Der Abenteuerkomet: Itagaki

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MikeWölle

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Es gibt gemütliche Beobachtungsabende mit genußvollen Detailbeobachtungen unter stillen klaren Himmel an die man sich gerne erinnert. Mitunter gibt es gelegentlich auch andere etwas abenteuerliche Nächte, die man nicht vergißt, wo man im Kampf gegen die Zeit und die Elemente frohen Herzens ist überhaupt etwas zu sehen und das Finden des Objekts der Begierde schon Freude und Erfolg empfinden lässt.

Vor ein paar Tagen entdeckte ein Herr Itagaki in seiner mit großen weissen Tuben vollgeparkten lustig aussehenden wahrscheinlich selbstgebauten Kuppel einen kleinen Kometen im Sternbild des Walfisches.

Da dieser Schweifstern Anstalten machte, sich alsbald vom mitteleuropäischen Sternenhimmel sonnenwärts zu verabschieden war Eile geboten. Entgegen der seit Wochen ziemlich mies bleibende Wettervorhersage klarte es heute gegen Sonnenuntergang auf und wir beschloßen kurzerhand dieses wahrscheinlich sehr vergängliche Wolkenloch mit einer Kometenjagd auszunutzen.

Schnell wurde Laptop,ein USB Stick mit den Kometendaten und der 24" Dobs ins Auto gerollt und auf den am Stadtrand gelegenen Spechtelplatz in Stellung gebracht.

Orions Sternengürtel leuchtete herab, doch oweh, genau von Westen bis zu Zenith ein Band aus dünnen, zähen aber undurchsichtigen Wolken, hinter denen grade ISS und Spaceshuttle vorbeiziehen mußten. Da hilft nur Warten und wirklich, alsbald kam ein lauer Wind auf und tief über dem Horizont waren einige schwache Sterne zu erkennen. Es bedurfte einiger Anläufe um zwischen den Wolkenfetzen schließlich das nördliche Ende des Walfisches auszmachen und sich mittels Starhoppings an die Kometenposition heranzutasten. Viel Zeit blieb nun nicht mehr, und immer stärker bließ nun der Wind.
Die gerade noch nadelfeinen Sternchen blähten sich plötzlich zu kleinen bunten Scheibchen auf, der Himmelshintergrund war auch nicht wirklich dunkel. Von Minute zu Minuten kam der Horizon näher die Zeit verging.Aufgeben? Niemals, nein jetzt noch nicht.Zwischen immer heftigeren, ja sogar bedrohlich wirkenden Böhen wurde es dann nochmal windstill, die Anzahl der Sterne vervielfachte sich, jetzt wagten wir noch einem letzten Versuch. Die sonst funktionslosen Haltekipps rund um den großen Hauptspiegel wurden in Position gebracht, denn der Spiegel stand nun nahezu senkrecht im auf den Horizont ausgerichteten Tubus, die Windböen brachten mit Getöse die freistehende Beobachtungleiter zu Fall, aber all das kann uns jetzt nicht von unserm Ziel abbringen. Endlich sind wir sicher die richtige Position gefunden zu haben und ja BINGO da ist er : Komet Itagaki, ein kleines Bällchen von mittlerem Kondensationsgrad (ca.5)zwischen den Sternen, der bei 70x Vergrößerung ca. 10 mal ins Gesichtsfeld passt, also etwa 4-5 Bogenminuten Durchmesser hat, die Helligkeit können wir nur flüchtig schätzen, da der Komet gerade am Horizont entschwindet. Während wir nun glücklich den Abend mit ein paar Galaxien und Lulin ausklingen lassen wird der Wind dermassen heftig, das sich das große Gerät wie eine Wetterfahne im Wind zu drehen beginnt und Kopfbedeckungen, Kontaktlinsen und sonst alles lose in ernsthafte Gefahr Gerät verblasen zu werden.
Bei geschätzen 50km schnellen Böhen brechen wir dann aus Sicherheitsgründen ab und freuen uns das wir diese minimale Wetterchance so gut nutzen konnten.

Mike, Erwin und Richard vom Astroteam Aichfeld








 
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