Der Einstieg in die Astrofotografie nur mit DSLR

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JanDud

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Hallo an die Experten,

mein Name ist Jan, vorgestellt habe ich mich hier.

Ich hätte ein paar Fragen zum Einstieg in die Astrofotografie mit meinem DSLR Equipment, d.h. vorerst ohne Teleskop. Als Ziel hauptsächlich erstmal die üblichen Verdächtigen im Deep Sky. Nach einigen Experimenten mit meiner Nikon, einem Tele-Objektiv und meinem mehr als billigem Reise Stativ aus Alu das schon beim Atmen anfängt aus Angst zu zittern habe ich angefangen mich in Montierungen einzulesen. Das aktuelle Ding wackelt allein schon beim Spiegel auslösen, habe ich zumindest das Gefühl. Ein gestümpertes Ergebnis des Orion-Nebels mit diesem Stativ sieht so aus:

Link zur Grafik: http://up.picr.de/27970272uv.jpg

Ich habe natürlich extremen Ausschuss was diese kurz belichteten Bilder angeht, ich sortiere selbst gut 50% aus und in DSS wird nochmal ein gutes Stück heraus geschmissen so das selbst aus fast 200 Bildern kaum etwas an Licht und Signal übrig bleibt.

Fazit: Etwas stabiles muss her, am liebsten schon mit Nachführung. Eventuell auch kompatibel für etwaige Aufrüstungen mit einem Teleskop, sollte ich gefallen daran finden.

Es scheint der gemeinsame Nenner zu sein das man unter einer EQ-3 Montierung gar nicht erst anfangen soll. Mir hat sich bisher erschlossen das nicht alles was als EQ-3 deklariert wird, nicht auch zwingend die hochwertige EQ-3 ist die hier gemeint ist. Ich habe ein wenig nach gebrauchten Montierungen hier in der Schweiz auf Kleinanzeigen geschaut und teilweise auch über Foren/Hobby-Seiten Kontakt aufgenommen. Folgende gebrauchte Geräte sind mir ins Auge gefallen:

* NEQ-3 Montierung mit Stativ, Polsucher und Gewichen
* Vixen Great Polaris (inklusive Vixen R114M)
* Vixen New Polaris (inklusive nicht identifiziertem Vixen Refraktor)
* ASTRO-5 DX mit DK-3 Steuerung
* Skywatcher Star Adventurer voll-ausgestattet mit Stativ

Die Geräte liegen preislich bei 180 - 350 Franken.


Mir scheint für meine Zwecke im Moment am attraktivsten die Skywatcher Lösung. Diese erscheint relativ einfach in der Handhabung und perfekt gemacht für DSLR Fotografie. Weiterer Vorteil ist das ich mich vorerst nicht weiter um eine Steuerung kümmern müsste.

Zweiter Favorit wäre die Astro-5 die ebenfalls von einem Hobbyisten stammt und laut Beschreibung mit Polsucher ausgestattet wurde und durch Eigenbau Modifikationen stabiler gemacht wurde.

Diese Beiden Lösungen erscheinen mir attraktiv, vor allem auch da beide Kontakte sehr nett sind und ich die Geräte vor Ort ansehen kann bzw könnte.

Folgende Fragen treten auf:

* Mit der Skywatcher Lösung könnte ich sofort durchstarten und hätte vermutlich erstmal eine Weile viel Spass. Durch Foren Lektüre erscheint mir hier die Aufrüstung auf ein etwaiges Teleskop doch arg begrenzt. Gewichtsbedingt scheinen nur "kurze" Refraktoren möglich. In wieweit wäre das bei der Astro-5 anders? Auch muss ich mich bei allen anderen Lösungen um eine Montierung der DSLR kümmern.

* Die NEQ-3 Lösung erscheint im Moment nicht sonderlich attraktiv da hier keine Nachführung dabei ist. In wieweit lässt sich die Stabilität bzw. Tragkraft mit den anderen Lösungen vergleichen? Wie ist der Refraktor zu bewerten was zukünftige Fotos mit diesem ausmacht?

