Der "Pitatusstrahl"

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BadMoonRising

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Hallo Mondbeobachter,
Am 18.05. Zwischen 21:30 und 22:00 Uhr beobachtete ich den Krater Birt mit Rima und Rupes Recta. Dabei fiel mir ein heller Lichtpunkt im südlich davon gelegenen Pitatus auf, den ich dann genauer beobachtete.

Der etwas nordwestlich liegende "Zentralkrater" war auf seiner Längsseite beschienen. Das Licht das auf ihn fiel, kam strahlenförmig vom östlichen Wallrand, deutlich südlich Pitatus G, etwa aus der Höhe des südlichsten der drei Kleinkrater. Der Lichtstrahl teilte den Wallschatten im Kraterinnern von Pitatus in zwei symmetrische Hälften die etwa 1/3 der östlichen Wallebene füllte.

Die Erscheinung verblasste in ihrem zeitlichen Verlauf. Sah in etwa aus wie die Erscheinung des in seinem Nachbarkrater zu sehenden, Effekts der als Hesiodusstrahl bekannt ist.

Zuerst glaubte ich auf die Erscheinung der innenliegenden Rima hereingefallen zu sein, sie verlief etwas südlicher jedoch parallel zur Rima, die im Schatten der Wallebene nicht sichtbar war.

Es war ein interessantes Lichtspiel auf das ich durch die helle Reflexion des Zentralbergs aufmerksam wurde, eine Zufallsbeobachtung.

Beobachtet habe ich mit meinem 4" Schiefspiegler und Refraktor mit 110 bzw. 120x. Höhere Vergrößerungen waren aufgrund des seeings nicht sinnvoll.

Hat jemand zufällig zeitnah die gleiche Beobachtung gemacht?

Gruß
Sven
 
Hallo Sven,

das habe ich auch gesehen (10",150-250x).
Ich habe den Hesiodusstrahl zwar noch nicht life gesehen, aber verglichen mit den Bildern die man im Netz sieht erschien mir dieser Lichtrahl doch deutliche stärker gebündelt. Fast eine Linie die direkt auf den und bis zum Zentralberg zeigte. Entlang dieser Linie war die Lichtintensität relativ konstant. Senkrecht nahm sie schnell aber nicht abrupt ab. Die Breite des Lichtstrahls erschien mir etwas schmaler als die Breite des Zentralbergs. Auf jedenfall war es eine sehr beeindruckende Beobachtung.

Gruß
Lutz
 
Hallo Sven, ein sehr gut geschriebener Beobachtungsbericht. Leider habe ich an diesem Abend nicht beobachtet. Mein Archiv gab auch kein Foto her, aber ich habe etwas in der Literatur gefunden: Im Buch von Gerald North "Den Mond beobachten" ist auf Seite 246 das Phänomen in einer Zeichnung dargestellt (allerdings kopfstehend) und mit Text erwähnt. Es scheint sehr gut mit Deiner Beschreibung übereinzustimmen. Die Lichtgrenze war bei Deiner Beobachtungszeit etwa -14,5° bis -14,7°, bei der im Buch bei -14,1° bis -14,5°.
Das Buch ist als Ideengeber für Mondbeobachter sehr zu empfehlen, falls Du am kommenden Wochenende auf der ATT in Essen bist, schau mal danach.
Lutz, sehr schön, das Du das gesehene bestätigen konntest.
Viele Grüße Olaf.
 
Hallo Lutz,
Natürlich meinte ich den "Zentralberg" und nicht den "Zentralkrater" ...

Schön, dass Du die gleiche Beobachtung machtest und Danke für Deine Antwort.

@ Olaf
Danke für den Buchtip. Beschämt muss ich gestehen, dass ich dieses Buch schon einige Jahre besitze, mir aber daraus zu dieser Beobachtung keinen Hinweis entnommen habe.
A. Johnson hat die Situation sehr gut dargestellt. Bei Ihm war es zeitlich etwas früher, der Schatten in der Wallebene noch länger, etwas mehr als 50%.

Nochmals Danke für den Hinweis.

Wir sollten einmal gemeinsam beobachten, das wär's doch ...

Ein Gruss aus der Eifel
von
Sven
 
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