Der Weg zu meinem bisher besten Uranus

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komposer

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Hallo,

hier einmal eine genauere Beschreibung wie ich zu meinem bisher besten Uranus-Bild gekommen bin. Vielleicht ist das ja für einige interessant.

Teleskop: GSO 8'' F6 Dobson auf manueller Selbstbauplattform.
Kamera: Asi120mc mit Baader Q-Turret Barlow.

1. Aufnahme mit einer Belichtungszeit von 150ms ca. 3 Minuten lang am 27.09.2016 um 00:18 Uhr.
2. Manuell die besten Einzelframes (ca. 500) mit virtualdub selektiert und Planet mit dem Programm castrator herausgeschnitten.
Hier ein kurze Animation von 50 sortierten Frames:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/uranus_270916_001820-aysp6.gif
3. Summenbild mit autostakkert 80% Verwendungsrate:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/uranus_270916_001820skssn3.jpg

4. Bearbeitung mit fitswork
a) Summenbild auf 150% vergrößert und in 3 SW Bilder zerlegt.
b) G & R Kanal addiert und als Luminanzbild verwendet.
Hier eine Übersicht der weiteren Schritte:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/uranus-schrittejls8o.jpg
Obere Reihe:
1. Bild: 150% Summenbild Farblayer zurecht gerückt.
2. Bild: Luminanzbild R&G addiert (erstellt bevor ich beim Summenbild die Farblayer zurecht gerückt habe)
3. Bild: 2 x Iterativer Gauss: 3,15 / 6 / 60 & 2,26 / 6 / 60
4. Bild: etwas Wavelet Detailverstärkung hauptsächlich Layer 1 & 2

untere Reihe:
1. Bild: L-RGB Bild kombiniert
2&3. Bild: Farb- und Kontrastanpassungen mit dem Histogramm, NLM Rauschfilter und nochmal Wavelet Detailverstärkung
4. Bild: Feinschliff mit gimp: unscharf maskieren & Schimmer am Planetenrand mit Sprühpistole & Circle Fuzzy beseitigen

Hier noch zum Abschluss die 300% Version:
Link zur Grafik: https://abload.de/img/uranus-p300d7s56.jpg

Hier sind deutlich Strukturen der Oberfläche zu erkennen.
Wie oben zu sehen, zeigen sich diese auch schon nach den ersten Schärfungen. Daher glaube ich da nicht an Artefakte.
Eventuell werden die Strukturen durch die Schärfungen etwas überbetont aber mir gefällt es so und ich bin sehr glücklich hier mehr als eine strukturlose Planetenkugel erhalten zu haben.

Gruß,
Holger

 
Ich findes es sehr aufschlussreich, auch wenn ich noch weit weg bin von der Fotografie. Noch versteh ich einige Punkte nicht, weil ich gewisse Programme gar nicht kenne, aber unterm Strich macht es schon Sinn.
Toll, ich danke dir für diese Erleuterung!
 
Hallo Holger,

ich schließe mich meinem Vorredner an. Vielen Dank für die Erläuterungen am praktischen Beispiel und Glückwunsch zu diesem sehenswerten Ergebnis.

Gruß Oli
 
Ja, ich finde diese Doku auch hiflreich.
Und tatsaechlich hatte ich vorher noch nie einen Uranus gesehen :)

Merci
Annette
 
Zitat von komposer:
Hier sind deutlich Strukturen der Oberfläche zu erkennen.
Wie oben zu sehen, zeigen sich diese auch schon nach den ersten Schärfungen. Daher glaube ich da nicht an Artefakte.
Eventuell werden die Strukturen durch die Schärfungen etwas überbetont aber mir gefällt es so und ich bin sehr glücklich hier mehr als eine strukturlose Planetenkugel erhalten zu haben.

