Der Einstieg in die Astronomie

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Annares

Aktives Mitglied
Guten Morgen alle zusammen.

Seit 2 Wochen habe ich wieder den drang in die Astronomie einzusteigen und habe diesmal sogar etwas Geld über, um mir ein Teleskop zu leisten.
Hab mir hier schon diverse Threads durchgelesen, die mir gut geholfen haben, die Auswahl an Teleskopen stark zu reduzieren.

Am Anfang hätte ich mir noch aus einer Affekthandlung einen "SkyWatcher Explorer 130 EQ2" gekauft, den ich fast neuwertig bei Ebay für 150 Euro gefunden habe. Dank euch hab ich herausgefunden, dass ich mit der wackeligen/schwachen Montierung, wohl schon nach kurzer Zeit Zustände bekommen hätte.
Aus den Threads konnte ich bis jetzt entnehmen, dass die Dobsons zum Einstieg im Preisbereich unter 300 Euro, das Maß der Dinge sind. Besonders, wenn man am Anfang keine Astrofotografie betreiben möchte.

Skywatcher Dobson Teleskop N 150/1200 Skyliner Classic DOB
Skywatcher Dobson Teleskop N 130/650 Heritage FlexTube DOB

Die beiden stehen aktuell noch zur näheren Auswahl. Würde der "Skyliner" weniger wiegen, wäre die Entscheidung einfach. Wenn die Angabe von beiden stimmen, wiegt dieser mit Rockerbox einiges mehr.(25kg)
Würde wohl trotzdem eher zum Skyliner tendieren.

Jedenfalls ein Dankeschön für eure sehr sachlichen Beiträge in diesem Forum. Beim lesen merkt man, dass ihr Ahnung von der Materie habt. :smiley47:

Ein paar Fragen hätte ich aber noch, bevor ich richtig loslegen kann.

1. Es ist mir bis jetzt nicht möglich gewesen eine Seite zu finden, in der Plätze markiert sind, auf den man besonders gute Sichtverhältnisse hat oder auch sonst öfters Treffen stattfinden. Ich wohne in der Nähe von Kaiserslautern. Falls jemand Plätze im Pfälzerwald kennt, in der man gute Sicht hat ohne von Bäumen und hügligen Landschaften stark eingeschränkt zu werden ---> her damit!

2. Es ist besonders für mich, der als Kind nur ein "Kaufland/Alditeleskop" hatte, schwer einzuschätzen was ein Teleskop mit den verschiedenen Optiken leisten kann. Also was möglich ist mit dem Blick durch das Teleskop. Gibt es hier im Forum oder außerhalb diesem eine Seite, in der verschiedene Teleskope mit jeweils zugehörigen Vergleichsbildern angezeigt werden, die ungefähr der Realität entsprechen?
Hab hier schon im Forum gestöbert, aber diese waren meist mit Software bearbeitet. Auch weiß ich nicht wie sonst sich Foto und Real unterscheiden. Eine Übersicht und somit ein direkter Vergleich zwischen einem 70, 130, 150, 200 wäre ein Segen für Neulinge.
Falls so einen Thread existiert, würde ich mir diesen auch gerne anschauen. :)

Mir fallen erstmal keine Fragen mehr ein. =)

MfG

Jan
 
Hallo Jan,

zu 1.
Das mit den Plätzen stimmt, die werden kaum veröffentlicht. Da helfen nur persönliche Kontakte.

zu 2.
Visuell und Foto unterscheiden sich meilenweit. Auf Fotos werden über seeeehr lange Belichtungszeiten und / oder viele Bilder massiv mehr Details bei hohem Kontrast gezeigt, was unsere Augen mit geschätzt 1/20 - 1/25s Belichtungszeit und einem einzigen "Bild" nicht hinbekommen.
Die einzige mir bekannte, leider seit Ewigkeiten nicht mehr gepflegte Seite mit einigermaßen realistischen visuellen Eindrücken (mir persönlich in Summe aber immer noch zu optimistisch, zu detailreich dargestellt) zu verschiedenen Öffnungen, ist folgende:

