Der Wanderer aus dem Garten

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Andreas_Scheid

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Hallo,
die Bedingungen supoptimal, aber das Beste daraus gemacht:

Datum: 04.März 2010
Zeit: 20:30 bis 23:00 Uhr
Ort: Im Garten hinter dem Haus
Wetter: Klar, windstill, -3°C,
Gerät: 12,5“ Reisedobson

Jetzt scheint doch endlich wieder öfter etwas zu gehen. Auch sind wieder mehr Beobachtungsberichte in den einschlägigen Foren zu lesen. Den ganzen Tag war es sonnig, wenn auch kalt. Ein Blick in die Voraussagen versprach ganz gute Bedingungen, zumal der gerade erst weniger werdende Mond auch erst nach 23:30 Uhr aufgehen würde. Da heute, am Donnerstag meine Frau nicht zu Hause ist und ich Haus und Kind hüten muss, fahre ich nicht hinaus ins Feld. Aufs Beobachten will ich aber keinesfalls verzichten. Also einmal Gartenspechteln angesagt.

Den Dobson stellte ich schon um 18:30 Uhr hinter das Haus. Der dicke 12.5“er Spiegel braucht einige Zeit zum abkühlen. Man lernt eben dazu, beim 8“er ging das dank Lüfter viel schneller. Dunkeladaption war eher nicht vorhanden, aber so ist das nun mal im Garten.

Mein Vorhaben war übersichtlich: Endlich NGC2419, den intergalaktischen Wanderer finden. Das wäre doch gelacht, wenn das beim 3. (!) Anlauf nicht endlich funktioniert. Diesmal hatte ich mir das Umfeld genauer in Stellarium und dem Triatlas angeschaut. Ansonsten war ich spontan.

Begonnen habe ich nach dem Justieren wie so oft mit M42. Danach kontrollierte ich die Justage noch an Polaris. Alles sehr fein, wie eine Dartscheibe mit einem winzigen hellen Punkt genau in der Mitte. Aber Wahnsinn, wie sehr die eigene Abwärme die Luft in Bewegung bringt, Eine Tubussocke muss her. Mars verschob ich auf den Schluß, statt dessen M44, im 31er Nagler wieder eine Wucht. Der Spiegel war kalt und ich wollte es jetzt wissen: Der Wanderer. Da ich am Dobson nur den Telrad als Finder dran habe, musste ich wieder kniend und mit verdrehtem Hals versuchen zu peilen. Diesmal wenigstens ohne Schnee. Ich weiß nicht wie oft ich gepeilt und gerührt habe. Nicht so einfach, wenn man nicht wirklich weiß, was einen visuell erwartet. Dann am Ende einer kurzen Sternkette, da ist doch was. Und da war er endlich und seine 250000 Jahre alten Photonen prasselten gegen die Rückseite meiner Augen. Man stelle sich vor….
Aber nicht in einzelne Sterne aufzulösen.
Danach noch mal durch die Peilung geschaut. So kann man sich am realen Himmel verschätzen: Zwischen Alpha-Gem und dem Wanderer passt etwa ein großer Telradkreis. Im DS-Reiseatlas ist das mehr…

Danach schaute ich mir noch eine Menge alter Bekannter an, die zu beobachten nach den letzten Wochen und Monaten ich aber noch nicht müde war, wie da wären:
M35 / NGC2158 im Stier, M36-M38 im Fuhrmann, NGC2683 im Luchs nicht gesehen, M81/82 umso besser nebst NGC2976 in deren Nachbarschaft, Ha+Chi (darf nie fehlen), M65/66/NGC3628, das Leo-Triplet (diesmal auch alle gesehen), NGC 2903 auch im Löwen und schließlich noch Mars und Saturn, letzterer besser und detailreicher, trotz tiefer Position über Hausdächern.

Danach noch mal zum Wanderer, wenn man weiß wo, gar kein Problem mehr.
Gegen 23:00 Uhr packte ich wieder ein. Das hat Spaß gemacht so kurz nach Vollmond. Die Ausrüstung war mit einer feinen Rauhreifschicht überzogen.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
Hallo Andreas,

Glückwunsch zum Wanderer, gestern hat es ja mal wieder gepasst mit dem Wetter.

CS,
Stefan
 
Hallo Andreas,

natürlich war es schade, dass du nicht bei uns warst aber der Garten hat dich ja trotzalledem nicht enttäuscht! ;)

Glückwunsch zum Wanderer - Das Teil ist wirklich erstklassig beeindruckend, allein wegen seiner Daten.

Das mit der Socke... eigentlich will ich ja keine, aber ich werds wohl auf die harte Tour lernen müssen und dann möglicherweise DOCH eine besorgen...

Viele Grüße Benny
 
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