Das TS 10x42

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holger_merlitz

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Hallo,

wie versprochen, habe ich mir das neue TS 10x42 einmal genauer angesehen.
Dazu habe ich es mit dem Docter 10x42 B/CF und einem etwas aelteren Zeiss Dialyt 10x40 B
(von 1983) verglichen. Der Test-Report steht hier:

http://de.geocities.com/holger_merlitz/dialyt10x40.html

Kurz gefasst: Das TS ist wirklich gut, mit sehr guter Bild-Schaerfe und
mit einer stabilen Konstruktion. Es ist insgesamt klar besser als
das Dialyt. Ein Angriff auf Leica & Co ist es (noch) nicht. Ein Schwachpunkt ist,
dass es bei sehr hellen Objekten Reflektionen (Geisterbilder) zeigt, und das deutet wohl darauf hin,
dass die Verguetung noch nicht auf Weltklasse-Niveau ist. Fuer 250 Euro ist das aber hinzunehmen.
Das Docter, das allerdings auch 700 Euro kostet, ist jedenfalls noch ein Stueck besser.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Holger,

nachdem ich Deinen Bericht mit Interesse (und gleich dreimal) gelesen habe, erlaube ich mir, ein paar Bemerkungen loszulassen ... Über den Sinn, das TS und das Docter mit einem 20 Jahre alten Dialyt zu vergleichen, könnte man natürlich streiten. Davon mal abgesehen, sind mir ein paar Dinge aufgefallen.

Bleiben wir gleich mal beim Dialyt (Herr Ransburg wird sich jetzt bestimmt wundern, wieso ich nicht gleich über das TS herfalle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...). Ich stimme Dir voll und ganz zu, was die optische Leistungsfähigkeit betrifft. In Schärfe und Kontrast sind die Dialyt Gläser von vor 20 Jahren mittlerweile ein hoffnungsloser Fall. Selbst Carl Zeiss Jena konnte es Mitte der 80-er Jahre deutlich besser - mit dem Notarem 10x40. Ich würde auch sicher keine 400 Euro in so ein altes Dialyt investieren, für den Preis gibt's besseres. Weiter schreibst Du zum Dialyt u.a.:

"...The Zeiss Dialyt can not keep up with this level of construction. It is neither fully water-proof nor it is equipped with any rubber armor..."
"...Inferior is also the mechanical ruggedness..."

Diese Einschätzung ist aus meiner Sicht viel zu kurz gegriffen und geht auch am Kern der Sache vorbei. Mit so einem alten Dialyt kannst Du Fernglasweitwurf betreiben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Habe ich bereits mehrmals unfreiwillig praktiziert, ohne daß die Justierung und die Fokussierung in irgendeiner Form gelitten hätten. Die Prismenhalterung und der Rest der Mechanik sind so gut, daß die Dialyt Gläser klaglos Jahrzehnte überdauern. Die fehlende Stickstofffüllung und Gummiarmierung sind auch kein echtes Manko, zumindest nicht solange, bis die Nutzungsbedingungen dies erfordern. Nach dem Lesen Deines Berichts bekomme ich den Eindruck, daß TS und Docter bezüglich der mechanischen Belastbarkeit dem Dialyt meilenweit voraus sind. Ich würde mich allerdings hüten, einem Fernglas anhand von technischen Daten und dem äußeren Anschein eine solide Mechanik zu attestieren. Dazu gehört nun wirklich mehr, insbesondere bei Dachkantgläsern mit Innenfokussierung, wo man von außen eigentlich gar nix sieht. Ich hatte mal ein neues Minolta 8x42 D/WP (äußerlich sehr robust ...), welches nach dem ersten Sturz auf den heimischen Teppichboden ein Fall für den Service war. Soviel dazu ... Um es auf den Punkt zu bringen, ich teile Deine Einschätzung zu Mechanik und Belastbarkeit nicht. Zumindest würde ich mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen, wenn ich nicht wenigstens ein paar mal den Fernglasweitwurf mit den zwei anderen Testkandidaten praktiziert hätte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Mit einem vom Hersteller zur Verfügung gestellten Glas könnte man das doch mal probieren? Mit dem eigenen, vielleicht noch teuer bezahlten Fernglas traut man sich weniger ...

Was das Docter Glas betrifft, so teile ich weitestgehend Deine Einschätzung. Den zu kurzen AP Abstand halte ich für problematisch was die Nutzung mit Brille betrifft. Müßte ich so einen Testbericht schreiben, so würde ich mich wohl etwas deutlicher ausdrücken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Ich habe mir das 10x42 vor einiger Zeit angesehen und das "innovative Brillenträgerokular" (laut Docter-Optik) hat einfach einen zu kurzen AP Abstand, um mit Brille komfortabel zu beobachten. Aus meiner Sicht hat Docter-Optik hier eine Gelegenheit verpasst, eine echte Alternative zu Leica und Zeiss in die Welt zu setzen. Von der optischen Leistung ist das 10x42 B/CF ansonsten echt klasse.

Zum TS kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen. Ich hatte nur einmal in aller kürze das Vergnügen, das langt aber keinesfalls für eine Beurteilung. Ob die Mechanik wirklich so gut ist, das muß sich wohl erst noch zeigen. Man könnte sich die Frage stellen, ob für 250 Euro ein Dachkantglas mit echt guter Optik herstellbar ist, welches zudem in der Präzision und Belastbarkeit der Mechanik mit einem Zeiss Glas gleich zieht. Aber vielleicht liege ich ja falsch und es geht doch ... Von der Optik scheint es - gemessen am Preis - ein wirklich tolles Glas zu sein. Ein T* sollte man für den Preis nicht erwarten, so daß man für 250 Euro bestimmt gut mit den Reflexen leben kann. Ob der Hersteller dem TS ein P* gegönnt hat, konnte ich dem Bericht leider nicht entnehmen. Auf jeden Fall muß Herr Ransburg jetzt ein paar Fragen weniger beantworten. Dann bin ich ja mal gespannt, ob es auf die restlichen Fragen auch noch Antworten vom Distributor gibt ...

Eine Frage bleibt noch offen. Du schreibst am Anfang, daß es eine Regel gibt, nach der ein Dachkantglas (welches mit einem Porroglas auf gleichem Niveau liegt), doppelt so teuer ist und 30% weniger wiegt. Am Ende schreibst Du:

"...The rule of thumb, as cited in the introduction, is not valid for the Teleskop Service TS 10x42..."

Da fragt sich doch der arglose Leser <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, wo bleibt der Vergleich von TS- und Porroglas? Klar, mit knapp 1kg Lebendgewicht für das TS 10x42 muß man erstmal ein Porroglas in der 10x40/42 Kategorie finden, welches um die 1,4kg (!) wiegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> und optisch gleichwertig ist. Davon abgesehen kann ich Deinem Bericht nicht entnehmen, warum obige Regel für das TS 10x42 nicht gilt und was das für das TS bedeutet. Wäre schön, wenn Du das noch erklärst.

Frank.
 
Hallo Frank,

Du hast recht: Ich sollte mit Herrn Ransburg noch mal absprechen, unter
welchen Bedingungen der Fernglas-Weitwurf auszufuehren ist :-) Ich weiss natuerlich,
dass man sich bei der Einschaetzung der mechanischen Eigenschaften eines solchen
Fernglases auf unsicherem Grund bewegt, solange man es nicht 4 Wochen lang im Himalaya
getestet hat. Ich kann nur meinen Eindruck wiedergeben, der nicht unfehlbar ist, und dieser
Eindruck sagt mir, dass das TS mehr aushaelt als das Dialyt. Erst die Erfahrung der Anwender
wird in Zukunft zeigen, ob mein Eindruck richtig war.

