JSchmoll
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Hallo in die Runde,
gestern wollte ich eigentlich nur Brot kaufen (das gute deutsche Koernerbrot, ansonsten gibts hier in England nur dieses furchtbare Weichzeugs). Da ich einen Kollegen mit Auto habe, fahre ich einmal die Woche mit ihm zu einem Zentrum, wo es auch einen LIDL-Markt gibt. Und dort finde ich dann deutsches Bier (sabber!), deutsche Schokolade (lechtz) und andere Suchtstoffe. Nun, gestern war das Brot ausverkauft, aber aus einer Kiste vernahm ich den Ruf "Nimm mich mit !" und - yes indeed - vor mir stand ein Tuermchen aus vier der sagenumwobenen LIDLscopes, heruntergesetzt von 79 auf 69 Pfund. Na, zum Glueck hatte ich nicht genug Geld mit, sonst wuerde ich die Wahnsinnstat begehen und mir mein 15. (oder 16., 17. ... ?) Teleskop zulegen.
Dachte ich.
Als aufrechter ALBIREO musste ich natuerlich handeln und das arme Ding befreien. 10 min spaeter (und voellig ausser Atem vom Run zum Geldautomaten) hatte ich die weisse Kiste unterm Arm klemmen, und ab gings in meine Bude (in der ich vor lauter {Stativ-}Baeumen den {Fernrohr-}Wald nicht mehr sehen kann).
Nun zum Scope:
Den Karton aufgerissen wie'n Westpaket, hatte ich den Tubus vor mir. Er besteht aus Metall, die Fassung mit der Taukappe scheint aufgeklebt zu sein. Zumindest konnte ich sie nicht drehen. Die Fockelpinne (ALBIREOtisch fuer "Okularauszug") besteht aus Plastik - ich liebe es <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> . War mir aber schon vorher klar. Insgesamt macht der Tubus einen huebschen Eindruck, das Objektiv ist mit einer einfachen Blauschicht verguetet und besitzt nicht diese drei Abstandsplaettchen, sondern der Luftspalt wird offenbar ueber einen nicht sichtbaren Ring erzeugt. Die Blenden sind bei meinem Exemplar korrekt, von der Austrittsposition sehe ich die ganze Eintrittspupille, auch leicht ausseraxial.
Nun begann ich mit dem Aufbau -- das Stativ ist natuerlich sehr leicht und wie so oft der Stabilitaetsschwachpunkt. Die Ablageplatte ist aus Metall und wird mit drei Metall-Laschen an den Beinen befestigt. Diese Laschen tragen Gummistuecke, deren sittlicher Naehrwert mir sich nicht erschliesst. Sie blockieren ein 1 1/4-Zoll-Loch in der Ablageplatte - kurzerhand entfernte ich sie. Die Ablageplatte hat zwei 1 1/4 "-Loecher, zwei Aufnahmen fuer die kleinen 1"-Okulare und zwei Filterablagen. Ich persoenlich wuerde sechs Loecher fuer 1 1/4" bevorzugen, da es die alten Okulare sowieso kaum noch gibt und die Filterablagen die Filter nicht vor Herabfallen schuetzen koennen.
Die Montierung aehnelt der Vixen Cosmostar-Monti, also im Prinzip eine getunte EQ2. Das "Tuning" ist hier ein Feintrieb am Polblock zur komfortableren Polhoehenfeineinstellung, sowie ein Endlosfeintrieb in Deklination. In der Anleitung heisst es, dieser sei auf 30 Grad begrenzt - aber dort ist auch eine EQ1 abgebildet. Tests zeigten dass sich die Deklination um mehr als 90 Grad drehen liess, also wird es wohl ein Schneckenrad sein. Die Schneckenwelle bleibt interessanterweise stationaer und steht parallel zur Polachse, sodass die dort eingeschraubte biegsame Welle nach unten weist und bei Rektaszensionsdrehung um das Montierungsgehaeuse kreist. Waehrend hierdurch Kollisionen und tote Punkte weitgehend vermieden werden, ist der Ort des Deklinationsfeintriebs doch etwas ungewoehnlich. Die andere Seite der Welle traegt einen Konus zur Aufnahme eines Motors. Ich weiss aber nicht, ob Zweiachssteuerungen hierfuer erhaeltlich sind. Die Gegengewichtsachse mit dem vergleichbar niedlich kleinen Gegengewicht dreht sich mit - es lassen sich also Kameras fuer kurzbrennweitige Astrofotografie hier anschliessen - allerdings mit etwas Bastelei. Das Gewinde fuer die Unterlegscheibe, die ein Herabfallen des Gegengewichts verhindert, ist hier nicht M6 oder Fotogewinde, sondern ein ziemlich grosses Gewinde (M10 ?), man muss sich also ein Platte machen, die einen Kugelkopf fuer eine Kamera aufnimmt, um die mitdrehende Dek-Achse fuer Fotografie zu nutzen.
