Der gute alte M27 - oll aber schön :-)

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Okke_Dillen

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Moinmoin,

es regnet. Andere, frische Aufnahmen erfüllten die zweiten 50% ihrer Bestimmung - so ein Astrofoto besteht ja gerne mal aus 50% Hoffnung und 50% Lerneffekt - zumal nachdem man irgendwas geändert, neu ausprobiert oder neu angeschafft hat.... pfeif... :whistle:

Der M27 mag ne olle Kamelle sein, aber nichtsdestotrotz finde ich ihn einfach schön, kann mir nicht helfen. Gleiches gilt übrigens für den genauso ollen M57. Und, welch Freude, deren Potenzial hab ich bisher noch lange nicht ausgeschöpft. Gut so! Denn in mancher Mondnacht haste zwar klaren Himmel, aber das neugierigste Objekt des Universums - der Mond - hängt auch da rum und funzelt einem ins Gesicht...

Das hier ist eine Neubearbeitung eines solchen Bildes, das in einer Vollmondnacht entstand, allerdings von vor einem Jahr, damals noch mit der Eos 800Da aufgenommen (übrigens imho die beste APSC-Kamera, die Canon zu bieten hat). Das Ergebnis von damals hatte mir bereits gefallen und ich hatte die Idee, mit neuen BB-Kenntnissen mal erneut über die Daten herzufallen. Also den Rohstäkk von damals rausgekramt und ab da noch mal alles neu.

Das lief eigentlich soweit ganz gut, aber da, wo ich mir den entscheidenden "Kick" erhoffte, passierte ernüchternd wenig :oops:. Hmmm, für "mehr" müßte ich wohl doch noch deutlich mehr Licht sammeln - getreu dem Motto "Hubraum statt Spoiler", es sind ja gerademal 81min, immerhin bei Iso200. Farbe und Helligkeit waren eigentlich in gesundem Maß vorhanden, aber eine knackigere Struktur hätte ich schon erwartet...

Also mal astrobin durchgeguggt, optisch beeindruckende Werke dabei, aber leider viele "tot-entrauscht", "tot-gestreckt", aber auch richtig schöne. Keine jedoch mit den erwarteten "knackigen" Konturen. Auch das Bild des VLT auf Wikipedia liefert kaum mehr... hmmm ja okay, dann isses wohl so....

Mehr geht dann nur noch mit höherer Vergrößerung bei mehr Öffnung. Bleibt noch, mehr Licht zu sammeln, um auch die beeindruckende Außenstruktur abbilden zu können. Immerhin, schärfer isses (keine Unscharfmaske oder sowas!), weniger gestreckt, stufenloser Übergang von Sternen zu Hintergrund, gezielter entrauscht und differenzierter coloriert.

Und so sieht es jetzt aus:

M27_20190617_crp_fc.jpg

Den Hintergrund könnte man noch leicht nachdunkeln... oder auch nicht, einen guten Hintergrund kann man ja auch mal stehenlassen :whistle:

Noch ein paar Daten:
Aufnahmedatum: 17.Juni 2019
RC10" F7,8
Eos 800 Da
27x 180sec BZ @ iso200
AZEQ6GT auf Trila102
Mgen2 an 8x50 Sucher
Vollmond

Mögen die Regenwolken bald weiterziehen!
Okke
 
Zuletzt bearbeitet:
hi Okke,

na du bist sehr überzeugt von deinem Bild es gleich zu stellen mit NASA/ESA . Hmm, ich denke mal die werden uns nicht das höchst aufgelöste Bild von M 27 frei im Web veröffendlichen . Aber so in den Farben des M 27 ist dein Bild sehr schön . Ob das aber so sein muß in Farben gesehen müssten Profis entscheiden .
Es müssen ja nicht immer gleich 4-8 Stundenbelichtungszeit sein, so ist es auch schön anzusehen .