Ich habe mir vor einiger Zeit Gedanken darueber gemacht, wie man ein Fernglas moeglichst
reproduzierbar bewerten koennte. Mir war klar, dass das nur im Vergleich mit anderen Fernglaesern
moeglich ist, denn andernfalls wuerde man absolute Standards benoetigen, die nur im Labor
erfuellbar sind. Mir wurde auch klar, dass sich optische Eigenschaften zweier Fernglaeser
relativ leicht vergleichen lassen, mechanische jedoch in einer befristeten Zeitspanne
kaum zugaenglich sind. Man braeuchte eigentlich Jahre, um zu entscheiden, ob Fernglas A
robuster ist als Fernglas B. Ich habe daher meine Bewertung so ausgelegt, dass 6 von 7
Disziplinen eher optische Eigenschaften betreffen, und nur eine davon den mechanischen
Qualitaeten gewidmet. Damit versuche ich, zu vermeiden, dass den mechanischen Eigenschaften,
die schwer zu evaluieren sind, ein unnnoetig grosses Gewicht zukommt.

Wenn ich sage, dass das TS der Regel nicht entspricht, dann meine ich folgendes:
Das TS ist so schwer, dass ich kein Porro 10x40 kenne, das 30% schwerer ist :-)
Auf der anderen Seite ist das Preis-Leistungsverhaeltnis beim TS wirklich sehr hoch,
jedenfalls, soweit ich das einschaetzen kann. Ich finde den Weg, den die Chinesen
eingeschlagen haben, ziemlich clever: Anstatt zu versuchen, ein moeglichst kompaktes und
leichtes Dachkant zu bauen, wie es die Edel-Marken versuchen, und sich dabei mit den
Aberrationen herumzupruegeln, haben sie ein etwas groesseres Modell konstruiert, das dafuer
eine vernuenftige Bildqualitaet liefert. Fuer jeden von uns, der mit 200 Gramm extra leben
kann, ist das sicher von Vorteil.

PS.: Ich weiss auch nicht, ob eine P* Verguetung eingebaut ist. Da muss Herr Ransburg uns aushelfen.

Viele Gruesse,
Holger

 
Hallo Holger,

> Ich sollte mit Herrn Ransburg noch mal absprechen, unter welchen Bedingungen der Fernglas-Weitwurf auszufuehren ist

Vielleicht sollten wir noch ein paar Händler ins Boot holen und den Test auf neutralem Boden organisieren? TS China gegen Zeiss, Zeiss gegen Leica, Leica gegen Nikon ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Das wäre doch mal ein Test, der wirklich Spaß macht!

> Ich weiss natuerlich, dass man sich bei der Einschaetzung der mechanischen Eigenschaften eines solchen Fernglases auf unsicherem Grund bewegt, solange man es nicht 4 Wochen lang im Himalaya getestet hat.

Vielleicht sollte man mal Werner Jülich ansprechen? Der kennt Methoden, wie man die Integrität eines Fernglases für rauhere Nutzung prüfen kann. Oder wir fragen den TÜV, der hat sicher passende Prüfeinrichtungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Beim Lesen Deines Berichts entsteht halt der Eindruck, bei der Mechanik ist das alte Zeiss den beiden anderen hoffnungslos unterlegen. Das ist aus meiner Sicht nicht richtig und das habe ich klar zum Ausdruck gebracht. Ich wäre mit einer solchen Wertung eher vorsichtig ...

> Auf der anderen Seite ist das Preis-Leistungsverhaeltnis beim TS wirklich sehr hoch

Meinst Du jetzt das Verhältnis von Preis zu Leistung oder das der Leistung zum Preis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ???

Frank.

 
Hallo Frank,

Ich habe mir den Text noch einmal durchgelesen und stimme Dir zu, dass man beim Zeiss
einen falschen Eindruck bekommen kann. Ich habe den Bericht daher wie folgt korrigiert:
'The Zeiss Dialyt can not keep up with this level of construction' habe ich
gestrichen. Ich beschraenke mich stattdessen, neutraler, auf die Aufzaehlung der
(nicht-)Features wie Gummierung und Wasserfestigkeit. In der Zusammenfassung habe ich
den Satz 'inferior is also the mechanical ruggedness' ersetzt durch die weniger
wuchtige Aussage: 'The absence of rubber armor and its limited resistance to
water make it less suited for tough conditions'.

Ich glaube, dass der Report dadurch ausgewogener geworden ist. Danke fuer die Kritik!

Viele Gruesse,
Holger
 
Hallo Holger,

auch wenn die Mechanik nur ein Punkt ist, so war das vorherige Urteil doch etwas hart und nicht gerecht. Man sollte einem alten Zeiss Glas, welches 20 Jahre klaglos seinen Dienst verrichtet hat, nicht solches Unrecht zufügen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Jetzt sieht die Sache freundlicher aus. Und - abgesehen vom TS - halte ich den Bericht für ausgewogen und in nahezu allen Punkten teile ich Deine Meinung. Zwei kleine Anmerkungen hätte ich noch ...

In der Einleitung schreibst Du zum Dachkantdesign:

"... it doesn't employ total reflection of the prism but requires two mirrored surfaces ..."

Gilt das so allgemein? Für die hier getesteten Gläser wohl, aber es gibt doch auch Dachkantprismensysteme, wo eine Teilverspiegelung nicht nötig ist - z.B. Abbe-König? Womit sich wieder mal die Frage stellt, was haben die Chinesen da eingebaut und ist eine Verspiegelung notwendig? Wenn ja, sind die betroffenen Flächen mit einer Spiegelschicht versehen? Das wären wohl wieder Fragen an den Hersteller/Distributor, Du wirst das Glas ja nicht zerlegen.

Der zweite Punkt betrifft die Gewährleistung des Herstellers. Die fehlenden Seriennummern hast Du schon angesprochen. Wie schaut es aber mit der Garantie aus? Gibt der Hersteller eine und wenn ja, wie lange? Lag da eine Garantiekarte bei? Der Preis ist ja nun nicht so niedrig, das man sagt, ok, wenn das Ding nach 2 Jahren den Geist aufgibt, dann wird's der Mülltonne übereignet ... 250 Euro sind ja nicht gerade wenig Geld! Was ist, wenn Herr Ransburg in 5 Jahren wegen der schlechten Wirtschaftslage seinen Laden zumacht und ins Damenunterwäschegeschäft einsteigt? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Solange Nachschub aus China kommt, ist ein Umtausch im Ernstfall sicher kein Problem. Oder kann man das Glas zum Hersteller schicken, wenn eines Tages der Stickstoff sagt: und tschüß das war's? Bei einem Porroglas für 100 Euro würde ich mir die Gedanken nicht unbedingt machen, aber bei 250 Euro hört der Spaß auf.

Frank.
 
Hallo Herr Schäfer,

nun, Sie haben recht, wir halten es genauso, wie mit den:

Intes Maksutovs
TMB Apos
Vixen Geräten
Div. anderen Ferngläsern (Dörr, APM...)

und so weiter und so weiter.