Hallo Holger,

bei allem Respekt für Deine tollen Bilder und dafür, was Du aus Deinem 8"-Spiegel rausholst - aber da wirst Du Dich wohl leider gründlich täuschen. Schau Dir mal dieses Bild an von Uranus:

Uranus beim Vorbeiflug von Voyager 2

Ich kann selbst bei diesem Bild, das ungleich höher aufgelöst ist als Dein Ergebnis, weil es im nahen Vorbeiflug einer Sonde gemacht wurde, so gut wie keine Oberflächendetails erkennen. Dass Dir das aber mit einem 8-Zöller von Deinem Garten aus nun gelungen sein soll... sorry, cannot believe :-) Dass es trotz der Artefakte dennoch ein schönes Ergebnis geworden ist, steht auf einem anderen Blatt.

Gruß,
Mathias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

danke für Eure Antworten.

Mathias:
Die Aufnahme von Voyager2 wundert mich. Ich habe da nach weiteren Aufnahmen gesucht und bin dann vor allem auf die Hubblesite gestoßen. Da sind wieder deutliche Details zu erkennen.


Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

die Hubble-Bilder, in denen deutliche Details zu sehen sind, sind aber nicht einfach gleichmäßig über den gesamten visuellen Spektralbereich aufgenommen worden. Es wurden vielmehr verschiedene Bandpass-Aufnahmen in bestimmten spektralen Fenstern angefertigt, und diese dann kombiniert überlagert und zur Hervorhebung von Unterschieden coloriert, bzw. in den spektralen Farbunterschieden unterschiedlich verstärkt. Etwaige Unterschiede hervorzuheben geht also nur durch raffiniertes Filtern und entsprechende Verstärkung bestimmter spektraler Bänder, von denen manche außerdem auch nicht mehr im Visuellen liegen. Die Ringe z.B. kommen meines Wissens erst im IR zum Vorschein, so wie beim Neptun auch.

Diejenigen Aufnahmen von Hubble, die dagegen einfach gleichmäßig über das gesamte visuelle Kontinuum belichtet wurden (so wie Du es ja sicher auch getan haben wirst, Interferenzbandpassfilter sind bekanntlich sehr teuer ;-)) zeigen jedenfalls keine Details.

Die artifiziellen Strukturandeutungen in Deiner Aufnahme rühren vermutlich daher, dass Du beim Nachführen auf Deiner EQ-Plattform zwei Vorzugsrichtungen hast, in denen Du am häufigsten korrigierst, und die senkrecht aufeinanderstehen. Ich denke mir das so: In der einen Achse (im Bild horizontal) musst Du offenbar weniger oft korrigieren, so dass hier die Lichtspur heller und breiter wird, in der dazu senkrechten stellst Du jedoch öfter nach, die vertikale Lichtspur ist etwas dunkler und schmaler. In der Überlagerung gibt das dann eine gekreuzte Struktur aus breitem Querband und schmalerem Längsband, die an den vier "Ecken" der Planetenscheibe etwas dunklere Zonen hinterlässt, weil Du nie diagonal (also beide Achsen gleichzeitig) korrigiert hast... Könnte das hinkommen? :-)

Gruß,
Mathias
 
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Hallo Mathias,

die Eq Plattform ziehe ich manuelle mit dem Hebel nur in einer Richtung, so dass der Planet im Fenster bleibt.

Bei den Strukturen bin ich auch nicht sicher. Die sind auf jeden Fall zu deutlich, da verstärken die Schärfungsradien zu sehr.
Ich habe gestern innerhalb von einer Stunde Aufnahme gemacht und bei mäßigen Bedingungen treten auch wieder Flecken hervor.
Die Vergrößerung auf 300% wirkt da dann auch nicht mehr so toll.
Ob sich die Strukturen dann mitdrehen ist schwer zu erkennen.
Ich muss das nochmal genauer bearbeiten, vielleicht auch mit kleineren Radien.
Bei schlechten Bedingungen kann ich übrigens Schärfen wie ich will, da treten derartige Helligkeitsunterschiede nicht auf.
Keinerlei Flecken, die werden nur bei besseren Bedingungen nach den ersten Schärfungen sichtbar.

Damian Peach hat auf seiner Seite auch erstaunliche Aufnahmen, meist mit Rotfiltern. Da sind sehr deutliche Details zu sehen.

