Dekarem oder Jenoptem

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sternchengucker

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Hallo zusammen!

Ich spiele mit dem Gedanken, mir ein 10x50 von Carl-Zeiss-Jena zuzulegen und habe eine Frage:

- Wo liegen entscheidende Unterschiede zwischen dem "10x50 Dekarem" und dem "10x50W Jenoptem"?
- Welches von beiden ist (im allgemeinen) empfehlenswerter?

Vielen Dank im voraus für eure Entscheidungshilfe(n)! :-)

CS
Michael
 
Der Unterschied liegt im Wesentlichen in den Buchstaben des Namens. Wurde hier schon -zigmal diskutiert, siehe u.a. Uwe Pilz. Habe mal von einem Händler (Optikhaus in Dresden) gegenteiliges gehört, nach meinen detaillierten "Fang"-Fragen stellte e sich jedoch als ziemlicher Laie herus... Vielleicht geistert irgendwo noch so'n Halbwissen herum, wie es das zu DDR-Zeiten über Bückware gab, aber praktisch hat sich das bei keinem, den ich kenne, je bestätigt.
Beide sind besser als vieles, was so zur Zeit hergestellt wird.
 
Hallo Michael.

Vielleicht sind folgende Seiten interessant für Dich:


Ich persönlich würde aus den oben verlinten Berichten das Fazit ziehen, auf keinen Fall das Zeiss Glas zu kaufen, wenn es für die Astronomie genutzt werden soll.
In der Randschärfewertung von allbinos.com bekommt es 0 von 10 Punkten, da es laut den Aussagen dort gerade mal 50% des Gesichtsfeldes scharf abbildet. In einer weiteren Wertung erhält es ebenfalls nur 0.8 von 5 Punkten mit dem Kommentar "Tragic". Puh!


Holger Merlitz: "Whether it was called 'Dekarem', 'Jenoptem', 'Aus Jena', or, after 1991, 'Docter Classic', it stood for more or less the same product."

Mehr dazu auf der verlinkten Seite.
 
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Hallo Michael,

die Jenoptem genannten Gläser sind die jüngeren Gläser mit den höheren Fertigungsnummern. Sie sind mit einer Multivergütung versehen, die einen höheren Kontrast bescheren soll. Ich habe ein Dekarem und ein Jenoptem gleichzeitig besessen, konnte aber eigentlich keinen Unterschied am Tag- und Nachthimmel ausmachen.
Mein Dekarem hatte noch keine MC-Vergütung, aber ich meine, auch Dekarems mit dieser Vergütung gesehen zu haben. Also beim Verkäufer nachfragen, ob es bereits über eine MC-Vergütung - bei CZJ mit "multi-coated" auf der rechten Prismenabdeckung gezeichnet - verfügt. Ich habe auch noch ein älters Jenoptem (Fertigungsnummer 4,8 Mio), da ist die MC-Vergütung nicht auf dem Fernglas vermerkt.

Ich würde danach gehen, welches Fernglas den besseren Zustand aufweist, und vor allem muss man auf eine saubere Kollimation achten.
Klar, eine Mehrfachvergütung eine größere Wirkung, als die T-Vergütung, aber ein Dekarem in perfektem Zustand ist auch zu empfehlen.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Bernd,

hast Du einmal beim Vergleich auf Albinos.com die Gesichtsfelder der verglichenen Gläser angeschaut?

Vom Erstplatzierten abwärts:
Leica - 6,7 Grad; Fujinon - 6,5; Nobilem - 6,7; Alpen-Optics - 5,8; William - 6,5; Meopta - 6,3; Leupold - 5,5 (Tunnelblick); CZJ - 7,3 Grad.

Ein großes Gesichtsfeld geht oftmals mit einer Verzeichnung im Randbereich einher. Ich schaue lieber durch ein Jenoptem mit 7,3 Grad Gesichtsfeld, als durch ein Glas mit kleinerem, wo dann weniger Verzeichnung auftritt. Man muss schon die Augen im Gesichtsfeld schwenken, um verzeichnete Sterne wahrzunehmen.
Wenn ich die Zusammenhänge richtig verstanden habe, passt beim CZJ-Glas ein Vollmonddurchmesser mehr ins Gesichtsfeld als beim Leica.
Die besser platzierten Gläser mit gerade etwas über oder unter 6 Grad Gesichtsfeld wären für mich inakzeptabel.

