Deepsky-Fotos unscharf

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Hans_Olo

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Hallo Sternfreunde,

ich Neueinsteiger und habe ca. 1 Jahr lang Erfahrungen im visuellen Beobachten mit einem Celestron Maksutov Teleskop gesammelt. Da ich begann, mich mehr für die Fotografie zu interessieren, enstschloss ich mich, meine Gerätschaft zu erweitern. Nach ca. 3 Monaten Foren durchforsten und einigen nützlichen Tips von Bekannten bestizte ich nun folgende Instrumente:

8" Fotonewton f/4
Celestron CAM Goto + GPS-Kit
Dreibein Stativ und Säule
2" Monorail Okularauszug
Baader Hyperion Okulare in diversen Brennweiten
M43/T2 Adapter

Da mir für den Anfang eine CCD-Kamera zu teuer war (nicht zuletzt auf Grund meiner Unerfahrenheit), entschloss ich mich, vorerst meine Nikon D60 zu nutzen. Soviel zum Hintergrund.

Nun mein Problem: Ich bekomme, ganz besonders bei Deepsky-Aufnahmen, einfach kein scharfes Bild hin. Ich habe mit Belichtungszeit, Rauschunterdrückung etc. gespielt, jedoch ohne großen Erfolg. Kann es sein, dass die Nachführung der Montierung zu ungenau ist und ich einen Autoguider benötige? Bilder vom Mond sind ganz passabel, aber Nebel, Galaxien, Sternhaufen & Co. bekomme ich nicht hin. Inwiefern wirken sich Filter (Nebelfilter, IR-Sperrfilter etc.) aus?

vlt. können mir erfahrene Leute ein paar Tips geben.

Grüße, Marc.
 
Hallo Marc,

Deine Vermutung
Zitat von Hans_Olo:
Kann es sein, dass die Nachführung der Montierung zu ungenau ist
läßt sich überprüfen: Sind die Sterne in Rektaszension auseinandergezogen, war die Nachführung ungenau (wahrscheinlich), sind sie einfach nicht rund, könnte die Einnordung daneben gelegen haben. Ansonsten wird es ein anderes Problem sein.

Inwiefern wirken sich Filter (Nebelfilter, IR-Sperrfilter etc.) aus?
Wenn die Kamera direkt am Teleskop hängt, sollten sie unnötig sein, denn das ist ja ein reiner Reflektor, der IR im selben Punkt bündelt wie visuelle Lichtwellen auch.

Grüße

fquadrat
 
TIP zur D60
Zum scharfstellen einfach einen hellen Stern aussuchen und Belichtungszeit auf 2 Sekunden, ISO 400 einstellen.
ISO 800 ist auch möglich Rauschfilter aus.

Mit IR Fernauslöser Bild machen und im Display der Kamera
den Stern mit den "+ - und Cousor Tasten" vergrößern.
Am Teleskope solange "scharfstellen" bis aus einer Sternscheibe ein kleiner "Punkt" wird.

Kameramodus sollte Manuell mit weissabgleich"direktes Sonnenlicht" sein.

wenn der Stern scharf ist Belichtungszeit auf 30 sec einstellen
und Fotoserie starten.

Statt dem Orginal IR Nikon Fernauslöser kann auch eine alte "Lernfähige TV Fernbedienung" benutzt werden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Falls nur schlecht fokussiert wurde, die Sterne also zu Kreisen oder Scheiben aufgeblasen sind: Google mal nach Bahtinov-Maske. Die Dinger gibt's fertig bei Händlern, oder du googelst noch zusätzlich nach Bahtinov Mask Generator, dann kannst du dir selber eine z.B. auf Overheadfolie ausdrucken. An dem Beugungsmuster kann man mit Probeaufnahmen sehr schön beurteilen, ob das Bild scharf ist.

Gruß,
Alex
 
Hallo Marc,

wie genau ist dein Setup?

D60 direkt über T2-Adapter im Okularauszug des 8" f4? Ist ein Komakorrektor im Spiel?

Am besten du stellt mal ein Beispiel-Foto rein. Ansonsten düfte es ziemlich unmöglich sein was Genaues zu sagen. Unter "unscharf" wird alles mögliche verstanden...