* Die Vixen Great Polaris erscheint sehr stabil und findet auch Anklang in den meisten Beiträgen hier. Wäre es hier Lohnenswert zu investieren, auch wenn der Newton erstmal ungenutzt bliebe und auch eine Nachführung erworben werden muss?

Die Geräte liegen zwischen 180 - 350 Franken.

Ich habe es nicht wirklich eilig mit der Entscheidung, jedoch bleiben diese Angebote sicherlich auch nicht ewig bestehen, daher würde ich mich sehr um Meinungen und Fachwissen freuen.

Vielen Dank und schöne Grüsse,
Jan


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Jan

ich kann den Guide von Markus nur empfehlen.
Habe ebenfalls vor der gleichen Entscheidung getroffen und mich dann für eine etwas 'grössere' Montierung mit Nachführung Möglichkeit entschieden. Damit bin ich flexibler... und habe es nicht bereut auch wenn ich momentan lediglich noch mit Objektiven fotografiere.

Ohne Frage, der Star Adventure ist ein prima Gerät, ohne Frage, aber den reizt Du schnell aus.
 
Vielen Dank für eure Beiträge.

Markus, deine Seite ist sieht nach kurzem Überfliegen spitze aus, da habe ich einiges als Nachtlektüre. Danke.

Michael, was genau ist denn eine etwas "grössere" Montierung? :)

Viele Grüsse,
Jan

PS: Mit meinem ersten Orion Nebel Foto bin ich gar nicht so unglücklich, er ist da und nun ist der Ehrgeiz geweckt. ;)
 
Für die Fotografien mit meinen Objektiven habe ich mich für eine NEQ5 entschieden. Nicht zu schwer zum schleppen - mein Garten ist nicht unbedingt prima gelegen- und kann ein kleineres Teleskop fototechnisch tragen wenn ich es möchte.
 
Guten Morgen Michael, Jan,

die positive Resonanz freut mich schon mal sehr!

Wie so häufig führen viele Wege nach Rom und Star Adventurer muss nicht "richtiger" oder "falscher" sein als eine NEQ5. Die Star Adventurer habe ich in meinem Guide empfohlen, weil sie vielen Tageslichtfotografen, die bereits ein solides Stativ haben, für sehr schmales Geld die Möglichkeit bietet in das Thema Astrofotografie einzusteigen. Die kleine Montierung lässt sich mit 4 kleinen Eneloops über Nächte hinweg betreiben und passt dazu in jede Fototasche. Natürlich sind die Möglichkeiten der SA begrenzt, aber häufig genug bleibt die kleine Montierung für kleine spontane Touren oder als Reisemontierung dennoch im Besitz, obwohl man sich später eine größere Montierung gönnt. Positiver Nebeneffekt, die Star Adventurer hat einen eingebauten Auslösetimer und das passende Canon-Kabel wurde bei meiner sogar mitgeliefert.

Die NEQ3 ist meiner Meinung nach eine absolute Sackgasse, denn die trägt nicht "wesentlich" mehr als die Star Adventurer ist aber schon deutlich größer und unhandlicher. Vor allem brauchst du schon deutlich mehr Akku-Power bzw. einen kleinen Powertank um die Montierung im Feld mit Strom zu versorgen und du brauchst min. einen Timer um eine Aufnahmeserie mit einer DSLR zu machen.

Die Vixen GP, oder eine der vielen Klone zu denen auch die NEQ5 gehört, ist eine Alternative über die man ruhig zweimal nachdenken sollte. Natürlich ist der Aufwand höher und auch das Loch im Geldbeutel ist größer, dafür wirst du aber mit einer deutlich höherern Stabilität belohnt. Nebenbei lässt sich die NEQ5 locker mit einem kleinen Refraktor/Newton bestücken und auch "autoguiden", was der nächste Schritt für dich wäre...


