Delyon
Aktives Mitglied
Beobachtungszeitraum: 29./30.3.2014, ca. 22-3 Uhr
Beobachtungsort: Platt (Weinviertel, Niederösterreich)
Verwendete Geräte: Skywatcher 127/1500 Mak, Lacerta 10x50 Fernglas
Verwendete Okulare: 32mm Plössl, 14mm Explore Scientific, 9mm Goldkante
Hallo,
den vor einigen Monaten als Ergänzung zu meinem 80/600 ED gekauften 127er Mak hatte ich bisher fast nur für Mond und Planeten eingesetzt, aber die aktuelle Schönwetterperiode lud dazu ein, ihm unter gutem Himmel auch mal die Gelegenheit zu geben, zu zeigen, was in Sachen Deep Sky in ihm steckt. Also nahm ich gestern abend mit Mak und Fernglas bewaffnet den Zug zu meinem Stammbeobachtungsplatz beim Dörfchen Platt, um mal zu sehen, wie groß bei DS der Unterschied zum 80er ED ist. Vorsorglich hatte ich mich schon mit einem neuen Zenitspiegel mit 99% Reflektion ausgerüstet, um durch den mäßigen mitgelieferten ZS kein Licht zu verschenken.
Los ging es mit etwas Jupiterbeobachtung, aber im Gegensatz zum ED braucht der Mak schon gut eine Stunde Auskühlzeit, um bei Hochvergrößerung gute Ergebnisse zu liefern, also schwenkte ich bald, nach einigermaßen erfolgter Dunkeladaption, mit dem 32mm Plössl zu den ersten Deep Sky-Objekten und fing mit dem Galaxienpaar M81/82 an. Beide Galaxien sind ein gutes Stück heller als im ED, M81 zeigt deutlicher seinen Halo, und in M82 meinte ich mit indirektem Sehen zwei dunkle Fleckchen zu sehen, also wohl eine erste Andeutung der Staubstrukturen - schön!
Weiter zu M51/NGC5195, die sich als zwei kräftige, deutlich voneinander abgegrenzte Nebelscheibchen mit quasi-stellarem Kern zeigen. Wie im ED zeigt sich die Spiralstruktur noch nicht wirklich, aber die im ED nur einmal mit indirektem Sehen knapp erspähten Helligkeitsunterschiede in der Scheibe von M51 zeigt der Mak selbstverständlicher und auch bei direktem Sehen.
Darauf gönnte ich mir mit dem 10x50 Fernglas ein wenig Himmelsabgrasen (Wozu das enge Gesichtsfeld des Mak ja nun nicht einlädt), die Krippe und einige weitere größere offene Sternhaufen und machte mir den Spaß, einige Messier-Galaxien mit dem Fernglas aufzuspüren - M81, M82, M94, M65 und M66 waren kein Problem, bei lichtschwächeren Galaxien machte die heute ziemlich schlechte Lufttransparenz einen Strich durch die Rechnung. Als ich dann mit dem Mak zum Jupiter zurückkehrte, stellte ich fest, dass die atmosphärischen Bedingungen heute generell sehr mäßig waren: Nicht nur geringe Transparenz, sondern auch sehr schlechtes Seeing - trotz voll ausgekühltem Tubus waberte und blubberte der Jupiter so sehr, dass die 9mm Goldkante nicht sinnvoll einsetzbar war und ich mich damit begnügte, den Riesenplaneten bei 107x im 14mm ES zu begutachten, das in luftruhigen Sekunden eine Menge feiner Details am Rand der Hauptwolkenbänder zeigte, aber meistens war das Bild selbst bei 107x noch unruhig. Kein Planetenwetter also, aber ich wollte ja eh auf Deep Sky-Jagd gehen.
Das Leo-Trio kam als nächstes an die Reihe. M65 und M66 zeigten im 32mm Plössl einen größeren Teil ihres Halos als im ED, waren etwas heller, sahen sonst aber nicht dramatisch anders aus. Bemerkenswerter war der Unterschied bei NGC3628, die ich im ED nur ganz schwach ausmachen kann, während der Mak sie wesentlich deutlicher zeigt, schön in ihrer Form als Edge-on-Galaxie erkennbar - schade nur, dass das Gesichtsfeld des Mak nicht ausreicht, das Galaxientrio gemeinsam zu beobachten. M95/M96/M105 sind rasch gefunden und zeigen sich hell und deutlich, aber ohne weitere Struktur.