Mir gefaellt die Rohraufnahme, die mit einem Alu-Schwalbenschwanz erfolgt. Die Rohrschelle selbst ist dagegen aus Kunststoff, was aber nicht zu schlimm sein sollte solange man keine langbrennweitige Astrofotografie machen will - hierfuer ist das Geraet ja auch nicht konzipiert.
Beide Feintriebe drehen sich relativ schwer, was sicher durch Justage bzw. ggfs. Wechsel des Klebfetts behoben werden kann.
Die biegsame Welle in Rektaszension kollidiert haeufig mit dem Tubus, und da sie recht steif ist wird das laestig. Sie ist auch unnoetig, weil man an dem feinen Zahnrad, welches fuer einen nachruestbaren Motor gedacht ist, sehr gut nachfuehren kann. Ich habe die Welle deswegen schnell wieder abgeschraubt.
Der Tubus hat eine Aufnahme fuer einen 6x30-Sucher, der in einer Weichplastikhalterung im Metall-Look daherkommt. Waehrend die Zweiringhalterung gut justierbar ist, wird eine Neujustage wegen des Materials wohl vor jeder Beobachtung erforderlich sein. Das 6x30 ist trotz Plastiktubus erstaunlich gut, das Okular hat ein gutes Einblickverhalten und z.B. die Plejaden erscheinen deutlich und (nach Fokussierung am konterbaren Frontring) hinreichend scharf. Das Objektiv scheint achromatisch zu sein, zumindest ist die Leistung um Welten besser als die beruechtigten 5x24-Abblend-Einlinsersucher sonstiger Kaufhausfernrohre.
Nun zum Zubehoer. Neben einem Zenitspiegel im Plastikgehaeuse (Okularklemmschraubchen ist schwergaengig und wird wohl nicht lange im Plastik halten) sind zwei Okulare und ein Bilderektor im Zubehoer enthalten.
Der Erektor besteht aus einem zweilinsigen, unvergueteten Linsensystem das in Verbindung mit den Okularen ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild liefert. Abfallprodukt ist hierbei ein um 1.5x erhoehter Bildmassstab. Ich habe das Teil noch nicht getestet, aber ich bin aufgrund der Verarbeitungsqualitaet misstrauisch und ehrlich gesagt finde ich dieses Teil nicht besonders sinnvoll, da man das Gleiche (bis auf die Seitenrichtigkeit, was ausser beim Lesen von Text nicht so sehr stoert) auch mit dem Zenitspiegel erreichen kann.
Die Okulare haben mich angenehm ueberrascht. Ich dachte, es waeren diese ueblichen Huygens-Plastiklinsenstoepsel dabei. Aber nein, es sind Kellnerokulaere, also Dreilinser. Das 4mm ist ein typisches "Wellensittichauge", d.h. es hat winzige Linsen und der Einblick ist nicht so toll. Das Feld ist jedoch randscharf.
Besonders gefaellt mir das K-20mm, welches einen guten Einblick auch fuer Brillentraeger hat, ein scharf definiertes Gesichtsfeld von ca. 50 Grad (nicht gemessen, nur geschaetzt) und auch noch verguetet ist !
Nun, was zeigt das Scope am Himmel ? Raus in den Garten damit !
Sucherjustage, dann einen Stern angepeilt. Im 20mm-Kellner intra- und extrafokal alles okay. Die Fockelpinne laeuft bei den Temperaturen sehr schwer, und es gibt ein ziemliches Shifting bei Wechsel der Fokussierrichtung. Das Stativ wackelt ziemlich, hier wuerden Baumarkt-Holzbeine fuer wenig Geld viel Stabilitaet bringen.
