierten Wellenlängen. Warum kalibriere ich dann nicht auch noch die relativen Luminanzwerte von Sternen? Und deren Form - achja, das gibts ja schon...

Nochmal, mir liegt es fernst irgend jemandem vorzuschreiben wie und mit welchen Tools sie/er seine Bilder bearbeitet! Und solange es gefällt und privat genutzt wird, ist doch auch alles erlaubt! Ich tobe mich auch gern an meinen Bildern aus. ich weiß nur nicht, warum dir das Thema des "bewussten Hinterfragens" so an die Nieren geht?

Und mein Softwarepark besteht aus DSS, Fitswork, LR4.4. Seit einiger Zeit aber arbeite ich mich in SIRIL und AffinityP2 ein.
Und ja, mit SIRIL habe ich auch natürlich mit starnet++ tatkräftig experimentiert (gigantische Nebelschwaden mit winzigen und wenigen Sternchen) und Bilder mit woww-Effekt produziert - aber nur für den ersten Augenblick - man (ICH!!) schaut sich halt schnell müde daran.
Jemand hatte mal hier im Forum sinngemäß geschrieben: Warum bearbeitet ihr eure Bilder so extrem - der Rohstack ist doch eigentlich DAS wirkliche und ver(aus)wertbare Zeitzeugnis.

Aber nicht nur unser HOBBY hat diesen Effekt - ein befreundeter Fotograf mit Spezialität Tierfotografie koloriert auch gerne mal KI-geschärfte Gefieder nach, damit der Piepmatz dem Soll aus dem Top-Bildband entspricht - sozusagen eine manuelle Auge/Hand/Bild-Kalibration.

Und das alles ist einfach nur meine Meinung - nix mehr. Und ich manchmal halte ich mich sogar nicht mal selbst an jene :)

viele Grüße
 
Was ich bisher von GraXpert AI gesehen habe ist echt klasse und sie scheinen PI ziemlich im Nacken zu sitzen.
Die Kritik an KI-Tools ist immer wieder heftig übertrieben, das hängt halt hauptsächlich vom Nutzer ab, ob das Bild totbearbeitet wird.
Einige Leute sind zu sehr auf pretty picture fixiert und toben sich an den Aufnahmen zu sehr aus.
 
Wäre echt mal spannend, welche Art der Bildbearbeitung, die Leute, die sich über "totbearbeitete" Bilder aufregen denn eigentlich akzeptieren. Da dürfte ja ausser einem einmaligen Stretching nichts erlaubt sein. Schmalband-Aufnahmen dann sowieso nur in Schwarz/Weiss. Alles andere hat eine Verfaälschung von Daten.

Spannend finde ich allerdings die Aussage, dass schon die Farbkalibrierung etwas "fremdes" ist. Prinzipiell: Ja. ABER: GAIA ist genau dafür gemacht worden. Zwar nicht für schöne Bilder von Amateuren, sondern für den wissenschaftlichen Bereich. Weil wir hier mit unserer Atmosphäre halt diverse Probleme haben, sind diese Daten gesammelt worden, um eine saubere Referenz zu haben. Eine Farbkalibrierung ersetzt auch keine Farbdaten, sondern kalibriert die vorhandenen nur.

Letztendlich darf jeder selbst entscheiden, wie viel Nachbearbeitung er mag. Da eine Grenze vorzugeben, bis zu der das alles noch "korrekt" ist, halte ich für wenig sinnvoll. Denn schon wenn man den linearen Modus verlässt, verfälscht man die Daten.
 
Hallo!

Es ist schon richtig, dass im Zuge der Bildbearbeitung der Bildeindruck grundlegend verändert wird. Dennoch liegen dem Bild immer die eigenen Daten zugrunde, die durch eigenes (oder künstliches) Know-How nach nachvollziehbaren Regeln verbessert oder gezielt hervorgehoben werden. In der Richtung etwa liegt die "akzeptable Bildbearbeitung" für mich.
Bei der Farbkalibrierung kommt nicht ein Pixel hinzu oder fällt weg. Es wird lediglich anhand von Profi-Daten ein Modell der Farbverteilung im Bild erstellt und die Farbverhältnisse zurechtgerückt. Es geht also nur um eine Eigenschaft des Bildpunktes und nicht um den Bildpunkt selber. Das wird schon relativ lange so gemacht (früher sogar von Hand mit ein paar Einzelsternen) und wird weitgehend akzeptiert. Ich habe allerdings auch schon Leute erlebt, die die Farbkalibrierung lieber anhand des Setzens von Schwarz- und Weißpunkt bevorzugen, auch wenn es dann nicht ganz richtig sein sollte.
Ich vermute, dass auch das MASK-Projekt nichts hinzufügt, was nicht schon im Bild drin war. Statt der Farbeigenschaft, wird eben ein Modell der Helligkeit erstellt. Insofern wird auch das ok sein.

