Das richtige Teleskop/Montierung für DeepSky-Fotos? (Einsteiger)

Nebulös

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Hallo liebe Astro-Freunde,

ich habe mich hier angemeldet weil ich dachte, daß es wohl besser wäre die Idee von meinem neuen Teleskop mit Leuten zu besprechen, die Ahnung haben. Ganz kurz zu mir: ich beschäftige mich hobbymässig mit Kosmologie, Elektronik, Digitaltechnik, IT und ein bissel Quantenphysik.

Erst mal sorry für den langen Text.

Obwohl ich in einer größeren Stadt lebe, möchte ich hier am Ort DeepSky-Beobachtungen machen. Den Himmel schätze ich je nach Wetter als Bortle 7 bis 8 ein, mit einer entsprechend grossen Teleskop-Öffnung und Langzeitbelichtung (-Fotographie) scheint das wohl möglich zu sein, habe ich gelesen. Man nennt das wohl EAA.

Da dieses Hobby nicht mein Erstes ist, möchte ich die übliche Entwicklung über Einsteigermodell -> diverse Upgrades -> endgültiges Modell abkürzen und gleich zum richtigen Telekop kommen. Das spart Platz und die finanziellen Mittel können auf ein Gerät konzentriert werden. In Bezug auf die zu erwartenden Ausgaben stelle ich mir vor, um etwa 1k Euro auf ein parallaktisches Gestell mit Motorsteuerung (evtl mit GoTo-Mechanik) zu verwenden, und etwa 2 bis 3k Euro auf das Teleskop.

Die Beobachtung stelle ich mir folgendermassen vor:
Phase 1: Manuelle Steuerung der GoTo-Mechanik per Wifi/Wlan vom Laptop aus, Kontrolle und Beobachtung am Laptop.
Phase 2: Planung und Programmierung der Beobachtung, automatisierte Durchführung in der Nacht, Auswertung und Image Processing am nächsten Tag.

Was an Anforderungen schon fest steht:
o möglichst große Objektiv-Öffnung, um die 10 Zoll / 250mm (reicht das für schöne Aufnahmen von Galaxien und Nebeln?)
o anprogrammierbare Montierung (mit GoTo-Funktion?)
o parallaktische Montierung für Langzeit-Belichtungsaufnahmen
o wie schon gesagt möchte ich die Aufnahmetätigkeit automatisieren/programmieren können (Objekte anfahren, Aufnahmen durchführen)

Soweit ist mir das schon mal klar. Jetzt kommen die Probleme und offenen Punkte:

1) Wir sind seit einiger Zeit ein Google/MS-freier Haushalt, und das soll so bleiben. Zudem bin ich nicht bereit, Vendor-Lock-Ins einzugehen - wenn ich teure Hardware kaufe, möchte ich sie notfalls auch selbst anprogrammieren können, also für den Fall, daß ich keine Software-Suite finde, über die ich die DeepSky-Aufnahmen automatisieren kann. Ich stelle mir vor, daß man Kommandos an diese GoTo-Steuerung senden kann, denn einige verfügen über eine RS232-Schnittstelle. Ist das Protokoll bekannt / gibt es evtl Kommandozeilentools über die man Befehle senden kann? Kennt jemand GoTo-Steuerungen, die sich von Linux aus bedienen lassen?

2) Auf der Suche nach Aufnahme-Automatisierung unter Linux bin ich auf Kstars/Ekos aufmerksam geworden. Das scheint eine Alternative zu NINA zu sein, und die das INDI Protokoll zur Steuerung der Telekop- und Kamera-Hardware verwendet. Das macht auf mich einen guten Eindruck. Hat jemand mit Kstars/Ekos schon Erfahrung gemacht, und schon mal Aufnahmen damit programmiert / auch ein sogenanntes Plate-Solving (blöder Name) damit durchgeführt?

3) Beim Teleskop kann ich mich nicht zwischen Schmidt-Cassegrain und Newton entscheiden, die für mich in die engere Wahl gekommen sind.
Schmidt-Cassegrains sind platzsparend, haben das Objektiv am rechten Fleck und ihr Tubus ist auch während der Aufnahme vor Staub geschützt. Dafür aber erheblich teurer, und viel höhere Blendenzahl, also dunkler, bedeutet: längere Belichtungszeit. Ich lese etwas von typisch f/10 bei Schmidt-Cassegrain im Vergleich zu f/4 bei einem Newton. Das ist doch Mist. Beim Newton nervt die seitliche Montage der Kamera die das Ganze zu einer wackeligen Sache macht und die Tuben scheinen alle irgendwie offen zu sein. Um tolle Aufnahmen machen zu können, braucht man viel Öffnung, und genau das bekommt man mit einem Newton. Ich weiß nicht, kann mir jemand einen Tipp in die eine/andere Richtung geben?

4) Montierung. Nach aktuellem Stand käme ein Teleskop in Frage, das 12,5kg wiegt (z.B. SC 279/2800 C11). Die Skywatcher HEQ-5 Pro Synscan schafft bis 14kg. Das ist wohl etwas knapp, nicht wahr? Wenn die Herstellerangabe etwas optimistisch ist, dann bricht mir die Montierung zusammen, sehe ich das richtig? Dann eher die Die SkyWatcher EQ-6 oder hat jemand eine bessere Idee?

Das Gewicht des ganzen Equipment spielt keine Rolle, das Teleskop soll einmal aufgebaut werden und dann da stehen bleiben.

Als Kamera steht eine Canon 5D Mark II zur Verfügung, die ersten Gehversuche könnte ich auch mit dem Smartphone machen.
Wäre schön, die Justage-Arbeiten nicht so aufwändig wären, beim Thema Kollimation bekomme ich feuchte Hände.
Vor Ewigkeiten hatte ich mal ein Newton-Teleskop von Sebers für wenige hundert Euro, das Ding habe ich nicht justiert bekommen und später entsorgt.

Und überhaupt, wieviel Öffnung braucht man denn mindestens, um wirklich schöne Aufnahmen von interessanten DeepSky-Objekten machen zu können? Wenn ich 3k Euro für ein 11 Zoll Teleskop ausgebe, mache ich dann damit vernünftige Aufnahmen, oder bleibt es ein Spielzeug?

Es wäre schön, wenn mir jemand ein paar Hinweise geben könnte, in welche Richtung ich meine Recherche in Bezug auf Montierung und Teleskop vertiefen könnte.