Sicherlich, die Frage müsste mal gaaaaannnz allgemein gestellt werden.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Wolfi
 
Ferngläser testen

Hallo Holger,

der Artikel ist sehr interessant. Einige Anmerkungen zum Zitat:

______________________________________________
Ich habe mir vor einiger Zeit Gedanken darueber gemacht, wie man ein Fernglas moeglichst
reproduzierbar bewerten koennte. Mir war klar, dass das nur im Vergleich mit anderen Fernglaesern
moeglich ist, denn andernfalls wuerde man absolute Standards benoetigen, die nur im Labor
erfuellbar sind.
______________________________________________________

Da hast du genau die Kernfrage beim Testen von Optik angesprochen. Ein solcher Test kann absolut, also durch Ermitteln von Messwerten oder relativ, also im Vergleich der Gläser untereinander erfolgen. In diesem Sinne absolute Tests und Berichte gibt es leider viel zu selten. Das gilt sowohl für Zeitschriften aus den Bereichen Astronomie, Ornithologie und auch Fotografie. Dafür wird natürlich entsprechende Technik benötigt, die man anscheinend nur in der Jägerszene in Anspruch nimmt. Wenigstens dort gibt es jedenfalls alle paar Jahre einmal etwas Genaueres zu lesen. Ich bitte um Korrektur, falls ich hier falsch liege und etwas übersehen haben sollte.

Das Problem, das ich aber nun in deinem Artikel sehe, ist die von dir verwendete Bewertungsskala. Du hast die Gläser relativ zueinander verglichen, quantifizierst aber das Ergebnis in absoluten Zahlen. So entsteht ein Eindruck von objektiv messbaren Ergebnissen, die es aber natürlich so nicht geben kann. Nun, du stehst mit dieser Methode nicht allein. In vielen Artikeln wird ähnlich vorgegangen. Die Textbeschreibung der Modelle macht auch klar, worum es geht. Ich persönlich ziehe es aber vor, die Relativität der Methode für den Leser transparent zu halten.

Gruß

Steve



 
Das TS 10x42 und seine Garantie

> Sicherlich, die Frage müsste mal gaaaaannnz allgemein gestellt werden....

Hallo Herr Ransburg,

ich habe die Frage aber gaaaaannnz konkret gestellt ... Was nun? Es betrifft in dieser Diskussionsrunde Ihr Fernglas und nix anderes. Vixen Fernglas würde ich mir z.Zt. eh keins kaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> (außer dem 125mm Doppelrohr, da fehlt aber das nötige Kleingeld <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />) und von Intes Teleskopen oder Dörr Ferngläsern ist hier auch nicht die Rede.

Eigentlich müssten Sie genau hier Stellung nehmen. Oder sehe ich das falsch? Tun Sie das jetzt nicht als allgemeines Problem ab. Wenn ich 250 Euro in ein gutes Fernglas investieren und bestimmte Sicherheiten haben will, dann sollte der Händler klare Aussagen machen (können). Kaufe ich bei Nikon, Olympus oder Minolta, dann bekomme ich die nötigen Antworten. Warum soll das bei chinesischen Herstellern anders sein?

Mfg Frank Schäfer
 
Re: Das TS 10x42 und seine Garantie

Hallo Herr Schäfer,

ich sagte schon, ich möchte mich von niemanden auf der langen Leine spazieren lassen führen.

Jeder Händler, der ein Produkt einführt, muß Garantie übernehmen. Fragen, ob es den Händler irgendwann nicht mehr gibt haben nichts mit dem Produkt sondern mit allgemeiner Leistung zu tun.

Wenn Sie darauf auswollen, daß die Kunden nur mehr Waren von Firmen kaufen sollen, die es schon seit Jahrzehnten gibt, sind Sie am richtigen Weg.

Herr Schäfer, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß ich nach wie vor im Zentrum Ihrer Zielscheibe bin. Auch Herr Ludes verkauft Ferngläser und ist in einer ähnlichen Situation, auch seine Angaben sind nicht 100% komplett, warum stellen Sie ihm nicht diese Fragen und warum stellen Sie sie nicht anderen Händlern, sondern nur mir?

Ich habe mal Ihre Postings angeschaut und ich finde da schon eine gewisse Einseitigkeit.

Ich sage noch einmal, daß ich die Angaben zu den Geräten raschestmöglich besorgen werde aber ich werde sicher nicht mich in irgendwelche Sachgassen führen lassen wo dann andere Händler mit einem Grinsen auf den Lippen zuschauen, obwohl diese durchaus in meiner Situation sein können.

Ich möchte Ihnen sicher nicht unterstellen, daß Sie im Auftrag von anderen Händlern schreiben aber warum sind Sie dann fast ausschließlich auf meine Produkte aus? Diese Frage müssen Sie sich wirklich gefallen lassen.

Wolfi Ransburg
 
Re: Ferngläser testen

Hallo Steve,

Vielen Dank, dass Du diesen Punkt noch einmal ansprichst! Es ist wichtig, einige Dinge
klarzustellen, damit hier keine Irrtuemer auftauchen: Die Punkte, die in der abschliessenden
Tabelle vergeben werden, stellen eine RELATIVE Bewertung dar: Fernglas A bekommt 3
Punkte, weil es besser ist als Fernglas B, das 2 Punkte hat, weil es besser ist als
Fernglas C. Die letzte Spalte ist die Summe, die auch relativ ist. Zugegebenermassen
ist diese Summe nicht sonderlich aussagekraeftig, aber darauf weise ich ja auch
immer hin. Weil diese Werte relativ sind, lassen sie sich natuerlich auch nicht
uebertragen, d.h. sie gelten nur innerhalb dieses Tests. Ich kann also nicht sagen:
Das Docter hat 19 Punkte, ist also besser als das Fujinon (aus dem 10x50 Test),
welches nur 18 Punkte hatte.

Trotzdem versuche ich, wenn es mir wichtig erscheint, in dem Text Informationen zu
liefern, die ein leichteres Einordnen der Leistungen im absoluten Masstab erleichtern.
Z.B. schrieb ich im 10x50 Test, in dem das Jenoptem wegen der starken Konkurrenz in
dem relativen Scoring logischerweise schlecht wegkam, dass ich dieses Geraet im
Vergleich mit den anderen beiden Jenoptems (die ich woanders getestet hatte) eher
gut finde. Damit kann man die Masstaebe sozusagen nachtraeglich noch ein wenig zurechtruecken.

Es waere schoen, absolute Daten zu bekommen, aber selbst die sind nicht unfehlbar und
werden der Praxis oft nicht gerecht: Man kann zwar Strichkarten benutzen, um das
Aufloesungsvermoegen zu messen, aber die Ergebnisse streuen je nach Beobachter. Ausserdem
ist nicht sicher, ob ein Fernglas, das unter idealer Beleuchtung zwei Striche mit
6" Abstand trennt, im Wald mehr zeigt als ein anderes mit einem schlechteren Ergebnis.
Meine Entscheidung, die Eigenschaften eines Fernglases in 7 Disziplinen auszudruecken, ist
genau so willkuerlich wie jede denkbare Alternative. Aber ich hoffe, auf diese Weise ein
Leistungsspektrum abzudecken, das den Anwendungen im Alltag nahe kommt. Insbesondere aber
kann jeder, der Lust hat, einen solchen Test starten, ohne auf spezielle Hilfsmittel
zurueckgreifen zu muessen.

Ansonsten gilt fuer meinen Test dasselbe wie fuer alle anderen: Blindes Vertrauen ist
nicht angesagt! Maximalen Nutzen zieht nur derjenige Leser, der sein eigenes Wissen mit
einbezieht. Ein Test sollte nur eine von mehreren Informationsquellen sein, die
man zu Rate zieht. Die endgueltige Instanz ist immer die eigene Erfahrung mit dem
Geraet, und zwar in dem speziellen Kontext, in dem man es verwenden will.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Ferngläser testen

Hallo Holger,

ach so, dann habe ich die Bewertung - ich war mir da nicht ganz sicher - nur falsch verstanden. Kennst du meinen zweiteiligen Artikel "Tipps zum Fernglaskauf"? mitsamt Test von Leica, Zeiss und Swarovski?

http://www.birdnet.de/tah/tah-opt.htm#fernglastest0305
(unten beim ersten Teil anfangen, der Aufbau auf der Seite ist nicht ganz korrekt)

Die von dir geschilderten Abhängigkeiten (z.B. Beobachtung im Wald etc.) in der Beurteilung optischer Eigenschaften sind genau der entscheidende Punkt, der in fast allen mir bekannten Testberichten vernachlässigt wird. Ich würde hier gerne einmal - unabhängig von deinem Bericht - etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Vielleicht wäre das einen neuen Thread wert?
In knappen Worten hätte ich dazu folgende Überlegungen.