Was allerdings gleich auffällt ist an den blauen Sternen der Farbversatz vom blau , der an der Kante der Sterne , und nicht komplett über den ganzen Stern . Ich habe mir mal mein M 27 angesehen und dort auch, aber nur wenige Sterne mit diesem Versatz gefunden . Warscheinlich hast du an einem roten Stern scharf gestellt .
Ansonsten ist dein Bild ein ausgewogenes auch nicht sehr scharfes Bild mit glattem Hintergrund .

hoffendlich bald wieder klare Nächte
 
Ach was André,

die eigenen Babies sehen immer am hübschesten aus ;). Aber ein paar Details mehr meine ich auch im VLT-Bild ausmachen zu können - auch wenn es stark kompromiert ist. Die Globulen im Inneren, die wolkige Struktur in den Außenbereichen ... Nicht daß es deswegen hübscher ist Okke.

Gruß

*entfernt*
 
Heiko so ist es meist ;), aber trotzdem hart bleiben und am eigenen Bild kretik suchen .
wollte ich eigendlich auch mit rein schreiben das ihm sein Bild wohl sehr lieb ist , aber ist gut so .

Trotzdem gerne auch das Bildchen als gar keins hier im DeepSkyForum , wird sonst langweilig.
 
Hi Andé,

danke für deinen Kommentar!
Okeeeeehhh, kam das jetzt echt so rüber, daß ich mein olles Bild dem vom VLT gleichstelle? :oops:
Nicht mein Eindruck, aber ok, die Eindrücker sind halt verschieden.
Gemeint habe ich das Bild, daß in Wikipedia gezeigt wird. Also nicht das Hubblebild, das die von Heiko erwähnten Features zeigt.
Das VLT-Bild ist in der Farbverschiebung genauso "schief" wie meins, die Sterne dort sind auch bunt. Warum eigentlich, das sind doch Profis?

Vllt so: da ich im Bild dort auch nicht wirklich mehr Features sehe, gehe ich mal davon aus, daß es die im gezeigten Abbildungsmaßstab schlicht nicht gibt, sonst sähe man sie ja. Ist schließlich VLT! Und wenn VLT die nicht darstellt, dann brauche ich in meinem Bild schon gar nicht danach zu suchen. So dachte ich ;)

"überzeugt" bin ich eigtl nur davon, daß mehr bei dem Bild nicht geht, ohne daß es gequält aussieht (zum. solange, bis das falsifiziert wäre) oder gar noch Artefakte gezüchtet würden. Die wären dann knackscharf, aber Artefakte. Wie bekäme ich deiner Meinung nach in dieses Objekt noch mehr Schärfe? Die rel. kleinen und lochfreien Sterne bei schlanken Spikes sagen mir eigentlich, daß ich nichts weiter hätte tun können, um schärfer zu stellen. Und Seeing ist Seeing. Oder übersehe ich schlicht was? Vllt bin ich ja gerade etwas betriebsblind, sowas soll ja vorkommen und warum sollte ich immun dagegen sein... ;) Kritik ist durchaus erwünscht, sonst lernt man ja nix.

"An einem roten Stern fokussiert" - ehrlich gesagt nicht darauf geachtet, dürfte Altair gewesen sein oder irgendwas in der Gegend dort - werde mal in Zukunft drauf achten. Aber, sollte chromatische Aberration bei einem Spiegelteleskop garnicht erst auftreten? Oder sehen wir hier schon atmosphärische Dispersion? So hoch am Himmel?

aber trotzdem hart bleiben und am eigenen Bild kretik suchen
richtig so!
Also nur her mit den Tipps, ich freue mich über Ratschläge ;)

Viele Grüße,
Okke
 
Okke , sind alles Venussterne - bischen blau und bissel weiß . ;):ROFLMAO: Hast halt ein 10Zoll Extreme . (y)

Sagen wir so , ich würde bei einem 10 oder 8 Zöller , das man selber besitz, nicht sagen wollen da geht nix mehr , VLC bringt auch nichts besseres , mein Bild ist so ,das wars . Du weißt doch , gibt immer einen der es besser macht .

von mir kannst du nichts lernen , habs und mache es ja auch nicht besser . Frag @tommy .

EOS 800Da , Farbkamera , entweder du hast den M 27 aufgenommen wo er schon zu tief stand ( sphärische Aberration ) , deinen Aufbau des Sensors kennst du ja - die längen des Farbspektrums die dort auftreffen sind bestimmt auch bekannt .