Da ich gerne mir längeren Brennweiten unterwegs bin und es mir deswegen oft in Nebeln an verwertbarem Hintergrund fehlt, finde ich die Idee sehr verlockend. Als Amateur bin ich persönlich an der Stelle auch nicht so irrsinnig pingelig. Aber auch wenn ich selber kein Problem mit derlei Korrekturverfahren habe, finde ich Ronalds Einwand zumindest mal bedenkenswert. Wenn Beobachtungsdaten aus anderen Quellen hinzugenommen werden, muss es doch erlaubt sein, einmal die Frage nach der Validität der eigenen Beobachtung zu stellen und nach den Konsequenzen des Einsatzes zu fragen. Zumal Ronald schon seit über 20 Jahren hier im Forum aktiv ist und ich ihm daher ein gewisses astronomisches Feingefühl zutraue.

Gruß
Sebastian
 
Hallo,

ich gehe voll mit, dass man hinterfragen soll und muss, was man mit seinen Daten macht und auch unterscheiden muss, ob man gerade "malt" (irgendwie Daten erzeugt, die eigentlich nicht da sind), oder aber exakte Daten verarbeitet.

Bei meinen eigenen Bildern denke ich immer in zwei Stufen: einer wissenschaftlichen und einer kreativen.

Wissenschaftlich ist die Farbkalibrierung, die Gradientenentfernung, das Zuschneiden und das Korrigieren von Verzerrungen (falls man das tut).
Ich betrachte das deshalb als wissenschaftlich, weil es hierzu eine einzige richtige Lösung gibt, der man sich annähern kann. Sterne haben nun mal nur ein einziges Farbspektrum, dieses lässt sich klar messen. Wie man das abbildet, ist eine mathematisch eindeutige Funktion. Man kann halt wählen, was weiß eigentlich ist, aber mathematisch ist es eindeutig.
Bei der Farbkalibrierung verändere ich also auch nicht meine Daten, ich füge diesen lediglich eine Interpretation hinzu. Ich sage dem PC, was eigentlich weiß ist und wie er mit allen anderen Farben daneben umgehen soll. GAIA liefert mir die Möglichkeit, diese eine exakte Lösung zu finden, jede andere Methode, die nur eigene Daten nutzt, ist weniger präzise.

Gradienten sind in der Theorie auch eine exakte Angelegenheit. Ein Objekt gibt immer nur mit einer bestimmten Verteilung seine Helligkeit ab, folglich ist ein bestimmtes Hintergrundmodell, das man abzieht, richtig und alle anderen wissenschaftlich gesehen falsch (im Sinne von nicht den Tatsachen entsprechend, wobei das durchaus ästhetischen Wert haben kann). In der Praxis können wir uns dem aber nur annähern. Mittels MARS könnten wir erstmals die Möglichkeit haben, das eine korrekte Gradientenmodell tatsächlich zuverlässig generieren zu können, kommen also näher an die Realität heran, als mit allen anderen (subjektiven) Möglichkeiten, die wir haben.

Wenn ich also den Anspruch habe, eine exakte Datenverarbeitung zu machen, dann wird die Verwendung dieser Tools (richtige Implementierung vorausgesetzt) also zum Imperativ, andere Methoden führen zwangsläufig zu weniger Präzision.

Abzuwarten ist nur noch, dass die Implementierung tatsächlich richtig erfolgt, und hier muss man eben wie anfangs gesagt penibel draufschauen und die Ergebnisse immer neu prüfen.

Der andere Teil ist dann eben der Kreative, für den es keine eindeutige richtige Lösung gibt. Wie man Helligkeiten beim Strecken umverteilt, ist eben nicht so klar zu definieren wie ein Farbspektrum oder ein Hintergrund. Die einzig korrekte Interpretation (linear) ist leider völlig unpraktisch, um die Daten zu sehen und nicht nur rechnerisch auszuwerten.

Die Debatte, Daten nicht kaputt zu verarbeiten, verstehe ich total. Bei Tools wie SPCC oder dem kommenden MARS ist diese meiner Meinung nach (ohne das jetzt aggressiv zu meinen, jeder hat seine eigene Meinung und das ist gut so) aber vollkommen fehl am Platz, da sie eben die einzige exakte Möglichkeit der Verarbeitung darstellen.