Michael, wenn Du allerdings mit Brille durch das Fernglas schauen musst, würde ich dann auch ein moderneres Glas empfehlen. Das sollte dann eins der drei ersten Plätze mit entsprechend höherem Preis sein.


Viele Grüße Hans-Jürgen

 
Hallo Hans-Jürgen.

Ich habe mir auf allbinos.com in den letzten Wochen so ziemlich jede Seite durchgelesen, da ich momentan selbst vor der Wahl eines 10x50 stehe.

Die Unterschiede bei den Gesichtsfeldern sind mir aufgefallen.
Dem Leupold würde ich jedoch keinen Tunnelblick zusprechen, weil es 5.5° tatsächliches Gesichtsfeld hat, sondern höchstens, weil sein scheinbares Gesichtsfeld bei nur circa 50° liegt. Auch wenn das bei einem Fernglas vice versa ist, würde ich lieber die aFOV, statt die FOV betonen wollen. Wenn ich durch mein Speers Waler schaue erleide ich ja auch keinen Tunnelblick, obwohl ich bei 5mm Brennweite nur 0.34° tatsächliches Gesichtsfeld habe.

Für mich ist Randschärfe sehr wichtig. Wenn ein 10x50 6.5° Gesichtsfeld bringt wird mir das reichen, soll dann aber maximale Randschärfe bieten können.
Deshalb schwanke ich gerade preis-/leistungsmäßig zwischen einem Fujinon 10x50 und dem viel günstigeren, aber auch aus mehrfacher Sicht schlechterem Garrett Signature 10x50.

Das Signature gibt es unter vielen Namen:
  • Garrett Signature 10x50 HD-WP, hier
  • Oberwerk Ultra Series 10x50, hier
  • TS-Marine 10x50, hier
  • APM Fernglas HD 10x50, hier

Das günstigere 10x50 ist schwerer als das Fujinon, weniger Randscharf, hat einen schlechteren Lichtdurchlass, undsoweiter. Es ist halt auch eine Preis-/Leistungsfrage und es kommt auch darauf an, ob das Binokular ausschließlich für die Astronomie genutzt werden soll oder auch für andere Zwecke (Maße, Gewicht, Tagtauglichkeit, usw.).
Beim Fujinon sollen circa 85% des Bildes scharf sein, beim günstigeren 10x50 nur circa 70%.

Wie wichtig einem das ist, ist wohl Geschmackssache. Ich habe noch nie durch das angesprochene CZJ-Glas geschaut, mag daher nicht hart urteilen. Wenn ich jeoch von einem nur zu 50% scharfen Bild lese, dann verliert das große Gesichtsfeld von circa 1° mehr als beim Fujinon für mich seine Stellung.
Was bei allbinos.com in der "summary" über die Vergütungsunterschiede damals und heute steht, klingt für mich schlüssig.
Beim Vergleich Fujinon bzw. Garrett Signature sorgen die verschiedenen Vergütungen für circa 95% bzw. 92% Lichtdurchlass. Der Unterschied ist also schon nennenswert.
 
Aufgrund dieses thread habe ich mir das TS 10 x 50 Porro Fernglas - Weitwinkel - Stickstoff - Outdoor für €99 gekauft.
 