Da ich in jeder Beobachtungsnacht mindestens zwei, drei noch nie beobachtete neue Objekte sehen will, schlage ich im Karkoschka nach, ob es im Löwen denn noch was Interessantes in der Reichweite eines Fünfzöllers gibt, und tatsächlich: NGC2903 sollte zu knacken sein. Vom Kopf des Löwen ausgehend lässt sich diese 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie in der Tat leicht aufspüren und zeigt sich als rundlicher, überraschend kräftiger Nebelfleck mit erahnbarem Halo.
Fürs erste genug Galaxien, ich wende mich den immer höher steigenden Sommersternbildern zu und beginne im Herkules, wo ich schnell M13 im Okular habe. Schon im 32mm Plössl mit deutlich grieseligem Rand, offenbart das 14mm ES bei 107x eine herrliche Fülle aufgelöster Sterne nicht nur am äußersten Rand, sondern relativ tief in den Sternhaufen hinein. Je länger man beobachtet, desto mehr Einzelsterne glitzern wie Diamanten hervor und werden Sternenketten, sternenreichere und sternenärmere Gebiete innerhalb des Kugelsternhaufens erkennbar - während die (nominell - abzüglich seiner Obstruktion wird der Mak ja wahrscheinlich nicht viel mehr Licht als ein 4"-Refraktor sammeln) 47mm mehr Öffnung des Mak gegenüber dem ED bei Galaxien keinen dramatischen Unterschied bewirken, schlagen sie bei Kugelsternhaufen voll zu Buche. Bei der Zahl der aufgelösten Einzelsterne kommt der ED nicht annähernd mit, wenn er auch M13 ebenfalls schön mit angelöstem Rand zeigt. Ich probiere auch die 9mm Goldkante aus, und obwohl das Bild da schon reichlich duster wird, meine ich, noch mehr Einzelsterne zu sehen als bei 107x.
M92 muss natürlich auch ausprobiert werden, und auch dieser Kugelsternhaufen zeigt wesentlich mehr Einzelsterne als im ED, ist aber nicht so beeindruckend wie M13.
Auch der Ringnebel M57 ist mittlerweile einigermaßen aus dem Horizontdunst hinaus, zeigt sich bei 107x bei direktem Sehen schön als Rauchkringel mit leicht unregelmäßigem Rand, aber abgesehen von der größeren Helligkeit zeigt der Mak hier nichts, was der ED nicht auch kann, der die Ringform von M57 bei höheren Vergrößerungen ebenfalls schon bei direktem Sehen offenbart.
Der Kugelsternhaufen M56 schließlich bleibt auch im Mak recht schwach, bei 107x am Rand leicht körnig, aber keine Einzelsterne auflösbar.
Weil es so schön ist, mache ich noch einmal einen Schwenk zum Galaxienpaar M81/82 und schaue im Karkoschka nach, was es in der Gegend noch an bisher unbeobachteten Objekten gibt. Die Galaxie NGC2403 soll leicht sein, aber in dieser sternenarmen Gegend, in der man sich schwer orientieren kann, ist die Sucherei mit dem engen Gesichtsfeld des Mak zu mühsam. Ich gebe die Suche auf und wähle ein anderes Ziel aus: Die 35 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC2841, in der Nähe eines hellen Orientierungssterns und ebenfalls noch nie beobachtet. Und siehe da: Fast auf Anhieb habe ich den länglichen, strukturlosen Nebelklecks im Okular, der sich auch bei direktem Sehen deutlich abzeichnet.
Zur Abwechslung gönne ich mir dann ein wenig Planetengucken: Mars wird erst mit dem 14mm ES anvisiert, zeigt bei 107x aber keine Details außer der Polkappe. Für eine brauchbare Vergrößerung muss die 9mm Goldkante her, da aber schlägt das Seeing wieder zu und zeigt mir ein blubberndes, hüpfendes rotes Kügelchen, auf dem ich nur in den ruhigsten Sekunden außer der Polkappe auch noch ein großes Dunkelgebiet erkennen kann. Mir scheint, dass der ED doch wesentlich weniger seeinganfällig ist als der Mak, jedenfalls ist auffällig, dass ich im ED fast immer ganz ruhige Planetenabbildung auch bei Hochvergrößerung habe, während ich die Nächte, in denen es an Mond und Planeten bei Hochvergrößerung am Mak nicht blubbert und wabert, an einer Hand abzählen kann. Am Saturn (Der freilich auch noch ziemlich tief am Horizont steht) dasselbe: In luftruhigen Sekunden wunderschön mit Cassini-Teilung, Ringschatten und Struktur auf der Planetenoberfläche, aber meistens ein unruhiges Gewaber, bei dem man sich kaum auf die Details konzentrieren kann.
