Armadilo
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Tagsüber war es noch recht stark bewölkt gewesen, für den Abend kündigte sich aber leichter Zwischenhocheinfluss an, sodass die Hoffnung bestand, dass es am Abend aufklaren würde. Da auch keine großräumigen Wettergebiete zu erwarten waren, war ich auch bzgl. des Seeings positiv gestimmt. Mit dem Mondaufgang gegen Mitternacht bestand somit für die erste Nachthälfte die Hoffnung auf ein paar Deep-Sky-Highlights des Frühjahrshimmels. Da es der erste richtige Feldversuch mit der AVX war, entschied ich mich heute für meinen 80/560er Apo. Das geringere Gewicht würde das Handling des Gesamtsystems sicherlich erleichtern. Vorab: Ich wurde nicht enttäuscht, abends lockerte die Bewölkung zunehmend auf und ich hatte trotz kleinem optischen Gerät wahrscheinlich eine der ergiebigsten Deep-Sky-Nächte meiner inzwischen 6 jährigen Astronomiereise. Hier mein Spaziergang.
Erster Teil: Kleine Kugelsternhaufen-Tour:
m3 in der Dämmerung noch schwach, aber erkennbar im 25mm, mit 14 und 8,5 mm gut erkennbare runde Wattekugel,jedoch keine Details ooder aufgelöste Sterne.
m53: Deutlich dunkler als m3, gerade an der erkennbarkeitsgrenze. Hier brauche ich mal mehr Öffnung.
m13: Helle, matte Wattekugel, gut erkennbar,aber nicht in Einzelsterne auflösbar.
m92: Heller, runder Haufen,aber nicht auflösbar.
ngc6229: Eines meiner Lieblingsobjekte. Als kleiner schwacher, diffuser Punkt eines Dreiecks, welches der Haufen mit zwei weiteren Umgebungssternen bildet erkennbar.
m5: matt,horizontnah,hier seeing schlecht. Fokussieren gelingt nicht gut. Schade.
Zweiter Teil: Galaxien und andere Highlights:
m81/82 fast im Zenit,trotz durchziehender dünner Wolkenschleier gut sichtbar. Die hellen Kerne von nebligem Schleier umgeben.
ngc457: Eines meiner Lieblingsobjekte. Im Umriss gut erkennbar, aber nicht spektakulär. Westhimmel noch stark aufgehelllt, es fehlt der Kontrast.
Double Cluster: Immer wieder schön. Trotz hellem Himmel im Westen, zwei schön definierte, funkelnde Ansammlungen kleiner Diamanten. Einfach schön. Im 14mm noch ein paar mehr Sterne im Haufen auszumachen.
m38: Zunächst schwach gegenüber den Umgebungssternen,aber dann im 14mm gut abgesetzt, wenn auch etwas dunkler.
m49: Im Südosten,sehr schwach,fast nur mit indirektem Sehen zu erkennen.
m64: Schwach, aber bereits ohne indirektes Sehen zu erkennen. Zu späterem Zeitpunkt unter heutigen Himmelsbedingungen bestimmt gut definiert, der Mond wird mir da aber leider einen Strich durch die Rechnung machen.
ngc4565: mit 25mm nur im indirekten Sehen, mit 14mm auch direkt zu sehen als matter Strich mit einer etwas stärkeren Aufhellung in der Mitte.Wie m64 unter dunklerem Himmel bei heutigen Bedingungen wahrscheinlich sogar gut erkennbar.
ngc4631: schwach im indirekten Sehen mit 25mm,mit 14mm ebenfalls.Leider schiebt sich gerade eine dünne Cirruswolke davor. Nachdem die Wolke weg ist, kann man die Umrisse im indirekten Sehen plötzlich sehr gut erkennen. Toll!
m94: Gut sichtbarer runder Nebel mit hellem Kern. Im 14mm noch etwas definierter, im 8,5er kaum Zugewinn an Detail. Zwischendurch etwas Luftunruhe. Wirkt mit dem leichtem Seeing wie eine flackernde Kerzenflamme. Das hat was.
m63: Gut erkennbarer diffuser Nebel neben einem Sternpaar. Kern aufgehellt, Schleier nach außen hin schwächer.
ngc5005: Im indirekten Sehen als schmales ovales Nebelchen erkennbar, auch ngc 5033 im indirekten Sehen ganz schwach erkennbar.