Was ich nicht verstanden habe, ist die Fokussierung. Meinem Verständnis nach stellt man den Fokus einmal auf unendlich ein, wo muß man warum dann noch mal etwas am Fokus verstellen?

Sorry für die vielen Fragen, es muß ja nicht Jede beantwortet werden. Bin über jede Hilfe dankbar.
Grüße, Andreas.
 
Hallo Andreas,

willkommen im Forum.

Langzeitbelichtung (-Fotographie) scheint das wohl möglich zu sein, habe ich gelesen. Man nennt das wohl EAA.
EAA ist keine Langzeitbelichtung.
EAA = Electronically Augmented Astronomy
Bei EAA wird live gestackt. Quasi real time Beobachtung.
Belichtungszeiten liegen ca. bei 2 bis 20 Sekunden.
EAA, Video-Astronomie, ...
choosing-a-telescope-for-eaa
A Beginner's Guide to Choosing Equipment for Deep-Sky Electronically-Assisted Astronomy (EAA)

Kennt jemand GoTo-Steuerungen, die sich von Linux aus bedienen lassen?
(Fast) alle GoTo Montierungen lassen sich über INDI mit Linux ansteuern. Einfach bei INDI org schauen welche Montierungen unterstützt werden.

In Bezug auf die zu erwartenden Ausgaben stelle ich mir vor, um etwa 1k Euro auf ein parallaktisches Gestell mit Motorsteuerung (evtl mit GoTo-Mechanik) zu verwenden, und etwa 2 bis 3k Euro auf das Teleskop.
man kann schon einen Haufen Euros für die beobachtende Astronomie ausgeben. Es ist aber ein Trugschluss das man das alles mit Geld erschlagen kann.
Man sollte auch eher mehr in die Montierung (Stativ und Achsenkreuz/Montierung) investieren.
Egal wie man beobachtet, die Montierung ist das A&O. Teleskope kommen und gehen. Montierungen bleiben in der Regel länger.

Beim Newton nervt die seitliche Montage der Kamera die das Ganze zu einer wackeligen Sache macht und die Tuben scheinen alle irgendwie offen zu sein.
wenn man den Tubus/Newton g'scheit aus balanciert und eine vernünftige Montierung drunter ist, wackelt da gar nichts.
Ein Newton ist nun mal offen. Punkt.
Ebenso fällt die Justage irgendwann an, auch wenn Newton mittlerweile recht Justage stabil sind.
Durch das geschlossene System eines SC kauft man sich eine länger Auskühlzeit ein. Da sind 1 bis 2 Stunden einzuplanen.

da gibt es eine nette Faustformel. 60 bis 65% oder 2/3 der angegebenen Tragkraft für die Astrofotografie in der Langzeitbelichtung.

geht auch mit kleineren Teleskopen. Apo ist da das Stichwort.

das Teleskop soll einmal aufgebaut werden und dann da stehen bleiben.
da muss dann aber für Schutz gesorgt werden. Rolldachhütte, Dom, etc. usw..

So mal grob drüber gegangen.

Grundsätzlich würde ich sagen, es fehlt noch an den Grundlagen.

Das System für die klassische Astrofotografie (Langzeitbelichtung) beinhaltet nicht nur Montierung, Teleskop und Kamera. Zusätzlich gehört da noch das Guiding-System dazu.
Bis dann so
wirklich schöne Aufnahmen von interessanten DeepSky-Objekten machen zu können
vergeht viel Zeit.
Nicht nur was das reine Knipsen angeht, sondern auch die ganze Nachbearbeitung.
Erfordert obendrein viel Erfahrung.
 
Hallo Andreas,

erstmal willkommen im Forum. Hier nur ein paar spontane Gedanken zu Deinem Post:

Große Öffnungen sind wichtig für visuelle Beobachtungen. Bei der Astrofotografie ist der Einstieg mit kleinerem Equipment, ideal ist ein Apo, zu empfehlen, da es eine ganze Reihe von technischen Anforderungen und Procedere gibt, die man erstmal lernen und beherrschen muss, um erfolgreich Astrofotogeafie zu betreiben. Je kleiner und leichter die Optik, desto leichter tut man sich dabei.

Lohnende DSO gibt es für fast jede Optik-Kamera-Komination! Und Du wirst auch nicht die eierlegende Wollmilchsau finden, die für alle Himmelsbjekte passt. Je nachdem welche DSO Dich später begeistern (große Nebelgebilde oder kleine PNs und Galaxien), wirst Du ein spezielles oder mehrere Setups brauchen. Vergiß bitte die Idee, dass Du einmal kaufst und dann fertig bist.

SCT kommen zwar meist mit einem Öffnungsverhältnis von f/10, aber es gibt Reducer dafür. Ausserdem gibt es Rowe-Ackermann Astrografen, die auf dem SCT Prinzip basieren und ein Öffnungsverhältnis von f/2 haben. Newtons haben auch nicht grundsätzlich ein Öffnungsverhältnis von f/4. Wichtig: je schneller diese Geräte sind, desto schwieriger ist die Justage! Nur Apos brauche praktisch keine Justage.

Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor und beherzige die Hinweise von Mathias! Zusätzlich möchte ich auf die neuen Strainwave Montierungen aufmerksam machen, die sehr leicht sind und dabei recht hohe Zuladungen haben.

Viel Spaß mit dem neuen Hobby!

CS.Oli
 
Was an Anforderungen schon fest steht:
o möglichst große Objektiv-Öffnung, um die 10 Zoll / 250mm (reicht das für schöne Aufnahmen von Galaxien und Nebeln?)

Hallo Andreas,

Willkommen. Die Kollegen haben schon viel wesentliches und durchweg richtiges geschrieben.

Wenn du ein Gesamtbudget von 3-4K€ hast, fährst du meiner Meinung gut/besser das ungefähr hälftig für Montierung und Teleskop auszugeben. Im Zweifel sogar etwas mehr für die Montierung.

Die Montierung ist der kritischere Punkt in dem Ganzen und bleibt in der Regel länger in deinem Händen als ein Teleskop. Gerade am Anfang gehen und kommen Teleskope durchaus das ein oder andere Mal bis man „sein“ Teleskop gefunden hat, die Montierung bleibt.

10“ auf einer EQ5-Klasse Montierung kannst du vergessen, das wird dann schnell eher ein frustriertes Aussteiger- anstelle erfolgreiches Einsteiger-Erlebnis.