Deswegen verstehe ich auch, warum das hier manchmal so hoch kocht. Oft ist die Frage angebracht, oft wird sie aber eben auch dargestellt, wo sie eigentlich fehl am Platz ist. Dazu kommt, dass im allgemeinen (nicht hier) oft auch Meinungen von Leuten dabei sind, die weder verstehen, wie Datenanalyse funktioniert, noch was KI eigentlich tut.

So, das wurde jetzt länger als geplant war.... Zum Schluss noch ein kleiner Disclaimer, auch wenn der zwischendrin schon mal kam: Ich beanspruche hier keinesfalls die alleinige Wahrheit und werte auch keine Meinung ab, nur verstehe ich manche Meinungen eben nicht. Aber jeder soll seine eigene Meinung haben können und ich will hier keinesfalls aggressiv wirken.

CS Gerrit
 
Hallo zusammen,

wie genau "dichtet" denn bitte eine Subtraktion einer Gradientenmap etwas hinzu? Hier werden Daten entfernt und nicht erzeugt.
Ob ich jetzt vom IST-Zustand ausgehe und etwas subtrahiere oder vom SOLL-Zustand den Gradienten im IST-Zustand berechne und dann abziehe ist dabei völlig unerheblich. Hier wird der klare Vorteil genutzt, dass lokale Gradienten in den Widefield-Maps des MASK-Projekts praktisch keine Rolle spielen und somit eine sehr exakte Approximation des vorherrschenden Gradienten im Nutzer-Bild erstellt werden kann.

Dass (spektro)photometrische Farbkalibrierung auch eine dem Bild nicht innewohnende Datenbasis nutzt, wurde ja bereits erwähnt.

Alles, was den Status Quo verlässt, direkt zu verteufeln ist in so vielen Themengebieten/Hobbies leider ein sehr präsentes Phänomen. Da spielt es auch dann keine Rolle, eine sachliche und klare Dokumentation bereitzustellen, diese lesen sowieso nur Menschen, die solch neuen Ansätzen und Ideen offen gegenüberstehen.
 
Hallo Leute,
erstmal muss ich mich für den Dreher im Titel entschuldigen. Es heißt natürlich nicht MASK, sondern MARS, wie @Gerrit Erdt richtig schreibt. Ich habe einen Volker (Moderator) angepingt und er hat den Titel zu korrigiert.

@TriffiD Hallo Sebastian,

.... Aber auch wenn ich selber kein Problem mit derlei Korrekturverfahren habe, finde ich Ronalds Einwand zumindest mal bedenkenswert. Wenn Beobachtungsdaten aus anderen Quellen hinzugenommen werden, muss es doch erlaubt sein, einmal die Frage nach der Validität der eigenen Beobachtung zu stellen und nach den Konsequenzen des Einsatzes zu fragen. Zumal Ronald schon seit über 20 Jahren hier im Forum aktiv ist und ich ihm daher ein gewisses astronomisches Feingefühl zutraue....

Ich schätze @Ronald_Stenzel auch als jemanden, dessen Meinung Relevanz hat. Und ja Fragen zur Validität sind immer berechtigt und erlaubt. Aber in den beiden Posts von Ronald ging es ihm nicht um MARS und nicht um Nachfragen zur Validität der Verwendung eines globalen Gradientenmodells. Ich sehe in den Posts eine pauschale Diskreditierung von KI-basierten Programmen und deren Usern, die er, nur wenig kaschiert, in die die Pfuscher-Ecke stellt. Damit eröffnet er den X-ten KI-Streit

Hallo Ronald,

ich möchte wirklich keinen Streit, aber ich komme nicht damit klar, dass du einen von mir als rein sachlich-informativ beabsichtigten Thread für pauschale dogmatische Statements und die Abwertung einer ganzen Klasse von modernen und allgemein akzeptierten Methoden und Programmen benutzt und dabei deren User in die Pfuscherecke stellst.

ich weiß nur nicht, warum dir das Thema des "bewussten Hinterfragens" so an die Nieren geht?

