Details auf Ganymed 10.9.10

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HerbertHeimel

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Hallo!
Wollte einmal überprüfen, ob es sich bei den gelegentlich
erkennbaren Ganymeddetails um Schärfungsartefakte handelt.
So habe ich neulich bei mäßigem Seeing von Ganymed, Kallisto
und einem Fixstern je 4000 Bilder im Rot aufgenommen und zu
10% mit Giotto gestackt. Mit dem Summenbild des Fixsterns als
PSF (Mitte) habe ich dann die Summenbilder Von Ganymed (links)
und Kallisto (rechts) durch Entfalten geschärft und mit Gauss
leicht nachgeschärft (unten).
Fazit: Mit 8" kann man Strukturen auf Ganymed sichtbar machen.
Bei nächster Gelegenheit werde ich mir die Jupitermond noch
einmal vorknöpfen, und zwar auch in G und B, wo noch mehr
Auflösung zu erwarten ist.
Link zur Grafik: http://luxjhw.bay.livefilestore.com/y1pK8XFtEF9qmFOVEsdDMqowg8NeT5JmBWdQgxwa3jW8MoEEMCr734HWeJvR3u4L7nxIvGEIRIuw7hpdpniJlV9_4QbLv52_JYj/bgan%2Ckal.jpg
Grüße: Herbert
 
Echt toll was mittlerweile mit Amateurausrüstung möglich ist. Ich denke mal in zehn Jahren sehen die Bilder von Ganymed dann so aus wie die Jupiter von heute ;)

CS
MaRKus
 
Hallo Jan!
Danke! Habe mich schon einige Zeit mit der Rückrechnung
von unscharfen Bildern beschäftigt und bin erst vor einer
Woche draufgekommen, daß ein entsprechendes Programm in
Fitswork direkt vor meiner Nase liegt.
Bin schon gespannt, was ich damit bei besseren Bedingungen
zusammenbringe.
Deine Jupiteranimation ist übrigens atemberaubend!

Hallo Markus!
Ebenfals danke! Deinen Optimismus kann ich allerdings nicht
ganz teilen, obwohl in der Schärfung durch Entfalten noch
einiges drinnen sein müsste.

Grüße: Herbert
 
Moin Herbert,

ich glaube mein Optimismus ist purer Realismus ;)

Der Amateurbereich wird von der Weiterentwicklung der großen Teleskope auch lernen können. Vielleicht schafft man es auch in kleinen Teleskopen eine adaptive Optik einzubauen um das Seeing zu verbessern. Die Entwicklung neuer Materialien schreitet ja weiter voran.

Was ich mir auch vorstellen könnte wäre ein Interferometer für den Garten, mit der günstiger werdenden Rechentechnik dahinter sollte das durchaus realisierbar sein und damit die Auflösung wesentlich steigern.

Klar, vielleicht noch nicht nächstes Jahr oder übernächstes, aber was haben wir vor zehn Jahren geglaubt was es heute schon gibt ;)

Ganz freundliche Grüße
MaRKus
 
Hallo Herbert,

dem Autor von Fitswork, Jens Dierks, gebührt in der Tat ein ganz großes Lob für seine hervorragend angelegte und funktionierende Software. Ich bin selbst auf die PSF-Funktionalität noch nicht eingespielt, benutze aber bei Planeten inzwischen sehr gerne die dort angebotenen Wavelets, die ja als "Schmalband-Tools" eine ganz ähnliche Wirkung zeigen.

Vielen Dank übrigens für Deine Bemerkung zur Jupiter-Animation. Bin selbst erfreut und erstaunt darüber, dass sich in dieser ruckelfrei gleitenden Darstellung dem Auge - zumindest meinem - viele Bilddetails doch noch besser erschließen als in einem stehenden Bild. Der Mensch ist eben - von seinem Ursprung her - doch noch ein "Jäger" geblieben ...

Gruß, Jan
 
Hallo Herbert,

Zitat von HerbertHeimel:
Habe mich schon einige Zeit mit der Rückrechnung
von unscharfen Bildern beschäftigt und bin erst vor einer
Woche draufgekommen, daß ein entsprechendes Programm in
Fitswork direkt vor meiner Nase liegt.

kannst Du einmal kurz anreißen, wie Du damit vorgehst?

Machst Du parallel zu den Planetenaufnahmen dann eine Belichtung mit gleicher Frameanzahl an einem hellen Fixstern und überlagerst das entsprechend dem Planetenbild?

Wie gehst Du dann bei Fitswork vor?
Ich stecke da noch nicht so im Thema drin.

Danke und Gruß,

Michael
 
Hallo zusammen,

die Ergebnisse von Herbert Heimel sehen zwar sehr eindrucksvoll aus - ABER :

- der Fixstern sollte die gleiche scheinbare Helligkeit haben wie das beobachtete Objekt
- der Fixstern sollte möglichst nahe beim beobachteten Objekt stehen
- der Fixstern sollte zeitgleich mit dem beobachteten Objekt aufgenommen werden

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt sollte man den Ergebnissen der Entfaltung nicht vertrauen, mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt man sich Artefakte ein.

Wenn man nicht sehr glückliche Bedingungen hat braucht man eigentlich ein zweites Teleskop zur Aufnahme des Fixsterns oder eine laser-projizierten künstlichen Stern, und welcher (normale) Amateur hat diese Möglichkeit

Gruss
horst anders
 
Hallo Horst, Michael!

Vielen Dank für Eure Rückmeldung.
Die unter "ABER" angeführten Bedingungen habe ich bei der
Aufnahme so gut wie möglich berücksichtigt. Als Fixstern
habe ich mir einen in der Nähe liegenden und sogar etwas
schwächeren gesucht und ihn unmittelbar nach den Monden
aufgenommen. Das Seeing war bei den innerhalb von 10min.
gemachten Aufnahmen gleichbleibend mäßig. Die Sequenzen
wurden dann völlig gleich bearbeitet.

Schärfung mit Fitswork:
1) Summenbilder von Mond und Fixstern geöffnet.
2) Fixstern ausgeschnitten ( Rahmen und StrgC)
3) Mond, Bearbeiten, Schärfen, Entfalten.
4) PSF wählen (Fixstern), Einfügen.
5) Berechnen, Ok.

Als Kontrolle für die Echtheit der Ganymeddetails habe ich
den strukturarmen Kallisto aufgenommen.
Ausserdem sind "die" Details auch auf höher aufgelösten,
konventionell geschärften Aufnahmen zu sehen.

Meiner Meinung ist das obige Verfahren durchaus
brauchbar, wobei es natürlich umso besser funktioniert,
je besser das Seeing ist.
Weitere Tests folgen.

Grüße: Herbert
 
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