Im 4mm erscheint ein Beugungsbild. Intra- und extrafokal fast alles okay, nur ist die Flaeche unmittelbar vor dem Fokus nicht gleichfoermig, sondern es gibt eine hellere Zone. Offenbar ein leichte Zonenfehler. Auch zeigen sich eine leichte Verspannung (1. Beugungsring unvollstaendig aber rundum vorhanden) und eine ziemlich Rauhigkeit der Linse (mehrere unvollstaendige, schwache Beugungsringe um den Stern). Mit meinem Optiktestokular (LE 2 mm) sieht es aehnlich aus. Es ist kein High-End-Objektiv, aber es ist durchaus brauchbar.
Nun noch ein paar richtige Beobachtungen:
Mars: Im 4mm ist auf dem kleinen Scheibchen ausser der deutlichen Phase nichts zu erkennen.
Saturn: Mieses Seeing (teils zieht Rauch aus einem Kamin durch - waehrend ich mich ueber den "Heizer" aufrege merke ich dass es mein eigener Schornstein ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ). Dennoch ist das Bild kurzzeitig scharf, und ich sehe keine optischen Probleme. Ein Wolkenstreifen auf dem Planeten faellt auf, fuer die Cassiniteilung ist aber das Seeing zu uebel.
Mond: Ebenfalls mit dem 4mm gestochen scharfe Abbildung. Ein Farbfehler war nicht deutlich erkennbar. Ich bin aber ueberzeugt, dass ich ihn finde wenn ich danach suche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .
Fazit: Fuer 70 Pfund hat LIDL nun auch in Grossbritannien die Moeglichkeit geschaffen, ein Fernrohr fuer wenig Geld zu erwerben, welches auch teureren Kaufhausfernrohren in vielen Punkten ueberlegen ist. Als anspruchsvoller Sternfreund ist man natuerlich von vielen Details nicht so ueberzeugt (speziell der Plastikfokussierer), aber fuer das Geld bekommt man doch eine ordentliche Leistung. Eine ideale "Einstiegsdroge" fuer speziell Schueler, die ein durchaus brauchbares Geraet erhalten. Und durch die Schwalbenschwanzaufnahme der Montierung ist diese spaeter sicher auch fuer andere Rohre nutzbar.
gestern wollte ich eigentlich nur Brot kaufen (das gute deutsche Koernerbrot, ansonsten gibts hier in England nur dieses furchtbare Weichzeugs). Da ich einen Kollegen mit Auto habe, fahre ich einmal die Woche mit ihm zu einem Zentrum, wo es auch einen LIDL-Markt gibt. Und dort finde ich dann deutsches Bier (sabber!), deutsche Schokolade (lechtz) und andere Suchtstoffe. Nun, gestern war das Brot ausverkauft, aber aus einer Kiste vernahm ich den Ruf "Nimm mich mit !" und - yes indeed - vor mir stand ein Tuermchen aus vier der sagenumwobenen LIDLscopes, heruntergesetzt von 79 auf 69 Pfund. Na, zum Glueck hatte ich nicht genug Geld mit, sonst wuerde ich die Wahnsinnstat begehen und mir mein 15. (oder 16., 17. ... ?) Teleskop zulegen.
Dachte ich.
Als aufrechter ALBIREO musste ich natuerlich handeln und das arme Ding befreien. 10 min spaeter (und voellig ausser Atem vom Run zum Geldautomaten) hatte ich die weisse Kiste unterm Arm klemmen, und ab gings in meine Bude (in der ich vor lauter {Stativ-}Baeumen den {Fernrohr-}Wald nicht mehr sehen kann).
Nun zum Scope:
Den Karton aufgerissen wie'n Westpaket, hatte ich den Tubus vor mir. Er besteht aus Metall, die Fassung mit der Taukappe scheint aufgeklebt zu sein. Zumindest konnte ich sie nicht drehen. Die Fockelpinne (ALBIREOtisch fuer "Okularauszug") besteht aus Plastik - ich liebe es <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> . War mir aber schon vorher klar. Insgesamt macht der Tubus einen huebschen Eindruck, das Objektiv ist mit einer einfachen Blauschicht verguetet und besitzt nicht diese drei Abstandsplaettchen, sondern der Luftspalt wird offenbar ueber einen nicht sichtbaren Ring erzeugt. Die Blenden sind bei meinem Exemplar korrekt, von der Austrittsposition sehe ich die ganze Eintrittspupille, auch leicht ausseraxial.