VLT Sterne bunt : wenn man Ha, O3 , RGB ..... aufnimmt , aufeinander legt , wird es halt bunt . Und Hubble ist dabei noch außerhalb der Erdatmosphäre , hmm:unsure: .

Wegen der Schärfe mache kein Drama draus , für mich ist das okay , jetzt noch okay . In 10 Jahren melde ich mich nochmal wenn die Augen schlechter sind und nur noch Weichgezeichnete Bilder sehe , dann darfst du gerne die bis dahin ausgereiftere Technik/Software schön scharf präsentieren .

Nee , auch das noch , fokussieren auf den richtigen Stern damit die Farben halbwegs getroffen sind , man muß doch schon auf so vieles achten ....muss nicht sein , schaft man warscheinlich auch nicht .
 
Hallo Okke!

Dein M 27 gefällt mir gut, vor allem die Farbe finde ich schön, auch die erreichte Tiefe ist gut.
Zu den Sternen mit den bunten Rändern schrieben wir mal, du erinnerst dich? In die Farbkanäle zerlegen, auf G neu registrieren, wieder zusammenbauen... :)

Bei den Bildvergleich mit den big toys dürfen wir nicht vergessen, dass die Bilder so kleingerechnet werden, dass die ganz kleinen Details schon wieder verschwinden. Man müsste das Original beaugapfeln. Daran leiden aus meiner Sicht auch diese Artikel à la "mein Bild vs. Hubble" z.B. in Zeitschriften - Hubblebilder auf unsere Amateur-Abbildungsmaßstäbe heruntergerechnet verlieren so an Detail, dass sie tatsächlich vergleichbar werden. Machen wir das mal anders rum - unsere Bilder auf Hubble-Maßstab skalieren...ich denke, der Sieger steht fest. :-)

Nichts desto trotz: M 27 als Nebel darf gerne flauschig daherkommen und nicht hart herausgeschärft, für meinen Geschmack.

LG, Markus
 
Hallo Okke,

erstmal möchte ich klarstellen, dass die Regenwolken bitte nach Berlin/Brandenburg kommen sollen, wir brauchen sie :)

Das Bild finde ich angenehm bearbeitet mit guten Details, der Hintergrund ist keineswegs zu hell, ich habe gerne einen deutlich sichtbaren Hintergrund.
Nur mit den Farben ist etwas schief gegangen, dass der OIII-Anteil manchmal blau und manchmal grün ist, sieht man ja immer wieder, liegt halt an der Durchlasskurve der verwendeten Filter und dem gewählten Weißabgleich. Aber das OIII sollte schon eine einheitliche Farbe haben, nicht wie bei dir außen Blau und im zentralen Bereich grün.
 
Moin,

denkt aber daran dass unterschiedliche Dichten und die anderen vorhandenen Emissionen sich da auch auswirken können. Das ist ja nicht wie eine "Druckfarbe".

CS
Jörg
 
Moinmoin,

herzlichen Dank für euer Feedback! (y)

Bei den Bildvergleich mit den big toys dürfen wir nicht vergessen, dass die Bilder so kleingerechnet werden, dass die ganz kleinen Details schon wieder verschwinden. Man müsste das Original beaugapfeln. Daran leiden aus meiner Sicht auch diese Artikel à la "mein Bild vs. Hubble" z.B. in Zeitschriften - Hubblebilder auf unsere Amateur-Abbildungsmaßstäbe heruntergerechnet verlieren so an Detail, dass sie tatsächlich vergleichbar werden. Machen wir das mal anders rum - unsere Bilder auf Hubble-Maßstab skalieren...ich denke, der Sieger steht fest.
Nun, das sehe ich so, wenn das ganze Objekt sichtbar sein soll, kann ein VLT-Bild gar nicht mit all seiner Auflösung auf unseren Monitoren dargestellt werden. Geht gar nicht. Wäre auch unsinnig, weil unser Auge das nicht auflöst.

Nehme ich mir ein VLT-Übersichtsbild als Orientierungshilfe, ob ein Detail in der anvisierten Darstellungsgröße überhaupt aufgelöst ist, finde ich genau die Information, nach der ich suche:
erkennt man es bei gegebener Auflösung überhaupt oder nicht? Ich habe dann die Antwort auf die Frage, ob es sich lohnt, weitere Details versuchen hervorzupulen und sähe ich die überhaupt in der dargestellten Größe oder kann ich aufhören?