Die optischen Eigenschaften wie Auflösungsvermögen, Kontrast, Bildhelligkeit, Sehfeldgröße, Randschärfe, Farbwiedergabe und Empfindlichkeit gegen Streulicht stehen zueinander häufig in gegenläufiger Beziehung. Beispiel: Je größer das Sehfeld, desto geringer die Randschärfe. Wenn an der Schraube eines Faktors gedreht wird, hat das demzufolgen Einfluss auf einen oder mehr andere Faktoren. Für den Hersteller bedeutet dies, dass er sich bei der Konstruktion eines Fernglases für eine bestimmte Kombination der genannten Faktoren als Kompromisslösung in Abhängigkeit zu den anvisierten Hauptnutzungsbedingungen bzw- -zwecken entscheiden muss.

In der Praxis sind die optischen Resultate von Einflussgrößen abhängig, die, soweit ich sehe, bisher nirgends Berücksichtigung fanden. Ein und dasselbe Fernglas kann je nach Wetterlage bei gleicher Tageszeit völlig verschiedene Bildqualität zeigen. Oder anders gesagt: bei einer Wetterlage zeigt sich Leica, in der anderen meinetwegen Swarovski in der Farbwiedergabe überlegen. Dieses Faktorengeflecht, über dessen Existenz sich viele infolge fehlender Vergleichsmöglichkeit gar nicht im klaren sind, scheint mir umso mehr Bedeutung zu erlangen, je hochwertiger die getestete Optik ist. Man müsste dieses Geflecht einmal genauer betrachten - im wahrsten Sinne des Wortes.

Steve
 
Re: Ferngläser testen

Hallo Steve,

Danke fuer den Link, den ich noch nicht kannte. Der Bericht ist ja sehr umfangreich -
ich muss ihn mal ganz in Ruhe durchlesen.

Die Frage nach dem idealen Test wird sicher niemals zu einem Konsens fuehren. Es ist ja
eigentlich erstrebenswert, moeglichst viele Faktoren zu beruecksichtigen, auf der
anderen Seite wird ein Test umso stoeranfaelliger, je mehr Faktoren darin auftauchen.
Wenn man z.B. die verschiedensten Lichtverhaeltnisse mit einbeziehen will, dann muss
man ja nachvollziehbar definieren, welche Testbedingungen vorherrschen (Belichtungsmesser?).
Und was soll man machen, wenn man wochenlang nicht das richtige Wetter bekommt? Ich
stelle diese Frage hier zur Diskussion: Welchen Satz an Parametern sollte man bei
einem Fernglastest beruecksichtigen? Bedingung: Die Prozedur muss ohne Laborgeraete
durchfuehrbar sein, und sie muss das Fernglas in einem Stueck lassen (sorry, Frank :-)

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Ferngläser testen

Die Sache mit den verschiedenen Lichtverhältnissen meine ich nicht als Einflussfaktor, sondern mich interessiert da die Frage, ob man umgekehrt aus dieser Beobachtung Rückschlüsse auf - ich nenne sie hier einmal auf die "Verteilung" der optische Primärfaktoren bei den jeweiligen Ferngläsern ziehen kann.

Es müssten also Faktoren sein, die sich nicht mehr auf andere Faktoren zurückführen lassen. Bildschärfe ist z.B. das Resultat aus Auflösungsvermögen plus Kontrast und würde danach ausscheiden. Ansonsten haben wir in diesem Thread wohl schon die 5-6 Faktoren zusammen.

Steve
 
Klarstellung

Hallo Herr Ransburg,

ich versuche mal, mich klar und unmissverständlich auszudrücken. Ich habe nicht vor, Sie irgendwo spazieren zu führen. Ich habe auch absolut nichts gegen Sie oder Ihre Firma und das sollten Sie eigentlich wissen. Ich habe in der Vergangenheit gern bei Ihnen eingekauft, Ihr Geschäft gern Einsteigern weiterempfohlen und wenn Sie nichts dagegen haben, tue ich das auch künftig. Da meine Kundennummer bereits weit zurückreicht (erinnern Sie sich? - Nr. 9 ...), habe ich auch schon einen großen Stapel Rechnungen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ... Einen ähnlich großen Stapel habe ich von Markus Ludes, das aber nur am Rande. Wenn ich Sie und nicht Markus Ludes bezüglich des TS Fernglases nerve, dann hat das drei Gründe:

1. Es geschieht aus ehrlichem Interesse. Bei meinem Besuch in Putzbrunn habe ich nur mal kurz durchschauen können, fand das Glas aber interessant.

2. Der Kauf eines Fernglases von Markus Ludes steht momentan nicht an und so habe ich auch keinen Grund mich um APM Gläser oder die anderer Hersteller zu sorgen.

3. Kennen Sie meine Zurückhaltung bzw. Vorsicht bei "preiswerter" Optik aus China und Sie wissen auch sehr gut, daß das konkrete Gründe hat (die sollten wir aber hier nicht diskutieren).

Im übrigen habe ich auch keinerlei Probleme, dem Markus auf den Geist zu gehen. Blättern Sie mal hier im Forum, da werden Sie sicher fündig. Ich habe meine Bedenken, was die Bewertung des Miyauchi Nachbaus betrifft und habe da noch keinen Testbericht gefunden, der mir meine Bedenken ausredet. Sollte das Glas eines Tages doch noch den ganz persönlichen Kaufrausch auslösen, so können Sie sicher sein, daß ich mich sehr genau erkundige, was APM garantiert und was nicht. Als der Markus Kowa und Nikon Gläser eingeführt hat, hatte ich auch längere Diskussionen mit ihm. Nur bekam ich von ihm auf konkrete Fragen auch konkrete Antworten.

Nun zurück zu den TS Dachkantgläsern. Ich bin es von Ferngläsern gewöhnt, daß ich vom Hersteller oder Händler konkrete Angaben zur Garantie bekomme und eine Garantiekarte ist das normalste von der Welt. Auch wenn ich ein Nikon oder Minolta Glas für 99 oder 49 Euro kaufe, dann gehört das einfach dazu. Nun haben Sie vom Holger Merlitz ein sehr gutes Urteil für das 10x42 Dachkantglas bekommen. Ich habe auch keinerlei Gründe, an seinem Urteil zu zweifeln. Ich kenne seine Testberichte und halte sie für fundiert und aussagekräftig. Sinngemäß hat er u.a. geschrieben, daß Sie mit den TS Gläsern auf bestem Wege sind, die Marktlücke zwischen billigen und sehr hochwertigen Dachkantgläsern zu einem sehr guten Preis zu schließen. Von einem Fernglas der gehobenen Mittelklasse (oder besser?) erwarte ich aber mehr als Ihre unkonkreten Aussagen. Angaben zur Garantie des Herstellers gehören genauso selbstverständlich dazu wie verlässliche Angaben zum Design. Oder verlange ich hier wirklich zu viel? Es muß doch klar sein, welche Garantieleistung der Hersteller übernimmt?