Überhaupt werden die Bedingungen immer schlechter, die Luft wird dunstig, und es sieht nach bevorstehendem Bodennebel aus, also gehe ich in den Endspurt und erhasche noch ein paar Galaxien. M104 zeigt sich kräftig als länglicher Lichtstrich, bei indirektem Sehen mit Wölbung zur Mitte hin und mit sekundenweise erahnbarem Staubband (Das ich in einer Nacht mit allerdings sehr viel besseren atmosphärischen Bedingungen jedoch auch indirekt im ED erspähen konnte).
M49 ist deutlich heller als im ED, bleibt aber ein strukurloses Nebeloval (Ist ja auch eine elliptische Galaxie, die eh keine Details zu bieten hat). Ein wenig Herumstreifen im Virgo- und im Comahaufen zeigt eine Reihe galaxieverdächtiger Nebelflecke, die ich aber nicht klar identifizieren kann - die Orientierung im Galaxiengewimmel dieser beiden Haufen fällt mir schwer, ich muss mal in einer weiteren Beobachtungsnacht sorgfältig planen, systematisch alle mit meinen Geräten erreichbaren Galaxien in den beiden Haufen zu suchen und zu identifizieren.
Tatsächlich bildet sich nun Nebel, mir bleibt nichts anderes übrig als zusammenzupacken und zum Bahnhof zurückzuwandern, wo ich noch mehrere Stunden auf den ersten Frühzug nach Wien warten muss, aber immerhin mit einem herrlichen Sonnenaufgang und Vogelkonzert belohnt werde.
Fazit der Beobachtungsnacht: Durch sein enges Gesichtsfeld und den Lichtverlust durch Obstruktion ist der Mak bekanntlich eher ein Mond- und Planetenspezialist und keine Deep Sky-Kanone, schlägt sich aber durchaus tapfer an kompakten Deep Sky-Objekten und ist besonders für Kugelsternhaufen und kompakte Galaxien ein durchaus leistungsfähiges, schönes Gerät. Mittelfristig werde ich ihn wohl durch einen 4"-ED oder Apo ersetzen, bei dem sich die Probleme des engen Gesichtsfeldes und der schwierigen Thermik nicht ergeben, aber als unschlagbar kompaktes und dennoch leistungsstarkes Handtaschengerät werde ich den Mak wohl auch dann behalten.
CS,
Fabian
Beobachtungsort: Platt (Weinviertel, Niederösterreich)
Verwendete Geräte: Skywatcher 127/1500 Mak, Lacerta 10x50 Fernglas
Verwendete Okulare: 32mm Plössl, 14mm Explore Scientific, 9mm Goldkante
Hallo,
den vor einigen Monaten als Ergänzung zu meinem 80/600 ED gekauften 127er Mak hatte ich bisher fast nur für Mond und Planeten eingesetzt, aber die aktuelle Schönwetterperiode lud dazu ein, ihm unter gutem Himmel auch mal die Gelegenheit zu geben, zu zeigen, was in Sachen Deep Sky in ihm steckt. Also nahm ich gestern abend mit Mak und Fernglas bewaffnet den Zug zu meinem Stammbeobachtungsplatz beim Dörfchen Platt, um mal zu sehen, wie groß bei DS der Unterschied zum 80er ED ist. Vorsorglich hatte ich mich schon mit einem neuen Zenitspiegel mit 99% Reflektion ausgerüstet, um durch den mäßigen mitgelieferten ZS kein Licht zu verschenken.
Los ging es mit etwas Jupiterbeobachtung, aber im Gegensatz zum ED braucht der Mak schon gut eine Stunde Auskühlzeit, um bei Hochvergrößerung gute Ergebnisse zu liefern, also schwenkte ich bald, nach einigermaßen erfolgter Dunkeladaption, mit dem 32mm Plössl zu den ersten Deep Sky-Objekten und fing mit dem Galaxienpaar M81/82 an. Beide Galaxien sind ein gutes Stück heller als im ED, M81 zeigt deutlicher seinen Halo, und in M82 meinte ich mit indirektem Sehen zwei dunkle Fleckchen zu sehen, also wohl eine erste Andeutung der Staubstrukturen - schön!
Weiter zu M51/NGC5195, die sich als zwei kräftige, deutlich voneinander abgegrenzte Nebelscheibchen mit quasi-stellarem Kern zeigen. Wie im ED zeigt sich die Spiralstruktur noch nicht wirklich, aber die im ED nur einmal mit indirektem Sehen knapp erspähten Helligkeitsunterschiede in der Scheibe von M51 zeigt der Mak selbstverständlicher und auch bei direktem Sehen.