ngc4449: Fast im Zenit,bereits ohne indirektes Sehen als schwaches Nebelchen erkennbar,im 14mm hebt sich die Galaxie inmitten eines Fünfecks aus fünf helleren Sternen gut ab. Die Form erinnert mehr an einen planetarischen Nebel als an eine Galaxie. Aber deswegen gilt sie ja als irreguläre Galaxie.
m106: Im Übersichtsokular bereits gut als heller Nebel erkennbar, beste Wahrnehmung bei 14mm mit erahnbaren Armen,jedoch keine Verbesserung der Detailerkennbarkeit mehr mit 8,5mm.
m109: Nicht zu sehen,da von hellem Nachbarstern (Phecda) überstrahlt. Challenge für die nächsten Male.
m101: Heute erstmals visuell erfasst als aufgehellte schwache Nebelfläche. Es waren jedoch keine Umrisse erkennbar.
m51: Beide Kerne im 14mm sofort erkennbar, umgeben von diffusem Nebel, der beide Kerne zu verbinden scheint.
Inzwischen hellt der bald aufgehende Mond allmählich der Horizont im Südosten auf, sodass ich mich entschließe, langsam zusammen zu packen. Die Tour werde ich demnächst mit meinem 8 Zoll Dobson wiederholen. Ein schöner, entspannter und wohltuender Astroabend.
Was gibt es zur AVX zu sagen:
Erster Teil: Kleine Kugelsternhaufen-Tour:
m3 in der Dämmerung noch schwach, aber erkennbar im 25mm, mit 14 und 8,5 mm gut erkennbare runde Wattekugel,jedoch keine Details ooder aufgelöste Sterne.
m53: Deutlich dunkler als m3, gerade an der erkennbarkeitsgrenze. Hier brauche ich mal mehr Öffnung.
m13: Helle, matte Wattekugel, gut erkennbar,aber nicht in Einzelsterne auflösbar.
m92: Heller, runder Haufen,aber nicht auflösbar.
ngc6229: Eines meiner Lieblingsobjekte. Als kleiner schwacher, diffuser Punkt eines Dreiecks, welches der Haufen mit zwei weiteren Umgebungssternen bildet erkennbar.
m5: matt,horizontnah,hier seeing schlecht. Fokussieren gelingt nicht gut. Schade.
Zweiter Teil: Galaxien und andere Highlights:
m81/82 fast im Zenit,trotz durchziehender dünner Wolkenschleier gut sichtbar. Die hellen Kerne von nebligem Schleier umgeben.
ngc457: Eines meiner Lieblingsobjekte. Im Umriss gut erkennbar, aber nicht spektakulär. Westhimmel noch stark aufgehelllt, es fehlt der Kontrast.
Double Cluster: Immer wieder schön. Trotz hellem Himmel im Westen, zwei schön definierte, funkelnde Ansammlungen kleiner Diamanten. Einfach schön. Im 14mm noch ein paar mehr Sterne im Haufen auszumachen.
m38: Zunächst schwach gegenüber den Umgebungssternen,aber dann im 14mm gut abgesetzt, wenn auch etwas dunkler.
m49: Im Südosten,sehr schwach,fast nur mit indirektem Sehen zu erkennen.
m64: Schwach, aber bereits ohne indirektes Sehen zu erkennen. Zu späterem Zeitpunkt unter heutigen Himmelsbedingungen bestimmt gut definiert, der Mond wird mir da aber leider einen Strich durch die Rechnung machen.
ngc4565: mit 25mm nur im indirekten Sehen, mit 14mm auch direkt zu sehen als matter Strich mit einer etwas stärkeren Aufhellung in der Mitte.Wie m64 unter dunklerem Himmel bei heutigen Bedingungen wahrscheinlich sogar gut erkennbar.
ngc4631: schwach im indirekten Sehen mit 25mm,mit 14mm ebenfalls.Leider schiebt sich gerade eine dünne Cirruswolke davor. Nachdem die Wolke weg ist, kann man die Umrisse im indirekten Sehen plötzlich sehr gut erkennen. Toll!
m94: Gut sichtbarer runder Nebel mit hellem Kern. Im 14mm noch etwas definierter, im 8,5er kaum Zugewinn an Detail. Zwischendurch etwas Luftunruhe. Wirkt mit dem leichtem Seeing wie eine flackernde Kerzenflamme. Das hat was.
m63: Gut erkennbarer diffuser Nebel neben einem Sternpaar. Kern aufgehellt, Schleier nach außen hin schwächer.