Hallo Bernd,

ich muss keine Lanze für das Jenoptem brechen, ich war weder bei der Firma angestellt, noch bin ich Händler.
Ich wollte nur meine Erfahrungen zu diesem Thema einbringen.
(Außer den im Text erwähnten Zeiss-Gläsern habe ich noch in meinem Besitz: 8x30 Deltrintem, 10x40 Notarem, 8x20 Classic, 10x25 Design Selection, Feldstecher 8x24 von 1907!, Marineglas 6x30 von 1923, 2 St. 8x21 Turmon, alles Zeiss)

Außer dass ich in die Sterne schaue, betreibe ich auch noch das Hobby Ornithologie. Dazu wollte ich gern ein besseres Glas als meine klassischen CZJ-Gläser haben. Zudem wollte ich auch nicht großartig über 500,- Euro ausgeben.
Um es vorweg zu nehmen, es sind dann über 1000,- für ein Zeiss Victory 10x42 Fl geworden. Warum? Alles andere, billigere, sei es Nikon, Minolta oder Minox waren im Vergleich zum Dekarem/Jenoptem für mein Sehempfinden schlechter.
Chinesische Fabrikate, außer was bei Aldi und Lidl für einen schnellen Blick greifbar war, habe ich erst gar nicht ausprobiert.
Erst das Zeiss Fluorit-Glas brachte den ersehnten Schritt nach vorn, wobei der eigentlich nicht so gravierend ausfällt. Hauptsächlich sprechen für das Victory die bessere Farbkorrektur (Vögel im Gegenlicht haben dann den gelblichen Saum nicht mehr), etwas mehr Transparenz, der größere Augenabstand (perspektivisch gesehen, man wird schließloch älter und braucht dann mal eine Brille) das geringere Gewicht sowie die butterweiche Fokussierung, die auch bei Kälte geschmeidig läuft (es sind wohl keine Schmiermittel sondern Teflonscheiben im Einsatz). Außerdem macht es auch mehr her, wenn man mit anderen Ornis unterwegs ist. ;)

Zum Gesichtsfeld: Beim Fernglas kann man auf Grund der festen Vergrößerung das Gesichtsfeld angeben, entweder als Bildwinkel oder als Strecke auf 1000m Entfernung.

Das kann man bei einem astronomischen Okular nicht, da es bei verschiedenen Objektivbrennweiten benutzt wird. Hier ist das Scheinbare Gesichtsfeld von Bedeutung.
Das Jenoptem bringt bei 7,3 Grad realem Sehfeld 73 Grad SGF, da kann man zum Vergleich auf ein Astrookular schon von einem guten Weitwinkelokular sprechen. Dass in dem Test nur 50% scharfes Gesichtsfeld festgestellt wurden, ist mir ein Rätsel. Wenn ich das Victory oder das Jenoptem benutze sehe ich keinen augenscheinlichen Unterschied in Bezug auf die Randunschärfe. Am Tage sowieso nicht, da wird eher blickweise das Bild dunkel, weil man außerhalb der optischen Achse kommt, um den Bildrand zu sehen. Nachts habe ich noch keinen direkten Vergleich gemacht. Aber wer weiß, vielleicht wäre das Victory bei albinos.com auch gnadenlos durchgefallen?
Den Testsieger Leica Ultravid 10x50 hatte ich leider noch nicht in den Händen. Ein 10x42 Trinovid schnitt bei meinem persönlichen Test schlechter ab.

Frank Schäfer hat einen schönen Bericht zu den alten Gläsern verfasst. Ich empfinde seine Eindrücke genau so, insbesondere was er zur Randabbildung und zum Gesichtsfeld sagt. Ein 7x50 habe ich mir nie zugelegt, da mir der Bildwinkel zu klein ist. Wenn man vergleichsweise durch das 10x50 schaut, hat das 7x50 einen Tunnelblick. Das hat Plössl-Niveau, wobei das 10x50 im Bildwinkel oberhalb Panoptic angesiedelt ist. Das bloß einmal zur Verdeutlichung.

Ich möchte Dir keinesfalls ein altes Zeiss-Glas einreden, sondern nur andere Interessenten bestärken, die ein gutes Glas für etwas mehr als 100,- Euro haben möchten.
Ich denke, Du solltest lieber zum Fujinon greifen, da macht man nichts falsch.

Viele Grüße Hans-Jürgen

PS: Es wäre interessant das Garrett Signature 10x50 HD-WP im Vergleich zum Jenoptem zu sehen.