Was zählt, ist, ob man es in der dargestellten (darstellbaren) Größe sehen könnte, ja oder nein? Antwort: nein, also höre ich auf, danach zu suchen. Voilà ;) Da ist die hypothtisch mögliche Auflösung eines VLT völlig irrelevant. Sie ist lediglich qua Zuverlässigkeit/Wahrheitsgehalt des dargestellt sichtbaren die Referenz, auf die ich mich verlassen will.
Das geht nicht mit einem Bild, das mit ähnlichem Equipment längst genauso eine Gratwanderung ist (war) wie mein eigenes. Da weiß man nie, ob Artefakt oder echt. Ich muß also ein Bild heranziehen, dessen Quellinstrument noch lange im grünen Bereich arbeitete, während ich mit meinem Instrument längst im Grenzbereich bin.;)

Nur mit den Farben ist etwas schief gegangen, dass der OIII-Anteil manchmal blau und manchmal grün ist, sieht man ja immer wieder, liegt halt an der Durchlasskurve der verwendeten Filter und dem gewählten Weißabgleich. Aber das OIII sollte schon eine einheitliche Farbe haben, nicht wie bei dir außen Blau und im zentralen Bereich grün.
Gut, daß du das ansprichst! Natürlich ist mir die Differenzierung des grüneren Kernbereichs und des blaueren Bereichs drumrum auch aufgefallen, aber nicht nur das, sondern ich hab ihn sogar gezielt herausgearbeitet. Warum?
Mir fiel auf, daß er da ist. Ich habe das DSLR-Bild in R, G, und B zerlegt und die Kanäle einzeln bearbeitet (qua Kontur, nicht Helligkeit). Da ist im Grünkanal tatsächlich ein deutlich dominanter Bereich um den "Hantelgriff" herum, der mit deutlichem Gradienten nach außen, fast stufenförmig abfällt (genau wie dargestellt im Bild). Im Blaukanal war das weit (weit!) weniger ausgeprägt. Daraus schloß ich, daß das also schon da sein muß, ich wollte nicht einfach nen Eimer Blau drüberkippen und so tun, als sei es nicht da. Das ließ mir keine Ruhe und ich begann zu suchen. Ich fand das hier:
8 sauerstoff-spektrallinie.png

Sauerstoff-Spektrum. Quelle: Spektrallinien
(Copyright-Disclaimer siehe PS)

Da sind 3 dicke Linien im Grün und ich dachte, okeeehh, es gibt grüne Linien, habe mich über sie gefreut und geschaut, ob die grünen Konturen überall deckungsgleich wären mit den blauen. Waren sie nicht.
War es nicht richtig, diese grünen Linien in Betracht zu ziehen? Was ist mit weiteren Elementen und deren Vorkommen in PNs? (hatte ja schonmal nach möglichen Vorkommen anderer - sichtbare - Elemente als H und O in PNs gefragt, aber leider keine Antwort erhalten). Was ist mit He? N? C? S? Gibt es die nicht in PNs? Oder gibts, aber sie werden nicht angeregt?

Zu den Sternen mit den bunten Rändern schrieben wir mal, du erinnerst dich? In die Farbkanäle zerlegen, auf G neu registrieren, wieder zusammenbauen...
Ja klar, hab nur vergessen, das anzuwenden, bevor ich die Einzelkanäle wieder zusammenführte...:whistle:

Huch, wasn Roman :oops:
Naja, geht halt nicht in 3 Worten... ?