ngc5005: Im indirekten Sehen als schmales ovales Nebelchen erkennbar, auch ngc 5033 im indirekten Sehen ganz schwach erkennbar.
ngc4449: Fast im Zenit,bereits ohne indirektes Sehen als schwaches Nebelchen erkennbar,im 14mm hebt sich die Galaxie inmitten eines Fünfecks aus fünf helleren Sternen gut ab. Die Form erinnert mehr an einen planetarischen Nebel als an eine Galaxie. Aber deswegen gilt sie ja als irreguläre Galaxie.
m106: Im Übersichtsokular bereits gut als heller Nebel erkennbar, beste Wahrnehmung bei 14mm mit erahnbaren Armen,jedoch keine Verbesserung der Detailerkennbarkeit mehr mit 8,5mm.
m109: Nicht zu sehen,da von hellem Nachbarstern (Phecda) überstrahlt. Challenge für die nächsten Male.
m101: Heute erstmals visuell erfasst als aufgehellte schwache Nebelfläche. Es waren jedoch keine Umrisse erkennbar.
m51: Beide Kerne im 14mm sofort erkennbar, umgeben von diffusem Nebel, der beide Kerne zu verbinden scheint.
Inzwischen hellt der bald aufgehende Mond allmählich der Horizont im Südosten auf, sodass ich mich entschließe, langsam zusammen zu packen. Die Tour werde ich demnächst mit meinem 8 Zoll Dobson wiederholen. Ein schöner, entspannter und wohltuender Astroabend.
Was gibt es zur AVX zu sagen:
- Die Montierung ist ein Schwergewicht, entsprechend sperrig zu tragen und zu verladen, im Feld aber eben sehr schön stabil. Da wackelt nichts und selbst, wenn man mal daranstößt, verschiebt sich die Montierung ob des Gewichts nicht sofort. Da schwingt nichts nach und wackelt nichts beim Fokussieren. Ein Traum fürs visuelle.
- Man muss im Dunkeln aufpassen, dass man die Stecker des Bedienteils richtig einsteckt. Hatte es anfangs aus Versehen in den Autoguide-Port gesteckt und mich gewundert, dass nichts ging. Das konnte nach kurzer Fehlersuche zum Glück schnell behoben werden. Hatte im ersten Schreckmoment gedacht, die Stromversorgung hätte sich verabschiedet.
- Gesamtaufbauzeit bis zum Betrieb: ca. 15 Minuten. Das ist absolut akzeptabel.
- Fazit zum Einnordungsprozess: Die Montierung lässt sich für rein visuelle Zwecke auch ohne Polsucher recht genau ausrichten. Grobe Nordausrichtung des Stativs erfolgte mit der Kompassapp meines Handys. Anhand der App „PS Align“ habe ich mir dann die ungefähre Position des HNP in Bezug auf den Polarstern herausgesucht. In der App kann neben diversen Polsucherlayours auch das Telradlayout ausgewählt werden, welches logischerweise dann nicht seitenverkehrt und nicht vergrößert ist. Entsprechend passt die Position des HNP dann einigermaßen, wenn man sie in der Polsucheröffnung ohne Polsucherfernrohr ungefähr so einstellt, wie sie in der App dargestellt wird. Danach ein Zwei-Sterne-Alignment, hier am besten über den Himmel verteilte helle Referenzsterne. Bei mir gestern Capella, Pollux und zur Ergänzung habe ich dann doch noch als dritte Referenz Arctur hinzugenommen. Die Sterne erschienen bereits beim ersten Anfahren im Bildfeld.
- Das All-Star-Polar-Align habe ich gestern nicht verwendet, es wäre bei fotografischem Einsatz aber sinnvoll gewesen. Alles in allem hatte ich mit meiner Quick&Dirty-Variante den Abend über eine für visuelle Zwecke sehr gute Goto-Genauigkeit, die Ziele waren im 25mm nur leicht abseits der Bildmitte, im 14mm noch im inneren Drittel und im 8,5er dann schon etwas zum Rand verschoben. Alles in allem aber mit dem gewählten Refraktor absolut gut und es musste nicht nochmals neu aligned werden. Die Nachführung arbeitet präzise und hält die Objekte gut in der Bildmitte.
- Der 80/560er macht sich bei Deepsky wirklich gut. Natürlich geht ihm an dunkleren Zielen etwas die Puste aus, aber die Ziele sind bis ca. 9 Mag bei leicht aufgehelltem Himmel durchaus auffindbar. Unter ganz dunklem Himmel sollte mehr gehen.