Naja, wahrscheinlich sind das nur irgendwelche Störungsmuster aber ich finde das Ergebnis dennoch ansehnlich, eventuell experimentiere ich nochmal mit feineren Schärfungsradien.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Die Details in Deinem Uranus sind, meiner Meinung nach,
aber wohl Artefakte. Bei grober Betrachtung fällt ein
dunkler Ring am Planetenrand auf. Hier handelt es sich um
ein durch Beugung und Schärfung bedingtes Randartefakt.
Dazu möchte ich auf eine Untersuchung zu diesem Thema
hinweisen,welche ich vor einiger Zeit im Forum "Optiken"
gepostet habe.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...150553/Versuche_zu_Randartefakten#Post1150553

Grüße: Herbert
 
Hallo miteinander,

vielleicht bin ich zu blöd zum Googeln, aber gibt es denn keine aktuellen Profi Fotos vom Uranus auf denen man wenigstens sieht obs was zu sehen gibt? Ich habe tatsächlich nichts von dieser Opposition gefunden.

Nebenbei bemerkt arbeitet Holger an der Grenze des Machbaren und was er dabei herauskitzelt ist aller Ehren wert. Vielleicht gönnt er sich ja zu Weihnachten nocb ein größeres Spielzeug für Uranus-Fotos der Extraklasse.

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

ne da kommt Weihnachten nichts dazu. Das ewig schlechte Wetter lässt zur Zeit ja gar nichts mehr zu. Und in den wenigen kurzen Phasen war dann das Seeing so schlecht, dass ich dafür nicht die Kamera angeschlossen hatte. Da würde ja selbst ein größeres Teleskop nicht helfen.

Die Aufnahmen, die ich gefunden habe wurden meist mit Rot / IR Filtern gemacht.
Ich weiß nicht, ob bei mir ein Rot-Filter sinnvoll ist.
Der macht ab 610nm auf, aber bei meinem eingebauten UV/IR Sperrfilter ist spätestens bei ca. 700nm wieder Schluss.
Jetzt belichte ich ca. 100 bis 150ms. Wie viel Prozent schwächer ist das Licht denn bei einem Rotfilter.
Welche Belichtungszeit würde das demnach ungefähr bedeuten ?

Gruß,
Holger
 
Hallo,

ich würde vermuten man braucht auch den IR Bereich weil der bläuliche Planet so ganz viel sichtbares rotes Licht nicht aussenden kann. Fotos auf cloudy nights habe ich jetzt auch entdeckt, vielleicht hakt man da in den Threads mal nach ob ein IR Sperrfilter auszubauen ist.

CU
Klaus
 
Hallo zusammen.
Da ich gerade in den letzten drei Tagen endlich mal wieder Planeten, und darunter auch Uranus aufnehmen konnte, will cih mich auch mal kurz zu Wort melden.
Vor einiger Zeit gab es ja schon mal einen anderen Thread über Uranus-Aufnahmnen, den nicht alle gelesen zu haben scheinen.
Also: Nach aktuellen Amateuraufnahmen zu googeln, bringt nix ein. Es gibt sie aber trotzdem zu finden, man muss nur wissen, wo. Die Quellen waren in dem anderen Thread genannt, ich wiederhole sie hier noch mal:

1.) ALPO Japan = http://zetta.jpn.ph/alpo/latest/
Dort dann die Uranusseite anwählen. ALPO Japan bietet eigentlich immer recht aktuelle Anblicke für fast alle Planeten (Merkur kommt noch etwas schwach weg).

2.) PVOL = http://www.pvol.ehu.es/pvol/index.jsp?action=iopw
Ähnlich, weil es auch von den selben Amateuren bestückt wird, manchmal tauchen aber auch Bilder auf, die ALPO Japan nicht hat.

