Der Mars ist zu hell!

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PingoinamSee

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Hallo Zusammen,
gestern wollte ich mal wieder den Mars beobachten.
Mein Refraktor (5", 820mm Brennweite) ist dafür natürlich nicht ideal.
Bei 80facher Vergrößerung ersteint mir der Mars aber nur als sehr helle Scheibe.
Strukturen konnte ich keine sehen.

Welchen Filter benutze ich um die Helligkeit zu reduzieren und die Strukturen hervorzuheben?

Viele Grüße
Der Ingo
 
Hallo Ingo,

bei 5" hilft dir ein Graufilter ND 0,6.

An Farbfiltern versuche ich gerne mal orange oder blau, aber da ist noch viel mehr im Gebrauch und andere Beobachter kennen sich damit besser aus als ich.

Gruß,
Tom
 
Hi Ingo.
Wie hoch stand den der Mars über dem Horizont? Der Mars ist aufgrund seiner geringen scheinbaren Größe recht Seeinganfällig. Bei schlechtem Seeing erkenne ich auch nur ein orangenes Bällchen. Bei mittelmäßigem erkennt man schonmal die dunklen Flächen. Ich bin zwar nicht der Filterspezialist aber ohne den sollten trotzdem die Polkappe und die dunklen Flächen zu sehen sein.
Ansonsten bleibt noch offen: Ist dein Refraktor gut justiert? Was für ein Okular hast du benutzt. Wäre eine höhere Vergrößerung eventuell möglich?
Viel Erfolg bei den nächsten Beobachtungen, Matze
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

um Details zu sehen must du mindestens auf 150x vergrößern, dann ist der Mars auch ca. 4x schwächer. Also Barlow rein und nächste Vergrößerungsstufe ausgewählt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />

Gruß

Lots
 
Hallo Ingo,
ich finde es auch recht schwierig auf Mars ein paar detailles zu sehen, obwohl er derzeit ja doch eine schöne Größe hat. Mit meinen 150/1200 hab ich verschiedene Vergrößerungen probiert, aber um 200x gehts noch am besten. Ich hab auch alle Farbfilter aus dem TS-Koffer probiert, was aber wenig gebracht hat. Der Graufilter hat das ganze aber deutlich angenehmer gemacht.
Strukturen konnte ich trotz allem nur gelegentlich erkennen, sonst ist das oft irgendwie dunstig eine Fläche gewesen. Die dunkeren Bereiche die ich gesehen habe haben nicht viel Kontrast hergegeben, obwohl dann die Form immerhin detailliert war. Verglichen damit waren Jupi und Saturn deutlich kontrastreicher. Aber mit etwas Geduld und genug Vergrößerung ist schon was zu sehen.

Grüße
Ralf
 
Hallo,
Mit dem mars beobachten hatte ich bis jetzt wenig glück. Ich habe ihn bis jetzt erst 2 mal gesehn. Bei beiden malen war das seeing miserabel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> Konnte ihn so gut wie garnicht scharf stellen. Mit ca 280 fachen vergrößerung kann man doch schon was andfangen oder?
LG Melanie
 
Re: unscharfer Mars

Hallo Melanie,

dann wolln wir mal ergründen, warum es nicht recht mit Mars klappen will, diesem kleinen roten Scheibchen, welches Dir offensichtlich nicht recht Details offenbaren will.

(Nebenbei: Du kannst ruhig einen neuen Thread eröffnen - Du hast ja nicht das "zu hell"-Problem, sondern Detailmangel. Da viele zum Thema "Mars ist zu hell" nicht unbedingt lesen, ist Deine zu erwartende Resonanz eher gering, die Thread-Überschrift "zu hell" dürfte für viele ein "alter Hut" sein. Eine neue Diskussion zum Thema "Schon 2x versucht, mit 280x keine Details auf Mars" mit zunächst 0 Antworten dürfte die Antwortwahrscheinlichkeit und Diskussionsbereitschaft prinzipiell durchaus erhöhen.)

Ich gehe Deinen knappen Beitrag mal der Reihe nach durch:

Du schreibst "bis jetzt erst 2mal gesehen". Nun, bist Du erst seit ein paar Tagen mit Fernrohr dabei, hast Du eventuell Schwierigkeiten mit dem Auffinden? (Bitte nicht falschverstehen - das gibt es und wir können hier helfen; ich hatte am Anfang gar keine Ahnung und Planeten im Norden gesucht...; das Wetter war ja in den letzten Tagen/Wochen eher gut für uns.)