Nun begann ich mit dem Aufbau -- das Stativ ist natuerlich sehr leicht und wie so oft der Stabilitaetsschwachpunkt. Die Ablageplatte ist aus Metall und wird mit drei Metall-Laschen an den Beinen befestigt. Diese Laschen tragen Gummistuecke, deren sittlicher Naehrwert mir sich nicht erschliesst. Sie blockieren ein 1 1/4-Zoll-Loch in der Ablageplatte - kurzerhand entfernte ich sie. Die Ablageplatte hat zwei 1 1/4 "-Loecher, zwei Aufnahmen fuer die kleinen 1"-Okulare und zwei Filterablagen. Ich persoenlich wuerde sechs Loecher fuer 1 1/4" bevorzugen, da es die alten Okulare sowieso kaum noch gibt und die Filterablagen die Filter nicht vor Herabfallen schuetzen koennen.
Die Montierung aehnelt der Vixen Cosmostar-Monti, also im Prinzip eine getunte EQ2. Das "Tuning" ist hier ein Feintrieb am Polblock zur komfortableren Polhoehenfeineinstellung, sowie ein Endlosfeintrieb in Deklination. In der Anleitung heisst es, dieser sei auf 30 Grad begrenzt - aber dort ist auch eine EQ1 abgebildet. Tests zeigten dass sich die Deklination um mehr als 90 Grad drehen liess, also wird es wohl ein Schneckenrad sein. Die Schneckenwelle bleibt interessanterweise stationaer und steht parallel zur Polachse, sodass die dort eingeschraubte biegsame Welle nach unten weist und bei Rektaszensionsdrehung um das Montierungsgehaeuse kreist. Waehrend hierdurch Kollisionen und tote Punkte weitgehend vermieden werden, ist der Ort des Deklinationsfeintriebs doch etwas ungewoehnlich. Die andere Seite der Welle traegt einen Konus zur Aufnahme eines Motors. Ich weiss aber nicht, ob Zweiachssteuerungen hierfuer erhaeltlich sind. Die Gegengewichtsachse mit dem vergleichbar niedlich kleinen Gegengewicht dreht sich mit - es lassen sich also Kameras fuer kurzbrennweitige Astrofotografie hier anschliessen - allerdings mit etwas Bastelei. Das Gewinde fuer die Unterlegscheibe, die ein Herabfallen des Gegengewichts verhindert, ist hier nicht M6 oder Fotogewinde, sondern ein ziemlich grosses Gewinde (M10 ?), man muss sich also ein Platte machen, die einen Kugelkopf fuer eine Kamera aufnimmt, um die mitdrehende Dek-Achse fuer Fotografie zu nutzen.
Mir gefaellt die Rohraufnahme, die mit einem Alu-Schwalbenschwanz erfolgt. Die Rohrschelle selbst ist dagegen aus Kunststoff, was aber nicht zu schlimm sein sollte solange man keine langbrennweitige Astrofotografie machen will - hierfuer ist das Geraet ja auch nicht konzipiert.
Beide Feintriebe drehen sich relativ schwer, was sicher durch Justage bzw. ggfs. Wechsel des Klebfetts behoben werden kann.
Die biegsame Welle in Rektaszension kollidiert haeufig mit dem Tubus, und da sie recht steif ist wird das laestig. Sie ist auch unnoetig, weil man an dem feinen Zahnrad, welches fuer einen nachruestbaren Motor gedacht ist, sehr gut nachfuehren kann. Ich habe die Welle deswegen schnell wieder abgeschraubt.
Der Tubus hat eine Aufnahme fuer einen 6x30-Sucher, der in einer Weichplastikhalterung im Metall-Look daherkommt. Waehrend die Zweiringhalterung gut justierbar ist, wird eine Neujustage wegen des Materials wohl vor jeder Beobachtung erforderlich sein. Das 6x30 ist trotz Plastiktubus erstaunlich gut, das Okular hat ein gutes Einblickverhalten und z.B. die Plejaden erscheinen deutlich und (nach Fokussierung am konterbaren Frontring) hinreichend scharf. Das Objektiv scheint achromatisch zu sein, zumindest ist die Leistung um Welten besser als die beruechtigten 5x24-Abblend-Einlinsersucher sonstiger Kaufhausfernrohre.