Gerade jetzt, wo Sie einen so positiven Erfahrungsbericht haben, wäre es doch sinnvoller, konkrete Fragen sachlich und fundiert zu beantworten. Es mag ja sein, daß ich Ihr nörgelnster Kunde bin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, aber wenn Sie mich dauernd beschuldigen, ich wolle mit Ihnen irgendwo spazieren gehen, dann ist keinem gedient. Ihnen nicht, mir nicht und potentiellen Interessenten für Ihr Fernglas auch nicht. Wenn es keine Garantiekarte gibt, warum sagen Sie es dann nicht? Falls der Hersteller vermeldet, er gibt so und so lange Garantie auf sein Produkt, dann sagen Sie es doch. Tut er das nicht, dann sagen Sie es halt auch. Ich würde dann annehmen, solange Sie die Gläser im Sortiment haben, ist bei unverschuldeten Schäden ein Umtausch kein Problem. Alles was darüberhinaus geht, ist für mich unklar, aber ich weiß wenigstens, was Sache ist.

> Ich möchte Ihnen sicher nicht unterstellen, daß Sie im Auftrag von anderen Händlern schreiben aber warum sind Sie dann fast ausschließlich auf meine Produkte aus?

Ich habe es oben klar geschrieben und nochmal: ich habe es nicht speziell auf Ihre Produkte abgesehen. Wenn Ihnen das so vorkommt, dann liegt das wohl zu einem guten Teil an Ihrem breiten Sortiment preiswerter Optik und natürlich auch an mir, weil ich da wohl zu oft zugelangt habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Sie wissen doch, daß ich etwas genauer hin- und auch durchschaue. Und da gibt es aus meiner Sicht einiges (bei weitem nicht alles!), was der Kritik bedarf. Und wenn ich sowas in der Mangel habe, dann sage ich sehr deutlich, wo der Schuh drückt. Ich habe bei Ihnen auch Sachen von Zeiss, Tele Vue, Intes, Meade und anderen Herstellern gekauft. Wann habe ich darüber geklagt? Na gut, das Meade UWA Okular <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Und im Auftrag irgendwelcher Händler bin ich ganz bestimmt nicht unterwegs. Ich nehme an, daß vermuten Sie auch nicht. Denn dann wären weitere Diskussionen sinnlos.

Mfg Frank Schäfer
 
Re: Klarstellung

Hallo Herr Schäfer,

sie können sicher sein, daß ich Ihr umfangreiches Wissen achte.

Über die Technik können wir gerne sprechen nur ich meine, daß eine normale Anfrage per Mail einfach besser wäre. Die Schnelligkeit der Antwort und auch die Veröffentlichung würde darunter sicherlich nicht leiden.

Kurz wegen der Garantiekarte:
Es ist sattsam bekannt, daß auch bekanntere Firmen (bitte zwingen Sie mich nicht, Namen zu nennen) Ferngläser zukaufen. Es gibt eine übersichtliche Anzahl von Produzenten und dann gibt es den Vertrieb. Beispiele können Sie in großer Zahl auf der Fotokina sehen.

Keine Firma, wie Minolta (sie haben ja die Firma selbst genannt) wird eine Garantiekarte Ihres chinesischen oder japanischen Zulieferers auf ihrem Glas haben, es sind eigene Garantiekarten, die sie haben, ausgestellt auf den Namen Minolta.

Nichts anderes machen wir, unsere Garantiekarte ist eben unsere Rechnung.

Angesichts fortlaufender Firmenpleiten, von denen Riesen gleichermaßen betroffen sind, wie kleine Firmen, halte ich das Risiko durchaus für vertretbar, bei einer kleinen aber gesunden Firma einzukaufen.

Wegen der Sachfragen werde ich mich gerne um die Beantwortung kümmern.

Herr Schäfer, glauben Sie mir, Sie sind nicht der einzige kritische Kunde, der hinterfragt. Und bis jetzt hat jeder auch die Antworten bekommen und bei dieser Gelegenheit wurde meine Homepage weiter ausgebaut aber (bitte entschuldigen Sie, wenn ich da altmodisch erscheine) es gehört für mich zu einer gewissen Form, die Fragen nicht vor dem Publikum zu stellen.

Die Antworten und die Ergebnisse sollten natürlich durchaus dann verbreitert werden - egal ob positiv oder negativ.

Vielen Dank

Wolfi Ransburg
 
Re: Klarstellung

Sorry, wenn ich mich da einklinke, aber was hast Du immer mit dieser Garantiekarte??? Warum muß es eine solche sein, Du hast doch mit der Rechnung deinen Beleg und daß es ein TS-Glas ist, ist ja sogar drauftätowiert (zumindest bei meinem 10*60).

Und wenn Du Angst hast, falls TS pleite geht - ganz ehrlich das Problem hast Du immer, dann muß Du halt wirklich ein Glas von einem Multimillionendollarkonzern wie Minolta kaufen ... das kostet halt deutlich mehr.

Andreas
 
Re: Ferngläser testen

Hi Steve,

Ich verstehe! In Deinem sehr informativen Bericht hast Du geschrieben, dass Fernglaeser
mit einem leichten Blaustich am Tage etwas heller wirken, die mit dem Gelbstich aber in der
Daemmerung oder bei Nebel von Vorteil sind. Diese Beobachtung kann ich teilen. Man
stellt sich die Frage, woran das liegt, denn ein Gelbfilter nimmt ja sogar noch Licht weg,
was man unter diesen Bedingungen vermeiden sollte. Die Antwort kommt wohl aus der
Biologie: Unser Auge ist fuer Tageslicht optimiert. In der Daemmerung verschiebt sich aber
das Spektrum zum Kurzwelligen (blauen), und hier ist das Auge nicht optimal korrigiert.
Wer von uns manchmal noch in die Disco geht, der kennt diese 'Schwarzlicht-Lampen', die im
Violetten und nahen UV leuchten, und die sehen immer leicht verschwommen aus. Ein Gelbfilter
(oder halt Gelbstich) verschiebt also in der Daemmerung das Spektrum wieder etwas zum
Langwelligen, und mit diesem Cocktail kann das Auge dann mehr anfangen.

Vermutlich gibt es noch weitere Beispiele von Faktoren, die sich nicht unabhaengig
von unserem Wahrnehmungssystem erklaeren lassen.

In dem Sinne: Viele Gruesse,
Holger
 
Frieden

Hallo Herr Ransburg,

in einem Punkt haben Sie wohl recht. Es ist nicht angebracht von Firmen wie Minolta, Olympus oder Nikon auf unseren heimischen Astromarkt mit den eher "kleinen" Händlern (was keinesfalls abfällig gemeint ist) zu schliessen. Wenn Nikon oder Minolta auf seine Produkte Gewährleistung gibt, dann ist das immer noch eine ganz andere Welt. So gesehen ist meine nervende Fragerei nach der Garantie auch etwas überzogen. War mein Fehler. Wenn Sie oder der Markus Ludes auf eigene Kappe Ferngläser aus China einführen, dann tragen Sie natürlich auch das Risiko, falls das Ding nach hinten losgeht (wie das aussehen kann, hatten wir ja kürzlich beim Binoansatz ...). Also stehen Sie auch mit ihrem guten Namen dafür gerade, wenn eins Ihrer Ferngläser vorzeitig den Geist aufgibt. Und im "Garantiefall" ist man bei Ihnen sicher gut aufgehoben. Damit ist für mich das Thema erledigt.

> es gehört für mich zu einer gewissen Form, die Fragen nicht vor dem Publikum zu stellen.

