Deckel am Tubus

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Marauder

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Moin zusammen,
auf dem Tubus ist ja, wenn nicht im Gebrauch, die Schutzkappe bez. der schwarze Deckel aufgesteckt.
Nun ist aber genau mittig noch ein kleiner Deckel, der nicht mittig sitzt.
Wofür ist den dieser???? Hat der eine Funktion????

Guckst du:

Link zur Grafik: http://up.picr.de/4945020.jpg


Gruß, Lehrling Mike
 
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Moin Mike,
afaik hat man da früher mal Sonnenfilter draufsetzen können, um die Sonne mit weniger Öffnung (Wärme) und ohne Obstruktion (am Fangspiegel vorbei) beobachten zu können. Deswegen ist er nicht mittig.
Das geht aber heute mit einer Baader-Solarfolie für die komplette Öffnung viel besser.
 
Hallo Mike!
Meines Wissens nach dient die Reduzierung des Öffnung der Sonnenbeobachtung. Durch den geringen Durchmesser kommt weniger Licht = weniger Wärme in das Teleskop und der (VERALTETE!) einschraubbare Okularsonnenfilter (NICHT NUTZEN!) wurde nicht so heiß.

GRUNDSÄTZLICH SOLLTE MAN OKULARSONNENFILTER (ZUM EINSCHRAUBEN IN DAS OKULAR) NIEMALS NUTZEN.

Es besteht immer das Risiko, dass die Teile bei der Beobachtung platzen, kaputt gegen, zerbröseln und das ist der einzige Schutz deiner Netzhaut. Die Folge wäre erblinden! Auch die Projektion auf einem Schirm ist (indirektes beobachten) ist mit Okularfilter nichts, weil durch das Licht auch immer Wärme ins Teleskop kommt und mindestens das Okular beschädigt werden kann.
Sichere Sonnenbeobachtung kann nur durch einen sicher angebrachten Filter vor dem Objektiv (z.B. Filterfolie a la Baader) erreicht werden. Damit wird das Licht (=Wärme) aus dem ganzen System draußen gehalten. Dann kannst du per Graufilter noch das Restlicht entsprechend dämpfen.

Es gibt noch die teure Version per Herschelkeil - da kannst du mal googlen, wie das geht, wenn´s dich interessiert, aber Dir ging´s ja um das Loch da oben.

Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht. Bei meinem Newton waren sogar zwei Öffnungen (eine davon verschlossen). Die habe ich sauber aufgeschnitten, ein Abdeckkappe besorgt und jetzt habe ich eine schöne Scheinerblende zum Fokussieren per WebCam.

CS, Andreas
 
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Aha!! Ja, man lernt ja nie aus!!!
Nun, die Solarfolie von Baader ist ja sicherlich der sicherste Weg zu Sonne, aber gibt es da noch Alternativen?
Ich habe z.B. noch (aus meiner Lehrzeit) ein Schutzglas vom Schutzgasschweißgerät!
Lauf ich da Gefahr, beim Blick in die Sonne, die Netzhaut zu zerstören oder filtern solche Gläser genau so gut wie eine Folie?
Will ja nix falsch machen, meine Augen hab ich nur einmal.

Gruß Mike
 
Moin zusammen!

Sonnenfilter ist schon richtig... - Nur hat man den früher nicht auf diese kleine Öffnung gesetzt, sondern als Schraub-Sonnenfilter in die Okulare geschraubt. Diese kleinen und gemeingefährlichen Filter findet man heute noch vereinzelnd bei älteren Teleskopen.
Man hat dann die kleine Öffnung im Deckel freigemacht und sollte die tiefstehende Sonne mit diesem Okularfilter kurzzeitig beobachten können. Leider führten falsche Benutzung oft dazu, daß der Filter durch die große Hitze platzte, was zu sofortigen Augenschäden führte.

Heute benutzt man die sichereren und günstigen Folienfilter vor der Teleskopöffnung. Hier nutzt man auch die volle Öffnung des Teleskops - einige Spezis kleben einfach ein Stück Folie über die kleine Öffnung - was für ein Blödsinn! ;)

> Ich habe z.B. noch (aus meiner Lehrzeit) ein Schutzglas vom Schutzgasschweißgerät!

Von solchen Experimenten würde ich die Finger lassen, wenn Dir Dein Augenlicht was wert ist. Du weißt nicht, wie hoch der Dämpfungsfaktor sein muß, um mit dem Schweißglas sicher in die Sonne schauen zu können. Auch ist die Frage, wie alt die Gläser sind - in Bezug auf die Wellenlängen, die das Schutzglas wegfiltert. Das meiste Sonnenlicht ist dummerweise unsichtbar, schädigt aber genauso die Augen.
 
Ja, ok, das mit den Schraubfiltern hab ich schon gelesen und es erklärt sich ja von selbst, kennt man ja aus dem Physikunterricht, das Lupenprinzip zum Feuermachen.
Da sagt mein Verstand schon "nein".
Was ich jetzt nicht so recht verstanden habe, Andreas,
"Abdeckkappe und Webcam" ? *dummguck*
 
Will ja nix falsch machen, meine Augen hab ich nur einmal.
Genau - das sollte man bei solchen Experimenten immer im Blick haben. Bei anderen Experimenten geht halt Geld flöten - hier ist das was anderes.
Es gibt teure glasähnliche Sonnenfilter, die vorne auf das Objektiv gesetzt/gesteckt werden und dasselbe machen wie die Filterfolie.
Bei Schweißglas (in der Größe?) wäre ich vorsichtig, weil die Abbildungsleistung sicher nicht gut ist, da bei der Herstellung ja nicht auf Homogenität, parallele Glasfläche, Reflexionsminderung, Beschichtung ect. geachtet wurde, sondern Schlichtweg auf die Schutzwirkung durch die Lichtdämpfung. Ein solches Bild im Teleskop wird schlechte Qualität haben.

