Demontage Mitteltrieb Carl Zeiss Jena Octarem 8x50 B sowie 15x60

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NGC547

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Guten Tag.

Offenbar sind hier paar Leute, die diese Ferngläser kennen, Ihre Sammlungen veröffentlicht und die Eigenarten dieser Feldstecher interessant (leider nur kurz) beschrieben haben. Dank an Nutzer "Selenograph".
Und handwerklich super begabte Menschen, die wunderschöne Bilder einschließlich der elektrischen, mechanischen und optischen Funktionsbeschreibung von auseinander genommenen russischen Ferngläsern mit Bildstabilisator gepostet haben. Sehr herzlichen Dank dafür, das war eine hervorragende und hochinteressante Arbeit. Genau deshalb lese ich hier sehr gern und schon seit mehreren Jahren ohne selber zu schreiben. Vielen Dank an Nutzer "Eisenmeteorit".

Nun frage ich mal, ob mir jemand sagen kann, wie der Mitteltrieb eines Carl Zeiss Jena Octarem 8x50B sowie eines CZJ 15x60 mit schwarzer Gummiarmierung/Längsrippen (also keine bunte "Docter-Quietschenten-Gummierung") zu demontieren ist. Ich brauche den Anfang, um an die entsprechenden Schrauben (Stirnlochschlüssel mit 1,5 mm Stiftdmr. vorhanden) ranzukommen. Wie kriege ich die Abdeckungen ab, ohne was kaputt zu machen? Eine kurze Erwärmung mit Feuerzeug der objektivseitigen Abdeckung mit Seriennummer zum Lösen des eventuell vorhandenen Klebstoffes half nicht. Beide genannten Ferngläser haben Spiel des Mitteltriebes (etwa 2 u. 5 mm auf dem Umfang der Fokussierräder). Dies bei beiden genannten Ferngläsern zu verringern, ist Ziel meines Anliegens. Bissel handwerkliches Geschick als gelernter Schlosser (in Rente) und paar Werkzeuge habe ich selbst. Reparaturfirmen kenne ich bereits.

Liebe Grüße an alle.
 
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Hallo NGC,

ich würde gerne helfen, aber diese Deckel sind leider unterschiedlich stark verklebt. Bei einem ist es nur ein kleiner Punkt, bei dem Nächsten die komplette Fläche. Bei einer professionellen Wartung wird er ersetzt, ... was ist es da für ein Glück, wenn der Deckel verschraubt ist.
Ich verwende dafür gerne einen Heizdraht um die Kappen anzuwärmen und versuche es dann mit einem Zahnstocher aus Hartholz. Leider ist der Spalt manchmal sehr klein. Evtl. kann man den warmen Deckel etwas zu einer Seite verschieben. Wenn er sich etwas anheben lässt, an einer anderen Stelle erneut ansetzen und ebenfalls leicht anheben. Sonst besteht die Möglichkeit, dass sich der Deckel verbiegt.
Ich habe die angesprochenen Gläser aber noch nie gewartet, deshalb dies nur als eine mögliche Vorgehensweise verstehen.

Viel Erfolg
Frank
 
Hallo Frank,
lieben Dank für die ausführliche Antwort. Da werde ich weiter mit Wärme, "Massage" und den von dir genannten Zahnstochern probieren. Hat es Sinn, Detailfotos vom Mitteltrieb zu posten? Kann ich gerne machen. Auf die Schnelle was von Ebay (nicht mein Angebot, also keine Schleichwerbung):
Oh, und die Bildersuche hilft auch, die Abdeckung, welche ich entfernen will, fehlt. Zumindest die okularseitige. Wohl Kleber oder geringe Klemmung des Außenrandes. Mit meinen alten Augen gesehen, die mittlerweile nicht allzuviel helfen.
Liebe Grüße
Bernd
 
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Hallo Bernd,
es ist wirklich gemein, einem solch schönen Glas diese Klebeplatten zu verpassen. Aber damals hat sich wohl niemand getraut diese Schätzchen selbst zu reparieren.

Ich überlege nur, wie Zeiss das wohl gemacht hat. Mit Temperatur ? ... sehr wahrscheinlich! Aber was dann? Saugnapf, Unterdruck, Anbohren....? Bestimmt nicht Abhebeln, der Rand wäre in Gefahr.
Vielleicht mit Zahnstochern? :unsure:

Achte grundsätzlich auf kleinste Stiftschrauben.

Aber zu dem 2-5 mm Spiel:
Sind die Gläser bereits stark abgenutzt? Es sind ja 2 Gewinde, die an der Fokusbewegung beteiligt sind. Das Feingewinde als Außengewinde der Welle und die Schnecke als Innengewinde. Bei "minderwertigeren" älteren Gläsern ist dort eine Abnutzung zu beobachten.
Das sollte bei Deinen Gläsern aber nur dann der Fall sein, wenn sie sehr stark beansprucht wurden.
Eine häufige Ursache sind die nicht mehr fest angezogenen !Druckscheiben! (die, die sich unter der Klebeplatte befindet). Als Anzeichen dafür, wären leicht "wackelnde" Okularbrücken zu nennen.

Viele Grüße
Frank
 
Lieber Frank!
Mittlerweile wäre mir lieb, dir mein Octarem einfach zu schicken und deine Arbeiten zu bezahlen. Du kriegst das schon hin. 2 mm Spiel des Mitteltriebs sind wegzubekommen. Wenn nicht, gehts halt nicht. Zu dir als mehr als perfekter Mechaniker, Elektriker, Dokumentator usw. habe ich sehr viel Vertrauen. Kannst gern auch zu uns mit Frau und Kindern kommen, wir wohnen nahe bei Zwickau. Meine Frau und ich werden dich und deine Familie gern bewirten, Grill, Garten usw. Optikschwatz kann nur ich. Meine Frau mag keine Ferngläser - und Dioptrienausgleich schon gar nicht. ;-)
Freundliche Grüße
Bernd
 
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Hallo Frank, danke für die nette Nachricht, die ich im Anschluss beantworten werde.

Für Mitleser und Menschen mit ähnlichen Fernglas-Problemen: Aufgrund der Tipps von Frank habe ich den Mitteltrieb des Octarem doch selber verbessern können: Für die Demontage der Abdeckscheibe war Wärme und viel Geduld notwendig. Ich habe nochmal Feuerzeug und die Spitze eines heißen Bügeleisens verwendet und die Abdeckscheibe mit Holzstäbchen und Zahnstochern mehrfach gedrückt und gehoben, sozusagen nach Erwärmung im Klebebett verkantet. Nach etlichen Versuchen und viel Geduld löste sich die Scheibe mit der Seriennummer. Ob Bügeleisen oder Feuerzeug besser war - keine Ahnung. Das Spiel des Fokusrades war weg, indem ich die Stirnlochschraube etwas fester anzog. Das Fernglas ist nicht stark benutzt worden, ziemlich neuwertig.

Einen Haarfön zur Erwärmung sollte man imho nicht verwenden, da dieser großflächig erwärmt und es zu thermischen Spannungen in den Passungen zwischen Objektivlinsen und deren Fassungen (Exzenterringe) sowie zur eventuell zu starken Erwärmung der Verkittung der Objektivlinsen kommen kann. Geringe Erwärmung (handwarm) mit Haarfön verändert oder zerstört den Klebstoff der Abdeckscheibe nicht, ist also sinnfrei.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd
 
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