Deckel an der Öffnung

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Moin Jörg!

Die Frage kannste Dir ganz allein beantworten:
Was ist Dir lieber? Die Auflösung der vollen Öffnung von 10" oder nur die von 2" (= 5 cm)?!

Da zieht man doch die größere Öffung vor, oder nicht?! Die Baader SoFi-Folie gibt's auch in Übergrößen, oder Du nimmst die DIN-A4-Größe (21x29,7 cm) und bastelst Dir daraus einen Sonnenfilter mit ca. 20 cm Öffnung (8").

Die kleinen Öffnungen und Deckel im Tubusdeckel haben eigentlich keinen praktischen Nutzen mehr, außer man will den Hauptdeckel mal abbekommen, falls er klemmt.
 
Danke Micha,
hab ich mir schon gedacht.
Nur wenn ich den Deckel drauf lasse und nur den kleinen Deckel offen habe und am Tag was beobachte sieht man erstaunlicherweise genauso gut wie mit offenem Deckel. Deswegen meinte ich dass das dann zur Sonnenbeobachtung reicht, da man ja nicht so viel Licht sammeln mus wie nachts, bzw. das Licht noch dämpfen muss.
Naja, dann werde ich mir mal so eine Folie zulegen und mir was basteln.
Viele Grüße
Jörg
 
Hallo zusammen,

die kleine Öffnung ist tatsächlich für die Beobachtung der Sonne und evtl. des Mondes.
Ein Newton hat die Schwierigkeit mit der Beugungsbegrenzung die die Fangspiegelstreben hervorrufen.
Diese kleine Öffnung kann man schön zwischen den streben montieren so das das System dieses Problem nicht mehr hat.
Zur Sonnenbeobachtung reicht es allemal, denn wieviel Licht will man mit einer riesen Öffnung einsammeln, die man eh wieder durch Folie abdunkelt?
Warum sind reine Sonnenteleskope recht klein in der Öffnung?
Die Sonne ist uns astronomisch sehr nahe und so kommt es nicht auf die ultra Vergrösserung an.
Dafür ist dieses kleine Loch gedacht.

LG

P.s. Öffnung bestimmt das Lichtsammelvermögen, Brennweite mit Okular die Vergrösserung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jörg,

diese kleine Öffnung ist quasi ein mitgeschlepptes Rudiment aus der Zeit, als die gefährlichen Okular-Sonnenfilter üblich waren. Da wurde auf max. 50mm abgeblendet, um die Hitze in der Nähe des Brennpunktes zu reduzieren. Damit sollte die Gefahr des Platzens des Filters verringert werden. DENNOCH DÜRFEN OKULARSONNENFILTER NIE VERWENDET WERDEN!!!

Die Sonne ist eines der seeinganfälligsten Objekte überhaupt. Da kann man die volle Öffnung und Vergrößerung fast nie nutzen. Ich habe einen 90er Mak und ein 8'' SC mit Objektiv(!)sonnenfilter und weiss, wovon ich rede. Für die Sonnenbeobachtung ist bei den seltenen Fällen mit sehr gutem Seeing nicht das Lichtsammelvermögen, sondern die gesteigerte Auflösung das Argument für eine große Öffnung.

Dass du bei Tag mit voller Öffnung nicht mehr erkennst als mit Abblendung, kann folgende Gründe haben:

Die Optik ist dejustiert (f/5 ist da schon sehr anfällig), dann kann das Bild nicht die volle Auflösung bei voller Öffnung zeigen.

Bei Tagbeobachtungen hat man praktisch immer relativ starkes Seeing durch vom Boden aufsteigende Warmluft. Selbst bei 100-facher Vergrößerung (für einen Zehnzöller noch ein relativ geringer Wert) ist es bei Tagbeobachtungen meiner Erfahrung nach ein Glücksfall, ein klares, scharfes und hoch aufgelöstes Bild zu erhalten. je weiter das Objekt entfernt ist, umso schlechter wird das Boden-Seeing.

Unabhängig davon müsste das Bild bei Benutzung der vollen Öffnung auch bei Tageslicht und gleicher Vergrößerung um Größenordnungen heller sein als mit Abblendung. Meintest du mit "gleich gut sehen" die Schärfe/Auflösung oder die Bildhelligkeit?

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin!

> Zur Sonnenbeobachtung reicht es allemal, denn wieviel Licht will man mit einer riesen Öffnung einsammeln

Nonsens. Es kommt nicht auf die Lichtsammelfähigkeit bei der Sonnenbeobachtung an, sondern auf die Auflösung der Optik. Und die ist bei 10" nunmal um einiges besser als bei nur 2".
Man sieht oft, daß irgendwelche Spezis die kleinen Tubusdeckel-Öffnungen mit Sofi-Folie abkleben. Wenn ich Details auf der Sonnenoberfläche sehen will, braucht's Öffnung und nicht so'n mickriges 5-cm-Guckloch.