Hier sollten Sie es mir nicht übel nehmen, wenn ich anderer Meinung bin. Wenn ich eine Auskunft zu Gewährleistung oder zu technischen Daten habe, warum soll ich sie nicht im Forum stellen? Das ist doch bei anderen Händlern und Ihren Produkten auch üblich. Wenn hier ein so guter Testbericht zu einem Fernglas kommt und es bleiben Fragen offen, dann ist auch genau hier der richtige Ort, um die Fragen loszuwerden. Über die Art und Weise kann man geteilter Meinung sein. Aber wie schon gesagt, ich will Ihnen nichts böses.

Mfg Frank Schäfer
 
Re: Frieden

Hallo Herr Schäfer,

vielen Dank, es gab für mich nie einen Krieg, ich mache aus meinem Herzen halt keine Mördergrube und sage immer offen raus, was ich denke.

Ich werde mich bemühen, die Gerätefragen raschestmöglich und vollständig zu beantworten und bin deshalb bereits mit dem Hersteller in Kontakt.

Wolfi Ransburg
 
Relative Garantiebedingungen

Hallo Herr Schäfer,
Hallo Herr Ransburg,

schön dass Sie sich wieder einig sind.

Wie wohl fast jeder, habe auch ich bezüglich Garantie- und Kulanzleistungen einige Erfahrungen machen müssen. Darum möchte ich meine Meinung diesbezüglich hier kurz darlegen, auch wenn dies nur indirekt (es geht ja um das TS-Glas) mit dem Thread zu tun hat.

Eine noch so schöne Garantieurkunde ist auch bei den renommiertesten Firmen unter Umständen nicht das Papier wert auf dem Sie gedruckt ist. Vielmehr ist der tatsächlich gebotene Service entscheidend. Dieser korreliert nur leider in keinster Weise mit der Dauer der Garantiezeit oder der Papierqualität der Garantiekarte.

Hierzu zwei kurze Beispiele:

1. Auch ohne Garantiekarte mit verblichener Originalrechnung oder in anderen Fällen ganz ohne Unterlagen (dafür ist die Seriennummer dann allerdings gut) äußerst kulante und in vielen Fällen kostenloser Reparaturservice eines Braunschweiger Kameraherstellers. So wie man es von den Nobelmarken eigentlich erwartet eben.

2. Das andere Extrem: Auch nach mehrfachem Hin- und Hersenden keine erfolgreiche Reparatur. Dabei keine Informationen, keine Antworten auf Anfragen und ein sorgloser Umgang mit dem Ergebnis einer nun völlig zerdrückten Originalverpackung. Und dies war kein Import aus Asien. Für mich sind seitdem Produkte aus Solms obsolet!

Ich erwarte die gesetzliche Garantiezeit von 2 Jahren und sonst eigentlich nichts. Mir ist auch nicht klar, was an einem Fernglas denn bitte aufgrund eines Produktions- oder Materialfehlers nach 2 Jahren noch kaputt gehen kann?

Bezüglich eines Chinaglases von Herrn Ransdorf hätte ich hier keinerlei Bedenken hinsichtlich der Erfüllung dieser gesetzlichen Garantieleistungen. Ich denke auch, dass hier über diese gesetzlichen Regelungen hinaus ein kulanter Service geboten wird.

Dies entgegen den üblichen ?Garantie?-Leistungen vom Optiker bzw. Fotofachhändler am Ort. Dort kann ja nicht mehr geboten werden, als Bedienungsfehler kurz auszuschließen und dann festzustellen: ?Müssen wir einschicken?. Also, dann kann ich mich auch direkt an den Hersteller oder Importeur wenden und auf die Nase fallen (s. mein Beispiel 2.).

Jedenfalls sollten wir froh sein, dass es derartige optische Leistungen für diesen Preis gibt. Vor einigen Jahren hätte man für 250 Euro bzw. 500 DM doch nichts vergleichbares gefunden.

Hier nun Fernglasweitwurfeigenschaften anzuführen ist zwar ganz witzig, hilft aber nicht wirklich. Wenn genügend Fernglasbesitzer Pech haben und die Gläser fallen, dann kann es wohl so sein, dass mehr TS-Gläser kaputt oder dejustiert sind als Zeiss oder Docter-Optiken. Bei welcher Marke der finanzielle Verlust dann aber größer ist, ist damit noch lange nicht gesagt!

Bedenklicher ist es in meinen Augen, wenn etwa Gläser sogenannter Topmarken auch bei sorfältigem Umgang schon nach wenigen Wochen um Jahre altern (selbst gesehen). Derartige offensichtliche Schwächen leistet sich das TS-Glas aber ja wohl nicht.

M.E. hat Holger Merlitz einen sehr guten Testbericht verfasst. Dies gilt auch für die erste Fassung.

Mir ging es in erster Linie darum, vor zu hochglänzenden Prospekten und Garantieversprechungen zu warnen. Der ?Gute Name? verführt leider wohl auch oft dazu sich zu schnell zurückzulehnen.

Heute etwas kritische Grüße

Jan Kahrs
 
Relative Sichtweise

Hallo Herr Kahrs,

Sie haben aus Ihrer Sicht sicher recht, was individuelle Erfahrungen mit Reklamationen betrifft. Jeder macht da so seine eigenen Erfahrungen mit noblen und weniger noblen Herstellern und die können recht unterschiedlich ausfallen.

> Mir ist auch nicht klar, was an einem Fernglas denn bitte aufgrund eines Produktions- oder Materialfehlers nach 2 Jahren noch kaputt gehen kann?

Nicht? Da kann ich Ihnen weiterhelfen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Bei Ferngläsern mit Innenfokussierung (natürlich auch bei solchen mit Aussenfokussierung) kann auch nach 10 oder 20 Jahren das Fernglas den Geist aufgeben, weil vielleicht das Fett verharzt, die Triebe vor lauter Spiel nicht mehr wissen, wo eigentlich die optische Achse ist oder sich ein Teil der nicht unkomplizierten Mechanik aus dem täglichen Leben gänzlich verabschiedet. Die Abdichtung und evtl. die Stickstofffüllung können leiden oder ein Prisma kann nach vielen Jahren einen plötzlichen Muschelbruch erleiden, weil es seit der Herstellung unter mechanischer Spannung stand, welche sich eines Tages abbaut. Das sauge ich mir nicht aus den Fingern, habe es schon selbst erlebt. Und dann ist es schön, einen Hersteller zu haben, der das Schmuckstück auch nach 10 oder 20 Jahren noch repariert. Ein 20 Jahre altes Dialyt kann ich zu Zeiss schicken und überholen lassen. Da werden auch kostenlos Okulare ersetzt, weil die Vergütung nach 20 Jahren eben doch etwas gelitten hat. Das nenne ich Service. Klar ist natürlich auch, daß ich diesen Service beim Kauf des Fernglases bezahle. Vor lauter Liebe zu seinen Kunden macht man das auch bei Zeiss nicht. Das gute Gefühl, mit seiner Investition nicht eines fernen Tages im Regen zu stehen, kann für den einen oder anderen aber kaufentscheidend und den Mehrpreis wert sein. Klar ist natürlich auch, daß das individuell sehr unterschiedlich gesehen wird.

> Hier nun Fernglasweitwurfeigenschaften anzuführen ist zwar ganz witzig, hilft aber nicht wirklich.

Also mir hat es sehr konkret geholfen! Das Zeiss Dialyt ist heute noch ganz und das Minolta Dachkantglas war nach dem ersten Wurf ein Fall für den Service. Das ist nicht witzig sondern zeigt, daß zwischen Preis, Hersteller und Qualität immer noch eine Korrelation zu finden ist. Mag sein, daß der Zusammenhang nicht linear ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, aber in dem Fall war er sehr deutlich sichtbar ...

