Der Niedergang der Standardsucher?

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juristicus

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Hallo zusammen!

Durch einen Thread im Einsteiger-Board habe ich bemerkt, dass die Preise für die Standardsucher (völlig entgegen des Trends bei anderem astronomischen Gerät) nach unten gerutscht sind. Vor einiger Zeit habe ich mich noch mit dem Gedanken getragen, einen 50er Winkelsucher zusätzlich zu montieren und ich kann mich noch erinnern, dass ich da mindestens 89€ hätte berappen müssen.

<ironie>OMG! Was ist mit dem Dollar passiert, der doch wohl für die Preissteigerungen verantwortlich ist?</ironie>

Oder sind die Leuchtpunktsucher derart im Kommen, dass man die "normalen" Sucher wie sauer Bier anbieten muss? Könnt ich mir gut vorstellen... Am besten ordere ich noch ein paar Rigel und Telrads, bevor der Dollarkurs (oder die steigende Nachfrage) die Dinger verteuert. Investition in Optik ;)

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Markus,

wie Du schon sagst, sind mittlerweile gute LP-Sucher auf dem Markt. Dazu kommt, dass bei vielen Einsteiger Angeboten der Sucher schon mit dabei ist. Der Sucher muß also nicht nachgekauft werden. Und für größere Optiken kann man sich als Sucher sehr schicke Mini EDs im Bereich von 70mm zulegen (hab ich auch gemacht).

Somit dürfte der Absatz von Standrardsuchern deutlich runter gegangen sein und dann geht auch der Preis nach unten (so zumindest meine Überlegung).

CS,
Peter
 
Hallo Peter,

klar, das ist der normale Marktmechanismus. Ich finde es nur immer witzig, wenn dann für die Preisteigerung der Dollarkurs herangezogen wird oder dass in der Produktion keine Optimierung mehr möglich ist und der Preis dann eben so ist, wie er ist. Offensichtlich geht es doch, wenn die Nachfrage schwindet und man das Zeug los werden will.

Viele Grüße
Markus
 
:) Stimmt, ist schon irgendwie lustig. Solange sich eine Sache gut verkauft, wird eben soviel Gewinn wie möglich rausgeschlagen (da verweise ich gerne wieder auf die 1.200 EUR Okulare) und wenn es dann plötzlich keiner mehr haben will, geht es zum Einkaufs/Herstellungs-Preis raus, denn dann ist es totes Kapital.
 
Hallo,

in Betracht ziehen muss man auch die Qualität, die einem heute so zugemutet wird. Beispiel Takahashi: Früher wurde bei Takahashi ein Sucher angeboten, der eine vernünftige Fokussiereinrichtung hatte. Also ein gerändelter Ring mit Schraubtrieb. Es war also jedem Beobachter schnell möglich, den Sucher auf seine Bedürfnisse einzustellen. Heute verzichtet man auf diese solide und bewährte Lösung und verwendet einfach eine Hülse mit Gewinde, die das Sucherokular aufnimmt und einen Konterring trägt. Soll der Sucher fokussiert werden, muss der Kontering gelöst werden, die Hülse rein- oder rausschraubt und mit dem Ring gekontert werden. Im Dunkeln eine ziemliche Fummelei. Zugegeben, bei der Benutzung von einer Person, wird diese Einstellung normalerweise nur einmal getätigt. Bei mehreren Anwendern sieht das schon anders aus. Bemerkenswert ist auch die Justierung des Suchers: Drei bzw. sechs Stellschrauben sollen den Sucher in die korrekte Richtung halten. Takahashi schlägt im Manual vor, den Suchertubus an den Stellen der Stellschrauben mit Tesa zu umwickeln, um Schäden am Lack vorzubeugen. Ist das die Qualität, die man für 450 Euro erwarten kann? Sicher nicht. Dann kaufe ich mir doch lieber einen kleinen APO mit 60-70mm Öffnung, der mehr kann, als nur suchen.