 
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Hallo Hans-Jürgen.

Ich empfehle Dir, Dich im Fernglasforum von Cloudy-Nights anzumelden, link.

Dort gibt es dutzende Fernglas-Enthusiasten, die oft weit mehr als 30 Ferngläser besitzen.
Sicherlich wird Dir dort jemand die Frage zum Vergleich Garrett Signature / Jenoptem beantworten können.

Mit Ed Zarenski, dem Moderator vom Forum, habe ich viele Mails zu 10x50 Ferngläsern ausgetauscht. In seinen Augen ist das 10x50 unter diversen Labels (wie Garrett) ein wirklich gutes Glas für seinen Preis von circa 230 Euro, mit all den Schwächen die es jedoch hat.
Soweit ich weiss, besitzt Ed sämtliche bekannteren Zeiss-Gläser. Er kann Dir vielleicht etwas zu einem Vergleich der beiden Gläser sagen.


Tunnelblick: Liege ich nicht richtig in der Annahme, dass kein Tunnelblick aufkommt, sobald das Fernglas ein scheinbares Gesichtsfeld von circa 60° überschreitet, unabhängig davon, wie groß das reale Gesichtsfeld ist?
Mir ist nicht klar, wieso Du eingangs den Tunnelblick des Leupold von seinem tatsächlichen Gesichtsfeld abhängig gemacht hast..

Frank Schäfer: "In Fragen Randschärfe gilt hier das gleiche wie beim 7x50. Im zentralen Teil des Sehfelds ist die Abbildung tadellos, zum Rand nimmt die Unschärfe zu."

Das beisst sich ja nicht mit den Ergebnissen der oben verlinkten Berichte.
 
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Hallo Bernd,

vielen Dank für den Link, aber leider geht mir Englisch nicht so flüssig "von der Hand".
Ja, bei 60 Grad SGF kann man nicht mehr von Tunnelblick sprechen.
Das Leupold hat aber nur 5,5 Grad reales Gesichtsfeld bzw. nur 96m auf 1000m. (Dekarem 7,3 bzw. 128) Da das wahre Gesichtsfeld um den Vergrößerungsfaktor kleiner ist, bedeutet das im Umkehrschluss, das SGF ist im konkreten Fall um den Faktor 10 größer als das reale Sehfeld. Leupold 55 Grd., Zeiss 73 Grd.
Im direken Vergleich ist das ein großer Unterschied. Ich kenne das vom Design Selection mit 95m zu Victory 110m. Das sieht auf dem Papier nicht viel aus, aber ein fliegender Vogel ist mit dem größeren Sehfeld besser im Blick zu halten, auch lässt sich ein Himmelsobjekt besser finden.

Klar hat Frank Schäfer auch eine zunehmende Randunschärfe konstatiert. Aber für mein Sehempfinden fällt das nicht auf, weil man wirklich innerhalb des SGF den Blick zum Rand schwenken muss, ehe Sterne verzeichnen. Deswegen das Glas nicht für die Astronomie zu empfehlen, ist meines Erachtens nicht richtig. Es ist schon ein Erlebnis mit 73 Grd. SGF durch die Milchstraße zu wandern. Den Rand nimmt man nicht bewußt war. (Wenn man mit dem bloßen Auge etwas am Rand des Gesichtsfeld wahrnimmt, schafft man es auch nicht, das Objekt - beispielsweise das Gesicht eines Gesprächspartner - genau wahrzunehmen. Man muss sich der Person zuwenden, um den Gesichtsausdruck genau zu sehen. Genau so ist das mit dem SGF eines Fernglases, wenn der in etwa dem "SGF" des bloßen Auges entspricht. Ich würde ungern auf den Teil meines Gesichtsfeldes verzichten, bloß weil ich dort etwas nicht so genau erkennen kann wie in der Mitte des Sehfeldes.)

Im Übrigen kenne ich etliche Sternfreunde, die mit Genuss und großem Gewinn das CZJ 10x50 am Sternenhimmel einsetzen.

Viele Grüße Hans-Jürgen
 
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Hallo Hans-Jürgen.