Zu Holgers Bild:
Das sind wohl leider nur Artefakte. Ob sie schon beim ersten Schärfen zu sehen sind oder nicht, beweist ihre Realität keineswegs. Aussehen tun sie wie typisch hochgerechnetes Rauschen, das sich dann "fleckweise" ballt.
Farbaufnahmen bringen an sich nichts - außer der Farbe, die an sich schon etwas zu blau ist. Uranus kommt eher cyan bis grünlich herüber.
Will ich die Oberflächenalbedo abbilden, geht's nur im Rotbereich, am besten IR-Pass, aber auch ein RG 610 hilft schon.
Beispiele, wie Uranus derzeit aussehen sollte, finden sich in den oben genannten Quellen. Damian Peachs Artikel ist ebenfalls hilfreich, was aber am Ende zählt sind:
- ein gutes, ausreichend großes Teleskop
- vieeelll Brennweite (selbst die fast 4m des C14 fokal sind schon zu wenig, am besten mindestens 8m)
- eine hochempfindliche Kamera (ASI 224 MC z.B.)
- Rotfilter, und:
- gutes Seeing
Letzteres ist besonders wichtig, denn wir wurschteln hier an gerade mal 3,66 Bogensekunden. Etwas mehr als doppelt so groß wie ein Jupitermondscheibchen!

Ich bearbeite gerade die Bilder der letzten drei Tage. Wenn sie fertig sind, zeige ich sie hier als Vergleich.
CS
Rudolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nachtrag:
Aktuell scheint ALPO Japan teilweise gestört, Seiten reichen nur noch bis September, die Monate Oktober und November sind verschwunden, einige Seiten sind gar nicht erreichbar, irgendwas ist krumm...
 
Hallo Rudolf,

danke für die interessanten Links. Sehr beeindruckende Bilder.

Auch da werden mit einem Rotfilter 610nm viele Details sichtbar.
Ich kann bzw. will bei meiner Asi120mc nicht den UV/IR Sperrfilter ausbauen.

Würde da ein Baader RG610 dennoch etwas bringen, wahrscheinlich also nur der Bereich von 610 bis ca. 700nm?

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger.
Ohne Rot gibt's nichts zu sehen. Die Kontraste im Visuellen sind viel zu schwach.
RG 610 würde vielleicht auch bei Dir was mit der 120 MC bringen, allerdings auch deutlich dunkleres Bild bzw. viel längere Belichtungszeit.
Problematisch ist auch Deine an sich viel zu kurze Brennweite. Die nochmal zu verdoppeln, macht die Sache noch schwieriger. Es sind da einfach zu viele Grenzen gesetzt.

"Viel" Detail gibt es bei Uranus an sich nie zu sehen. Wer es gut hinbekommen hat, sieht den hellen Bereich der uns gerade zugewandten Polregion und die sich davon absetzenden dunklen Bänder mit typischer "Biegung" um die Kugelrundung. Mit etwas Glück bzw. entsprechend großem Gerät und Top-Seeing lassen sich zwei Bänder unterscheiden, und mit noch mehr Glück erwischt man mal einen der hellen Flecken, die es immer wieder mal gibt. Mehr geht für Amateure dann nicht.

Zwei Tipps noch am Rande für alle, die sich an Uranus versuchen wollen:
1.) Auf saubere Nordrichtung im Bild achten, damit ich später einen Anhaltspunkt habe, wo überhaupt der (stark gekippte) Pol von Uranus liegen müsste. Manche Planetographen lassen zur Sicherheit Uranus einmal bei abgestellter Nachführung kurz durch ein Bild laufen, um die exakte Orientierung sichtbar machen zu können.
2.) Mehrere Videos mit mindestens 5000, besser um die 10.000 frames nacheinander machen, dabei möglichst bei jedem Video auf einem anderen Chipbereich. Details, die sich aus den verschiedenen Videos gleich extrahieren lassen, sollten am ehesten real sein.
CS
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

mich beschäftigt die Thematik mit dem Rotfilter. Genau was Du da ansprichst mit der deutlich längeren Belichtungszeit sehe ich da auch als sehr problematisch. Ich bin ja jetzt bei 120ms.
Mit wie viel längerer Belichtungszeit müsste man da eigentlich mit einem Rotfilter rechnen ?

Außerdem bin ich eben im Netz auch auf den Hinweis gestoßen, dass bei dem Farb-Chip / Bayer Matrix ja die roten Pixel wie ein Rotfilter wirken.
Ich habe hier ja auch den R & G Kanal addiert und als Luminanz verwendet. Die Kanäle zeigen bei Planetenaufnahmen bei mir meist mehr Details.