BTW: Auch Sonnenteleskope haben durchaus große Öffnungen. Das schwedische Teleskop SST bspw. einen Meter! Warum also so groß, wenn einem das Seeing angeblich doch nur das Bild kaputtmacht?! Und kommt mir bitte jetzt nicht mit der Mär, daß große Öffnungen seeinganfälliger sind als kleine!

@Christian:
> Unabhängig davon müsste das Bild bei Benutzung der vollen Öffnung auch bei Tageslicht und gleicher Vergrößerung um Größenordnungen heller sein als mit Abblendung.

Kennst Du den 1-Meter-Dobson, den man öfters mal beim ITV oder HTT sieht? Auch das Instrument besitzt eine Sofi-Folie über die gesamte Öffnung. Ich glaube nicht, daß der Eigentümer in den Jahren deswegen blind geworden ist.

Beweisfotos gibt's hier! Runterscrollen bis zum Ende der Seite!
 
Hallo Micha,

ich wollte eigentlich auch nur vermitteln, wozu dieses kleine Loch an einem Newton einst gedacht war.
Wenn man die Sonne bei kleiner Vergrösserung betrachtet, kann es auch Sinn machen. Bei grosser Vergrösserung natürlich weniger.
Das kleine ist nicht Beugungsbegrenzt aber weniger aufgelöst,
die volle Öffnung hat seine Beugung , aber scharf.
Und wenn man den Deckel am Tubus dreht wird man erkennen, das dieses kleine Loch genau zwischen einem viertel der Fangspiegelstreben passt. Das ist der Gedanke dahinter.

Lg
 
Hallo Micha,

Zitat von winnie:
@Christian:
> Unabhängig davon müsste das Bild bei Benutzung der vollen Öffnung auch bei Tageslicht und gleicher Vergrößerung um Größenordnungen heller sein als mit Abblendung.

Kennst Du den 1-Meter-Dobson, den man öfters mal beim ITV oder HTT sieht? Auch das Instrument besitzt eine Sofi-Folie über die gesamte Öffnung. Ich glaube nicht, daß der Eigentümer in den Jahren deswegen blind geworden ist.

ich bezog mich auf terrestrische (Landschafts-)Beobachtungen und nicht auf Sonnenbeobachtung. Dass die volle Öffnung bei korrekter Filterung keine Augenschäden verursacht, ist mir klar. Den 1m-Dobson kenne ich leider nur von Bildern her (*lechz*). Mir ist nicht klar, worauf du dich im zitierten Teil bezogen hast bzw. wie du es meintest. Ich habe doch geschrieben, dass auch bei der Sonnenbeobachtung eine große Öffnung prinzipiell von Vorteil ist.

CS und VG Christian
 
Hallo Leute,

Zitat von LukeSkywatcher:
Hallo zusammen,

die kleine Öffnung ist tatsächlich für die Beobachtung der Sonne und evtl. des Mondes.
Ein Newton hat die Schwierigkeit mit der Beugungsbegrenzung die die Fangspiegelstreben hervorrufen.
Diese kleine Öffnung kann man schön zwischen den streben montieren so das das System dieses Problem nicht mehr hat.
Zur Sonnenbeobachtung reicht es allemal, denn wieviel Licht will man mit einer riesen Öffnung einsammeln, die man eh wieder durch Folie abdunkelt?
Warum sind reine Sonnenteleskope recht klein in der Öffnung?
Die Sonne ist uns astronomisch sehr nahe und so kommt es nicht auf die ultra Vergrösserung an.
Dafür ist dieses kleine Loch gedacht.

LG

P.s. Öffnung bestimmt das Lichtsammelvermögen, Brennweite mit Okular die Vergrösserung.

das Posting ist leider eine Ansammlung von völlig falschen Aussagen.

Die kleine Öffnung ist ein Relikt vergangener Zeiten, in denen man
saugefährliche Okularsonnenfilter zur Sonnenbeobachtung nutzte.
Der Nachteil (mal abgesehen von der Gefahr für das Augenlicht)
dieser Methode ist der damit einhergehende Verlust an Auflösungsvermögen.

Ein Newton hat die Schwierigkeit mit der Beugungsbegrenzung die die Fangspiegelstreben hervorrufen.

Die Fangspiegelstreben verursachen lediglich Beugungseffekte
die man "Spikes" nennt. Mit "Neugungsbegrenzung hat das nichts zu tun.

Zur Sonnenbeobachtung reicht es allemal, denn wieviel Licht will man mit einer riesen Öffnung einsammeln, die man eh wieder durch Folie abdunkelt?