Irgendwie habe ich das Gefühl Du würdest denken, dass ich Dich um den Spaß mit Deinem Fernglas bringen möchte. Das ist nicht so.

Ich bin einfach daran interessiert Sachen objektiv zu vergleichen. Das scheinbare Gesichtsfeld und das tatsächliche Gesichtsfeld des Leupold sind mir seit Anfang an bewusst - lediglich auf die "Tunnelblick durch FOV - Bemerkung" wollte ich hinweisen. Ich habe mir die Datenblätter schließlich angesehen und kenne die übrigen Daten zum Glas.

Mein Übersichtsokular ist auch nicht randscharf. Trotzdem setze ich es bislang gewinnbringend und mit Freude ein. Nur weil etwas nicht perfekt ist, heisst es natürlich nicht, dass es nichts taugt. Bei einem Vergleich die Schwächen trotzdem knallhart aufzuzeigen gehört dennoch dazu, denn dazu stellt ja meistens hier jemand eine Frage öffentlich.

Bei dem Fujinon bzw. Garrett Signature entscheide ich mich sozusagen auch unter Berücksichtigung ihrer Schwächen und finde es gut, dass ich sie im Vorfeld kenne.
Bevor ich nämlich "Tests in echt" durchführen kann, muss ich erstmal wissen, welche Gläser dazu überhaupt in Frage kommen.
 
Hallo Bernd,

nein, nein, mach Dir da keine Gedanken. Das habe ich nicht so aufgefasst. Ich denke, die Diskussion wird sachlich genug geführt.
Ich wollte bloß die Aussage zur Randunschärfe relativieren.
Schade, dass Du noch nicht durch ein CZJ der diskutierten Bauart geblickt hast, vielleicht würdest Du meine Aussagen besser verstehen.

Viel Glück bei Deinem Kauf und viel Spaß damit.

Hallo Michael, haben wir Dich verschreckt? Ich hoffe doch nicht.

Viele Grüße Hans-Jürgen
 
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Ich hatte mal das Vergnügen, mein Jenoptem ausführlich unter gutem Nachthimmel mit einem Fujinon zu vergleichen.
Dazu habe ich u.a. schwache Sterne innerhalb der Plejaden beobachtet, die Randunschärfe dort verglichen usw.

Um es kurz zu machen: Der Preisunterschied zwischen einem gut justierten und gepflegten Jenoptem und einem neuen Fujinon ist gewaltig, die Unterschiede selbst für mich, der ich seit vielen Jahren fast ausschließlich mit Ferngläsern beobachte (Sonne fast täglich, zumindest wenn sie scheint) dagegen eher klein.

Man kann zwar etwas mehr Randunschärfe erkennen, aber man schaut doch in die Mitte... mich störte da gar nichts, zumindest sind keine auffälligen Bananen zu erkennen.
Bei ganz schwachen Sternlein war es so, dass im Fujinon einer noch direkt zu sehen war, den ich im Jenoptem indirekt nur indirekt sah.

Ich hatte auch ein 16x70 von Fujinon besessen, auch etliche 20x80 - und muss sagen, dass die Verarbeitung der CZJ-Gläser sich nicht zu verstecken braucht vor anderen Gläsern höheren Preises und besser ist als vieles, was heute so aus China kommt.

Das Fujinon hat Einzelfokussierung und macht es für Tagbeobachtunge recht untauglich (fliegende Vögel usw.), außerdem ist es um einiges schwerer.
 
Hallo zusammen!

Danke für eure Beiträge - vor allem die, die sich auf meine Frage beziehen.

Es gibt übrigens auch positive Ratings zum Jenoptem, z.B. bei
Excelsis.

Ich bin seit ein paar Tagen "stolzer Besitzer" eines Jenoptem 10x50W (Ser.-Nr. 6,7 Mio, Baujahr 1987) in Top-Zustand, das ich für knapp 140 EUR bei ebay geschossen habe. Erster Eindruck: Ich bereue keinen Euro!

CS
Michael
 
Hallo Michael.