Da ist dann fraglich ob ein Rotfilter bei einem Farb-CMOS Chip etwas bringen würde.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger.
Keine Ahnung, Versuch macht klug. Geschätzt je nach Kamera die Hälfte. Bzw. doppelt so lang. Bei mir gehen mit IR-Pass 685 von Baader bei ca 8m Brennweite am C14 zwischen 1/5 und 1/10 sec. Belichtungszeiten (100 - 200ms) je nach Höhe, Durchsicht etc.

Bayer-Matrix: Natürlich sitzen vor den Rot-Pixeln "Rotfilter". Muss ja, aber sind eben keine RG 610 oder IR_Pass-Filter, sondern breitbandiger. Also kein Ersatz, z.B. nur den Rotanteil herausnehmen zu wollen...

Kamera-R & G als Luminanz bringt bei Uranus nur Helligkeit, so gut wie nix an Detail. Das holst Du nur im IR (bzw. mindestens RG 610) herein. Du könntest (so machen es viele andere Planetographen) eine L-Aufnahme für die Farbe und IR-Pass als Luminanz nehmen, dann sieht es so aus wie bei Peach und anderen. Wobei nicht selten auch die IR-Pass einfach leicht blau-grünlich eingefärbt wird...

IR-Pass vor Farbkamera bringt was. Peach hat seine besten IR-Pass-Bilder mit der 224MC gemacht, weil die in dem Bereich deutlich empfindlicher ist als andere! Dazu sollte man aber dann auch in der Farbgewichtung (Firecapture bietet dazu eine Vorregelung) das Rot übergewichten, Blau eher runterfahren. Das Ergebnis ist dann zwar ein stark rotes Farbbild, sollte aber natürlich nur in SW verwendet werden.

Nach inzwischen fünf zurückliegenden (meisten eisigkalten) Beobachtungstagen sitze ich auf einem Berg von weit über 100 GB an Daten. Auch ein paar ganz gute Uranusse und Märse (sowie Merkure und Venusse) sind darunter, aber ich komme mit dem Bearbeiten nicht hinterher. Sowie was mal fertig wird (in der nächsten Schlechtwetterpause) zeig ich es mal her und wie es geht.
LG
Rudolf
 
So, ALPO Japan funktioniert wieder. Hatte da nach einem Vergleichsbild geschaut, aber zu Deinem Aufnahmedatum gibt es keins. Am nächsten dran ist noch dieses hier vom 2. Oktober, das als guter Vergleich dienen kann:
http://alpo-j.asahikawa-med.ac.jp/kk16/u161002c1.jpg

Da wird der Unterschied dann schnell deutlich.

Durch Zufall bzw. Daniel Fischer Skyweek-Blog bin ich außerdem auf Martin Lewis in UK aufmerksam geworden. Er hat ein tolles Bild gepostet:
https://twitter.com/SkyInspector/status/804436755357188096

Mit 444mm nochmal eine Liga größer als C14. Ich habe dann aber mal weiterrecherchiert. Zwar schreibt Lewis auf seiner eigenen Seite nichts über Workflow bzw. Aufnahmeparameter, die habe ich dann aber mal bei einem seiner Bilder gefunden, die auf der BAA-Seite gepostet waren.
Und siehe da: Der Mann reißt das Gain der 224 MC bis Anschlag auf :O
Ich habe immer versucht, das weitestgehend zu vermeiden (wie Chris Go es in einem Youtube-Vortrag empfiehlt!), bin maximal so bis 430 gegangen, weil mir dann das Rauschen zu groß wird. Er nimmt volle Pulle und lässt rattern: 40.000 frames in 18 Minuten. Satte Ernte! Bei 30fps - traumhaft. Ich komme gerade mal auf 5 bis 10 fps. Bei seinen Vorgaben lassen sich dann schnell mal 15.000 oder mehr frames zum Stacken verwenden. Da ist dann das Rauschen von Full Gain auch egal.
Gehe jetzt mal raus das nachmachen. Seeing war zwar heute Abend ziemlich schlecht, aber für den Versuch wird es vielleicht reichen.
LG
Rudolf
 
Hallo Rudolf,

danke für die weiteren Infos.
Ich habe eben den Mond und die Venus aufgenomen und das Seeing war auch bei mir nicht so toll.

