Deconvolution Teil1 Video

frasax

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Hallo,

während über das Thema Belichtungszeiten immer noch weiter diskutiert wird, habe ich schon das nächste Video produziert:) Hier geht es um die Deconvolution. Zunächst einmal in der Theorie, und nächste Woche dann am praktischen Beispiel mit der Software PixInsight.

Entschuldigt die Videoqualität. Das Video hat dieses mal in der Vorbereitung sehr viel Zeit gekostet. Dank nochmals an Josef für die Hilfe. Für das eigentliche Video hatte ich beruflich bedingt aber nur heute Zeit und das Wetter, und damit die Beleuchtung meiner Küche, hat nicht mitgespielt.

Ich hoffe das Video gefällt euch.

CS Frank
 

komposer

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Hallo Frank,

interessantes Video und schöne Zuckerwürfeltürme als Veranschaulichung. Bist bestimmt auch mit Lego groß geworden.
Einige verwenden den Deconvolution Filter ja zum Schärfen von Mondaufnahmen. Ich komme damit einfach nicht klar. Egal was ich da in fitswork einstelle, ist einfach nicht mein Filter. Die Ergebnisse mit der Gauss-Schärfung sind bei mir besser.

Gruß,
Holger
 

Optikus

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Moin Holger,

die Gauss-Schärfung ist ja letztlich auch eine Deconvolution, eben mit der Gauss-Verteilung als Entfaltungsmuster. Das wird wie Frank in seinem Video anmerkt auch immer eine Sache sein, wer mit welchem Filter am besten klar kommt. Lucy-Richardson ist ja bei weitem nicht der einzige existierende Schärfungsfilter.

CS
Jörg
 

frasax

Mitglied
Hallo,

Lego und Fischertechnik waren sehr wichtige Baumaterialien in meiner Kindheit:)

Letztendlich gibt es sehr viele Kernel bei Faltungen, man kann Kernel zur Schärfung oder zur Weichzeichnung benutzen. Das besondere an der Deconvolution ist ja, dass die psf selber als Kernel hinhalten muss. Wie das bei Mondaufnahmen geschehen soll ist mir nicht klar, ich habe es aber auch noch nie gemacht, da ich beim Mond und Planeten wenig Erfahrung habe (Man kann natürlich eine Modell psf nehmen).
Was ich weiß ist, dass bei Planeten viele mit Wavelets arbeiten, meinst du das vielleicht?
Darüber hinaus glaube ich, dass die Decon in Fitswork einfach nicht funktioniert. Darum habe ich wenn immer CCD Stack verwendet. Aber die Wavelets in Fitswork funktionieren klasse!

CS Frank
 

Optikus

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Moin,

es gab mal einen Vortrag von Prof. Studer (wenn ich mich recht entsinne), man kann die eigentlich für die Punktabbildung modellierten Schärfungsalgorithmen durchaus auch für flächige Objekte anwenden, allerdings wird das Risko der Artefaktbildung massiv erhöht, da man ja in bildrelevanten Umfeldern arbeitet und nicht wie im Idealfall im "leeren" Hintergrund.

Die Rückrechnung auf Basis des physikalischen Beugungsvorgangs für Punktfunktionen (z.B. Gauß-verteilte Strukturen) kann letztlich in der Fläche nur an Kontrastsprüngen festgemacht werden und bildet dann Überlagerungen. Wie Frank schon beschrieb ist es eine mathematische Gegebenheit dass sich ab einer gewissen Interationstiefe diese dunkel-hell wechselnden Ringe ausbilden (quasi die regenerierten höheren Ordnungen der PSF), weswegen für die Schärfung flächiger Objekte ja auch andere Verfahren empfohlen werden, wie Frank schon angab.

CS
Jörg
 

frasax

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Sorry,

ich rede Quatsch. Hanns Ruder hat diese Arbeit nicht geschrieben sondern war Dekan. Bullshit meinerseits, sorry:)
CS Frank
 

Optikus

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Hallo Frank,

kann ich Dir nicht mehr sagen, das geht in die Anfänge der Digitalen Astrofotografie zurück, war auf irgendeiner Tagung Ende der 80er (Bochum, Würzburg, Messe, ich weiß es nicht mehr), früher war ich da mehr unterwegs, und es ging um die Aufarbeitung von Teleskopdaten der Großastronomie.

Der Vortrag handelte von den verschiedenen Möglichkeiten und Modellen, wie man die atmosphärischen Störungen eliminieren kann resp. zumindestens auf den Weg kommt. Damals war das Thema Laserleitsterne allenfalls eine Idee so dass man sich mit rechnerischen Methoden zur Reduzierung der Störeffekte befassten, unter anderem war Speckle-Interferometrie ein Thema. Es ging ziemlich mathematisch zur Sache, aber damals mitten im Studium war ich da mehr drin als heute.

Einer der Grundsätze, die ich damals mitgenommen hatte war, dass die Sache bei punktförmigen Abbildungen recht gut funktioniert, es aber massiv komplexer ist, flächige Objekte zu rekonstruieren, da sich aus unendlich vielen PSF quasi Interferenzmuster ausbilden wie man sie auch am Gitter erzeugen kann.

Zur flächigen Aufarbeitung gab es in der Folge auch was, das habe ich selbst aber nicht mehr mitbekommen. Nur gelesen habe ich seinerzeit eine Publikation, die sich mit der Erweiterung dieser Bildbearbeitungsverfahren auf flächige Objekte befasste.
Da ich in der Zeit berufsbedingt das Hobby mehr und mehr vernachlässigt habe habe ich keine Unterlagen mehr aus der Zeit, da sind nach dem Diplom irgendwann mal ein paar Dutzend Ordner versenkt und ein paar Buchmeter verschenkt worden um Platz für die Laufbahnausbildung bei der damaligen DB samt Umzügen zu schaffen :cautious:. Danach stand dann einige Jahrzehnte lang Eisenbahn in jeder denkbaren Darreichungsform auf der Tagesordnung ...

Das Dokument dass Du angegeben hast läuft grad aus dem Drucker - könnte eine spannende Lektüre sein :coffee:

CS
Jörg
 
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