Der einzige "Testbericht" auf Excelsis, der überhaupt mehr als 5 Worte enthält, spricht dem Fernglas ein zu 70% scharfes Bild zu.
Die von mir oben verlinkten Testberichte sprechen dem Fernglas noch weniger scharfes Feld zu.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Fernglas unbrauchbar ist, sondern lediglich, dass es von einigen anderen Ferngläsern in seiner Leistung übertroffen wird. Dem Fujinon FMTR 10x50 wird z.B. auch nur ein circa 85% scharfes Feld zugesprochen. Trotzdem ist es ein richtig tolles Glas.

Ein Glas ist halb leer oder halb voll. Auf jeden Fall sollte die Füllmenge objektiv bewertet werden...

Wenn Du einfach nur hören wolltest "tolles Glas, kauf es Dir", dann tut es mir leid, dass ich nicht mit Testberichten dienen konnte deren Inhalt sich auf Aussagen wie folgende verknappt: "The "Best" (Excelsis)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

na dann erst einmal Gratulation!
Ein Glas des Baujahrs, wenn es dazu noch vollkommen in Ordnung ist, ist mit 140,- Euro nicht zu teuer bezahlt.

Ich war heute vormittag zufällig mit Victory und Jenoptem mit einem Begleiter nach Vögel schauen. (Für die ornithologisch Interessierten: uns ist ein, bei uns sehr seltenes Schwarzkehlchen vor die Linsen gegangen.)
Dabei habe ich auch ab und an das Jenoptem genommen. Das Jenoptem muss sich nicht verstecken.

Du kannst ja gern noch Deine Beobachtungseindrücke schildern, insbesondere ob Du beim Schauen die Randunschärfe als negativ empfindest, bzw. ob Du das überhaupt wahrnimmst.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Stefan,

ich bin mit dem Glas sehr zufrieden, scharfes Abbild, ab 75% bemerkbare, nicht gravierende Unschärfe.

Man schwenkt schließlich automatisch in die Mitte um ein Randobjekt zu beobachten.

 
Hallo Dietmar,

Vielen Dank für deine Antwort.
Hast du die Möglichkeit es mit einem Dekarem/Jenoptem 10x50 zu vergleichen? Wie ist es mit der Bildschärfe im Zentrum und vor allem auch mit Farbsäumen? Gibt es auffällige Farbsäume im Beobachtungszentrum?

Zur Randunschärfe stimme ich dir voll zu, ich kann diesen Punkt auch vernachlässigen da ich auch immer autumatisch auf ein Beobachtungobkekt schwenke und somit praktisch nur das Sehfeldzentrum für die intensive Beobachtung nutze.

Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Farbsäume im Zentrum gibt es gar keine.

Vergleichen kann ich nicht mit Dekarem/Jenoptem, nur mit Zeiss 8x32 Victory FL oder Canon 12x36 IS II.

Da gibt es aber nichts zu beanstanden.
 
Hallo Zusammen

Ferngläser sind etwas sehr Individuelles denke ich. Ich benutze schon seit Jahren ein CZJ Jenoptem 10x50 am Nachthimmel und komme auch immer wieder darauf zurück es hat sicher keine besondere wenn überhaupt eine Randschärfe :-) aber es hat etwas natürliches und das GF ist einfach ne Wucht .Durchschauen und geniesen das geht mit dem FG wer aber gern im Glase herumschielt der sollte besser eine Tausender drauflegen beim Nachtglas . Ich hatte zuwischendurch auch ein Marine 10x50, Minox ed 10x60, Leica 8x42 BA (Hab ich immer noch) Docter 8x42 bcf und und .......alles tolle Gläser aber zum guten Schluss hat sich das alte Zeiss doch immer bewährt und erlich mein Leica 8x42 benutze ich lieber am Tage weil selbst die 60° am Nachthimmel irgendwie eien Einschränkung sind
soviel dazu

euch allen CS und immer in die Mitte schauen und Auge und Okular in einer Linie am besten Oku ans Auge kleben :-)
Gruss Bernd
 
Zitat von beres:
Ich benutze schon seit Jahren ein CZJ Jenoptem 10x50 am Nachthimmel und komme auch immer wieder darauf zurück es hat sicher keine besondere wenn überhaupt eine Randschärfe :-) aber es hat etwas natürliches und das GF ist einfach ne Wucht .