Vor ein paar Wochen ergab sich für mich die Chance das Ausstellungsstück einer EXOS-2 mit Goto zu erwerben (ebenfalls ein GP-Klon) und meine Star-Adventurer musste zwecks Refinanzierung gehen. Zum einen trauere ich der Einfachheit der Star Adventurer nach, einfach das Teil sammt Stativ in den Garten, Kamera drauf, Widefield fotografieren und der Aufbau geht so fix, dass man das auch mal eben nebenher machen kann wenn man im Sommer eh bis spät in die Nacht hinein im Garten hockt... zum anderen ist die Stabilität der EXOS-2 natürlich eine andere Liga. Auch ohne Autoguider sind mit "normalen" Objektiven Belichtungszeiten von 3min kein Thema, wo man bei der Star Adventurer schon sehr sehr genau arbeiten muss um das zu erreichen!
Vor allem mit Blick auf mein Langzeitprojekt, den Messier-Katalog einmal komplett zu fotografieren, war es schon die richtige Entscheidung, die EXOS-2 zu nehmen, denn einige der "kleinen [zensiert]er" sind so dicht über dem Südhorizont, dass ich es aus meinem Garten heraus gar nicht erst probieren muss.

Lange Rede kurzer Sinn, sowohl Star Adventurer als auch NEQ5, Vixen-GP, usw. haben ihren Charme, der einen Stärke ist der anderen Schwäche. Wenn es dir (Jan) irgendwie möglich ist, schau dir eine NEQ5 mal live an und überlege ob du diese "Größenordnung" ohne mit der Wimper zu zucken packst und hinausgehst zum fotografieren. Wenn du auch nur leise Zweifel daran hast, weil dir die Montierung zu groß erscheint, dann nimm lieber die Star Adventurer. Die beste Montierung ist die, die man auch gern und häufig nutzt! Wenn du dann dabei bleibst und dir ggf. eine Montierung der EQ6-Klasse gönnst, dann tust du das später mit dem Wissen, warum du solchen Aufwand treiben willst und planst auch deine Nächte anders.
 
Hallo Markus

natürlich ist ein Star Adventurer weder richtig oder falsch, ebenso wenig meine gewählte Variante.
Der SA ist ein tolles Gerät, keine Frage, überlege ob ich mir den als Reisegerät zulegen soll. Denn bei meinen Flugreisen ist Gewicht immer eine Hürde... und da ist meine NEQ keine Wahl.

Ich vermute Jan hat die benötigten Informationen bekommen um in sich zu gehen und eine Entscheidung treffen zu können.
 
Hallo zusammen,

meine "Karriere" als Astrofotograf verlief folgendermaßen:

- Wackelmontierung mit FH etwas aufgemotzt, aber ohne Motoren. Die alte Spiegelreflex mit 50mm hab ich am aufgeblähten Stern nachgeführt. Das war mit viel Bastelei verbunden, aber beeindruckend.
- endlich Schulzeit überwunden und beim Studieren etwas Geld gehabt; ADM gekauft (auch ein GP-Clon). Kleiner Newton drauf, erstmal als Leitrohr für Piggyback, nur mittlerweile mit Digitalkamera. Billigstes Motorset und einige Getriebeteile besorgt und drangebaastelt. Bridgekamera durch DSLR getauscht. Autoguider gebastelt, sehr viel verkabelt, sehr viel mit Strom versorgt... mir wurde das einfach zu stressig, zeitweise hab ich das Gerödel nur noch in den Garten getragen, und selbst das nur in Ausnahmenächten. Wurde verkauft.
- winzige eq-1 mit motörchen gekauft. Bis 50mm ok, lieber weniger. Macht Spass, hat aber Tücken bei der Polausrichtung und 'Geschwindigkeitsfindung'. Mir hat es aber Liust auf mehr gemacht...
- Star Adventurer kam raus, gleich gekauft. Da muss ich mir gar keine Gedanken machen, den mal vielleicht irgendwie Aufzurüsten und bis dahin eine eigentlich völlig überdimensionierte Montierung rumzuschleppen. Der macht halt was er ohne Guiding kann, und das recht gut; bei 85mm ist der Himmel die Grenze, nicht die Nachführgenauigkeit, bei 200mm kommt man bequem auf 2 Minuten, mit etwas Erfahrung, kann man auch rund 4 Minuten rausholen. Visuell und für Planetenvideos geht auch ein 3,5" Mak sehr gut. Dafür ist der immer am Start. Ich nehm den sogar auf Partys und Wanderungen mit Hüttenaufenthalt mit.