Newtons als auch SCs sind tolle Instrumente benötigen aber etwas an Erfahrung bei der Justage, Setup etc.
Leider gibt es da im Einsteigerbereich, meiner Meinung, wenig was man ohne Kompromisse empfehlen kann, an allen Modell muss für anspruchsvollere Fotografie früher oder später Hand angelegt werden (stabilerer Okularauszug, Hauptspiegelblende, Innensxhwörzung, etc) plus die beschriebene Justage, die einem anfangs ein bisschen problematisch vorkommen kann - das hast du ja schon selbst geschildert.

Wenn du dich auf eine EQ5-Klasse eingeschossen hast, fährst du mit einem guten Refraktor (3 Linser) im Bereich um 80-100 mm Öffnung plus Korrekturoptik (Flattner) besser und erzielst schneller Erfolge. Da ein Instrument zu bekommen, dass auch mit deiner EOS 5D (Vollformat) gut abbildet ist einfacher als mit einem kleinen Newton.

Wenn es ein Newton sein soll/muss, würde ich an der Stelle nicht über 150/750 oder vielleicht max 200/800 hinaus gehen in Kombination mit einer EQ5 Montierung.

Um einen Eindruck zu gewinnen, was an Objekten/Aufnahmen mit verschiedenen Brennweiten/Öffnungen möglich ist, melde dich vielleicht mal bei Astrobin an.
Da laden weltweit zahlreiche Astrofotografen ihre Bilder hoch und du kannst in verschiedenen Brennweiten- und Öffnungsbereichen nach Bildern suchen.

Grüße,
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas

Als Montierung würde ich eine Juwei17 nehmen, passt in deinen Preis, trägt auch einen 2000€ Apo und ist mit Onstep Software....da kannst du gut selbst programmieren. Läuft mit kstars und indi.
Teleskop eher 200/800mm Newton. Da kannst du über entsprechende Komakorrktoren die Brennweite verlängern oder gar auf F/3 verkürzen. Justieren musst du durch, das lernt man.
Kamera ist sehr gut, wenn du nicht EAA machst ansonsten mal lesen wie lange der Verschluss hält.
Du guidest und langzeitbelichtung mit dann nötiger Guidecam oder andere Astrokamera.
Die Canon sollte Astromodifiziert sein, sonst lohnt die Mühe nicht.
Bei dem miesem Himmel geht es eher Richtung Schmalband und große Nebel mit wenig Brennweite.
So sonst hellere Galaxien doch mit viel Brennweite SC Teleskop, aber die Anforderungen das gut hinzubekommen sind recht hoch, nichts für den Anfang, so ein SG justieren ist auch nicht lustig.

Gruß Frank
 
Hallo und guten Morgen alle,

noch auf Computer eingehend:
Wir sind seit einiger Zeit ein Google/MS-freier Haushalt
Aufnahme-Automatisierung unter Linux bin ich auf Kstars/Ekos aufmerksam geworden. Das scheint eine Alternative zu NINA zu sein, und die das INDI Protokoll zur Steuerung der Telekop- und Kamera-Hardware verwendet. Das macht auf mich einen guten Eindruck. Hat jemand mit Kstars/Ekos schon Erfahrung gemacht, und schon mal Aufnahmen damit programmiert / auch ein sogenanntes Plate-Solving (blöder Name) damit durchgeführt?
die Verwendung von Linux ist sehr löblich ;). Selbst nutze ich Linux seit über 15 Jahren.
Ein Aber gibt es da natürlich auch.
Wie Du sicherlich durch deine Erfahrungen mit Linux weißt, ist es für die Entwickler und Communities nicht einfach an alles ran zu kommen was Hardwaresteuerung angeht.

Grundsätzlich ist das alles, was in der Windowswelt geht, auch unter Linux möglich.

Wenn ich es recht verstanden habe soll alles automatisch und remote laufen.
Da ich aus der EAA komme und nicht aus der klassischen Astrofotografie, kann ich nur aus der Warte berichten. In wie weit da großartige Unterschiede sind, kann ich nicht beurteilen. Da sind andere berufener etwas dazu zu sagen.

Dazu muss ich sagen, EAA betreibe ich unter Windows. Es gibt einfach keine adäquate Software unter Linux, die mir das liefert was die passende Software, hier SharpCap, unter Windows (W11) liefert.
Mein Setup draußen hängt an einem W11 Notebook (Dualinstallation Linux/Windows).
Da drauf sind die üblichen Verdächtigen installiert:
- ASCOM -> unter Linux INDI
- Treiber für die jeweilige Hardware, also bei mir nur Montierung und Kamera
- Planetariumssoftware um GoTo-Signale an die Montierung zu schicken. Nicht mehr zwingend notwendig da SharpCap Lösungen implementiert hat
- SharCap für Kamera und Montierungssteuerung

So funktioniert das auch unter Linux. Da eben unter INDI in der eventuellen Kombination mit KStars/EKOS. Weiter Software für die Kamera und Montierungssteuerung wären CCDciel, AstroDMx, Stellarium und Sky Chart (ehemals CdC) und vielleicht noch ein zwei andere, die ich aber nicht im Auge habe.
KStars/EKOS, wenn man sich mal durch gearbeitet hat, soll ganz gut funktionieren. In wie weit jetzt diese Software das liefert was Du Dir vorstellst mag ich nicht beurteilen.
Mir für EAA langt es nicht. Da dann aber speziell die in der Software für die Kamera.

Das ganze wird remote aus der warmen Stube, Weichei-Hobby-Astronom ;), mit einem Linux-Rechenknecht (reines Linux Notebook) über RDP gesteuert.
Alles hängt im heimischen Netzwerk und gut ist.
Das wäre die Selbstaufbastel-Varinate.