Gruß!
Bocian
 
Hallo Zusammen,
also als ich vor einem 1,5 Jahren mit der Astronomie angefangen habe, war das erste was ich gemacht habe, den Standardsucher abzumontieren und einen Telrad dranzuschrauben. Diesen benutze ich zusammen mit dem dem "Deep Sky Reiseatlas" an meinem 200mm/f5 Newton.
Ich stelle das Objekt mit dem Telrad ein, stecke ein 31mm/70° Okular in den Newton, mache damit die Feinsuche, zentriere und wähle dann ein passendes Okular für die Beobachtung.
Für mich war das als Einsteiger die am Schnellsten erlernb-/beherrschbare Methode und das ist vielleicht auch der Grund, warum sich Telrad und Co. so gut verkaufen.
Die Grenzen kommen dann vermutlich bei echtem Starhopping abseits der Messierobjekte, wobei es da ja eigentlich auch nur von Vorteil sein kann, die Lichtstärke des Newtons bei der Suche zur Verfügung zu haben, oder?

Viele Grüße,
Sebastian
 
Die meisten Sucher bis auf die Tak sind von der Qualli auch leider nicht wirklich brauchbar.
Zumindest für mich als Brillenträger, ich kann praktisch keinen Sucher von GSO,Skywatcher etc. nutzen.
Daher bin auch ich schon vor fast 6 Jahren zum QuickFinder gewechselt.
Und seit dem ich fast nur noch Mond und Sonne beobachte brauch in zum Glück garkeinen Sucher mehr.^^


Nils
 
Hallo Leute,

Mein 25 Jahre alter Celestron 8x50-Sucher sitzt in einer doppelten Sucherrohrschelle mit 6 Schrauben, die an ihrer Spitze Kunststoffpuffer haben. Er hat einen spielfreien Helicalfokussierer bei dem sich das 1"-Zenitprisma nicht mitdreht. Eine Verlängerungshülse um den Sucher gradsichtig zu benutzen ist standardmäßig mit dabei.
Etwas erschreckend finde ich, dass micht mal Takahashi solche Sucher liefert, aber sei´s drum. Er sitzt an meinem C8, aber ich benutze ihn kaum weil ich mit einem Leuchtpunktsucher und einem Übersichtsokular durch Starhopping schneller zum Ziel komme.

Warum werden solche guten Sucher nicht mehr gebaut, bzw. beigelegt? Ist doch klar: weil sie zu teurer sind. Ich habe auch so einen billigen GSO-Sucher hier liegen, den will ich eventuell mal zu einem MGEN-Leitrohr umbauen. Aber als echter Sucher ist er kein Vergleich zum Celestron, auch von der optischen Qualität her.
Aber wenn man so ein billiges Teil auf ein günstiges Rohr schnallt, findet man auch die hellen Deepskyobjekte. Reicht also. Aber mit einem Leuchtpunktucher findet man sie schneller. Und da die Standardsucher a la GSO billig und in Massen produziert werden, gehen die Preise halt runter. Leuchtpunktsucher sind in Mode und sie sind meiner Meinung nach auch besser. Mit dem Rigel Quickfinder kann ich Objekte mit dem 16"/1600mm Dobson so präzise einstellen, dass ich sie im Feld meines 26mm Nagler sind. Eine vernünftige Sternkarte (Stropek) vorausgesetzt.
Wozu brauche ich da einen 8x50 Standardsucher? Dann eher schon einen leichten 80/400er Refraktor mit dem ich auch schwache Funzeln finde.

Nur so meine 5ct...
Marcus
 
Hallo Leute,

ich favorisiere Rigel plus 8x50 Sucher, aufrecht und seitenrichtig.

Der Rigel Quikfinder sitzt hoch auf dem Teleskop und ist brauchbar gegen Tau geschützt.
Schnelles Finden der Sternregion und Positionieren des Teleskops sind kein Problem.