Ja, Licht ist im Überfluß da, aber das Auflösungsvermögen
vergrößert sich mit dem Durchmesser der Optik.

Warum sind reine Sonnenteleskope recht klein in der Öffnung?

Weil sie dann billg herzustellen sind und man sie teuer verkaufen kann
=> hoher Gewinn.

Professionelle Sonnenteleskope wie zum Beispiel das auf La Palma

www.solarphysics.kva.se/NatureNov2002/telescope_eng.html

haben eine große Öffnung, wegen des dann hohen Auflösungsvermögens.

Viele Amateure bauen sich Sonnenteleskope selbst, die dann weit größere Öffnungen
haben als sie die mickerigen Sonnenteleskope von der Stange aufweisen.

Aber auch käuflich kann man Sonnentelekope mit etwas mehr Öffnung erwerben:

www.lille-sonne.de/seiten/produkte%20lille.html

Die Sonne ist uns astronomisch sehr nahe und so kommt es nicht auf die ultra Vergrösserung an.

Die Sonne ist zwar der nächstgelegene Stern, aber schon so weit weg,
daß sie uns in etwa so groß erscheint wie unser Mond.
Und am Mond vergrößere ich mit 200mm Öffnung gerne auf 200x bis 300x.

An der Sonne würde ich das ebenfalls tun, aber dann scheitert das meistens
an der Luftunruhe die Tagsüber deutlich größer ist und mir bei 200mm Öffnung
oft nur 100x bis 170x erlaubt. Trotzdem sind die mit 200mm Öffnung erkennbaren Details
wesentlich mehr als mit 70mm oder gar 50mm Öffnung.

CS,Karsten
 
Servus Jörg.

Ich kann dir nur empfehlen, die ganze Öffnung von deinem Teleskop zur Sonnenbeobachtung zu nutzen.

Die Fülle an Details ist bei größerer Öffnung enorm. Ich beobachte mit 6 Zoll Öffnung, aber jetzt gerade in der zunehmenden Sonnenaktivität lassen sich viele kleine Strukturen in den Fleckengruppen erkennen.

Das Argument mit der Seeinganfälligkeit möchte ich nicht so stehen lassen.
In den größten Teil der Tage lässt das Seeing keine zu hohen Vergrößerungen und Details zu, wenn aber die Bedingungen passen, wird man die zur Verfügung stehende Öffnung nicht vermissen.

Zur Sonnenbeobachtung reicht es allemal, denn wieviel Licht will man mit einer riesen Öffnung einsammeln, die man eh wieder durch Folie abdunkelt?

Es geht in der Sonnen- und auch in der Mondbeobachtung kaum um das Lichtsammelvermögen. Die größe der Teleskopöffnung bestimmt die Auflösung und somit die Erkennbarkeit kleiner Strukturen.

Die Sonne ist uns astronomisch sehr nahe und so kommt es nicht auf die ultra Vergrösserung an.

Das ist mir eine Aussage, die ich nicht so stehen lassen kann.
Auch wenn uns die Sonne "nahe" ist, gibt es in den Flecken kleine Strukturen, die eine höhere Vergrößerung benötigen. Es können die Fasern der Penumbra sein, wie auch beginnende Lichtbrücken und Bright Points in den Umbren. Auch abgetrennte und isolierte Fragmente der Penumbra usw. kann man mit genügenter Auflösung aufspüren.

Das Gespür für das Seeing an jeweilligen Beobachtungsort bekommt man mit der Zeit. Beobachten nach Sonennaufgang bringt meist besseres Seeing als beobachten vor Sonnenuntergang, so ist zumindest meine Erfahrung.

Die Sonne ist eines der seeinganfälligsten Objekte überhaupt. Da kann man die volle Öffnung und Vergrößerung fast nie nutzen.

Das stimmt schon. Aber auch in der Sonnenbeobachtung lohnt es sich einen Platz aufzusuchen, der weit weg ist von Bebauung und Versiegelung der Böden. Zubetonierte und geteerte Flächen und auch Hausdächer sind ein ko Argument für das Seeing. Passt der Platz, sind hohe Vergrößerungen machbar.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten! Dann werd ich mir mal so einen Sonnenfilter basteln. Ist aber irgendwie komisch, dass es die Folien nur rechteckig gibt.... Da muss man ja immer relativ viel wegwerfen.... Quadratisch wäre da doch viel sinnvoller, oder steckt danoch ein anderer Sinn dahinter?

Gruß
Jörg
 
Hallo Jörg,

weis ich nicht. Aber:
Das was über bleibt kannst du nutzen um auch deinem Sucher
einen Filter zu spendieren. Oder auch einem Binokular.

MfG,Karsten
 
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