Es gibt fix und fertig Systeme für draußen am Setup.
Die da wären, ohne Vollständigkeitsanspruch:
- AsiAir in seinen zwei Variationen. Da weiß ich jetzt aber nicht ob die sich auch vom PC aus ansteuern lassen. Die meisten verwenden da wohl mobile Endgeräte. Das ganze basiert auf einem RPi, also mit angepasstem Linux drunter. Was ZWO da genau treibt ist durch das geschlossene System leider nicht ersichtlich. Ich habe irgendwo noch ein uralt IMG für Asi Air, da ist deutlich ersichtlich, Linux auf ARM-Basis, also RPi. In der Schachtel ist aber noch mehr harte Ware verbaut.
Zur Asi Air muss man aber dazu sagen, da ist man in der ZWO-Welt gefangen. Ausnahme einige fremd DSLR Kameras. Kompatibilitäts-Liste beachten. Alles andere Focuser, Filterrad, reine Astrokamera etc. usw. muss von ZWO sein.
- StellarMate. Da gibt es die Möglichkeit sich nur das OS zu besorgen und sich das auf einen RPi zu schubsen und jetzt seit knapp zwei Jahren kann man das auch auf einen Mini-PC/Notebook (AMD/Intel) schubsen. Wird ebenfalls mit mobilen Endgerät gesteuert. Bei der Mini-PC-Variante kann man aber auch gut mit noMachine drauf gehen. dann ist es aber wie ein selbstaufgebasteltes KStars/EKOS. Sinn macht es tatsächlich dann nur mit mobilem Endgerät, so meine Meinung. Von StellarMate gibt es auch eine fix und fertig Schachtel für die AMD/Intel-Variante. Die Schachtel sieht mir stark nach einem Mele-Mini-PC aus. Das ganze gab es auch mal fix und fertig auf einem RPi. Keine Ahnung ob die das noch Anbieten.

Es gibt auch noch andere Anbieter, da mal bei den einschlägigen Händlern schauen und sich dann weiter informieren.

So mal ein kurzer Überblick, ohne in die Details zu gehen.
 
Erst einmal vielen herzlichen Dank für die vielen guten Hinweise von euch allen. Wow!

Jetzt sehe ich klarer, wo ich noch herumirre.

Die Wahl des Teleskops wird noch einmal komplett durchdacht.

Der Hinweis der hier mehrmals gekommen ist, u.a. von Linsensuppe, daß vor allem die Montierung wichtig ist, hat gesessen. Damit habe ich zumindest die Montierung schon einmal im Kasten, also mit der EQ-6 wäre ich gerüstet. Wegen deren INDI Kompatibilität der GoTo-Steuerung schaue ich aber noch. Die Juwei17 habe ich mir angeschaut, auch hier danke für den Tipp, die Konstruktion gefällt und erinnert an soliden Maschinenbau, aber wegen Fernost muß ich noch sehen.

Was mir das Herz echt erleichtert hat, ist daß ich mein Ziel offenbar auch mit freier Software erreichen kann, da hatte ich wohl mit INDI den richtigen Riecher. Der Tipp, wie ich die Kompatibilität vor dem Kauf feststellen kann, war super. Das war eigentlich schon die größte Hürde.

Der Hinweis zu den fehlenden Grundlagen kommt zurecht. Ich hol' mir mal ein Buch :-) Mein bisheriges Wissen habe ich ausschliesslich aus dem Internet, also Foren, Wiki, Shops, Homepages usw.
Die Hinweise zu EAA und zu Apo bringen mich weiter, werde mich schlau machen. Auch der Hinweis, daß Öffnung nicht das einzige Maß der Dinge bei der Fotographie ist, kommt gut an. Vielleicht wird es ja doch nicht gleich zu Anfang ein "Lichteimer". Mal schauen. Werde mich belesen, und sobald sich da etwas kristallisiert kann ich mich ja noch mal Melden und sagen, was es geworden ist. Vielleicht ergibt sich bis dahin auch wieder eine neue Frage, mal schauen.

Ja, der Himmel ist hier nicht so dolle, aber man sieht schon etwas. Die Hoffnung ist, mit einem UHC-Filter (H-alpha, H-beta, O-III) das Streulicht soweit dämpfen zu können, daß man doch noch ordentliche Fotos hinbekommt. Das ist ein kleines Abenteuer.

Also noch mal vielen Dank euch allen.
Gruß, Andreas
 
Hallo Andreas,

hast Du schon einmal durch ein Teleskop geschaut? Hast Du eine Volkssternwarte besucht? Hast Du Kontakt zu Sternfreunden in Deiner Nähe aufgenommen?

Falls Du nicht alle drei Fragen mit "Ja!" beantworten kannst, ist es m.E. viel zu früh für eine Entscheidung. Denn solange Deine Überlegungen reine Theorie sind und lediglich Dein Interesse und Deine Kenntnislage im Bereich Elektronik/IT ein neues Betätigungsfeld suchen, besteht die große Gefahr, dass Du enttäuscht sein wirst. Denn nichts wird sein, wie Du es erwartest.

Was möchtest Du erreichen?

Willst Du möglichst gute Bilder machen können, die in der Oberliga mitspielen? Dann ist das genannte Budget nicht ausreichend und zudem bedarf es nicht nur einer guten Ausrüstung, sondern auch sehr vieler Kenntnisse nicht nur der Technik, sondern auch der Astronomie, um damit "erfolgreich" zu werden. Ich setze den Begriff in Anführungszeichen, weil das sehr subjektiv ist.

Möchtest Du Deine Neugier befriedigen und selbst versuchen, am Himmel etwas zu sehen, das Du bisher nur aus den Medien kennst? Dann empfehle ich, die Fotografie erst mal zurückzustellen und visuell zu beginnen. Natürlich nicht in der großen Stadt, das macht wenig Freude.

Willst Du ohne großen Aufwand sowohl ein Erlebnis in der Natur, als auch nette "Erinnerungsfotos"? Dann investiere in eine gut transportable Ausrüstung, die Du schnell und ohne Stress an den Start unter einem halbwegs dunklen Himmel bringen kannst. Während die Belichtungen z.B. mit einer Fotokamera auf einer einfachen Nachführung (Startracker) laufen, kannst Du Dich mit den Sternbildern und ihren schönen Objekten für das Fernglas beschäftigen.

Eine weitere Alternative wäre, selbst gar keine Investition in Geräte zu tätigen. Wenn Du sowieso alles automatisieren möchtest, dann ist die Bezahlung der Dienste einer Remote Sternwarte vielleicht viel sinnvoller. Es bleibt Dir die Bearbeitung der Aufnhamedaten als eigene Betätigung, frei von irgendeinem Naturerlebnis.

Ich will Dich nicht entmutigen, aber nachdenklich bzgl. Deiner Motive machen. Bei Deinem Einstieg viel Erfolg!
 
Zuletzt bearbeitet:
die Verwendung von Linux ist sehr löblich ;). Selbst nutze ich Linux seit über 15 Jahren.
Ein Aber gibt es da natürlich auch.
Wie Du sicherlich durch deine Erfahrungen mit Linux weißt, ist es für die Entwickler und Communities nicht einfach an alles ran zu kommen was Hardwaresteuerung angeht.