Gruß,
Holger
 
Moin.
Es funktioniert tatsächlich !!!
Habe gestern Abend drei Videos von Uranus aufgenommen. Das Seeing war wechselhaft, es gab aber auch immer wieder Phasen guter Schärfe.
Also: Gain der ASI224MC auf 600 (Vollanschlag). Brennweite am C14 irgendwo oberhalb der 8m (C14, 2x-Barlow und Verlängerung durch den ADC dahinter), I-Zeit lag mit IR-Pass 685 dann so bei 27 bis 30 ms, entspricht 30 bis 32 fps! Wahnsinn gegenüber den bisher fünf bis zehn, die ich immer hatte. Das rattert so schnell auf die Platte....
Rauschen natürlich heftig. Beim Zuschauen (da kann einem echt flimmrig von werden, ich habe zeitweise Schwärme von Vögeln über den Monitor flattern sehen) sind mir ein paar Dinge aufgefallen: Die aufblitzenden "hot pixel" sind immer wieder die selben! Sie blitzen zwar nicht unbedingt regelmäßig, aber es sind die selben Pixel, Darin liegt ein Stückweit auch eine Gefahr: Bliebe Uranus immer auf der selben Chipstelle, würden sich u.U. helle Stellen ausbilden, die aus dem Rauschen herrühren. Glücklicherweise wandert mein Planet schon wegen des Schneckenfehlers immer mal ein bisschen hin und her. Bis zu zehn Bogensekunden im Laufe von Minuten, mal nach rechts, dann wieder nach links. Ich korrigiere zum Teil gegen, so dass Uranus schon an vielen unterschiedlichen Positionen aufgenommen wird.
Scharfstellen ging bei 30fps naturgemäß leichter als bei 5 oder 10. War eher durch das Seeing und den hohen Rauschpegel problematisch.
Die Videos haben jetzt zwischen 35.000 und über 40.000 frames. Habe gestern Abend nur schnell eine Vorbetrachtung bei 40 Prozent Verwendungsrate gemacht, und das sah schon besser aus als meine bisherigen Ergebnisse.
Mal sehen, ob ich heute mal Zeit finde, da heranzugehen und was zu zeigen.
LG
Rudolf
 
Hallo Holger,
halleo Jens,
hatte ich, und jetzt sind auch Ergebnisse zu sehen. Den 5. Dezember habe ich als Erstes ausgewertet (weiterer sechs bis acht Tage davor warten noch mit -zig GB von Merkur bis Uranus).
Fangen wir also mal bei den frischesten Beobachtungen an:
Uranus mit Gain 600 (Vollanschlag) an der ASI 224 MC mit Baader IR-Pass. Da komme ich jetzt tatsächlich am C14 bei ca. f:23 auf etwa 30 fps. In 20 Minuten macht das etwa 40.000 Bilder. Im vorliegenden Fall habe ich davon 40 Prozent verwertet und aus Gründen des Rauschens zwei Bildergebnisse zweier Einzelvideos (1x 17 min, 1 x 20 min) kombiniert. An sich zu lang für die Rotaion des Planeten, aber ohne erkennbare Features, die dadurch verschmiert würden, wieder egal. So sieht es auf jeden Fall besser aus.
Die Aufnahme ist nachträglich an die Uranusfarbe angepasst, an sich natürlich Schwarzweiß:
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/astro/Uranus_tab051216.jpg

Norden ist oben, der Pol Uranus' liegt nach rechts gekippt und ist als heller sichtbar. Die Äquatorbänder sind dunkler, wegen der an dem Abend eher unruhigen Luft mit nur wenigen wirklich guten Momenten ist nicht mehr zu sehen. Möglich wäre sonst ggf. noch ein helleres und ein dunkleres Äquatorband aufzulösen, das hier bestenfalls angedeutet ist. Flecken gab es zu dieser Zeit leider keine.