Miserables (= oft genug durchschnittliches mitteleuropäisches) Seeing ist leider die Normalität. Zu Ungunsten unseres normalen Biorhythmusses ist das Seeing in aller Regel in den spätesten Nachtstunden (früheste Morgenstunden) am Besten. Desweiteren braucht insbesondere die Planetenbeobachtung Geduld. Wirklich Geduld. Da schaust Du alle fünf Minuten mal und wartest locker mal 2 Stunden (24 Blickepisoden mit je vielleicht 30 Sekunden Dauer) vergeblich, bis das Seeing mal besser ist. Da sind dann schon Details zu erkennen. Aber um den Augenblick der "absoluten Luftruhe", diese sagenhaften vielleicht 5-30 Sekunden, die sich längst nicht jede Nacht überhaupt einstellen, zu erleben, braucht es eben dieses Vorgehen. Dann, in diesen Offenbarungs-Augenblicken "gehen einem die Augen auf", und das Instrument leistet, was es kann. Deswegen eben Geduld, Geduld und nochmals Geduld.

Geschickt ist es meines Erachtens, nach Gusto Objekte rumzubeobachten und nebenbei immer auf das Seeing (Qualität der Sternabbildungen im Okular) zu achten. In Phasen guten Seeings lohnt vielleicht der Schwenk zu Mars. Oft genug leider noch nicht wirklich. Aber man wird mit Langmut und Hartnäckigkeit seine Momente haben. Und dann wird man auch mit Details belohnt, wie er da steht im schwarzen All, man die Polkappe sieht, seine dunkeleren Gebiete, getupft abgegrenzt mit Ausbuchtungen, vielleicht sogar seinen bläulichen Dunst als Grenze der Polkappe. Da geht einem das Astro-Herz auf. Ich wünsche mir dann immer ein Gerät, daß aus meinem Auge/Gehirn das Wahrgenommene bildlich abzeichnet... Ich überlege, in den folgenden, oppositionsnahen Nächten mal Papier mit Zirkelkreisen und Stift mitzunehmen. Mittels Planetariumsprogrammen kann ich dann über eine Simulation sogar bei folgendem Regenwetter meine Skizzen abgleichen.

Ganz wichtig ist, daß Mars möglichst hoch steht. In diesen Tagen erreicht er den Südpunkt (Kulmination, größter Horizontabstand, am nächsten dem Zenit) noch recht spät, erst gegen halb drei (noch Sommerzeit, die ja erst gegen Monatsende endet). Vor eins, halb zwei würde ich nicht ernsthaft Top-Ergebnisse erwarten. (Es sei denn die sehr seltene Ausnahme athmosphärischer Besonderheiten, das würde man dann an kaum vorhandenen Funkeln der hellsten Sterne sehen, am besten am Instrument mit Höchstvergrößerung, um das bestens zu beurteilen.)

Scharf stellen am besten an Stenen, so daß diese so punktförmig (klein) wie möglich sind. Dann nicht mehr verstellen und auf Mars schwenken.

Mit 280x kann man durchaus was anfangen, oft genug gibt die Luftunruhe das aber auch nicht her. Möglichst am Stern fokussieren.

1. Mit welchem Gerät beobachtest Du? (Bautyp, Öffnung, Brennweite)

2. Mit welchem/n Okular(en)?

(Das ist wichtig, um noch perfekt zugeschnittene Tips zu geben.)

Auf jeden Fall sollte das Gerät vollständig ausgekühlt sein, justiert (=kollimiert) und die Vergrößerung den Bedingungen angepaßt.

Klare Himmel, Top-Bedingungen und detailreiche, erfolgreiche Marsbeobachtung wünscht Dir

Matthias.
 
Hi Ingo,
das du im 5"er bei 80 x auf de Mars nichts siehst ist klar. Die Vergrößerung ist zu schwach, die scheibe zu hell. Daher, wie einige Vorredner schon sagten, am besten die Vergrößerung hochschrauben (mit 5" hast du noch viel Luft, je nach Seeing locker bis zu 200 x und Grau-oder Farbfilter benutzen). Mars verträgt höhere Vergrößerungen recht gut, im Gegensatz zu z.B. Jupiter, bei dem die Kontraste schneler einbrechen. Also nur Mut, warte aber bis Mars eine passable Höhe über dem Horizont hat, d.h. zur Zeit deutlich nach Mitternacht.
Grüße
Thomas
 
Hi Ingo,
bei der Planeten und Mondbeobachtung setze ich ein doppeltes Polfilter ein.Damit kannst du die Helligkeit in weiten Bereichen stufenlos einstellen.
Bei einem Okularwechsel stellst du dir die Helligkeit wieder passend ein.