Ja, das ist ein altbekanntes 'Problem'. (Kurzes Off-Topic: seit W10 hat das Eigenleben derart Überhand genommen, es hat ständig Dinge gemacht die es nicht machen soll, das war nicht mehr in den Griff zu bekommen, und dann war Schluß. Ich nutze Linux und gelegentlich MacOS seit der Jahrtausendwende.) Das 'Problem' war bisher immer genau dadurch lösbar, daß man Hardware mit OS-Lock-In einfach nicht gekauft hat, und es gab bisher immer genügend und gute Alternativen. Man gewinnt so viel. Seit dem sitzt man wieder im Cockpit und wird nicht ständig bevormundet, der Rechner macht das was ich will, und genau das, und nur das, und was mir nicht gefällt kann ich ändern. So, genug davon, zurück zur Astronomie :cool:.

Das ist der Kompromiß: es wird nicht alles an Hardware gehen - aber seit deinem Beitrag bin ich zuversichtlich, daß es ausreichend Alternativen gibt, und ich bin entschlossen, genau darauf mein kleines Observatorium aufzubauen. Wie weit ich damit komme und wie das Ergebnis wird, werden wir sehen.

So funktioniert das auch unter Linux. Da eben unter INDI in der eventuellen Kombination mit KStars/EKOS. Weiter Software für die Kamera und Montierungssteuerung wären CCDciel, AstroDMx, Stellarium und Sky Chart (ehemals CdC) und vielleicht noch ein zwei andere, die ich aber nicht im Auge habe.
KStars/EKOS, wenn man sich mal durch gearbeitet hat, soll ganz gut funktionieren. In wie weit jetzt diese Software das liefert was Du Dir vorstellst mag ich nicht beurteilen.
Mir für EAA langt es nicht. Da dann aber speziell die in der Software für die Kamera.

Das ganze wird remote aus der warmen Stube, Weichei-Hobby-Astronom ;), mit einem Linux-Rechenknecht (reines Linux Notebook) über RDP gesteuert.
Alles hängt im heimischen Netzwerk und gut ist.
Das wäre die Selbstaufbastel-Varinate.

Auch hier wieder danke für die guten Tipps. Es wird sicher eine Selbstaufbastel-Variante werden, auch hier von der warmen Stube aus ;-), das Teleskop wird im Freien stehen. Fertig-Lösungen fallen raus, weil man da wieder zusätzlichen Aufwand hat, wenn man eine Komponente ersetzen will, und irgend wo rumbasteln muß man ja doch, dann lieber gleich von Anfang an. Mit Raspberry und Arduino ist genug Erfahrung vorhanden, sollten die zum Einsatz kommen.

- AsiAir in seinen zwei Variationen. Da weiß ich jetzt aber nicht ob die sich auch vom PC aus ansteuern lassen. Die meisten verwenden da wohl mobile Endgeräte. Das ganze basiert auf einem RPi, also mit angepasstem Linux drunter. Was ZWO da genau treibt ist durch das geschlossene System leider nicht ersichtlich. Ich habe irgendwo noch ein uralt IMG für Asi Air, da ist deutlich ersichtlich, Linux auf ARM-Basis, also RPi. In der Schachtel ist aber noch mehr harte Ware verbaut.

Also ganz ehrlich, ich habe eine dieser Boxen gesehen, und muß sagen, wer da keinen Raspberry drin vermutet ... aber auch egal, ich habe nicht vor, diese Dinger zu reverse-Engineeren, wenn die Treiber nicht offen sind.

Schönen Gruß
Andreas
 
Hallo Tom,

hast Du schon einmal durch ein Teleskop geschaut? Hast Du eine Volkssternwarte besucht? Hast Du Kontakt zu Sternfreunden in Deiner Nähe aufgenommen?

Leider drei mal nein.

Falls Du nicht alle drei Fragen mit "Ja!" beantworten kannst, ist es m.E. viel zu früh für eine Entscheidung. Denn solange Deine Überlegungen reine Theorie sind und lediglich Dein Interesse und Deine Kenntnislage im Bereich Elektronik/IT ein neues Betätigungsfeld suchen, besteht die große Gefahr, dass Du enttäuscht sein wirst. Denn nichts wird sein, wie Du es erwartest.

Alles gut, ich bin noch in der Planungsphase und lasse mir Zeit, ich gehören nicht zu den 'ganz Jungen' die morgen mit allem fertig sein müssen. Etwas Lebenserfahrung ist bereits vorhanden, und gekauft wird erst, wenn alle Puzzle-Teile zusammenpassen. Auf Enttäuschungen bin ich vorbereitet, doch die können mich nicht schrö'cken. Der Wink ist angekommen, mal den persönlichen Kontakt zu Anderen aufzunehmen.


Ich möchte, mit dem eigenen Gerät, und eigener Arbeit, für mich zufriedenstellende digitale Abbilder der Welt da oben produzieren. Das ist einer der Punkte die ich noch am evaluieren bin: kann ich mit der Hardware die ich mir leisten kann (oder möchte) auch etwas schaffen, was mich zufrieden stellt. Offener Punkt, aber den muß ich mit mir selbst ausmachen, oder eben die Erfahrung machen.

Reines durch ein Teleskop blicken stellt mich nicht zufrieden, weil ich mit der Vergänglichkeit des Augenblicks nichts anfangen kann. Ich möchte etwas dauerhaftes produzieren. Eine Aufnahme kann ich mir immer wieder anschauen, und darin versuchen etwas zu lesen. Ligen, also der Wettstreit liegt mir fern, von daher zieht es mich auch nicht zu Vereinen hin, weil es dort immer wieder genau darauf hinausläuft. Von daher hatte auch die Kontaktaufnahme zu einer Sternwarte noch keine Prio.

Eine weitere Alternative wäre, selbst gar keine Investition in Geräte zu tätigen. Wenn Du sowieso alles automatisieren möchtest, dann ist die Bezahlung der Dienste einer Remote Sternwarte vielleicht viel sinnvoller. Es bleibt Dir die Bearbeitung der Aufnhamedaten als eigene Betätigung, frei von irgendeinem Naturerlebnis.