Nochmal: mir ist völlig klar, daß es Quatsch wäre, von Zeiss und einigen anderen einheimischen Herstellern 1:1 auf die Importe unserer Astrohändler zu schliessen. Ich habe keine Zweifel, daß ich mit einem TS oder APM Glas beim Verkäufer gut aufgehoben bin. Das hindert mich aber nicht, im Fall konkreten Interesses auch mal nachzufragen, wie ein Garantiefall gehandelt wird ...

Qualitätsbehaftete Grüße
Frank Schäfer
 
Relativ subjektive Sichtweise

Hallo Herr Schäfer,

ich versuche mich kurz zu fassen (, was mir meist nicht so ganz geling).

Ich schätze Ihre Kompetenz und konnte von Ihren Erfahrungen bereits mehrfach profitieren. Diese will ich hier ja auch gar nicht in Frage stellen.

Um so verwunderter war ich über Ihre hier m.E. streckenweise subjektive Argumentation in Ihrem ersten Posting oben.

Zu den Möglichkeiten sein Glas auch nach der gesetzlichen Garantiezeit kaputt zu bekommen:

Verharzte Fette, verschlissene Triebe und der beschriebene Muschelbruch kommen selbstverständlich vor, sind aber ja eigentlichen keine Garantiefälle. Hier käme höchstens die Fernglasvollkasko in Frage (bin mal gespannt wie viele Leicas im nächsten Jahr aus fahrenden Cabrios fallen oder zwischen Eisenbahnpoller geraten<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Besagten Muschelbruch nach 10 oder 20 Jahren mit einer verspannten Montage seit der Herstellung zu begründen, kann klappen. Ich fürchte nur, dass hier die meisten Hersteller die Stürze auf den Teppich anschulden werden.

Dass die Fa. Zeiss hier wirklich mit einer extrem kulanten und kundenfreundlichen Service heraussticht, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Persönlich ist dies ein Grund für mich immer wieder die T* oder HFT-Optiken vorzuziehen. Aber wie Sie ja auch bemerkten, kostet dies auch einen ordentlichen Mehrpreis.

Leider werben andere Nobelmarken mit Ihrem guten Namen, kassieren den gleichen Mehrpreis und lassen Ihre Kunden dann trotzdem im Regen stehen.

Auch ich sauge mir dies nicht aus den Fingern, sondern habe es schon selbst erleben müssen. Dass leider keine Einzelfälle waren, wurde mir leider von verschiedener Seite bestätigt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Und so werden Kunden gegängelt und an der Nase herumgeführt. Oder glauben Sie diese Weltfirmen hätten Ihnen auf konkret interessiertes Nachfragen dieses Vorgehen dargelegt?

Wie Sie Herrn Ransburg hier konkret gefragt haben, war also (von dieser Seite beleuchtet) zumindest ungeschickt formuliert. Er verlangt diesen Mehrpreis jedenfalls nicht und bietet dafür (nur) die gesetzüblichen Garantieleistungen. Aus meiner Sicht also doch alles fair und in Ordnung.

Im ?Fall? des Minolta Dachkantglases würde mich interessieren, ob die Weltfirma Minolta den Schaden denn auch kulant behoben hat? Das mit der Korrelation von Preis, Hersteller und Qualität ist ja so eine Sache. Wir bemühen uns hier ja gerade darum, festzustellen ob ein Produkt preiswert oder nur billig ist. Wir beide kennen sicher hochpreisige billige Produkte von denen wir dringend abraten würden. Das TS-Glas gehört aber wohl doch eher in die Kategorie Preis wert.

Schade, das mit dem kurz fassen hat wieder nicht geklappt, oder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Zeiss-begeisterte Grüße

 
Re: Relativ subjektive Sichtweise

Hallo Jan,

ich lasse mal das " Herr ..." weg, ist einfacher. Irgendwann traue ich mich auch, Herrn Ransburg mit Wolfi anzusprechen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

> Um so verwunderter war ich über Ihre hier m.E. streckenweise subjektive Argumentation in Ihrem ersten Posting oben.

Ich argumentiere immer subjektiv <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />, objektive Urteile sind nicht mein Ding. Wie auch, wenn man in der Regel seinen eigenen Standpunkt vertritt? ...

> Dass die Fa. Zeiss hier wirklich mit einer extrem kulanten und kundenfreundlichen Service heraussticht, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

Mehr wollte ich auch nicht sagen. Meine Bemerkungen bezogen sich allein auf Zeiss und da ist Kundenfreundlichkeit noch an der Tagesordnung. Übrigens kennt man den sehr guten Service von Zeiss auch aus der Mikroskopie, wo die Firma ja eigentlich zuhause ist. Natürlich bezahlt man den Service beim Kauf eines Gerätes mit. Dafür kann man aber mit einem 30 oder 40 Jahre alten Mikroskop oder Fernglas bei Zeiss an der Tür klingeln und wird nicht des Hauses verwiesen. Das sind die feinen Unterschiede, die man auch berücksichtigen sollte, wenn man über hohe Preise jammert.

Es könnte aber auch sein, daß es eine Korrelation zwischen Kulanz und Qualität gibt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Vielleicht kann man sich das bei Zeiss leisten, weil deutlich weniger kaputt geht? Wäre eine andere Firma so kulant und ihre Ferngläser würden öfter auf Höhe Teppichboden das zeitliche segnen, dann wäre die Firma möglicherweise schon pleite ...

> Wie Sie Herrn Ransburg hier konkret gefragt haben, war also (von dieser Seite beleuchtet) zumindest ungeschickt formuliert. Er verlangt diesen Mehrpreis jedenfalls nicht und bietet dafür (nur) die gesetzüblichen Garantieleistungen. Aus meiner Sicht also doch alles fair und in Ordnung.

Ich habe mich ja gerade noch rechtzeitig eingekriegt und stimme Dir zu. Wenn eins von Herrn Ransburg's Ferngläsern - aus welchem Grund auch immer - vorzeitig und vom Nutzer unverschuldet den Geist aufgeben sollte, so ist eine aus Kundensicht faire Behandlung sicher kein Thema. Persönlich müßte ich wohl mit der Frage rechnen, wie weit ich das Fernglas geworfen habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ... TS ist doch als kundenfreundliche Firma bekannt, das wird auch bei Ferngläsern nicht anders sein.

> Im ?Fall? des Minolta Dachkantglases würde mich interessieren, ob die Weltfirma Minolta den Schaden denn auch kulant behoben hat?

Hat sie und das ohne zu meckern. Das Fernglas wurde umgetauscht und das war's auch schon.

Frank.
 
Re: Relativ subjektive Sichtweise

Hallo Mr Blues,

ich muß Ihnen 100% Recht geben: 30 Jahre Garantie sind in unsrer Gesellschaft zur Zeit eigentlich ganz einfach
eine Frage des Vertrauens und damit unseriös - wie schnell wird heute eine wenig ertragreiche Sparte verkauft,
ausgegliedert, personell reduziert und wie wenig interessieren dann noch die abgegebenen Versprechungen!
Außer man ist (wie Zeiss) eigentlich gar kein normales Unternehmen, sondern eine Stiftung!

wenn VW (fahre ich seit 30 Jahren) statt eines "richtigen" Service eine "Liegenbleibgarantie" bei einer Versicherung
kauft (scheint billiger zu sein) und anbietet

wenn Firmen, die noch nicht mal selbst 3 Jahre alt sind (Minox Ferngläser, wurden vor so etwa dieser Zeit bei
Leica ausgegliedert) 30 Jahre Garantie geben

wenn man hört, daß Leica angeblich nur noch eine Handelsgesellschaft ohne eigene Produktion sein soll
(wurde mal hier im Forum so dargestellt, obwohl Leica Ferngläser ja meist noch den Stempel "made in Portugal"
tragen)

und hört, daß Frank Schäfer's alte Zeiss Jena Gläser immer noch kulant geserviced werden

und bei e-bay liest, daß Optolyth nach 10-20 Jahren die "typischen" Probleme mit der Belederung haben
(schön, daß es hier noch eine echte Kontinuität gibt)

dann fragt man sich sicher nicht zu Unrecht: was bedeutet das heute eigentlich noch - 30 Jahre Garantie:
eher ein schlechter Witz? Herr Ransburg gibt sich Mühe - ich traue ihm das auch noch in 3 Jahren zu, da er
doch gerade recht erfolgreich aussieht. Aber Langzeitgarantien? Ich denke, er sucht sich fachgerecht gute
Hersteller, aber schützt ihn das vor Fehleinschätzungen? Was ich an ihm schätze ist die ehrliche und
entgegenkommende Art - hoffen wir, er kann sich das noch sehr lange leisten!!!