Schweißglas, Schutzbrillen sind ne gute Alternative bei Sonnenfinsternissen, wenn man direkt in die Sonne gucken will. Das ist allemal besser wie Augen zusammen kneifen, Hand hoch halten, durch Braunglas schauen ... usw. was rund 50% der Leute machen.

CS, Andreas

@Webcam und zwei Löcher in der Abdeckkappe: Das dient zum Fkussieren. Google mal "Scheinerblende", dann erklärt sich das ... :)

Nochmal PS: Bei Schweißglas wäre ich auch vorsichtig, weil ich nicht weiß ob die Filterwirkung bei allen Wellenlängen gleich ist.
 
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> "Abdeckkappe und Webcam" ?

Googel mal "Scheinerblende"! Dient dazu, mit Kameras in den genauen Fokus zu kommen. Das ist gemeint.
 
Oki, werd ich jetzt mal machen...!!
Eignet sich jede Webcam? Hab eine von Logitech, kein dolles Gerät, sag mal , Standardauflösung.
 
Moin Mike!

Ja, auch mit einfachen Webcams kann man experimentieren. Erwarte bei der miesen Bildqualität (besonders der CMOS-Geräte) keine herausragenden Ergebnisse. Du mußt nur das Objektiv der Kamera entfernen und diese dann mittels Adapter (selbstgebaut oder gekauft) in den Okularauszug stecken. Dann kannst Du damit auf Mond und Planeten losgehen, avi-Filmchen drehen, diese dann nachbearbeiten und Standbilder draus machen.
 
Hallo Mike!
Klare Antwort: Ja und Nein :)
Du braucht auf jeden Fall einen Webcam-Adapter. Das Objektiv der WebCam wird rausgeschraubt und der Adapter eingeschraubt. Der hat das Steckmaß 1,25", damit Du die Cam in den OAZ stecken kannst.
Dann brauchst Du einen UV/IR Sperrfilter (z.B. TS/Baader), der kann in den Adapter eingeschraubt werden. Die CCD-Chips sind IR-sensibel und würde dadurch unscharfe Bilder liefern.
Dann brauchst Du eine Steuersoftware für die Kamera mit der Du Belichtungszeit, Gain, Weißabgleich, Bilderrate usw. einstellen kannst.
Wenn das alles drei da ist und geht, kannst Du helle Objekte (wie Planeten und Mond) ganz gut erwischen.
Alles darüber hinaus lässt wieder googlen --> WebCam Astronomie oder -> WebCam Umbau.

CS,
Andreas

OK: Doppelt gemoppelt hält besser - jetzt war Winnie schneller. Aber ich bin jetzt eh in Heidelberg. Schönes Wetter heute :)
 
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Erstmal danke für den Input.....*kopfqualm* :-)

Werde mich dann mit der Materie mal befassen!!
Schöne Woche noch,

gruß Mike
 
Hallo Andreas,

die Feststellung
Zitat von AGeo2008:
Dann brauchst Du einen UV/IR Sperrfilter (z.B. TS/Baader), der kann in den Adapter eingeschraubt werden. Die CCD-Chips sind IR-sensibel und würde dadurch unscharfe Bilder liefern.
kann man meines Wissens so nicht stehenlassen.

Vollreflektierende Systeme wie der am Anfang des Threads abgebildete Newton bündeln Licht aller Wellenlängen auf die gleiche Art, auch IR. Nur das Reflexionsvermögen ist vom Spiegelbelag abhängig, aber das hat mit der Bildschärfe wenig zu tun.

Grüße

fquadrat
 
Hi, fquadrat!

OK - stimmt, ich hab beim Denken vergessen zu schreiben, dass ich immer mit Okularprojektion oder per Powermate Linsen in den Strahlengang bringe.
Dann ist es mit dem gleichen Brennpunkt für IR und Rest dahin. Bei reinen Spiegelsystemen (also fokal mit der Webcam) ist das nicht nötig. Da reicht aber eben oft die Brennweite nicht, um jenseits des Mondes etwas wirklich größer zu kriegen.

Hilf nix - Du hast trotzdem Recht! :pfeif:
CS,
Andreas
 
Hallo Andreas,

bei den Powermates hast Du Recht, aber bei der Okularprojektion könnte man es tatsächlich mal probieren - mit einem ordentlichen, recht langbrennweitigen Huygens!

Warum damit? Nun, bei der Verwendung zweier gleicher Glassorten wird zumindest eine Variante der chromatischen Aberration durch Erfüllung einer Gleichung behoben, in der weder ein Brechungsindex noch eine Abbe'sche Zahl noch eine relative Teildispersion vorkommen. Dadurch sollte die Korrektion über beliebige Wellenlängenbereiche sehr ähnlich sein, auch außerhalb des Optischen.

Wenn es nicht klappt, bleiben eben Mond und gefilterte Sonne übrig ...

Grüße

fquadrat
 
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