Ein interessanter Gedanke. Das wäre etwas, wenn man sich professionalisieren wollte. Wissenschaftliche Arbeit läuft auch so. Man hat eine Idee, kauft sich Beobachtungszeit, wertet aus, schreibt ein Paper. Ich möchte nur etwas gucken, und das mit dem eigenen Gerät, und unabhängig sein.

Ich interessiere mich zwar für den Kosmos, möchte und kann aber deshalb meinen Lebensrhytmus nicht durcheinanderbringen. Die Nacht zum Tage zu machen, weil ich dann auf einem Hügel weiter draussen einen besseren Blick in den Himmel habe, ist für mich keine Option. Ich muß mit dem Himmel hier zurecht kommen, notfalls mit schmalbandigen Bandfiltern und guten Nächten, und software-seitiger Nachbearbeitung. Aber eben in meiner Abwesenheit, dafür gibt es genügend Technik, daß das möglich ist.


Vielen Dank!
Gruß
Andreas
 
Es wird sicher eine Selbstaufbastel-Variante werden, auch hier von der warmen Stube aus ;-), das Teleskop wird im Freien stehen. Fertig-Lösungen fallen raus,
die Selbstaufbastel-Variante hat halt den Vorteil, dass ich weiß was drauf läuft und wie ich es eingerichtet habe. Wenns zickt kann ich besser oder weiß ich wo ich evtl. eingreifen kann/muss.
An der Asi Air, die viel genutzt wird und was man sagen muss, dass Teil mit allem drum und dran von ZWO läuft out of the box einwandfrei, stört mich die Geschlossenheit. Was ich aus dem uralt IMG heraus lesen konnte, da ist viel selbst entwickeltes bei. Unterbau ist halt ein Linux, welches kann ich nicht mehr sagen.
Was StellarMate angeht, da ist ein Ubuntu drunter und eben mit KStars/EKOS und ein paar andere Softwaren, die beim selbst installieren schon mal Zicken machen, aber nichts unlösbares. Für jemanden der so gar keine Tuchfühlung mit Linux aufnehmen möchte, kann sich da auf das automatisch regelmäßig erscheinende Update, sowohl für die App auf dem mobilen Endgerät als auch für das System selbst, gut verlassen. Muss dann aber tiefer in die Tasche greifen, denn das aufspielen des reinen OS auf einen Mini-PC oder Notebook ist etwas ungeschickt gewählt worden. Das ist leider kein ISO für ein bootbares Medium, um dann von da aus zu installieren, Stichwort Live-System. Das läuft über ein Image, das mit Clonezilla (?) erstellt wurde. Das bügelt Dir alles gnadenlos platt auf dem Rechenknecht. Also nix mit Dualinstallation.
Also wer a weng Affinität zu Linux hat, bekommt das auch selbst hin. PHD2 kann mal Zicken und für AstroDMx gibt es mittlerweile ein AppImage. Ebenso für Siril und Stellarium. OK, muss man sich selbst um aktuelle(re) Versionen kümmern.

Was RPi und Konsorten angeht, da lasse ich mittlerweile die Finger von. Das Zeugs ist mir zu zappelig in der Performance. WLAN läuft für mich auch nicht wirklich rund. Auch wenn die kleinen Schachteln wirklich praktisch sind.

Aber nach wie vor, lass Dir Zeit.
Was man in der beobachtenden Hobby-Astronomie lernt, Ruhe und Geduld.
Die Astrofotografie ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit.
Ja, es ist möglich direkt von 0 auf 100 damit einzusteigen. Es gibt hier im Forum die das gut hinbekommen haben. Aber bei den Meisten leider nicht, so wie sie sich das vorgestellt haben. Viele Thread klagen da ein Leid.
Also Grundlagen im allgemeinen für die Hobby-Astronomie, wie auch im Speziellen für die Knipserei, dringend zu legen.
Hier im Forum kommt gutes Wissen und Erfahrung zusammen und es wird Dir gern geholfen, wenn dann auch die Eigeninitiative und das selbständige Einarbeiten vorhanden ist. Nur vorkauen lassen ... ... ... .
Da bitte auch an das von Thomas @Thomas_Pfleger gesagte beherzigen:
Ich will Dich nicht entmutigen, aber nachdenklich bzgl. Deiner Motive machen.
 
Die Skywatcher HEQ-5 Pro Synscan schafft bis 14kg.
Da geht fotografisch ein 6" Newton oder ein 4" Apo. Evtl. kommt das noch mit einem 5" Zweilinser klar. Das wird dann aber schon grenzwertig. 8" Newton würde ich mir damit nicht mehr antun.

Wie oben von Alex schon erwähnt, ist das eine Vollformatkamera. D.h. man braucht auch ein Teleskop und einen Korrektor, die in der Lage sind, das auszuleuchten und zu korrigieren. Mit Vollformat zu fotografieren stellt höhere Ansprüche an die Optik. Das ist aus Prinzip teuer.

Zusätzlich braucht man einen Guider. Entweder man nimmt ein kleines Guide Teleskop oder einen Off Axis Guider. Das kommt beides auf so 500€. Adapter und Korrektor nochmal so 300-400€. Dann braucht es immer irgendein Zwischenteil, Distanzringe usw. Bei so einem großen Chip muss das alles supergenau eingestellt werden. D.h. für das Drumrum ist ein 1000er locker weg.

Die Canon ist im H alpha unempfindlich. Wenn man das ändern will, braucht man einen Kameramod. Dazu braucht man dann noch paar Filter. Einen für die Original White Balance, einen für Nebel. Da kann man je nachdem auch zwischen 500 und 1000 ausgeben.

Bleibt also nicht mehr so viel für ein Teleskop und Montierung übrig. Das wird dann eher was kleineres und auch da eher was aus der unteren Preisklasse. 80mm Apo plus Montierung. Mehr wird mit 3k Budget für Vollformat nicht drin sein. Das ist für den Anfang ohnehin schlauer. Einen Newton muss man immer wieder neu justieren. Einen der die Justage dauerhaft hält, ist teuer.

Klassische Astrofotografie mit Guiding und langen Belichtungszeiten, speziell mit Vollformat, ist einfach teuer. Besonders wenn man von null direkt auf 100 einsteigt, muss man sich genau überlegen, ob man das Risiko eingehen will, dass das doch nichts für einen ist oder man mit der Technik und der Bildbearbeitung überfordert ist. Es ist zwar keine Quantenphysik, aber das hat schon einen gewissen Anspruch und eine Lernkurve.