Kann es sein, dass die Nachführung der Montierung zu ungenau ist und ich einen Autoguider benötige?

2x ja, sofern die Belichtungszeit wenige Sekunden übersteigt.


cs
Martin


 
Hallo Marc,

die CAM mit einem 8" Newton zu zähmen ist nicht einfach. Geht aber. Aber es macht wenig Freude weil Du ewig Stress mit der Montierung hast.

Autoguiding ist ein klares muss, genau wie ein Komakorrektor beim Newton. Die CAM und auch wesentlich teurere Montierungen laufen nicht genau genug um unguidet länger als 10 oder mehr Sekunden zu fotografieren. Hängt natürlich aber auch von Deinem Anspruch ab !

Auf das Fokussieren solltest Du großen Wert legen. Machst Du das von Hand können gerne mal 10 - 15 Minuten ins Land gehen. Mit Bahtinov Maske soll es aber wesentlich einfacher sein. Würde ich mir besorgen.

Schau mal auf meiner Seite die ganz alten Fotos sind mit 8" Orion Newton (der Leichtbau) gemacht. Ein 8" GSO ist zu schwer. Ich hatte als Leitrohr einen 102 mm Mak auf einer Parellelbefestigung.

Grüße

Richard
 
Hallo Marc,
zeig doch mal ein unbearbeitetes Rohbild mit dem Fehler bitte.
Ohne kann man nur raten...

Wie lange belichtest Du denn? Die Rauschunterdrückung würde ich abschalten, das kostet nur wertvolle Belichtungszeit und es geht hinterher am PC mit Darkframes eh besser.

Einen IR-filter brauchst am Newton wirklich nicht und Nebelfilter reduzieren das aufzunehmende Licht auf ein paar Ausschnitte des sichtbaren Spektrums. Man nutzt diese, um einen besseren Signalabstand zum Himmelshintergrund zu erreichen, muss dann aber auch entspr. länger belichten.
 
Hallo,

zuerst einmal vielen Dank an alle für die vielen Tips. Wegen der Beispielbilder...nun, nach ungefähr 4 Stunden bei -10°C war ich dann so frustriert, dass ich alle Bilder wieder gelöscht habe. Nicht gerade meine beste Idee, wie sich jetzt zeigt.

Meine getesteten Belichtungszeiten lagen zwischen einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten, da ich keiner Erfahrung habe, wußte ich nicht, wo ich anfangen, bzw. aufhören sollte, also hab ich getestet. ISO bei 800. Die Ergebnisse kann ich beschreiben, einzelne Sterne waren unscharf und in die Länge gezogen, in Nebeln waren keine Details zu Erkennen sondern alles war miteinander vermischt.

Meine Spiegelreflex hatte ich via M42/T2 Adapter direkt ans Baader Hyperion angeschraubt. Eine Bahtinov - Maske habe ich bestellt. Wenn ich einen Autoguider kaufen würde, würde ich zunächst ein Leitrohr benötigen, richtig? Hat da jemand Vorschläge?

Grüße, Marc
 
Hallo Marc,

Meine Spiegelreflex hatte ich via M42/T2 Adapter direkt ans Baader Hyperion angeschraubt.

Okularprojektion macht man nur bei kurzbelichteten Aufnahmen von Mond, Planeten und Sonne. Durch Okularprojektion verlängert sich die effektive Brennweite ganz beträchtlich, bei gleichzeitig verlangsamtem Öffnungsverhältnis und entsprechend höheren Anforderungen an die Nachführgenauigkeit.

Für Deep-Sky Aufnahmen kommt die Kamera ohne Objektiv mit T2-Adapter direkt
- an den Komakorrektor (sofern vorhanden), bzw.
- an eine 2" Steckhülse.

Das Ganze kommt ohne Okular in den Okularauszug.


Die Ergebnisse kann ich beschreiben, einzelne Sterne waren unscharf und in die Länge gezogen, in Nebeln waren keine Details zu Erkennen sondern alles war miteinander vermischt.

Das ist absolut verständlich bei Okularprojektion ohne Guiding ;)


cs
Martin
 
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