Nun zum Zubehoer. Neben einem Zenitspiegel im Plastikgehaeuse (Okularklemmschraubchen ist schwergaengig und wird wohl nicht lange im Plastik halten) sind zwei Okulare und ein Bilderektor im Zubehoer enthalten.
Der Erektor besteht aus einem zweilinsigen, unvergueteten Linsensystem das in Verbindung mit den Okularen ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild liefert. Abfallprodukt ist hierbei ein um 1.5x erhoehter Bildmassstab. Ich habe das Teil noch nicht getestet, aber ich bin aufgrund der Verarbeitungsqualitaet misstrauisch und ehrlich gesagt finde ich dieses Teil nicht besonders sinnvoll, da man das Gleiche (bis auf die Seitenrichtigkeit, was ausser beim Lesen von Text nicht so sehr stoert) auch mit dem Zenitspiegel erreichen kann.
Die Okulare haben mich angenehm ueberrascht. Ich dachte, es waeren diese ueblichen Huygens-Plastiklinsenstoepsel dabei. Aber nein, es sind Kellnerokulaere, also Dreilinser. Das 4mm ist ein typisches "Wellensittichauge", d.h. es hat winzige Linsen und der Einblick ist nicht so toll. Das Feld ist jedoch randscharf.
Besonders gefaellt mir das K-20mm, welches einen guten Einblick auch fuer Brillentraeger hat, ein scharf definiertes Gesichtsfeld von ca. 50 Grad (nicht gemessen, nur geschaetzt) und auch noch verguetet ist !
Nun, was zeigt das Scope am Himmel ? Raus in den Garten damit !
Sucherjustage, dann einen Stern angepeilt. Im 20mm-Kellner intra- und extrafokal alles okay. Die Fockelpinne laeuft bei den Temperaturen sehr schwer, und es gibt ein ziemliches Shifting bei Wechsel der Fokussierrichtung. Das Stativ wackelt ziemlich, hier wuerden Baumarkt-Holzbeine fuer wenig Geld viel Stabilitaet bringen.
Im 4mm erscheint ein Beugungsbild. Intra- und extrafokal fast alles okay, nur ist die Flaeche unmittelbar vor dem Fokus nicht gleichfoermig, sondern es gibt eine hellere Zone. Offenbar ein leichte Zonenfehler. Auch zeigen sich eine leichte Verspannung (1. Beugungsring unvollstaendig aber rundum vorhanden) und eine ziemlich Rauhigkeit der Linse (mehrere unvollstaendige, schwache Beugungsringe um den Stern). Mit meinem Optiktestokular (LE 2 mm) sieht es aehnlich aus. Es ist kein High-End-Objektiv, aber es ist durchaus brauchbar.
Nun noch ein paar richtige Beobachtungen:
Mars: Im 4mm ist auf dem kleinen Scheibchen ausser der deutlichen Phase nichts zu erkennen.
Saturn: Mieses Seeing (teils zieht Rauch aus einem Kamin durch - waehrend ich mich ueber den "Heizer" aufrege merke ich dass es mein eigener Schornstein ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ). Dennoch ist das Bild kurzzeitig scharf, und ich sehe keine optischen Probleme. Ein Wolkenstreifen auf dem Planeten faellt auf, fuer die Cassiniteilung ist aber das Seeing zu uebel.
Mond: Ebenfalls mit dem 4mm gestochen scharfe Abbildung. Ein Farbfehler war nicht deutlich erkennbar. Ich bin aber ueberzeugt, dass ich ihn finde wenn ich danach suche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .
Fazit: Fuer 70 Pfund hat LIDL nun auch in Grossbritannien die Moeglichkeit geschaffen, ein Fernrohr fuer wenig Geld zu erwerben, welches auch teureren Kaufhausfernrohren in vielen Punkten ueberlegen ist. Als anspruchsvoller Sternfreund ist man natuerlich von vielen Details nicht so ueberzeugt (speziell der Plastikfokussierer), aber fuer das Geld bekommt man doch eine ordentliche Leistung. Eine ideale "Einstiegsdroge" fuer speziell Schueler, die ein durchaus brauchbares Geraet erhalten. Und durch die Schwalbenschwanzaufnahme der Montierung ist diese spaeter sicher auch fuer andere Rohre nutzbar.
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