Definition von Pegasus..

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Rainer_Gerhards

Aktives Mitglied
Hallo beisammen,

ich habe vielleicht eine blöde Frage - versuch' es aber trotzdem mal.

Mir ist aufgefallen, dass das Sternbild Pegasus wohl unterschiedlich definiert ist. Auf allen Sternkarten, die ich habe, ist das Herbstviereck Bestandteil des Pegasus. Ich lese aber auch an einigen Stellen, dass der Stern Sirrah zu Andromeda gehört.

Hier auf astronomie.de gehört Sirrah auch nicht zu Pegasus, ist aber dennoch mit Strichellinien zu Pegasus hinzugefügt:

http://www.astronomie.de/bibliothek/artikel/sternbilder/pegasus.htm

Wenn ich jetzt das Astro-Programm "Starry Night" aufrufe, ist Sirrah definitv nicht Teil von Pegasus. Auch sehen die gedachten Verbindungslinien da ganz anders aus.

Ich habe davon mal einen Screenshot gemacht. Die roten Linien habe ich von Hand eingefügt, obwohl das hier ja wohl nicht wirklich nötig ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Die URL lautet:

http://www.gerhards.net/download/pegasus.jpg

Frage nun: was ist denn korrekt? Was sagt die IAU dazu (auf deren Seite gibt es natürlich nur einen Hinweis auf die gedruckte Publikaton von 1930 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />).

Für Antworten wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße,
Rainer
 
Hallo Rainer,

Die Sternbildergrenzen sind von der IAU verbindlich festgelegt und zeigen (wie in Deinem Screenshot von a.de zu erkennen), dass Sirrah (alpha And) zur Andromeda gehört und nicht zum Pegasus.

Die Verbindungslinien der Sternbilder sind jedoch nicht verbindlich festgelegt und daher findet man für viele Sternbilder Varianten, die der Phantasie ihrer Urheber entspringen. Die Figur der drei hellen Pegasus-Sterne und von Sirrah legt es aber nahe, ein Viereck (fast ein Quadrat) zu erkennen, weshalb man oft vom "Pegasus-Viereck" oder auch "Pegasusquadrat" spricht, hört oder liest.

Die Interpretation von Starry Night mit den beiden Dreiecken ist ungewöhnlich, berücksichtigt aber die Nichtzugehörigkeit von Sirrah zum Areal des Pegasus.

In Starry Night (und vielen anderen Kartenprogrammen) kann man die Sternbilder*grenzen* einblenden und die sehen (sofern die Programmierer alles richtig gemacht haben) in jeder Software gleich aus. Die Sternbilder*linien* aber nicht.

Gruß,
Tom
 
Hallo Rainer,

die Darstellungen, bei denen lediglich die hellsten Sterne miteinander verbunden sind (dein zweiter Link), sind nicht definiert bzw. genormt. Jeder kann also andere Verbindungslinien ziehen. Dagegen sind die Sternbildgrenzen (dein erster Link), die die IAU 1928 eingeführt hat, nicht willkürlich. Das ist der einzige Unterschied.

Gruß - Nico
 
Hallo,

vielen Dank für die Hinweise. Jetzt ist es mir klar. Ich weiss sogar, wie ich es beheben kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ich habe in den Optionen von Starry Night gesucht, um die Sternbildgrenzen einzustellen. Dabei ist mir unter "Constellations" aufgefallen, dass es wohl zwei verschiede Modi für die Darstellung gibt - "astronomical" und "Rey's". Letzteres ist interessanterweise der Default. Nun kommt das zweite Eingeständnis von Unkenntnis: "Rey's" sagte mir nichts. Ich habe recherchiert und siehe da: das bezieht sich auf das Buch "The Stars: A New Way to See Them" von H.A. Rey. Und damit dürfte wohl auch klar sein, warum das so anders aus sieht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Ich habe die Einstellung jetzt auf "astronomical" und auf einmal ist es so, wie überall sonst auch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

OK - immerhin wieder was dazu gelernt.

Noch 'mal vielen Dank für die schnellen und kompetenten Hinweise!

Viele Grüße und CS,
Rainer
 
Hallo doch noch mal,

ich habe jetzt begonnen, das ganze Thema einmal für mich in einen Artikel zusammen zu fassen. Das mache ich meist, um die Dinge besser zu behalten. Dabei kommt aber noch eine Frage auf: Gibt es irgend wo eine Empfehlung für die Gestaltung der Verbindungslinien? Es fällt ja schon auf, dass die eigentlich (fast) überall gleich sind. In der IAU-Definition sind sie ja wohl nicht enthalten.

Weiss jemand darauf eine Antwort?

Vielen Dank nochmal und beste Grüße,
Rainer
 
Hallo Rainer

Ich habe recherchiert und siehe da: das bezieht sich auf das Buch "The Stars: A New Way to See Them" von H.A. Rey.

Damit hast Du mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht.

17 Rezensionen mit (ausnahmslos) fünf Sternen und ein Testimonial von Albert Einstein, dazu für ca. 10 Euro bei Amazon als Paperback zu bekommen. Kein Zögern, sofort bestellt und gestern bekommen.

Warum es mir noch niemand empfohlen hat oder es mir in keinem Buchhandlungsregal begegnet ist bleibt unverständlich. Kennt denn hier in D niemand das Buch???

Rey's Sternbilder wollen dem Namen des Sternbilds entsprechend eine Figur visualisieren und so die Erkennbarkeit am Himmel verbessern. Als von "klassischen" Linien in -zig Büchern und Atlanten vorbelasteter Sternfreund war ich manchmal irritiert und finde auch nicht jedes "Rey-Bild" besser (klarer, namensbezüglicher) als die konventionelle bzw. meine Interpretation. Doch überwiegend stellt sich beim Betrachten der Rey'schen Figuren ein echter Aha-Effekt ein!

Ich möchte an einem der folgenden Abende mal ganz ohne Optik rausfahren und wie damals als Anfänger versuchen, die Sternbilder (diesmal auf die neue Art) zu erkennen. Dann wird sich zeigen, ob die neuen Linien trotz der eingeprägten Interpretation markant und überzeugend sind.

Rey's Buch ist mit Handzeichnungen illustriert und der Text (soweit ich reingelesen habe) macht richtig Freude. Das ist die lockere, klare und überaus verständliche amerikanische Schreibe, die mich richtig begeistern kann. Meine Frau hat kurz reingeschaut und war von Rey's Stil ebenfalls begeistert. Sonst fasst sie Astrobücher nie an ;-)

Also unabhängig von vorhandenen Sternbilderkenntnissen der herkömmlichen Art ein feines Buch, das einfach nur eine Menge Spaß beim Lesen und Durchblättern macht. Die Illustrationen zeigen auch, dass korrekte Themendarstellung nicht immer so bierernst wie in den meisten Büchern aussehen muss. Wer's kennt: "All about Telescopes" von Sam Brown (verlegt bei Edmund Scientific, aber längst vergriffen) hat ähnlichen Charme.

Viele Grüße,
Tom
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben