Der Komet bei Tag, ja das geht

MartinElsaesser

Aktives Mitglied
Hallo Kollegas,

Ich konnte den 2023A3 gerade erfolgreich bei Tag beobachten. Der Himmel ist östlich von München gerade extrem transparent, sehr blau auch direkt neben der Sonne.
Ich habe einen 100/900ED benutzt, abgeblendet auf ca 50mm. Eine Blende an einer Alustange verhinderte das die Sonne das Objektiv beleuchtete. Durch die kleine Elongation von nur 3.5Grad ragte die Blende aber etwas ins Feld. Ein Baader Rotfilter verbesserte den Kontrast.

Nach Scharfstellen an der Sonne konnte Merkur dann leicht mit dem Fernrohr gesehen werden: bei ca 30x ein sehr kleines rundes Scheibchen.
Dann Anfahren der Positiond des Kometen: Tausende von Pollen und Insekten und Spinnenfäden ziehen durchs Feld. Aber nach kurzer Suche konnte der Komet deutlich genug erkannt werden. Etwas diffuser und schwieriger als Merkur, aber dennoch eindeutig genug.
Mit einem 18mm Okular bei 50x konnte ich ihn aber nicht sehen, hier haben Reflexe an der Kannte der Blende gestört.
Ich bin dann mit 30x noch drei mal zurück zu Merkur und wieder zum Kometen und konnte die Sichtung wiederholen.

Na, das lässt doch nun auf eine tolle Show am Abendhimmel in den nächsten Tagen und Wochen hoffen.

Grüße, Martin
 
Hallo Dieter,

Der Komet streut das Sonnenlicht in allen Farben (also Weiss), unsere Atmosphäre an der Stelle war heute aber sehr schön blau.
Das Streulicht in unsere Lufthülle konnte ich also mit dem Rotfilter sehr deutlich reduzieren, damit verbessert sich der Kontrast. Ein Blaufilter hätte quasi das Gegenteil bewirkt. Wie diffus das Objekt dabei ist sollte erstmal egal sein, Nebelfilter bei Nacht machen auch nichts anderes.

Natürlich muss mein Auge mit dem was da raus kommt noch was anfangen können, daher habe ich keinen IR-pass Filter genommen. Ohne Filter habe ich es gar nicht versucht, wäre vielleicht auch interessant gewesen.
 
Hallo Sascha,
"Deutlich genug": Ein Beobachter mit viel Erfahrung ist sich sicher, den Kometen schwach aber sicher erkannt zu haben. Das Instrument war genau für diese Aufgabe optimiert und wurde korrekt benutzt. Das Wetter war extrem gut.
Bei schlechterem Wetter wäre es visuell sicher nicht möglich gewesen. Mit ungünstiger Technik oder falschem Vorgehen wäre es wegen der Nähe zur Sonne ggf. sogar gefährlich gewesen. War es aber nicht.
Da ich eine Kamera mit für sowas optimierter Software am FlipMirror hatte sind auch wieder Bilder entstanden. Für das Videosystem war es eine triviale Übung, der Komet hatte im nahen IR einen Kontrast von fast 20% zum Hintergrund.
2023A3_2024-10-09_noon2.jpg


Hoffen wir also nun auf klaren Himmel im Westen zum Sonnenuntergang...
 
Ich habe heute zu Sonnenuntergang bei freier Sicht und klarem Himmel intensiv mit dem Fernglas nach dem Kometen gesucht, etwa von 18.40-18.55 Uhr. Die Venus war klar zu sehen, auch mit bloßem Auge, der Komet zeigte sich nicht. War bei 6,7° Elongation wohl auch nur zu erwarten, wenn die Helligkeit wirklich drastisch angestiegen wäre.
Damit sind die Geschichten diverser Clickbait-Formate von einem Kometenknaller, heller als die Venus, klar widerlegt. Morgen werden die Chancen schon besser sein, es bleiben dann einige Minuten mehr zum Suchen und die Dämmerung wird etwas weiter sein...
 
Es bringt wohl erstmal mehr, ab morgen etwa Kameras auf den Kometen anzusetzen, wenn man den freien Westhimmel hat. Ich hatte letztens schon mal eine Probeserie mit meiner Zeitrafferkamera von der Situation bei und gleich nach SU gemacht. Die Kamera legt dann los, wenn die Sonne untergeht, morgen ist das ab 18:30 MESZ (Standort Kiel). Um die Zeit beträgt die Elongation des Kometen bereits 11°, Horizonthöhe bei SU etwas mehr als 9° (das geht jetzt jeden Tag zügig voran).
Parallel kann man dann die Horizontgegend mit FG oder Kurzrefraktor absuchen. A3 geht morgen etwa 70 min. nach der Sonne unter.

Denn mal gute Jagd und fette Beute! :y:
 
Zurück
Oben