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm

Bei den Teleskopen werden Dir umgehend "alle" einen 6" oder 8" Dobson empfehlen, auch weil Dein Budget nicht mehr hergibt.
Viele Einsteiger geraten m. E. in die Falle des Öffnungswahns und peilen mindestens 8" bis 12" Öffnung an (dafür gibt es auch gute technische Gründe), übersehen aber, dass das beste Einstiegsteleskop das ist, was häufig genutzt wird. Das muss also nicht zwingend eine unhandliche Riesenröhre sein...

Wie auch in anderen Foren gilt, dass die Meinungen nicht repräsentativ sein müssen, nur weil sie von gefühlt 10-20 Menschen, die den harten Kern der "Berater" im jeweiligen Forum bilden, wiederholt werden. Die Mehrheit der Anwender hat offensichtlich (noch) keine Lust (mehr), sich in Foren (mit Einsteigern) auszutauschen.


 
Hi Jan
schau mal in die Einsteigerecke meiner HP.
Dort habe ich Artikel zu Beobachtungszielen, worauf es jeweils ankommt und computergenerierte fiktive Objektansichten zusammengeführt.
Fotos sind ungeeignet, weil sie nicht mit dem visuellen Eindruck vergleichbar sind.
Zeichnungen sind dafür besser. Auch hier habe ich in der Galerie ein paar Werke eingestellt. Unter Links findest Du Seiten von anderen Zeichnern.
Vllt hilft Dir das ein wenig die Erwartungen und die späteren Ergebnisse in Einklang zu bringen.
CS
 
Zitat von Der_Peter:
Bei den Teleskopen werden Dir umgehend "alle" einen 6" oder 8" Dobson empfehlen, auch weil Dein Budget nicht mehr hergibt.

Alle? Nein! War da nicht noch dieses kleine Dorf in Gallien... Der Ort in dem ich wohne gehört nach Römischer Sichtweise zwar gerade nicht mehr zu Gallien (das durch Rhein und Bodensee von Suebia getrennt war) dennoch ist auch er bevölkert mit ketzterischen Astronomen, die nie zum Dobsonismus bekehrt werden konnten.
Im Ernst jetzt aber: Von den Amateurastronomen die ich kenne (unsere Astronomische Vereinigung hat 100 Mitglieder) haben nicht wirklich viele einen Dobson. Vielleicht gar keiner, jedenfalls habe ich noch keinen gesehen. Mit einer Ausnahme, aber der zählt nicht, denn er stellt Reisedobsons her. Es geht also auch anders und jeder von uns hat mal angefangen und alle sind dabei gelieben. Wir haben in unseren Reihen auch genug Mitglieder die für die öffentlichen Sternführungen eingeteilt sind obwohl sie mal mit einem kleinen Goto-Teleskop angefangen haben. Und sich deswegen nach der hier verbreiteten Lehre überhaupt nicht am Himmel zurechtfinden können, geschweige denn dem Publikum etwas darüber erzählen...

Viele Grüße
Maximilian

 
Hallo Jan,

ebenfalls beim Binoviewer gibt es noch diese Deep Sky-Vergleiche:

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_deepsky.htm

Man achte aber auf die Voraussetzung "guter Landhimmel", also faintest star bei ca. 6-6.5mag. Auch gutes Seeing (geringe Luftunruhe) ist wichtig, zudem betrachtet man die Objekte immer am besten wenn sie möglichst hoch am Himmel stehen und es sollte nicht zu viel Dunst/Schwebeteilchen in der Luft sein. Das sind einige Faktoren, die neben der Öffnung großen Einfluss haben. M51 zB. in Horizontnähe würde ich auch im 12 Zöller kaum versuchen, nahe am Zenit lohnt die Galaxie sich auch bei leichtem Dunst noch.