Der 8x50 Sucher zeigt mir die prominentesten DS-Objekte direkt, die Sternendichte ist so wie auf vielen Aufsuchkarten.
Daher ist hier weniger mehr und das starhopping ist einfacher als zB bei einem 80/400 Refraktor.

Just my 2 cts. ...
 
Hallo Matthias,

es handelte sich um einen neuen Takahashi Mewlon 250 (Baujahr 2011), bei dem nicht nur der Sucher billig ausgeführt war. Der siberfarbene Ring ist der Konterring. Dieser muss gelöst werden, wenn der Okularstutzen durch Herein- bzw. Herausschrauben mit dem schwarzen Rändel eingestellt werden soll. Um die Einstellung zu fixieren, ist der Konterring wieder anzuziehen.
Hier ist das Bild vom Sucher 7x50 mit dieser neuartigen Fokussierung:
 

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    TAK Sucher M250.JPG
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Die Mewlons haben keinen Sucher, wie man ihn normalerweise kennt. Beim Mewlon ist der Sucher gleichzeitig Tragegriff für das Teleskop und daher Teil der Tubuskonstruktion. Das ist doch etwas anderes als ein "normaler" Sucher. Deswegen muss er selbstverständlich nicht billig ausgeführt sein. Ich kenne frühere Mewlon-Sucher, die ein helical-fokussierbares Okular am Ende besitzen. Das funktionierte ganz gut.

Nach meiner Erfahrung hat Takahashi ausgeprägte Stärken und ebenso ausgeprägte Schwächen. Denken wir nur an die jahrelange Problematik mit den gepinchten Optiken beim SKY90 und dem Widerwillen, eine strukturelle Lösung zu finden. Stattdessen werden haarsträubende Workarounds praktiziert oder ebensolche Empfehlungen an Anwender gegeben (wie die beschriebene Tesafilm "Lösung").

Ebenso zeugt die vor ca. 4 Jahren geänderte Mewlon Fokussierung von einem "gewissen Unverständnis" des Konstrukteurs, was die Benutzung und das Erweiterungspotential solcher motorischen Fokussierungen betrifft.

Vielleicht ist das eine japanische Eigenart, schauen wir auf Vixen....

Jens
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jens,

ein Mewlon 210 von 1994 hatte noch dieses helical-fokussierbares Okular am Sucher. Zeigt, dass auch Takahashi spart, obwohl man immer mehr für diese Produkte ausgeben muss (Preissteigerung im Juli um 10% angekündigt), was aber sicher überwiegend der Euroschwäche zuzuschreiben ist.

Gruß!
Bocian
 
Ich denke bei Takahashi ist es eher deren spezielle Art, auf Einwirkungen* zu reagieren als dass es besondere Sparbemühungen wären.

Trotzdem, Takahashi ist einer der guten Hersteller und wir sollten froh darüber sein, dass sich handwerklich geprägte Anbieter am Markt behaupten können, trotz (oder auch wegen) ihrer kleinen Ecken und Kanten.


* z.B. Nichtverfügbarkeit von Teilen oder Lieferschwierigkeiten
 
Ich verfolge die Kursentwicklungen nicht.

Takahashis mit Abstand wichtigster Absatzmarkt ist USA. Falls Takahashi selbst die Preise erhöht hat sind diese Erhöhungen möglicherweise eine Reaktion auf eingetretene Potentiale in der Kursentwicklung zwischen Yen und Dollar. Falls der Yen Abgabepreis gleich geblieben ist, könnte der europäische Generalimporteur hinter der Preiserhöhung stecken, da er sicher zu recht animmt, dass Europäer Takahashi Preise zwischen USD und EUR vergleichen. Und durch den Kursverfall des Euro ggü. dem USD ergäben sich hier nun wiederum Potentiale für ihn.

Jens
 
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