Aber Frank Schäfer: hat Zeiss wirklich auch morgen andere Manager als die andern (und die bestimmen ja, ob der kulante
Typ im Service 500€ für die Reparatur verlangen muß oder einfach so die Okus umsonst tauschen darf, weil
die Kosten ja im Vergleich zu seiner Arbeitszeit eh unter den Tisch fallen).

aus meiner Sicht alles nicht so einfach! Gerade auch z.B. bei Nikon, die sich offensichtlich zur Zeit nicht sehr
mit den Ferngläsern verbunden fühlen (such die mal überhaupt im Internet). Wie der Skatspieler sagt
quod iacet iacet (was liegt liegt) - der Rest ist unsicher.

Gruß

 
Richtigstellung

> und hört, daß Frank Schäfer's alte Zeiss Jena Gläser immer noch kulant geserviced werden

Hallo hanz,

hier hast Du mich falsch verstanden oder ich habe mich unklar ausgedrückt. Mit Zeiss Gläsern, die "kulant geserviced werden", meine ich natürlich solche von Zeiss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Also Zeiss Oberkochen, Zeiss West, Hensoldt - Zeiss Gruppe oder wie auch immer man das bezeichnen mag. Die "richtigen Zeiss Gläser" (also die von Carl Zeiss Jena <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />) werden von Zeiss (also Zeiss West ...) wohl kaum auf Kulanz repariert. Da wird man Dich sicher an Docter-Optik bzw. an deren Werkstatt verweisen. Aber auch da kann man mit einem freundlichen Service rechnen, zumindest was die Docter-Optik Gläser moderner Fertigung betrifft. Es ist sicher verständlich, daß Docter-Optik nicht alle im Umlauf befindlichen CZJ Gläser aus über 100 Jahren Produktion auf Kulanz repariert. Das könnte sich auch Zeiss (West) kaum leisten ...

> hat Zeiss wirklich auch morgen andere Manager als die andern (und die bestimmen ja, ob der kulante
Typ im Service 500€ für die Reparatur verlangen muß oder einfach so die Okus umsonst tauschen darf, weil
die Kosten ja im Vergleich zu seiner Arbeitszeit eh unter den Tisch fallen).

Wenn es soweit ist, dann habe ich natürlich schlechte Karten. Zeiss hat aber einen guten Ruf und den wird man so schnell nicht verspielen. Zumindest nicht ohne Not. Wenn sich in der Fangemeinde rumspricht, daß ich bei Bresser oder Soligor den besseren Service bekomme, dann dürfte das auch dem Management von Zeiss auf Dauer die gute Laune verhageln ...

> Gerade auch z.B. bei Nikon, die sich offensichtlich zur Zeit nicht sehr
mit den Ferngläsern verbunden fühlen (such die mal überhaupt im Internet).

Wie kommst Du denn auf die Idee, daß sich Nikon nicht mit Ferngläsern verbunden fühlt? Im Internet ist Nikon mit seinen Ferngläsern eigentlich recht präsent <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Zum Beispiel in Japan oder hierzulande unter Sport Optics und wenn das nicht reicht, kann man auch bei Nikon USA schmökern ... Oder hast Du was gehört, daß Nikon keine Ferngläser mehr produzieren will?

Frank.
 
Re: Relativ subjektive Sichtweise

Hallo Hanz,

du schriebst:

"wenn man hört, daß Leica angeblich nur noch eine Handelsgesellschaft ohne eigene Produktion sein soll
(wurde mal hier im Forum so dargestellt, obwohl Leica Ferngläser ja meist noch den Stempel "made in Portugal"
tragen)"

Sollte ich da etwas überlesen haben? Wer hat das denn behauptet? Das halte ich aber für ein Gerücht. Die Leica Ferngläser enthalten (unter der Augenmuschel) den Stempel "Made in Germany". Nur die Kompaktgläser 8x20 u. 10x25 werden in Portugal gebaut.

Zu Nikon: die hatten tatsächlich monatelang keinen deutschen Internetauftritt für ihre Sport-Optics Sparte. Das muss vor kurzem behoben worden sein. Jetzt gibt Nikon entgegen der vorherigen Gepflogenheit sogar unverbindliche Preisempfehlungen. Bei Nikon muss sich etwas in letzter Zeit getan haben. Hoffentlich tut sich dort auch technisch bald mal etwas. Die HG-Gläser sind mittlerweile die schwersten ihrer (Spitzen-)Klasse. Die 32-Modelle wiegen z.B. etwa so viel wie etwa Zeiss Victory 8x40.

Steve
 
Re: Richtigstellung

Hallo Frank,

aber die SE habe ich nicht mehr gefunden - sind das jetzt keine Modelle für Deutschland mehr oder wirklich
in Zukunft nicht mehr im Sortiment (für mich kaum vorstellbar, da allgemein als Referenz angesehen!).
Und davor gab's wirklich ne ganze Zeit nur amerikanische und japanische homepage (s. Steve's Beitrag).

Wie Du übrigens sehen kannst, gibt man auch bei Nikon jetzt nicht mehr an, aus was die Prismen sind
(weil sie alle aus BaK4 sind? oder weil man sich das offen halten will?).

Gruß
 
Re: Richtigstellung

Hallo hanz,

ob das Sortiment in Deutschland eingeschränkt wird, kann ich Dir nicht sagen. Auf der deutschen Website fehlen ja noch mehr Gläser. Neben der SE Serie kann ich auch das 8x30 E II und 10x35 E II nicht finden, das wirklich schöne 18x70 IF WP gibt es ebenfalls nicht. Auch das 10x50 CF Tundra läßt sich nicht aufspüren. Und das für jedermann erschwingliche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> 20x120 hat man sich wohl gleich geschenkt. Zur Zeit gibt es wohl auch noch keinen aktuellen Katalog, zumindest ist meinem Nikon Händler nichts bekannt. In der letzten Auflage waren die genannten Gläser allesamt noch zu finden.

> Wie Du übrigens sehen kannst, gibt man auch bei Nikon jetzt nicht mehr an, aus was die Prismen sind
(weil sie alle aus BaK4 sind? oder weil man sich das offen halten will?).

Also, um ehrlich zu sein, ich hatte noch kein Nikon Fernglas mit viereckigen Austrittspupillen in den Fingern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Wenn es sowas geben sollte, dann ist es mir noch nicht über den Weg gelaufen. Vielleicht schreibt man das ja nicht explizit dazu, weil man sich bei Nikon an die eigenen Vorgaben hält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />:

"Nikon makes prisms of the precise design to produce a perfectly round exit pupil, a sign of good binoculars."

Zitat von hier. Auf deutsch findet man diese Aussage auch sinngemäß im Nikon Fernglaskatalog.

Frank.
 
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