DeepSky & Farbe: Zu dunkel oder zu farblos?

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Rolf_Stoekler

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Hallo,

Folgende Frage: Wir sehen, zumindest ist das die Standarderklärung, bei DeepSky-Objekten keine Farbe, weil sie schlichtweg nicht hell genug sind. Denn: Für die Wahrnehmung von Farben muss ein Mindestmaß an Helligkeit vorhanden sein:

Konsequenz: Wenn ich M42 durch einen Filter beobachte, so geht in jedem Fall Licht verloren. M42 dürfte also unter keinen Umständen farbiger werden als zuvor!

Beobachtung: M42 scheint mir aber deutlich grünlicher durch einen UHC, obwohl der UHC natürlich den Nebel etwas dunkler macht.

Einbildung?

Frage: Wie ist eure Farbwahrnehmung, wenn ihr Nebel durch Farbfilter beobachtet?
 
Hallo Rolf,

durch was für ein Teleskop hast Du denn beobachtet? Und welcher UHC Filter wurde verwendet?

M42 ist natürlich der hellste hier zu beobachtende Nebel, so gibt es je nach verwenderter Optik (Öffnungen ab ca. 12/14") durchaus einen Hauch von Farbe. Aber auch bei Öffnungen um die 8/10" und dunklem Himmel gibt es immer wieder zumindest subjektiv das Empfinden einen zarten Hauch von Farbe entdeckt zu haben.

Es ist aber wahrscheinlicher das der Grünstich durch den verwendeten UHC-Filter verursacht wurde.

Gruss,
Ingo
 
Hallo,

Das ist mir alles schon klar! Aber wenn der Grünstich durch den UHC (Baader) verstärkt wurde, dann widerspricht das doch der Aussage, dass die mangelnde Farberkennung allein auf die geringe Lichtmenge zurück zu führen ist.

Denn summa summarum erreicht mein Auge unter Verwendung des UHC weniger Licht als ohne UHC. So oder so dürfte sich der Grünstich mit keinem Filter der Welt verstärken, da immer Licht verloren geht.

Da derzeit das Wetter so schlecht ist die Frage: Hat schonmal jemand einen anderen Nebel (Eskimonebel und weiß der Geier welchen) durch einen Farbfilter beobachtet? Der Nebel wird dadurch ja dunkler und das Farbempfinden müsste noch weiter zurück gehen. Ist das so???
 
Hallo Rolf,

da liegst Du falsch, denn Du vergisst das der Filter verschiedene Spektrallinien aus dem Licht heraus filtert.

Schau mal hier, da siehtst Du welche Spektrallinien bei M42 übrig bleiben. Dann wird dir auch klar warum er grün erscheint.
Astronomic UHC Filter
Unten auf der Seite findest Du den spektroskopischen Test.

Gruss,
Ingo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Genau darauf will ich hinaus.

Wir sagen: Man sieht keine Farben, weil der Nebel zu dunkel ist.

Daraus ist zu schließen: Dunkelt man ihn noch weiter ab, dürfte das Farbempfinden unter keinen Umständen steigen.

Die Frage, die ich damit stellen will, ist die folgende:

Kann man das mangelnde Farbsehen wirklich nur mit der mangelnden Helligkeit erklären?

Anderes Beispiel: MicorsoftWord hat bei mir einen weißen, also keinen farbigen Hintergrund. Das liegt aber weder daran, dass der Hintergrund zu dunkel ist noch daran, dass keine Farben da wären. Nur ergeben rot/grün/blau --> weiß. Betrachte ich Word durch einen Rotfilter, wird der Hintergrund dunkler, aber röter, weil ich eben - wie bei M42 - alle anderen Spektrallinien filtere.

Dass rot/grün/blau weiß ergeben, liegt an der additiven Farbmischung. Nun haben wir bei vielen DeepSky-Objekten ja auch mehrere Emissionslinien, die sich unter Umständen auch gegenseitig neutralisieren.

Daher einfach mal die Frage: Könnte dies neben der geringen Lichtmenge nicht zumindest ein weiterer Erklärungsansatz sein?
 
Hallo Rolf,

normal siehst Du M42 nur als wießen Fleck, was ander geringen Menge an Licht und eben der Dunkeladaption Deiner Augen liegt. Wenn Du aber eine UHC Filter einsetzt bleiben praktisch nur noch die grünen Spektrallinien des Lichtes über. Die roten und blauen Anteile werde praktisch komplett ausgefiltert. Dadurch das aber gerade M42 immer noch verhältnismäßig hell ist, reicht die Menge an Licht noch aus um ihn dan auch grün zu sehen. Bei schwächeren Objekten wird das nich mehr so sein. Diese erscheinen dann trotzdem als weißer Nebel.

Gruss,
Ingo
 
Man könnte auch noch erwähnen, dass das Auge im grünen Bereich am empfindlichsten ist was zusammen mit dem Filter den Eindruck verstärken kann.

Grüße
Holger
 
Hallo,
zwei Dinge fallen mir in diesem Zusammenhang ein.
1. Sehe ich M42 in fast jeder Optik unter fast allen Bedingungen grünlich,
2. wobei es mir fast so scheint, dass das Farbensehen bei wirklich dunklem Himmel und gut adaptiertem Auge schlechter ist, als bei nicht optimalen Himmel und schlecht adaptierten Augen. Ich vermute, dass das Auge bei Minimallicht irgendwann auf schwarz-weiss umschaltet, da die Farbrezeptoren einfach wegen mangelnden Reizen ermüden. Kann das sein?

Noch etwas Interessantes:
Oft beobachte ich mit einem 7x50 Fernglas in Kombination mit UHC/Nebelfiltern. Da mich der Grünstich sehr stört, verwende ich nur einen Filter im linken Okular und rechts ebend keinen. Das Gehirn schafft es dann den Kontrast aus dem gefilterten Bild mit dem natürlichen Farbeindruck aus dem ungefilterten zu kombinieren. Für mich ist dies das Optimum bei der beidäugigen Beobachtung.
Hat jemand schon mal Experimente mit einem Binoansatz an einem großen Teleskop dazu gemacht? Würde mich brennend interessieren, weil ich überlege aus eben diesen Grund einen Bino-Ansatz zu kaufen. (Ich weiss, ein Bino ist sowieso klasse, braucht mich davon nicht zu überzeugen ;-)))

Clear Skies
McGrun
 
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