Deep Sky mit Mak?

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hugo12

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Hallo,

möchte mir ein kleines Teleskop kaufen (Geld, Platz, "Balkonsternwarte") und mit dem auch ein bisschen fotografieren probieren (DSLR vorhanden).
Jetzt lese ich allerdings immer, dass die Mak´s für Planeten gut zu gebrauchen sind und wegen des höheren Öffnungsverhältnisses (z.b. f 1/12) für Deep Sky weniger oder gar nicht.
Müsste doch mit einem Focalreducer ein "schnelleres" System hinzukriegen sein?!
Ich finde eigentlich, ausser Web-Cam Planetenaufnahmen, keine Bilder von solchen Mak´s im Internet.
Gibt´s noch einen triftigen Grund warum mit so einem Mak reduziert auf eine BW von 600-800m keine vernünftigen Bilder zu machen sind?

Beste Grüsse
 
Moin!

> Jetzt lese ich allerdings immer, dass die Mak´s für Planeten gut zu gebrauchen sind und wegen des höheren Öffnungsverhältnisses (z.b. f 1/12) für Deep Sky weniger oder gar nicht.

Das sind meist Pauschalaussagen: Eine hohe Brennweite ist noch alleiniges kein Merkmal für eine gute Planetenoptik, da spielen ganz andere Dinge eine Rolle. Auf der anderen Seite habe ich auch schon mit einem f/20-Kutter DeepSky-Beobachtungen gemacht, also sind solche Aussagen, wie Du sie machst, höchst relativ.

> Müsste doch mit einem Focalreducer ein "schnelleres" System hinzukriegen sein?!

Bei den Cassegrain-Derivaten begrenzt oft das Blendrohr das max. Gesichtsfeld. Da zaubert Dir ein Fokal-Reducer auch nicht mehr Feld ins Okular. Visuell ist das Öffnungsverhältnis eher zweitrangig, das wird nur bei der Fotografie (Belichtungszeiten) interessant.
 
Hallo

Besitzer eines Mak haben meistens eben vorlieben für Mond oder Planeten,wofür dieser besser geeignet ist als ein f4 Newton.
Wenn ich mehr auf DS fixiert wäre,würde ich mir auch kein Mak kaufen,weil andere Teleskoptypen dafür besser sind.
Allerdings ist für KH oder Doppelsterne eine f12 Optik wieder gut zu gebrauchen,wogegen Nebel und Offene Haufen gar nicht gut gehen.
Ich habe mal den Orionnebel durch ein 8"f15 Zeiss Refraktor betrachtet,das war enttäuschend.
Diesen habe ich kaum wiedererkannt,hätte fast nachgefragt ob es auch M42 ist,da bin ich aber durch meinem Teleskop besseres gewohnt.
Der Saturn dagegen war durch den großen Refraktor schön anzusehen.
So hat jedes Teleskop seine vor und nachteile,das für bestimmte beobachtungen abgestimmt ist.
Natürlich kannst du ein Reducer an den Mak schrauben,was denn für DS etwas erträglicher ist,aber ein kurzbrennweitiger Newton macht da eine bessere Figur.

Grüße
Manfred
 
Hallo Hugo,

und wegen des höheren Öffnungsverhältnisses (z.b. f 1/12) für Deep Sky weniger oder gar nicht

Naja, jetzt mal langsam. "Gar nicht" ist definitiv verkehrt. Deep Sky ist vielschichtig. Es gibt z.B. kleine helle Objekte die mit höherer Vergrößerung beobachtet werden (Planetarische Nebel etwa). Dafür ist ein Mak sogar sehr gut geeignet wenn er genügend Öffnung mitbringt.

Ein Nachteil für manche Deep Sky Objekte ist, dass die maximal erreichbare Austrittspupille mit den erhältlichen Okularen relativ klein ist. Dann wirds schwieriger lichtschwache Objekte zu beobachten. M33, die Triangulumgalaxie, ist so ein Vertreter. Hier nimmt man soviel AP wie möglich, sonst sieht man sie evtl. gar nicht. In diesem Sinne gehts mit nem Mak gar nicht, das stimmt dann schon.

Das Problem mit Fokalreducern ist, dass nicht nur die Brennweite sondern evtl. auch das Bildfeld verkleinert wird. Das hängt wieder davon ab wie groß die Bohrung im Mak hinten ist, welchen Durchmesser der Reducer hat und welches Okular dann verwendet wird.

Ganz konkret: ich hab bei nem 127er Skywatcher-Mak mal den günstigen 0.5-fach reducer von Atik probiert, weil ich mehr AP wollte. Gehen tut das wunderbar, aber den Anblick in nem 40er Superplössl kann man tatsächlich als Blick durch die Klorolle bezeichnen. Wies mit ner DSLR aussieht hab ich nicht probiert, es wird aber sicher ähnliche Probleme geben.
Bei einer Webcam, die eh nur einen kleinen Ausschnitt des Gesichtsfeldes benutzt, macht das wiederum wenig aus. Vermutlich ist das genau der Grund warum kaum Bilder mit DSLR zu kriegen sind. Und: ein F/12-Mak selbst mit 0.5-fach Reducer ist für Deep Sky Fotofreaks immer noch relativ langsam.