Das kann ich sehr gut nachempfinden. Solange ich mein gutes Dekarem habe weiß ich, dass ich immer auf ein hervorragendes Glas zurückgreifen kann. Nach zahlreichen Experimenten auf dem aktuellen Fernglasmarkt, war es sehr hilfreich immer mal wieder vergleichsweise durch das Glas zu schauen. Es ist wohl soetwas wie mein Referenzglas geworden an dem sich nun alles neue behaupten muss. Und nach meiner Erfahrung ist die Messlatte damit für sehr viele aktuelle Neuferngläser deutlich zu hoch.

.... die goßen Namen und tausende euro Gläser mal außen vor gelassen

Gruß Stefan
 
Hallo in die Runde,

auf "was" sollte man denn achten vor dem Erwerb eines Dekarem/Jenoptem..?

Wie erkenne ich das Baujahr..Ost oder West,sofern es von Belang ist..Verguetung..usw..

?)

Fuer Hinweise waere ich dankbar..

Gruss

Mike S
 
Hi Mike,

ich hatte dir ja schon vor längerer Zeit angeboten mal mitzuteilen was ich zum Jenaer Dekarem sagen kann. Dann mache ich es gern an dieser Stelle.

Das Dekarem/Jenoptem 10x50, die Bezeichnung spielt überhaupt keine Rolle, es kann auch "ausJena" oder sogar nur ein "M" auf dem Deckel stehen, meint alles samt in der Konstruktion und Qualität das gleiche Produkt. Unterschiede gibt es, diese sind jedoch abhängig vom Herstellungsdatum (über Seriennummer identifizierbar) und können nicht den unterschiedlichen Deckelprägungen bzw. Namensgebungen zugeordnet werden. Ab der Seriennummer 4800000 wurde die Mehrschichtvergütung in die Produktion eingeführt und dies betraf dann alle Gläser fortan.
Ich hatte schon unzählige Dekarem,Jenoptem,Binoctem,... es sind alles Schauermärchen, dass bestimmte Gläser für den Export höhere Qualitäten aufweisen oder dass ein 10x50W weitwinkliger sei als ein normales 10x50 etc. ...
Die Parameter der Weitwinkligkeit, Randschärfe, usw. sind unabhängig vom Baujahr alle völlig gleich.

Der einzige Faktor der die Performance des Glases deutlich veränderte war also die Einführung der Mehrschichtvergütung 1978. Und genau darauf möchte ich genauer eingehen.
Die bis 1978 verwendteten Blauvergütungen waren durchaus gut. Sie erzeugen in der Tagbeobachtung ein äußerst kontraststarkes Bild was durch einen hohen Gelbfilteranteil erreicht wurde. Wer sich daran nicht stört kann mit einem Glas aus diesen Zeiten hervorragende Beobachtungseindrücke erleben. Die später eingeführte MC Vergütung sollte in erster Linie die Transmissionsleistung erhöhen und so eine bessere Eignung als Dämmerungsfernglas bewirken. Das ist auch der Fall. Jedoch von nun an treten Unterschiede in der Vergütung auf!! Die MC Vergütung ist nicht gleichermaßen konstant aufgebracht worden wie die alten Blauvergütungen die nahezu unverändert blieben. Die neueren MC Vergütungen wurden ständig verändert und unterschiedlich kombiniert. Weniger gelbstichig und heller sind sie alle, jedoch der Punkt KONTRAST ist nicht durchgängig konstant. Ich hatte ein Glas aus der jüngeren Zeit (ca.6600000) das zwar hell jedoch derart kontrastarm, dass es einen beinahe flauen Bildeindruck lieferte. Seit diesem Glas habe ich versucht herauszufinden wo die Unterschiede liegen und wie man sie erkennen kann. Die von außen sichtbaren Einfärbungen der Objektivlinsen wechseln häufig. Mir sind folgende Kombinationen bekannt: blau-rot (4800000-ca.5100000) rot-violett (ca.5200000-5600000) orange-rot und orange-blau (beide in den 6000000-6900000) und wieder vollständig blau für die letzten nach der Wende von Docter Optic hergestellten Gläser.