Gleich nach den Detailaufnahmen habe ich auch noch eine Mondübersicht gemacht. Die natürlich fokal am C14 mit IR-Pass. Genutzt habe ich aus dem 1000 Bilder-Video 40 % zum Stacken, die Einzelbelichtung betrug 0,6 sec. bei Gain 481. Das war der beste Kompromiss zwischen Rauschen und Seeing an dem Abend.
Bei der Bearbeitung habe ich mir die Farblayer des Bildes angeschaut. Am hellsten war alles natürlich im Rotlayer. Den besten Kontrast (und am wenigsten überstrahlten Uranus) bot aber der Grün-Layer, den ich dann auch allein verschärft habe (Mexhat in Giotto). Und siehe da: Zum allerersten Mal ist es mir auf diesem Weg gelungen, auch Miranda mal einzufangen. Sie stand am so ziemlich entferntesten Bahnpunkt und damit gerade genug außerhalb der Überstrahlung.
Link zur Grafik: http://www.diefotomaus.de/astro/Uranus_205405_051216_moontab.jpg

Soweit Uranus von dem Abend. Hatte vorher Mars im Blick, der jetzt besser zu beobachten ist als den ganzen Sommer über und trotz der inzwischen nur rund 6 Bogensekunden mehr zeigt. Sinus Meridianii war immerhin an der Gabelbucht noch getrennt! Dazu später mehr.
CS (obwohl ich jetzt erstmal eine Auswertepause brauche)
Rudolf

PS: Kann mir jemand die seltsame Diskrepanz erklären, dass Guide mir den Stern neben Titania etwa weiter rechts und auf einer Linie etwa zu Ariel zeigt?
 
Hallo Rudolf,

das sieht doch sehr vielversprechend aus, da geht bei besseren Bedingungen bestimmt noch mehr.

Theoretisch könntest Du mit Winjupos derotieren aber wahrscheinlich wird das bei den schwachen Details nicht viel ausmachen.

Bei mir ist der Grünkanal auch häufig besser, vor allem etwas rauschärmer als rot. Wobei dieser z.B. beim Jupiter vielleicht noch etwas feinere Details zeigt.
Meist addiere ich R&G und verwende das dann als Luminanz.

Gruß,
Holger
 
Hallo Rudolf,
Gain 600 ist schon der Hammer! Ich habe die gekühlte Version der 224, muss ich auch mal testen so hoch zu gehen mit dem Gain. Evtl. bringt ja noch die Kühlung etwas...

LG
Stefan
 
Hallo Stefan,
eine Kühlung würde ich mir bei dem Rauschen schon wünschen. Andererseits hatte ich die am 5. auch so, der Aufnahmelog sagt, die Chiptemperatur lag bei -10,8 Grad! Oder anders ausgedrückt, im Sommer wäre es ohne Zweifel noch deutlich mehr Rauschen gewesen. Vielleicht ein Grund, warum Go davon abrät, so hoch zu gehen, er lebt ja in immerwarmen Verhältnissen.
CS
Rudolf
 
Hallo Holger.
Klar geht da mehr. Ich hatte schon schärfere Uranus-Bilder, aber mit niedrigerem Gain und deutlich weniger frames. Da fiel das Rauschen dann wieder mehr ins Gewicht, sie waren schlechter schärfbar und bildeten schneller Artefakte aus.
Derotieren ist üblich, Peach macht das so, der nimmt ja bis zu 45 Minuten auf. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, mich damit mal zu befassen. Bislang war es auch nicht nötig.

Grün ist meistens schon deswegen besser, weil's davon doppelt so viele Pixel in der Bayer-Matrix gibt. R-G als Luminanz gibt auch noch ein annähernd farbechtes Bild wieder, was reinen IR oder R-Luminanzen ja abgeht.
CS
Rudolf
 
Hi Rudolf ;),

wow, ein sehr beeindruckendes Ergebnis!! Die dunklen Planeten würde ich auf mit Gain auf Anschlag aufnehmen. Empfielt nicht C. Go sogar in seinem Video, in solchen Fällen mit Gain auf Maximum zu gehen?

Grüße
Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Benny,
hatte aus dem Youtube-Video seines Vortrages genau das Gegenteil in Erinnerung. Müsste ich mir die Passage noch mal anschauen.
CS
 
Status
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