Insofern:
Nimm einfach den SA; bis der ausgereizt ist, vergehen einige Jahre. Falls Geld nicht so wirklich wichtig ist, hat Vixen ein recht ähnliches, aber in beiden Achsen guidbares Modell auf lager.
Falls Du dir überlegst, vielleicht auch mal mit einem 'richtigen' Teleskop zu fotografieren, fang nicht unter einer HEQ5 oder Sphinx an. Aber den Schritt solltest Du frühestens machen, wenn Du tatsächlich mit mehr Masse, mehr Brennweite, deutlich mehr Gerödel und eben Autoguider arbeiten willst.

cs
Jürgen
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure informativen Beiträge & Anregungen. Ich sitze die letzten Abende nur noch im Kabuff und lese und lese. Wie beim Schneeball System wird das mehr und mehr, man klickt sich von einem Link zum nächsten.

Ich bin in Kontakt mit dem Star Adventurer Verkäufer und werde ihn mir hoffentlich am Wochenende einmal live angucken können. Bisher ist er, auch durch eure Beiträge, mein Einstiegs-Favorit.

Viele Grüsse,
Jan
 
Guten Abend,

ich wollte einmal kurz Rückmeldung geben was nun aus der ganzen Sache geworden ist.


Leider habe ist aus der Star Adventurer Sache nichts geworden, der Verkäufer hatte sich nicht mehr gemeldet. Jedoch konnte ich eine gebrauchte Orion SkyView Pro mit einfacher Nachführung erwerben. Nach eingehender Lektüre erschien mir diese geeignet für meinen Einstieg. Je nachdem welcher Lektüre man glauben schenkt scheint sie einer NEQ5 zumindest ebenbürtig, manche meinen auch das sie höherwertiger ist.

Wie auch immer, sie steht nun geduldig im warmen und wartet auf Einsätze. Im Schweizer Mittelland ist zurzeit jedoch Nebel angesagt, der bleibt auch gerne mal ein paar Wochen am Stück. Eine Chance hatte ich vor ein paar Tagen bei noch knackigen -15 °C, das Ergebnis ist hier zu sehen: http://www.astrobin.com/281145/B/?nc=user

Ich hatte noch Probleme beim Einnorden usw, aber ich denke ich werde für den Anfang glücklich mit dieser Montierung.

Viele Grüsse und nochmals besten Dank für eure Hilfe,
Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,
damit hast Du auf jeden Fall sehr ordentliche Montierung, die Deine Ausrüstung locker tragen kann.

Ein anderen Punkt finde ich auch noch sehr positiv: Du hast damit eine klassische Montierung, an der Du alles lernen kannst. Und da passt auch noch gut ein 6"-Newton oder ein 80er Apo drauf.

Viel Spass damit und melde Dich, wenn Du Hilfe brauchst.

VG
Wolfgang
 
Hallo Jan

viel Spass mit Deiner neuen Montierung. Du wirst merken, dass in der Theorie vieles wesentlich einfacher ist als in der Praxis. Nie den Spass beim Üben verlieren)

Wie Wolfgang schon korrekt bemerkt hat bist Du mit der ausgewählten Montierung flexibel und hast im Bereich der Komponenten nun Luft nach oben.

Auch von mir viel Spass
 
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