Man kann es sicher nicht bei meiner sehr groben Unerteilung belassen nur ist es mir nicht möglich es nachträglich genauer festzulegen da ich ja nicht alle Millionen Gläser prüfen kann, nur in etwa gibt das meinen Kenntnisstand wieder. Die Margen in der Herstellung betrugen manchmal einige hundert und manchmal einige tausend Exemplare. So gibt es sicher viele weitere mehr, die ich nicht kenne.

Ich besitze heute drei Dekarem. Das mag einer für Schwachsinn halten, hat bei mir jedoch seine Berechtigung. Zwei Modelle stammen aus sehr früher Produktion, eines aus dem Jahr 1945 und eines von 1960. Das ältere Modell ist noch mit Magnesium-Druckgussgehäuse hergestellt worden und wiegt mit seinen ca.830g ca 200g weniger als alle anderen früheren oder späteren Margen. Das von 1960 ist ein Erbstück. Und mein drittes ist das von mir als das beste Dekarem befundene welches ich in die Finger bekommen habe. Es stammt aus dem Jahr 1979 und ist mir der ersten Generation von MC Vergütung ausgestattet. Die Linsen zeigen die Kombination rot-blau. Es ist wunderbar lichtstark und hat dabei sein sehr gutes Kontrastverhalten vollständig behalten. Der Gelbstich ist soweit reduziert, dass er mir in der normalen Tagbeobachtung nicht störend auffällt.

Ich empfehle auf eines der Gläser mit der Seriennummer 48-51 Mio abzuziehlen. Wer da ein top sauberes Glas ergattert ist gut bedient. Wichtig ist, dass das Prismensystem noch sehrsauber sein muss. Das ist natürlich schlecht prüfbar, beispielsweise auf ebay, ist jedoch bei wenig gebrauchten Gläsern recht oft der Fall. Andere mit jüngeren Seriennummern sind sicher auch hervorragend zu verwenden und sollen hier nicht als kontrastarm und unbrauchbar abgestempelt werden. Auch aus den späteren Margen hatte ich hervorragend kontraststarke Gläser, aber wie gesagt, diese kurze Periode der ersten MC’s empfinde ich als besonders gelungen.

Noch ein paar Worte zur optischen Qualität.
Mit steigenden Produktionszahlen in den 70er und 80er Jahren wurden nach die Fehlertolleranzen die innerhalb des optischen Systems auftreten und aus der unterschiedlichen Eigendynamik der optischen Bauteile resultieren, nach und nach gelockert um höhere Stückzahlen realisieren zu können. Die Gläser aus den Margen um 24-31 Mio. also ca. 1945 bis in die frühen 60er Jahre sind am besten korregiert. Wenn ich durch meine zwei alten Gläser schaue sehe ich das noch heute. Sie haben gewissermaßen das "ruhigste" , ausgeglichendste und qualitativ hochwertigste Bild, nur eben keine MC Vergütung. Sie zu benutzen ist jedoch immer noch ein besonderer Genuss.

So Mike, dann such die was passendes heraus ;-)
oder besser zwei oder drei ;-)

Beste Grüße
Stefan
 
Hallo Stafan,

ich habe mich schon im Vorfeld ein wenig informiert,und die Beitraege in diesem Thread zb von "Hans-Juergen" waren schon hilfreich..

"Dein Beitrag" war jetzt sehr praezise und hilfreich !
Danke dass du dir die Muehe gemacht hast :super:
Da bin ich einen grossen Schritt weiter..finde es seit je interessant etwas ueber die Geschichte "bestimmter" Glaeser zu erfahren..

Gruss

Mike
 
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