Danke und viele Grüße,
Okke


PS, Copyright-Disclaimer:
Copyright (c) 2010, Neill Tucker
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DAMAGES (INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, PROCUREMENT OF SUBSTITUTE GOODS OR
SERVICES; LOSS OF USE, DATA, OR PROFITS; OR BUSINESS INTERRUPTION) HOWEVER
CAUSED AND ON ANY THEORY OF LIABILITY, WHETHER IN CONTRACT, STRICT LIABILITY,
OR TORT (INCLUDING NEGLIGENCE OR OTHERWISE) ARISING IN ANY WAY OUT OF THE USE
OF THIS SOFTWARE, EVEN IF ADVISED OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.
Quelle: Spectra V1.0
 
Hi Okke,

jaja, das ist schon richtig was du schreibst, in der dargestellten Größe kann man schon vergleichen und Schlüsse ziehen. Deinen Satz
Auch das Bild des VLT auf Wikipedia liefert kaum mehr... hmmm ja okay, dann isses wohl so....
muss man allerdings wirklich ganz genau nehmen ("auf Wikipedia"). Sonst kommt das schnell so an, als wäre das Bild mit dem Original des VLT vergleichbar...was es naheliegenderweise nicht ist, da trete ich dir auch sicher nicht zu nahe. Insofern herrscht Einigkeit. :)

Zu den Elementen: es kommt eine ganze Reihe an Elementen in PNe vor, z.B. HeII, [OIII], HeI, Ha, [NII], [SII], in aufsteigender Wellenlänge. Bei Interesse kann ich dir den Straßburg ESO Catalog of galactic planetary nebulae Teil I und II ans Herz legen. Darin ist eine Reihe von PN aufgelistet, mit den Intensitäten der einzelnen Linien bezogen auf Hbeta. Relevant für uns sind de facto nur [OIII], Ha und [NII]. [NII] ist wichtig, weil nah an Ha dran und nicht selten sogar stärker. Zu schmale Filter sperren [NII] aus, ein echter Verlust an Signal.
Der Katalog sagt aber nichts aus über die Verteilung der Elemente im Nebel, es können also die Strukturen z.B in [OIII] und Ha exakt übereinander liegen oder in Schalen angeordnet sein, oder, oder.
Wenn nun ein farbkalibriertes Bild vorliegt, und es ergibt sich eine farbliche Differenzierung zwischen Kernbereich und Ohren, warum nicht. In dem Bereich liegt auch Ha drüber, das ist sowieso eine Mischung. Inwieweit man diese Differenzierung durch Bearbeitung noch weiter aufspreizen soll ist wieder Geschmacksache, nicht wahr?

LG, Markus
 
Moin,

das Kalibrieren halte ich bei einem flächigen Objekt immer für schwierig. Bei Sternen kann man die Farbe aufgrund der bekannten Zusammenhänge gut beschreiben, PI nutzt solche Feldsterne ja für die photometrische Kalibration. Auch wenn man in den Katalogen die Präsenz der einzelnen Linien erkennen kann, die einzelnen Emissionen werden ja als Ortsfunktion überlagert, ich kann mir nicht denken dass man das aus einem Katalog übernehmen kann, allenfalls als Indikator ob man in die richtige Richtung denkt. Spannend, die Beiträge sind echt top.

CS
Jörg
 
Hallo Okke,

was die Farben angeht bedarf es eigentlich keiner großen theoretischen Betrachtungen, weil es massenweise Bilder von M27 gibt. Ich habe bisher noch nie die bei dir sichtbare Farbdifferenzierung wahrgenommen, weder in fremden Bildern noch in den zahlreichen Versionen, die ich selber von M27 produziert habe.
Theoretisch betrachtet werden 99% aller Planetarischen Nebel von der "Doppellinie" Ha/NII im Roten und [OIII] im Blaugrünen dominiert. Es gibt ein paar Exoten, die komische Farben haben und anscheinend noch andere helle Linien haben, aber M27 gehört ausweislich der zahlreichen Farbbilder, die es von ihm gibt, nicht dazu.
Wenn sich Ha/NII und [OIII] mischen, kommt so ungefähr Weiß dabei raus, es führt aber nicht dazu, dass ein grünes OIII in blau verfärbt wird oder umgekehrt.
 
Hi,

in den Capella Aufnahmen sieht man aber auch grün/türkis in der Mitte, blau in den Flügelchen. Bei der relativ aktuellen Version, aber auch in den älteren.

