Der Irrsinn geht in die nächste Runde: Reflect Orbital

maximilian

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Hallo,

die Aussicht auf preiswerte Nutzlasten (danke Elon!) in den Erdorbit sorgt für immer irrsinnigere Ideen bei neuen Startups. Die Firma Reflect Orbital sammelt gerade Geld und „manpower“ für eine Konstellation von großen Weltraumspiegeln, die Solarfarmen auf der Erde auch nachts mit Sonnenlicht versorgen sollen. Grundsätzlich ein naheliegender Gedanke, schliesslich hat eine Solarfarm mindestens die Hälfte von jeder 24-Stunden-Periode nicht viel zu tun, aber den dunklen Nachthimmel können wir dann ein für allemal vergessen, denn Solarfarmen gibt es überall auf der Welt. Und selbst wenn man hundert Kilometer von so einer nachts bespiegelten Anlage wohnt dürfte der zugehörige Weltraumspiegel mindestens mondhell sein.

Auf der Webseite kann man übrigens seine Koordinaten eintragen und wird dann, wenn die Pläne der Firma aufgehen, irgendwann im Lauf des Jahres 2025 nachts für fünf Minuten probeweise beleuchtet. Die Astrofotografen in 100 Kilometer Umkreis werden mich dafür hassen, dass ich das gerade getan habe :p

Viele Grüße
Maximilian
 
Zum Trost kann ich sagen, dass das nicht kommen wird weil es nicht sinnvoll funktionieren kann und weil es schlicht zu teuer wäre.
Trotzdem ist es natürlich traurig dass es solche Bullshit Ideen gibt.

Gruss
Thorsten

PS: Wieviele Spiegel wollen die denn betreiben, und wie groß ist so ein Spiegelsatellit?
 
Hallo!
Ja, es wird wohl hoffentlich bei der Planung bleiben.
Was ich dabei aber fast am Schlimmsten finde ist, dass die nicht einmal die Kommentarfunktion bei ihrem Youtube-Vorstellungs-Video abschalten müssen. Unter den Kommentaren ist mir nur ein Einziger aufgefallen, der etwas nachdenklicher gehalten ist.
Gruß
Sebastian
 
Hallo!
Zum Trost kann ich sagen, dass das nicht kommen wird weil es nicht sinnvoll funktionieren kann und weil es schlicht zu teuer wäre.
Entweder oder würde ich sagen. Man kann das schon so auslegen, dass es funktioniert, aber dann nicht zu einem sinnvollen Preis - am Ende muss die erzeugten Kilowattstunden ja noch jemand abnehmen.

Das Hauptproblem ist (zum Glück), dass die Spiegel mindestens so groß sein müssen wie die Solarfarmen, die sie beleuchten sollen. Und die werden in Vielfachen von Hektar gemessen... Dann dürfen die Spiegel natürlich nicht im Erdschatten sein, müssen also in sehr hohe Umlaufbahnen. Und schliesslich müssen sie bei ihrer enormen Größe auch noch präzise ausrichtbar sein. Aber irgendwelche Risikokapitalfondsmanager werden sich sicher finden, die da trotzdem Geld investieren. Genug für einen 1000 Quadratmeter Demonstrator vielleicht, der passenderweise mit dem Konkurrenzirrsinnsprojekt „Spinlaunch“ in den Orbit geschossen wird :p

Grüße
Maximilian

PS: Ich muss mal kritsch auf meine private Zusatzrentenversicherung schauen - nicht dass die auch in solchen Unfug investieren.
 
Haha, habe gerade einen Kommentar zu dem Video geschrieben.
Praktisch die selben Argumente wie du, Maximilian.


"Can we sell sunlight after dark?"
Yes, you can. But it never will be profitable. Study basic optics first. You need at least the same mirror size as the solar plant on the ground you want to "illuminate". Only working during dusk and dawn, and not for cloudy skies. This means a lot of dead time for your system. How long will every mirror of your system work? 1000hrs? 2000hrs per year? Better to built more PV on the ground, will be cheaper. And batteries will by far outperform your concept. Not even speaking about side effects for people and animals living nearby your light beams.
Sorry that I can't give you a more optimistic comment.

Gruss
Thorsten
 
Solarenergie lieber gleich oben im Orbit erzeugen. Und dann in Säcke verpacken und zur Erde transportieren lassen :cool:
 
Haha, genau!
Die Idee ist ja bekanntlich schon uralt.
Nur statt mit Säcken per Mikrowelle oder Laser.

In letzter Zeit gab es sogar bei der ESA Aktivitäten dazu, ich weiss aber nicht was daraus geworden ist.
Und dass das tatsächlich gegen bodenständige PV+Batt. ankommen kann, daran habe ich erhebliche Zweifel.

Happy Sonntag!
Thorsten
 
Hallo!
Und dass das tatsächlich gegen bodenständige PV+Batt. ankommen kann, daran habe ich erhebliche Zweifel.
Wenn überhaupt, dann an Orten an denen die Sonne unregelmässig oder lange Zeit gar nicht scheint, z.B. zur Versorgung von Arktis- und Antarktisstationen. Da ist auch genug Platz für die Empfangsantenne und wenn der Strahl ein bisschen danebengeht wird nicht gleich eine ganze Großstadt gebraten. Wobei: Wenn erstmal ein Großteil der Energieversorgung aus Sonne und Wind kommt, können wir uns auch ein paar Tonnen Erdöl pro Jahr für unsere Polarstationen gönnen.

Grüße
Maximilian
 
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