Darauf gönnte ich mir mit dem 10x50 Fernglas ein wenig Himmelsabgrasen (Wozu das enge Gesichtsfeld des Mak ja nun nicht einlädt), die Krippe und einige weitere größere offene Sternhaufen und machte mir den Spaß, einige Messier-Galaxien mit dem Fernglas aufzuspüren - M81, M82, M94, M65 und M66 waren kein Problem, bei lichtschwächeren Galaxien machte die heute ziemlich schlechte Lufttransparenz einen Strich durch die Rechnung. Als ich dann mit dem Mak zum Jupiter zurückkehrte, stellte ich fest, dass die atmosphärischen Bedingungen heute generell sehr mäßig waren: Nicht nur geringe Transparenz, sondern auch sehr schlechtes Seeing - trotz voll ausgekühltem Tubus waberte und blubberte der Jupiter so sehr, dass die 9mm Goldkante nicht sinnvoll einsetzbar war und ich mich damit begnügte, den Riesenplaneten bei 107x im 14mm ES zu begutachten, das in luftruhigen Sekunden eine Menge feiner Details am Rand der Hauptwolkenbänder zeigte, aber meistens war das Bild selbst bei 107x noch unruhig. Kein Planetenwetter also, aber ich wollte ja eh auf Deep Sky-Jagd gehen.
Das Leo-Trio kam als nächstes an die Reihe. M65 und M66 zeigten im 32mm Plössl einen größeren Teil ihres Halos als im ED, waren etwas heller, sahen sonst aber nicht dramatisch anders aus. Bemerkenswerter war der Unterschied bei NGC3628, die ich im ED nur ganz schwach ausmachen kann, während der Mak sie wesentlich deutlicher zeigt, schön in ihrer Form als Edge-on-Galaxie erkennbar - schade nur, dass das Gesichtsfeld des Mak nicht ausreicht, das Galaxientrio gemeinsam zu beobachten. M95/M96/M105 sind rasch gefunden und zeigen sich hell und deutlich, aber ohne weitere Struktur.
Da ich in jeder Beobachtungsnacht mindestens zwei, drei noch nie beobachtete neue Objekte sehen will, schlage ich im Karkoschka nach, ob es im Löwen denn noch was Interessantes in der Reichweite eines Fünfzöllers gibt, und tatsächlich: NGC2903 sollte zu knacken sein. Vom Kopf des Löwen ausgehend lässt sich diese 25 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie in der Tat leicht aufspüren und zeigt sich als rundlicher, überraschend kräftiger Nebelfleck mit erahnbarem Halo.
Fürs erste genug Galaxien, ich wende mich den immer höher steigenden Sommersternbildern zu und beginne im Herkules, wo ich schnell M13 im Okular habe. Schon im 32mm Plössl mit deutlich grieseligem Rand, offenbart das 14mm ES bei 107x eine herrliche Fülle aufgelöster Sterne nicht nur am äußersten Rand, sondern relativ tief in den Sternhaufen hinein. Je länger man beobachtet, desto mehr Einzelsterne glitzern wie Diamanten hervor und werden Sternenketten, sternenreichere und sternenärmere Gebiete innerhalb des Kugelsternhaufens erkennbar - während die (nominell - abzüglich seiner Obstruktion wird der Mak ja wahrscheinlich nicht viel mehr Licht als ein 4"-Refraktor sammeln) 47mm mehr Öffnung des Mak gegenüber dem ED bei Galaxien keinen dramatischen Unterschied bewirken, schlagen sie bei Kugelsternhaufen voll zu Buche. Bei der Zahl der aufgelösten Einzelsterne kommt der ED nicht annähernd mit, wenn er auch M13 ebenfalls schön mit angelöstem Rand zeigt. Ich probiere auch die 9mm Goldkante aus, und obwohl das Bild da schon reichlich duster wird, meine ich, noch mehr Einzelsterne zu sehen als bei 107x.
M92 muss natürlich auch ausprobiert werden, und auch dieser Kugelsternhaufen zeigt wesentlich mehr Einzelsterne als im ED, ist aber nicht so beeindruckend wie M13.
Auch der Ringnebel M57 ist mittlerweile einigermaßen aus dem Horizontdunst hinaus, zeigt sich bei 107x bei direktem Sehen schön als Rauchkringel mit leicht unregelmäßigem Rand, aber abgesehen von der größeren Helligkeit zeigt der Mak hier nichts, was der ED nicht auch kann, der die Ringform von M57 bei höheren Vergrößerungen ebenfalls schon bei direktem Sehen offenbart.