Draußen stehen lassen kann man ohne festen Unterstand höchstens die Montierung. Auch die muss stabil stehen. Einfach auf den Rasen stellen geht nicht. Das braucht ein Fundament auf Dauer. Das Teleskop wird einem das definitiv nicht danken. Heißt aber nicht, dass man sich sowas nicht einfach bauen kann. Paar Spannverschlüsse, Scharniere, Holzlatten oder zwei Regentonnen und man kann sich etwas einfaches bauen. Es sollten halt keine Spinnen oder ähnliches in die Optik kommen. Am einfachsten macht man sich eine Stahlbetonsäule, wo die Montierung fest drauf ist, in den Garten, Grillhaube drauf und fertig. Das Teleskop muss man halt jedes mal drauf setzen. Aber das ist dann schon alles fertig eingenordet, die Gegengewichten sind austariert usw. Ich habe das so bei mir und ich bin in der Regel in <5min einsatzbereit. Am längsten braucht es den Rechner zu starken und die Software zu laden.

Ansonsten...ich wage es gar nicht zu sagen...ist sowas wie der Seestar dein Freund. Ok, man kann nicht durchschauen und die Bilder sehen schei$e aus. Aber das kostet <1000€, einfach hinstellen, Objekt aussuchen und das macht dann. Muss man nichts können, keine Ahnung haben, nichts bauen, kein Haufen Geld ausgeben.
 
Ligen, also der Wettstreit liegt mir fern, von daher zieht es mich auch nicht zu Vereinen hin, weil es dort immer wieder genau darauf hinausläuft.
Man kann vergleichen, um Rangordnungen zu bestimmen. Wer's braucht, macht das.

Bei unserem Astrostammtisch vergleichen wir, um voneinander zu lernen.

Ich hatte mal ein Bild von M1 aufgenommen und das gestackte Summenbild dann im nicht öffentlichen Forum eingestellt. daraus hat sich eine sehr ergiebige und interessante Diskussion ergeben, als der Reihe nach viele Mitglieder ihre Bearbeitung meiner Daten vorgestellt haben. Daran war nicht nur spannend, welche jeweils anderen Aspekte sie aus den daten rausgekitzelt hatten, sondern man bekam auch ein Gespür dafür, mit wieviel Aufwand das jeweils verbunden war. Zu guter Letzt habe ich meine eigenen Daten dann selbst nochmal bearbeitet und mich über das gelernte gefreut.

VG Tom
 
Wie oben von Alex schon erwähnt, ist das eine Vollformatkamera. D.h. man braucht auch ein Teleskop und einen Korrektor, die in der Lage sind, das auszuleuchten und zu korrigieren. Mit Vollformat zu fotografieren stellt höhere Ansprüche an die Optik. Das ist aus Prinzip teuer.

Das wußte ich nicht / hätte ich nicht erwartet. Die Lernkurve ist am Anfang bekanntlich am steilsten. Dann ist diese Kamera raus. Ich mache mich schlau, welche optischen Eigenschaften so eine Kamera haben muß, und was da in Frage kommt.

Ansonsten...ich wage es gar nicht zu sagen...ist sowas wie der Seestar dein Freund. Ok, man kann nicht durchschauen und die Bilder sehen schei$e aus. Aber das kostet <1000€, einfach hinstellen, Objekt aussuchen und das macht dann. Muss man nichts können, keine Ahnung haben, nichts bauen, kein Haufen Geld ausgeben.

Also naja, ich bin ja für jeden Tipp dankbar, aber so eine Fertiglösung wird es sicher nicht sein. Ich hatte mich nach Live-Stacking versucht zu informieren, einen Beitrag in einem englischen Forum gesehen wo jemand schreibt, er hätte eine tolle Anleitung geschrieben die das Stacking toll erklärt, in seinem Blog. Nun, gut, habe ich mir angeschaut, aber eigentlich erklärt er von vorne bis hinten nur den Seestar in allen Einzelheiten, ist also eigentlich eine Werbe-Veranstaltung für das Gerät.

Ich denke, daß es schon durchgedrungen ist, daß ich vor größeren Projekten nicht zurückschrecke, ich möchte und werde das selbst machen. Dank der vielen guten Hinweise von Mathias bin ich jetzt mehr auf das EAA mit Live-Stacking orientiert, das scheint mir ein gutes Bindeglied zwischen direkter Beobachtung und der vollständigen Automatisierung zu sein. Da kann man sich schon mal die Füße naß machen und schauen wie das läuft.

Aber bitte: bei allem was ich schreibe: ich bin hier noch im Lernprozeß - und ich muß das hier alles erst mal ordnen, und mir die Literatur besorgen und Gedanken machen u.s.w. das dauert jetzt erst mal. Ich brauche jetzt erst mal Zeit :-)

Danke und Gruß
Andreas
 
Bortle 7-8 liest sich schonmal gruselig, in so einer Suppe würde ich keine Astrofotografie betreiben.
Auch ich würde eher zu einer hochwertigen, vergleichsweise einfachen (z.B. AM5 mit AsiAir, gekühlte Digitalkamere) Ausrüstung raten, um mit möglichst wenig Frust die Astrofotografie zu erlernen. Solche Ausrüstung bekommt man noch ohne zu hohen Verlust wieder verkauft. Zubehör und Software werden auch noch nen Haufen Geld verschlingen.
 
Dann ist diese Kamera raus. Ich mache mich schlau, welche optischen Eigenschaften so eine Kamera haben muß, und was da in Frage kommt.

Verstehe uns bzw. @joetaiga nicht falsch. Eine EOS 5D ist eine super Kamera. Selbst wenn du keine Optik hast, die mit einem größeren Vollformat-Sensor wie bei deiner Kamera sauber abbildet, gibt es Software die das wieder „hinbiegt“ oder einfach den Rand abschneiden geht immer. Deswegen musst du deine vorhandene Kamera, was dem Budget zugute kommt, nicht zurück in den Schrank legen.

Für dezidierte EAA ist aber wahrscheinlich eine Astrokamera tatsächlich die bessere Wahl - aber auf dem Betätigungsfeld kenne ich mich zu wenig aus - vermutlich geht das auch mit deiner Kamera und livestacking im Bereich von 5-10 sek Belichtungszeit pro Frame.
 
