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Der Planet, auf dem die Diamanten regnen... (und noch ein bisschen mehr)

Spacew_Telescope

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Hallo zusammen,

vergangenen Freitag war es auch hier im Südwesten endlich mal wieder klar. Zwar war der Himmel sehr diesig, dafür aber war das Seeing recht gut. Insgesamt war es eine schöne und warme Sommernacht mit Grillenzirpen und dem leisen Säuseln des Winds in den nahestehenden Tannen.

Nachdem die Dämmerung hereingebrochen war, standen zuerst ein paar schöne Planetarische Nebel auf dem Programm. NGC 6891 erschien ziemlich klein, aber hell mit einem ebenso hellen Zentralstern. Bei 370x deutete sich dann eine sehr helle Ringstruktur im Inneren an, die von einem schwächeren Halo umgeben war. NGC 6879 war noch kleiner und erst bei 210x wirklich deutlich flächig zu sehen. Auch hier fand sich im Zentrum ein heller Zentralstern. Besonders spannend war NGC 6886 im Sternbild Vulpecula. Bei 120x ziemlich winzig und grünlich türkis, aber bei 370x zeigte sich dann eine winzige Ringform, in dessen Mitte sich ein heller Zentralstern befand. An zwei Seiten waren ziemlich schwache Lobes zu sehen, fast an der Wahrnehumgsgrenze, welche dem PN ein wenig das Aussehen von Saturn gaben. :)

Danach war die Zeit der Sternhaufen gekommen. Insbesondere wollte ich eine extrem schwache Galaxie in Messier 39 finden. Bei 380x konnte ich dann am Rand des Clusters tatsächlich ein extrem schwaches Wölkchen erkennen. Die Galaxie hört auf den leicht zu merkenden Namen "2MASX J21305323+4813559 " und ist 170 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie scheint aber durch den Staub der Milchstraße extrem geschwächt zu sein.

Anschließend war noch Zeit für ein paar schwächere OC wie NGC 7044/7086/7128.

Besonders spannend war auch der Stern P Cygni zusammen mit dem offenen Sternhaufen Feibelmann 1. P Cygni gehört zu den seltenen LBV, also den "Leuchtkräftigen Blauen Veränderlichen" und ist ein wahrer Riesenstern. Er steht 6.000 Lichtjahre von uns entfernt und leuchtet mit einer absoluten Helligkeit von -8.6mag bis zu 900.000x so hell wie unsere Sonne. Kaum vorstellbar, was da an Energie produziert wird. Der Durchmesser ist mit 105 Millionen Kilometern ebenso monströs.

Neben diesem Sternmonster findet sich ein sehr unbekannter Sternhaufen, von dem ich bis vor kurzem auch noch nie etwas gehört hatte. Nämlich Feibelmann 1. Eigentlich weiß ich nicht einmal, ob es sich hier überhaupt um einen OC handelt, jedenfalls verstecken sich rund 30 schwache Sternchen von 14...16mag im hellen Glanz von P Cygni. Das erschwert die Beobachtung natürlich deutlich...

Zum Ende der Nacht habe ich dann einen langen Blick auf Neptun geworfen, in dessen Inneren sich wohl eine Schicht mit Diamentenregen befindet. Bei 370x stand Neptun absolut still im Okular. Winzig klein, aber richtig scharf. Und daneben der Mond Triton, der als schwaches Sternchen die leicht bläuliche Planetenscheibe begleitet.

Eine schöne Nacht - leider zu kurz und der Himmel zu hell. Aber Spaß gemacht hats trotzdem. :giggle:

CS, Christian

foren-planets_neptun_2019_0824.jpg
 

Ehemaliger Benutzer [73139]

Hi Tolle aufnahme
vom Planet Neptun und seinem Trabant Triton.
möchte gerne wissen welche öffnung und brennweite es braucht um die äusseren Planeten zu beobachten oder zu fotografieren? ich hab einen C8 HD Tubus zuhause.
gruss aus der Schweiz *entfernt*
 

klawipo

Mitglied
Hallo Christian,

danke für den lebhaften Bericht. Mit 20 Zoll und ruhigem Neptun bei 370x wäre ich ohne zu zögern auf 750x gegangen.

VG Klaus
 

47Tau

Mitglied
Hi, ihr begeisterten Enthusiasten,
nur ne Anmerkung: Der Beitrag ist aus dem AUGUST 19.
Und Chris fotografiert nicht - er zeichnet! Das ist kein Foto.
Auf seiner HP findet ihr seine exorbitant guten Bilder...
Gruß
Thorsten
 
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