Damit sind wir beim 3. Nachteil eines Maks: die _maximal_ erreichbaren Gesichtsfelder sind in der Regel deutlich kleiner als z.B. bei nem Newton. Manche Objekte kann man dann gar nicht als ganzes Überblicken.

Käme für Dich denn ein kleinerer Newton oder ein Schmidt-Cassegrain in Frage?

CS

Klaus
 
Ich habe einige Jahre lang DS mit einem 6-Zoll-Mak von Intes beobachtet. Es waren schöne Beobachtungen, wenngleich ich mit einem Grad Gesichtsfeld hinkommen mußte. Freilich: Großflächige Gasnebel sind nicht die Domäne dieses Instrumententyps. Aber da schlägt sich ohnehin ein etwas größeres Fernglas recht gut.
 
Hallo Hugo (?)

Ich z.B. besitze ein 12" SC von Meade. Trotz kleinem Bildfeld und großer Brennweite von 3 Metern ist das noch lange kein Planetengerät (durch die große Obstruktion verliert man Kontrast).
Der MAK ist eines, aber natürlich kann man auch viele andere Dinge damit betrachten. Nur an großen Nebeln wird er etwas Probleme haben, ansonsten ist er als Zweitgerät jederzeit zu verwenden.

Nur als Erst- oder Universalgerät würde ich mir etwas anderes kaufen. Näheres wurde ja bereits geschrieben.

CS
Winfried
 
Hallo hugo12,

ich habe verschiedene "schnelle" Newtons und auch einen 6" f10 Mak.

Da Du schreibst "Balkonsternwarte" stellt sich für mich noch die Frage nach der Lichtverschmutzung und der Luftqualität.

Wenn ich "in Sternen baden" will, hole ich meinen 10" Newton raus. Will ich Kugelsternhaufen sehen und auflösen, kommt der Mak daneben. Weiß ich nicht, was ich will, stelle ich den 6" Newton raus und nehme ein Fernglas dazu.

Du hast bisher hier 4 Beiträge geschrieben und wir wissen nicht, was Du bisher an Erfahrungen hast. Deshalb hier der Urschleim-Tipp: 1. Atlas (Karkoschka) 2. Fernglas

Wenn Du das schon kennst, dann könntest Du unter Umständen über einen Mak nachdenken. Der wird sich gut mit dem Fernglas ergänzen (ist nämlich was ganz! anderes).

Der Mak dürfte bei einer echten Balkonsternwarte ggü. dem offenen Newton ein paar Vorteile haben. Andererseits könnte ein ED80 oder ED100 auch eine gute Wahl sein. Wirklich "klein" sehen Teleskope nur auf Bildern aus. Manche Leute erschrecken schon, wenn sie mein winziges Miyauchi 22x60 sehen - "Oh mein Gott, was is denn das für eine Kanone?".

Deshalb: Auch ein 5" Mak ist durchaus schon ein ordentliches Teil. Ach ja: Taukappe nicht vergessen.

Erzähl doch einfach mal, was Du genau beobachten willst und kannst (sprich: welche Erfahrungen hast Du bisher, mit einem Mak ist es u.U. ein wenig schwerer, das zu finden, was man sucht ...). In welche Richtung Dein Balkon geht und wieviel Platz Du hast.

Ach noch was: DSLR ... wenig Geld? Du weißt schon, dass allein die Montierung für diesen Spass vermutlich mehr kostet als das Teleskop? Schau Dir mal die Klevzov Teleskope von TAL an, könnte evtl. passen. Vor allem wäre schon eine halbwegs brauchbare Montierung dabei.

Gruß
Adson
 
hallo leute,

vielen dank mal für eure beiträge.
es geht mir eigentlich um den einstieg in die astrofotografie zusammen mit der dslr (allerdings unmodifizierte kamera) und das halt zu den geringsten kosten. mein balkon geht richtung süden und vom polarstern ist dort nix zu sehen.
hab unlängst die werbung vom neuen sky-watcher supa trak auto tracking telescope (mak 127, go to) gesehen und hab mir gedacht, ok da die kamera dran und belichtungszeiten bis ca. 5-7 min dürften wohl machbar sein ohne dass die bildfelddrehung zu störend wird (ist eben eine alt-az-monti). ausserdem ist das teil visuell auch brauchbar.
auf der anderen seite überleg ich mir, ob ich nicht nur eine parallaktische montierung kaufen soll und da mal die kamera mit meinem 300ter tele dranhäng und die ganze fotografierei mit einrichtung der montierung, nachführung usw. erlerne.
"russentonne" geistert mir dabei auch im kopf rum.
hab gesehen, dass so kombieangebote günstiger sind.
widerspricht sich vom oben geschriebenen "ohne sicht nach norden"; müsste ich das "scheinern" noch zusätzlich erlernen.

die ganze gschicht sollte einfach mal finanziell nicht ausufern, und mir ist schon klar, dass da vieles nicht gehen wird. bin aber neugierig "wieviel" doch geht...

beste grüsse
 
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