Du hattest mein Thema nicht "bewusst hinterfragt", was auch immer du damit meinst, sondern dazu benutzt, deine eigene Vorstellung von richtig und falsch dogmatisch und undifferenziert zu äußern und dabei die Nutzer aktueller Software pauschal diskriminiert. Im der zweiten Post unterstellst du ihnen, die Moral für ein Like über den Haufen zu werfen. Die Schuld gibst du der bösen KI und suggerierst, dass die Nutzung des neuen Tools vergleichbar ist mit dem Einbinden von fremden Objektdaten. Überall "dies ist aber nur meine Meinung" dahinter zu schreiben, macht es nicht besser, denn es hoffentlich klar, dass du hier immer deine eigene Meinung vertrittst. Ich weiß nicht, ob du den verlinkten Artikel überhaupt gelesen hast. Denn es geht in diesem Thread gar nicht um KI, sondern um das Herausrechnen additiver Gradienten anhand eines Modells aus normalisierten Beobachtungsdaten.

Du meinst, mir ginge das Thema "bewussten Hinterfragens" an die Nieren und fragst dich, warum. Diese Art der undifferenzierten und moralisierend abwertenden Auseinandersetzung mit einem Sachthema geht mir nicht an die Nieren. Es nervt mich lediglich ein bisschen ;) . Denn es läuft immer so, egal ob starnet++, StarXterminator, NoiseXterminator, SPCC, BlurrXtermiantor usw. vorgestellt wurden - immer melden sich Kollegen in dieser Weise zu Wort. Sie haben oft gar keine oder nur unzureichende eigene Erfahrung mit den Programmen um die es geht, halten vermeintlich die Fahne der Wissenschaft oben und verteidigen das Althergebrachte manchmal so, als ginge es um den Untergang des Abendlandes.

Wenn deine Arbeit mit starnet nicht erfolgreich war, berechtigt das nicht, die Methode und die Ergebnisse aller anderen User in die Tonne zu hauen. Ich weiß nicht, ob du es bemerkt hast, aber die Programme zur Sternentfernung haben mit den daraus erwachsenen Möglichkeiten der Bildbearbeitung ein ganz neues Kapitel für Amateure aufgeschlagen. Es ist State of the Art, damit zu arbeiten. Du solltest deine Einstellung dazu nochmal objektiv überdenken.

Jemand hatte mal hier im Forum sinngemäß geschrieben: Warum bearbeitet ihr eure Bilder so extrem - der Rohstack ist doch eigentlich DAS wirkliche und ver(aus)wertbare Zeitzeugnis.

Der Rohstack, im Ernst?? Ein Rohstack ist linear und nicht tauglich als Ergebnis einer Bildbearbeitung. Wenn das ideologisch begründete Arbeiten ohne SPCC, SXT, starnet und Co. die Missionarsstellung der Astrofotografie ist, dann ist der Rohstack das Zölibat ;).

Der Rohstack ist ohne Kalibrierung und Gradientenentfernung weit entfernt von der Wirklichkeit, wenn es in unserem Amateurhobby überhaupt eine Wirklichkeit gibt. In allen anspruchsvollen Workflows, besonders auch den wissenschaftlichen, ist eine Kalibrierung der Rohdaten obligatorisch.

Betreffs der Farbkalibrierung - ja, in diesem Moment schmückt man sich doch bereits mit fremden Fed... ähhh - Farben. Und wenn man schon das Thema an seinen Sternen durchzieht, warum nicht an den Nebelbereichen - jene leuchten ja in definierten Wellenlängen. Warum kalibriere ich dann nicht auch noch die relativen Luminanzwerte von Sternen? Und deren Form - achja, das gibts ja schon...

Im meine das nicht als Angriff, aber kennst du denn die Programme überhaupt, auf die du hier abzielst? Ich glaube, du hast da ein ganz grundsätzliches Missverständnis, z. B. was die Funktion und Methodik von SPCC angeht. Und, wie kalibrierst du denn eigentlich deine Aufnahmen? Wie gleichst du die Sensor- und Filtercharakteristik und die Effekte der atmosphärischen Extinktion aus? Und glaubst du ernsthaft, wenn man an den Reglern eines irgendeines Schärfungstools dreht, ist das reeller als die Regler von BXT zu benutzen, das die Dekonvolution auf der Basis der im Bild ermittelten PSF-Werte durchführt?

Abschließend möchte ich sagen, dass ich es eigentlich toll finde, kontrovers an der Sache orientiert zu diskutieren. Aber wenn Ideologie und Diskriminierung anderer - und sei es wie hier indirekt und anekdotisch präsentiert und als "Meinung" abgeschwächt - als Methode benutzt werden, um seine eigene Sichtweise zu transportieren, dann macht es mir keinen Spaß mehr.

CS Peter
 
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