VG
Klaus
 
Danke für die Antworten.

Wusste gar nicht, dass es überhaupt möglich ist mit einem Kaufhausteleskop den Saturn und seine Ringe zu sehen. Da hab ich wohl vor mindestens 10 Jahren wirklich den Saturn schon einmal durch so ein Teleskop gesehen. Dachte es wäre Einbildung oder ein Fehler an der Optik. :D

Die Seiten helfen bezüglich der Fragen viel weiter. Die Seite von Antares (http://www.deepsky-brothers.de/) wird wohl etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, um es durchzuarbeiten. Auf den ersten Blick etwas erschlagend.

Nun stehen doch noch 2 Dobsons zur Auswahl, zwischen den ich mich entscheiden möchte.

https://www.astroshop.de/teleskope/...eskop-n-150-1200-skyliner-classic-dob/p,15559

https://www.astroshop.de/teleskope/...-advanced-n-152-1200/p,50124#tab_bar_0_select

Der Omegon wiegt um einiges weniger und würde mit Schwarz auch besser zur Wohnung passen. :smiley61:
Wie wirkt sich das Gewicht auf die Stabilität aus? Nehme mal an, dass bei Dobsons ein höheres Gewicht für mehr Stabilität sorgt.
Was ist der Unterschied zwischen normalen Okularen und Okularen mit einem k. Also 10mm, 25mm zu k 10mm, k 25mm.
Welches der beiden würdet ihr mir eher empfehlen?


 
Hallo Jan,

das K steht für Kellner, ein recht einfaches Okulardesign mit relativ kleinem Sichtfeld um 45 Grad. Steht nichts dabei oder nur sowas wie "super", handelt es sich meist um "Modified Achromatic" Okulare, bei Meade waren die mal ehrlicherweise mit MA gesuffixt. Ebenfalls eher preisgünstige Teile mit etwas größerem Gesichtsfeld um 50 Grad. Bei meinem Skyliners damals war allerdings ein etwas wertigeres, echtes 25mm Plössl dabei, das ist in Ordnung. Weiß nicht ob das heute noch jeder so dabeilegt oder nur noch "Super"-Okulare mitgeliefert werden.

VG
Klaus
 
Hallo,

generell, je "schneller" das Öffnungsverhältnis, desto präziser muss man das Gerät justieren bzw desto empfindlicher ist es gegen Dejustage. Schnell bedeutet kleineres Öffnungsverhältnis, welches Brennweite / Öffnung ist. 650/130 ist 5, was schon relativ schnell ist aber noch managebar. Ich bin auch relativer Anfänger aber ein 114/900er eines Bekannten mit fast 8er Öffnungsverhältnis war für mich wesentlich einfacher zu kollimieren.

Ich würde zum 150er raten.
 
Jo so isses,

auch von mir Zuspruch zum 150er !

Und denk dran: wenn Du dabei bleibst, wird Dein erstes Teleskop niemals das letzte sein !

(Viele Leute, die vor der Entscheidung stehen, und viele "Berater" meinen, es müßte das ultimative Teleskop sein; gerade bei einem Anfänger ist das aber nicht so. Was wäre ein Hobby wert, bei dem - inklusive Okulare - am Anfang schon alles gesagt ist ? Was macht ein Anfänger die restlichen 50 Jahre mit dem Hobby ?)

Gruß Rudi
 
Ich danke euch nochmal für all die Antworten.

Ich habe mir nun den Skywatcher bestellt. Habe mich aber für die 200/1200 Variante heimlich entschieden. :smiley55:
Dachte mir kurz vorm Kauf "Ach, das Ding hab ich vielleicht mein halbes Leben, warum dann nicht eine Stufe höher gehen" =)
Besonders weil ich an Deep-Sky interessiert bin.

Dann bin ich nun mal die Tage und Wochen gespannt, was sich damit anfangen lässt.

Viele Grüße

Jan



 
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