Kommt mir zwar auch spanisch vor, aber scheint was dran. Okke, du hast es vielleicht ein bisschen dolle betont, das wirkt schon etwas plakativ, aber ich halte es von der Abstufung nicht unbedingt für falsch.
CS Frank
 
...
in den Capella Aufnahmen sieht man aber auch grün/türkis in der Mitte, blau in den Flügelchen. Bei der relativ aktuellen Version, aber auch in den älteren.

Hallo Frank, ich sehe höchstens bei der neuesten Capella-Version einen Farbunterschied zwischen Zentrum und Außenbereichen. Da wäre dann interessant, wie es vor der extremen Streckung aussah. Starke Streckung bleicht zumindest bei mir die Farben aus, es könnte auch sein, dass bei der Capella-Version der zentrale Bereich einfach nur eine lebhaftere/kräftigere Färbung hat als der Außenbereich.
 
Hallo,

@Jörg:
allenfalls als Indikator ob man in die richtige Richtung denkt
Genau darum geht es. Kalibrieren geht nur an Sternen wirklich praktikabel, die Farben der anderen Objekte ergeben sich damit. Man kann sie dann so hinnehmen - selektiv daran herumschrauben macht ja die vorangegangene Arbeit überflüssig. Untereinander vergleichbar werden die (eigenen) Bilder nebenbei auch. Beim Straßburger Katalog geht es eher darum zu erkennen, welche Elemente überhaupt zu erwarten sind und in welcher Intensität zueinander. Nicht dass man sich beispielsweise mit Ha tot belichtet, obwohl praktisch nichts davon da ist. Auf die Farbe kann man nur bedingt schließen.

@ Stefan und Frank:
farbliche Gestaltungen von M 27 gibts im Netz ja fast wie Sandkörner am Strand, der Nebel bietet sich wohl zum herumschrauben an. :) Interessant ist, dass Franks (Capella) Bild etwas ähnliches zeigt wie das 12 Jahre alte von Bernhard Hubl (das farblich wiederum dem alten Capella-Bild nicht unähnlich ist). Zwar ist die Farbe der [OIII] Strukturen nicht vergleichbar (blau gegen grün...), aber tatsächlich ändert sich der Farbton auch bei Bernhard zur Mitte hin, ähnlich wie bei Frank. Bei Okke gehts aber von blau zu grün - das ist wirklich "ein bisschen dolle betont", das übernehm ich mal so. ;-).

LG, Markus
 
Moinmoin,

joa "plakativ" triffts ganz gut, ist durchaus möglich, daß ich der Verblüffung erlegen war "huch wie grün ist DAS denn hier?!" und der Freude darüber freien Lauf ließ ?

Ein Türkiston wie es bei der Capella (Referenz!)Aufnahme ist, habe ich im Ausgangsbild etwa auch. Also schon grüner als die durchsichtig blauen Wolken nebendran. Aber nicht so wie hier jetzt, das ist schon betont. Ich hatte den Verdacht, daß die Gaszusammensetzung eine andere ist und war verblüfft, daß sich das so einfach hervorholen ließ (ich hab nur minimal an der Kurve gezupft, das reichte schon).
Ach, fällt mir gerade ein, es hat kein SCNR (hasta la vista green) gesehen. Das spielt vllt auch eine Rolle, daß bei manchen Bildern mehr oder weniger grün auch im Kern übrig bleibt?
Das Grün so zu betonen und auf evtl unterschiedliche Gaszusammenensetzungen hinzuweisen ist definitiv Geschmackssache. Ob was dran ist und wieviel hoffe ich, in den Katalogen zu finden - danke für den Tipp, Markus!!! (y)

Na ein neues Bild mit ohne "bayrischen" Sternen gibts auf jeden Fall noch, dann vllt in Hubblepalette ? Jetzt aber erstmal Bett! Guts Nächtle!
Okke
 
Hallo Okke,

ich habe gestern mal versucht in meinem Bild solch grün herbei zuzaubern .

habe es erstmal zerlegt . konnte ich irgendwie nichts mit anfangen
RGB-zerlegt.jpg


hier da Original nach dem Stacking
RGB_neu_2_jpg_.jpg


jetzt die sel. Farbkorr. in Cyan und Blautöne leicht verschoben
RGB_neu_3_jpg_.jpg


Gradiationskurve mitte links ziemlich nach untengezogen und siehe da es wird grün/ türkis
RGB_neu_4_jpg_.jpg


könnte man sicher noch grüner ziehen .
Ob das nun dein Sauerstoffspecktrum anspruch nimmt , k.a. Kann man gut mit Bildbearbeitung verschieben die Farben.
 
