Deep Sky Killer, Boliden und Ufos

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Ingosixecho

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Hallo Forum!

Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit. First Ligt 2012. Das ganze verbunden mit dem ersten richtigen Frühlingswochenende dieses Jahres,
verursacht durch eine satte Südwestströmung.

Apropos Südwestströmung: für astronomische Beobachtungen ist so etwas hier im Flachland eher suboptimal. Wenn in einem solchen Fall klarer Himmel am Abend herrscht,
bringt die Milde in der Höhe meist nichts Gutes mit.
So war es dann auch am letzten Wochenende. Die Durchsicht war sowohl am Freitag als auch am Samstag mehr als bescheiden. Das wurde schon mit dem blossen Auge offenbar.
Der vordere Kastenstern von Umi war nur zeitweise zu sehen. Selbst Alkor, den man bei normalen Bedingungen selbst bei Vollmond gut sehen kann, war zeitweise nicht vorhanden.
In solchen Situationen meint man, kurzfristig einen Augenschaden erlitten zu haben.

Eine Woche zuvor konnte ich den Galaxienkiller, bei meiner Rückkehr von einer Flugreise, während der Landung in Berlin selbst in Augenschein nehmen.
So bei 9000 m Höhe gab es da eine klitzekleine Inversionsschicht. Die war sicher nur wenige Meter dick und vom Boden aus nicht auszumachen.
Eine solche, dünne Wolkenschicht wird wohl auch am vergangenen Wochenende bessere Ergebnisse verhindert haben. Von den echten Durchsichtanzeigern in den Kästen
von Uma und Umi war natürlich keine Spur zu sehen. Ich schätze mal, das Seeing lag so um 5 mag.

Allerdings hatte ich an jenem 17. März 2012 ein etwas anderes Sichtungsproblem. Damit meine ich nicht den Boliden gegen halb acht. Leider hatte ich den nicht voll miterlebt,
da ich in jenem Moment Untersuchungen im Großen Bären anstellen wollte. Immerhin war im Zenit die Dämmerung nahezu abgeschlossen. Das Licht von hinten erschien
mir von der Helligkeit her wie ein Autoscheinwerfer in 200 m Entfernung. Der Schattenwurf war entsprechend. Ich würde das Objekt im Nachhinein sogar zwei mag heller als den Vollmond einschätzen.

Instinktiv hatte ich mich umgedreht und konnte eben noch registrieren, wie eine grüne Sylvesterrakete völlig geräuschlos gen Erde sank. In südwestlicher Richtung
im Orion war das ungefähr.
Kurz vor dem Verglühen teilte sie sich noch in zwei Teile und zerbarst, bevor sie den Boden erreichen konnte. Da ich bereits mehrfach verglühende Boliden,
meist beim Brandungsangeln an der Ostsee, beobachten konne, mass ich diesem Ereignis allerdings keine besondere Bedeutung bei.

Mein eigentliches Problem traf ich dann im Großen Bären an. Aufgrund der "tollen" Durchsicht beschloss ich, wenigstens ein wenig Frustspechteln zu betreiben.
Das bestand an jenem Abend darin, die Galaxien im Kasten des Großen Wagen durchzuzählen.
Vorneweg - bei einer Grenzsicht zwischen 11 und 12 mag im ES 14 - 100 Okular bin ich genau auf 10 Stück gekommen.

So zwischen der vierten und fünften GLX bekam ich etwas Sonderbares ins Okular - ein schwaches, kurzes rötliches Blinken. Da ich den Dobson eben mal ruhen ließ,
sollte der blinkende Flieger im nächsten Moment eigentlich aus dem Gesichtsfeld sein. War er aber nicht. An gefühlt der selben Stelle blinkte es ca. 15 Sekunden später
wieder rötlich auf. Was macht den sowas? Hatte da ein Scherzkeks eine Glückslaterne mit Blinklicht versehen?! In der Folge bemerkte ich, dass sich das Objekt tatsächlich bewegte.
Von Blink zu Blink ca. 2% des Okulardurchmessers. Im Nachhinein konnte ich die Flugbahn rekonstruieren und kam auf eine Flugrichtung gen Südost.
Was ich nicht beurteilen konnte, war die vertikale Bewegung des Objektes. Was könnte das nun gewesen sein? Ein Satellit sollte ausscheiden.
Meines Wissens sind die nicht mit blinkenden Positionslichtern ausgestattet. Ein langsames Motorflugzeug mit diesem Tempo sollte sich wenigstens in 200 km Höhe bewegt haben.
Mangels tragender Luftschichten völlig ausgeschlossen. Ein sehr zaghafter Helikopter außerhalb der Höhrreichweite wäre eine weitere Option. Keine Ahnung, wie hoch die fliegen können.
Am Wahrscheinlichsten erscheint mir da ein Wetterballon mit Radiosonde. Das würde insofern Sinn machen, als dass sich die Station Lindenberg keine 30 km in westlicher
Richtung befand. Falls Wetterballons mit Positionslichtern ausgestattet würden, wäre das meiner Ansicht nach die wahrscheinlichste Option. Neben der asiatischen Glückslaterne.

Vielleicht habe ich da ja was entscheidendes übersehen. Über eure Meinungen würde ich mich jedenfalls freuen. Die kommenden beiden Tage startet der nächste Feldversuch - hoffentlich bei 2 mag besser.

Gruß und cs - Ingo
 
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