Gruß,
Volker
 
Hallo,

auf jeden Fall höher vergrößern, dann wird der Mars auch gleich dunkler. Mein Geheimtip
für den Mars ist der Skyglowfilter von Baader. Ich habe noch den alten Typ, aber ich denke,
daß der neue Filter ähnlich wirkt. Ich beobachte Mars nicht mehr ohne. Zusätzlich kannst Du auch
noch einen neutralen Graufilter gegen die Helligkeit verwenden. Ich beobachte Planeten auch lieber
etwas dunkler, da sonst die Details überstrahlt werden, aber das ist nur meine persönliche Vorliebe.
Der Skyglowfilter hilft auch noch beim Jupiter, bei Deepsky bringt er aber eigentlich nichts, auch
nicht aus dem Dorf heraus, wofür er ja eigentlich gedacht ist. Der Skyglow müßte eigentlich Mars-
und Jupiterfilter heißen.
 
Moin Antonius, hi all,

Mein Geheimtip
für den Mars ist der Skyglowfilter von Baader.

Über diesen Filter finden sich, speziell in Bezug auf Planetenbeobachtung, viele unterschiedliche Meinungen von "taugt nicht die Bohne" bis "stark kontrastverstärkend". Ich bekenne mich auch zur letzteren "Fraktion". Ohne Skyglow-Filter (gekauft 08/2003, aber wohl schon neueres Modell) stecke ich bei Mars- und Jupiterbeobachtungen das Okular nicht mehr in den OAZ. Auch am Mond empfinde ich diesen Filter als sehr angenehm und kontrastvertärkend, möchte ich absolut nicht mehr missen!

CS,

Mathias
 
Hi Ingo hier auch ein Ingo,

ich beobachte mit einem TS Refraktor 102/660. Wie hier viele schreiben, sieht man in der Regel nicht mehr als ein rötliches Scheibchen und in den Augenblicken des etwas besseren Seeings auch mal die dunklen Gebiete oder gar Polkappen.
Ich beobachte mit meinem FH meist bei 185x - 200x, wobei 200x schon die Grenze des Machbaren ist, jedenfalls bei dem Seeing. Ich habe letztlich erst wieder 4 Stunden verbracht (von 23:30 bis 03:30) und hatte das beste Seeing gegen Ende der Beobachtungszeit.

Einen Tipp habe ich noch. Wenn Du eine Scheinerblende nutzt kannst Du das Bild abdunkeln und gleichzeitig perfekt den richtigen Focus finden. Ich nutze dies immer für die Aufnahmen mit der Cam, aber auch visuell kann man die Blende einsetzen.

Ansonsten nutze ich noch bei diesem FH den Fringekiller von Baader, der holt auch nochmal einiges an Bildqualität raus, da dieser den Farbfehler reduziert.

Mit Farbfilter habe ich bisher nicht experimentiert, liegt vermutlich daran, daß ich keine habe.


<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Aber bald ist ja Weihnachten.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
 
Kann man das wohl auch über den Kontrast-Booster von Baader sagen? Oder wirkt der am Ende sogar noch ein wenig besser (auch bei Reflektoren)? Skyglow und Booster sollten ähnliche Resultate erbringen an Planeten oder irre ich mich? (Abgesehen von der Einfärbung des Bildes)
 
Hi chipsy,

dazu kann ich leider nichts sagen, habe noch nie durch einen Kontrast-Booster beobachtet. Vielleicht hilft Dir der Bericht von Bino-Tom weiter.

CS,

Mathias
 
Hallo Melanie,
ich hatte auch an manchen Tagen einfach nur Wabern gesehen, obwohl der Himmel auf den ersten Blick vielversprechend aussah. 280x sollte wohl locker reichen, wenn das Seeing mitspielt. Ich hatte aber in letzter Zeit erst eine Nacht wo >200x auch was gebracht hat. (und jetzt ist eh schlecht Wetter) Das waren dann die lichten Momente nach 2 Uhr die sich geloht haben. Mit etwas Glück und Geduld wirst du ihn schon noch besser reinbekommen.

Grüße
Ralf
 
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