Hallo André,

ja so in etwa sah das bei mir nach Stäkk und Zerlegung in RGB auch aus, vllt eine Nuance türkiser. Und ja klar kann man mit BB alles mögliche irgendwo hinschieben, sogar bis zur Hubblepalette ;)
Interessant war halt, daß sich das Mittelteil en bloc so einfach hat anschubsen lassen, es ist nichts weiter passiert, als daß eine Eigenschaft hervorgehoben wurde, die sonst nicht so aufgefallen wäre ;)

So, ich pack 'zamm, ich sehe blauen Himmel :teleskop: Heute ist die erste weiße Nacht laut CO.

CS!!
Okke
 
Moinmoin,

sooodele, ich hab noch ne farblich "ganz brave" Version entwickelt und den gestreckten Stäkk erstmal in RGB zerlegt, separaten "Strukturverbesserer" (aus welcher Werbung von Annodazumal stammt der Begriff doch gleich noch? Shampoo? Haarspray? Schlagsahne?? :oops: ) angewandt und genau wie bei André oben, sind beim G- und beim B-Kanal deutliche morphologische Unterschiede zu erkennen. Sowohl die "Wolkigkeit" als auch die Intensitätsverhältnisse zwischen innen/außen sind anders. 2-Band-Schmalbandler sehen das natürlich nicht, nur DSLRler und RGBler können da was finden.

Ich hab noch eine ganze Reihe grotesker Farbdarstellungen gebastelt und wollte euch eigentlich die Augäpfel damit massieren :devilish:, aber leider ist PI irgendwann die GUI abgeschmiert und es ließ sich nix mehr speichern, kein Prozess mehr ausführen, kein Script...alles futsch ?
Da seid ihr mir gerade nochmal davongekommen... Glück gehabt.... ?

Also, hier ein ganz braver Apfelbutz... ähm, räusper... Hantelnebel natürlich:

M27_20190617_fin2_2kp_ps_fc.jpg


Achja, die "bajuvarischen" Sterne hab ich nicht hinbekommen, die Registriererei der Einzelkanäle auf Grün funktioniert irgendwie nicht bzw liefert ein Ergebnis, das ich von der Ausgangssituation nicht unterscheiden kann, hmm... :unsure: Möglicherweise sind sie einfach bayrisch und daß sie sich dann nicht zu was anderem umpolen lassen, ist ja auch klar ;)

Hoffentlich hauen die Wolken bald ab während der Mond gerade seinen voll-Rausch ausschläft, das Timing läßt doch sehr zu wünschen übrig... :rolleyes:

Clear Skies!
Okke
 
Moin,

mir fiel auf, daß die Farbversätze der Sterne an allen Stellen im Bild in Betrag und Richtung gleich verlaufen :oops:

Also bin ich mit ChannelMatch ran, hab blau und rot iterativ aufeinanderzu bewegt, bis sie in hohem Maße aufeinanderpassten (nicht perfekt, bestfit sozusagen). Das hatte auch eine Konturverbesserung von M27 selbst zurfolge, wodurch die "Wolkigkeit" tatsächlich deutlicher wurde. Kosmetisch wurden die Rottöne noch etwas differenziert, mit dem Ziel, das tiefe Rot des Wasserstoffs deutlicher darzustellen.

Zum Abschluß wagte ich noch ein Experiment. Die Idee war, die Transparenz des Nebels zu erhöhen und ich begann, die Balance aus Luminanz, RGB-Level und Farbsättigung zu verändern (natürlich maskiert, undifferenzierter Nebelbereich minus Starmask, sodaß die Sterne unbehelligt blieben). Hat sogar einigermaßen funktioniert... irgendwie, glaub ich... :unsure:

M27_20190617_fin3_2kp_fc_ps.jpg

Eine 4k-Auflösung gibts auf Astrobin.

Clear Skies!
Okke
 
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