EAA mit Live-Stacking orientiert, das scheint mir ein gutes Bindeglied zwischen direkter Beobachtung und der vollständigen Automatisierung zu sein.
was das angeht, sehen das die meisten aus der EAA-Gang ;) hier im Forum ähnlich.
Es macht einfach Spaß zu sehen, wie sich das Objekt von Stack zu Stack klarer heraus schält. Und das Schicke, in Farbe.
Ja, ich muss zugeben, das ich dem EAA anfangs recht skeptisch gegenüber stand. Bis dahin rein visuell unterwegs gewesen und auch überzeugt davon.
Aber so nach und nach da rein gefunden und jetzt nur noch :D.

Live-Stacking, m.E. ein etwas irreführender Begriff. In so fern live, das die Software direkt jedes Frame drauf rechnet. Aber es vergeht schon Zeit bis was einigermaßen vernünftiges zu sehen ist. Gesamt Belichtungszeiten können schon mal 1 bis 2 Stunden sein. Halt abhängig davon was man will. Ich bewege mich so zwischen gesamt Zeit bei 30 bis 60 Minuten.

Was die Qualität der Bilder angeht, da bin ich puristischer unterwegs. Ich nehm die Bilder out of SharpCap. Nur mit den von SharpCap angebotenen Möglichkeiten. Abspeichern wie gesehen.
Das ist aber nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn man mag kann man die Einzel-Frames abspeichern (Achtung hohes Datenaufkommen) und wenn man möchte dann selber mit extra Programm stacken und dann den ganze Nachlauf wie in der klassischen Astrofotografie durch führen. Wird auch so gemacht. Mal nur mit dem Ergebnis aus SharpCap heraus oder eben auch selbst stacken der Einzel-Frames.
Dafür bin ich zu faul und vollkommen untalentiert in der Nachbearbeitung.
Muss jeder für sich selbst entscheiden. So verbissen sind wir da nicht in der EAA-Abteilung.

Der Aufwand des einzusetzenden Materials ist etwas geringer.
Eine EQ-Montierung ist nicht zwingend notwendig. Guiding brauchts auch nicht zwingend. Manche haben das und nutzen es natürlich auch.
Des weiteren brauchts keine Lichteimer. 130/650 Newton oder kleiner Apo's, ca. 400 bis 500mm Brennweite, reichen. Natürlich abhängig davon was ich für Objekte ablichten will. Es gibt sogar Kollegen die das mit einem Dobson auf EQ-Plattform machen.
Selbst nutze ich einen 150/750 PDS Newton und ein C8 mit 0,63 Reducer. Beide, natürlich nicht zusammen, trägt meine iOptron AZ Pro bestens.
Dazu anfangs eine ZWO Asi 224 MC. Mit dem Newton ging das recht gut, am C8 weniger toll, Chip einfach zu klein. Mittlerweile ist eine svBony mit IMX Chip 585 im Einsatz. Jetzt klappt es auch mit dem C8 wesentlich besser. Dazu dann das oben beschriebene W11 Notebook am Teleskop. Alles auf dem Balkon.
Ferngesteuert aus der warmen Stube ;).

Natürlich kann man, wenn einem der Sinn danach steht, wie oben geschrieben, EQ und Guiding implementieren. Ebenso EAF, Filterrad und was es noch so für nette elektronische Helferlein gibt. Ist selbstredend Geldbeutel abhängig. Mir selbst schwebt noch ein EAF vor, da muss ich dann gar nicht mehr raus rennen :ROFLMAO:.

Für dezidierte EAA ist aber wahrscheinlich eine Astrokamera tatsächlich die bessere Wahl - aber auf dem Betätigungsfeld kenne ich mich zu wenig aus - vermutlich geht das auch mit deiner Kamera und livestacking im Bereich von 5-10 sek Belichtungszeit pro Frame.
Da ist mein Wissensstand, das DSLR mit den kurzen Belichtungszeiten auf Dauer nicht klar kommen. Der Verschluss leidet.
Eine Astrokamera, da gibt es reichlich Auswahl, ist da wirklich besser. Mit den meisten Teilen kann man dann auch Planetenvideos erstellen.

Auch wenn sich das alles recht einfach anhört, bis das dann so lief wie ich es mir vorgestellt habe, hats schon a weng was gedauert. WLAN-Probleme, Zickerreien mit W10/11, Treiber usw. usw. . Jetzt ist aber alles im Griff, bis auf das Wetter :eek:.
Also nicht als trivial ansehen.
Alles geht auch unter Linux. Teste ab und zu die neueren Version der Programme, da bevorzugt CCDciel und AstroDMx. Aber mir fehlt da noch a bissi was.

Was jetzt Deine Lichtsuppe angeht, EAA hat den Vorteil, dass das auch unter nicht so dollem Himmel geht. Ich habe das Glück und bin bei ca. 4 bis 5 Bortle.
Drei Laternen vor der Nase und natürlich die lieben Nachbarn mit lustigen Beleuchtungen und Bewegungsmeldern.
Wie weit man das ausreizen kann, keine Ahnung.
 
Teste ab und zu die neueren Version der Programme, da bevorzugt CCDciel und AstroDMx.

CCDCiel und AstroDMx sehen echt gut aus. Ich hatte noch Astro Live Stacker gefunden, im Vergleich zu den anderen ist das aber recht einfach. Egal, aber es zeigt, wie einfach das theoretisch sein kann: man sorgt dafür, daß die Fotos der Kamera in ein Verzeichnis tröpfeln, und der Stacker schnappt sie sich. Brilliant simpel. Ich weiß, das wird noch komplex und so keine Frage, aber das finde ich echt charmant. :)

Mathias, du hörst noch mal von mir.

Verstehe uns bzw. @joetaiga nicht falsch. Eine EOS 5D ist eine super Kamera. Selbst wenn du keine Optik hast, die mit einem größeren Vollformat-Sensor wie bei deiner Kamera sauber abbildet, gibt es Software die das wieder „hinbiegt“ oder einfach den Rand abschneiden geht immer. Deswegen musst du deine vorhandene Kamera, was dem Budget zugute kommt, nicht zurück in den Schrank legen.

Ne, alles gut, habe ich nicht falsch verstanden, vielleicht ist es nicht so rübergekommen, eure Hinweise sind gut angekommen. Ich sehe ja, daß dies nicht nur ein finanzieller Mehraufwand ist, es ist technisch ungeschickt, sie einsetzen zu wollen, und das ist der Grund für eine andere Kamera.

Grüße
Andreas
 
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