Der Kugelsternhaufen M56 schließlich bleibt auch im Mak recht schwach, bei 107x am Rand leicht körnig, aber keine Einzelsterne auflösbar.
Weil es so schön ist, mache ich noch einmal einen Schwenk zum Galaxienpaar M81/82 und schaue im Karkoschka nach, was es in der Gegend noch an bisher unbeobachteten Objekten gibt. Die Galaxie NGC2403 soll leicht sein, aber in dieser sternenarmen Gegend, in der man sich schwer orientieren kann, ist die Sucherei mit dem engen Gesichtsfeld des Mak zu mühsam. Ich gebe die Suche auf und wähle ein anderes Ziel aus: Die 35 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC2841, in der Nähe eines hellen Orientierungssterns und ebenfalls noch nie beobachtet. Und siehe da: Fast auf Anhieb habe ich den länglichen, strukturlosen Nebelklecks im Okular, der sich auch bei direktem Sehen deutlich abzeichnet.
Zur Abwechslung gönne ich mir dann ein wenig Planetengucken: Mars wird erst mit dem 14mm ES anvisiert, zeigt bei 107x aber keine Details außer der Polkappe. Für eine brauchbare Vergrößerung muss die 9mm Goldkante her, da aber schlägt das Seeing wieder zu und zeigt mir ein blubberndes, hüpfendes rotes Kügelchen, auf dem ich nur in den ruhigsten Sekunden außer der Polkappe auch noch ein großes Dunkelgebiet erkennen kann. Mir scheint, dass der ED doch wesentlich weniger seeinganfällig ist als der Mak, jedenfalls ist auffällig, dass ich im ED fast immer ganz ruhige Planetenabbildung auch bei Hochvergrößerung habe, während ich die Nächte, in denen es an Mond und Planeten bei Hochvergrößerung am Mak nicht blubbert und wabert, an einer Hand abzählen kann. Am Saturn (Der freilich auch noch ziemlich tief am Horizont steht) dasselbe: In luftruhigen Sekunden wunderschön mit Cassini-Teilung, Ringschatten und Struktur auf der Planetenoberfläche, aber meistens ein unruhiges Gewaber, bei dem man sich kaum auf die Details konzentrieren kann.
Überhaupt werden die Bedingungen immer schlechter, die Luft wird dunstig, und es sieht nach bevorstehendem Bodennebel aus, also gehe ich in den Endspurt und erhasche noch ein paar Galaxien. M104 zeigt sich kräftig als länglicher Lichtstrich, bei indirektem Sehen mit Wölbung zur Mitte hin und mit sekundenweise erahnbarem Staubband (Das ich in einer Nacht mit allerdings sehr viel besseren atmosphärischen Bedingungen jedoch auch indirekt im ED erspähen konnte).
M49 ist deutlich heller als im ED, bleibt aber ein strukurloses Nebeloval (Ist ja auch eine elliptische Galaxie, die eh keine Details zu bieten hat). Ein wenig Herumstreifen im Virgo- und im Comahaufen zeigt eine Reihe galaxieverdächtiger Nebelflecke, die ich aber nicht klar identifizieren kann - die Orientierung im Galaxiengewimmel dieser beiden Haufen fällt mir schwer, ich muss mal in einer weiteren Beobachtungsnacht sorgfältig planen, systematisch alle mit meinen Geräten erreichbaren Galaxien in den beiden Haufen zu suchen und zu identifizieren.
Tatsächlich bildet sich nun Nebel, mir bleibt nichts anderes übrig als zusammenzupacken und zum Bahnhof zurückzuwandern, wo ich noch mehrere Stunden auf den ersten Frühzug nach Wien warten muss, aber immerhin mit einem herrlichen Sonnenaufgang und Vogelkonzert belohnt werde.
Fazit der Beobachtungsnacht: Durch sein enges Gesichtsfeld und den Lichtverlust durch Obstruktion ist der Mak bekanntlich eher ein Mond- und Planetenspezialist und keine Deep Sky-Kanone, schlägt sich aber durchaus tapfer an kompakten Deep Sky-Objekten und ist besonders für Kugelsternhaufen und kompakte Galaxien ein durchaus leistungsfähiges, schönes Gerät. Mittelfristig werde ich ihn wohl durch einen 4"-ED oder Apo ersetzen, bei dem sich die Probleme des engen Gesichtsfeldes und der schwierigen Thermik nicht ergeben, aber als unschlagbar kompaktes und dennoch leistungsstarkes Handtaschengerät werde ich den Mak wohl auch dann behalten.
CS,
Fabian