Die erste richtige Mars Beobachtung

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faktor0a

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Hallo miteinander!

Einleitung
Gestern war es soweit! Endlich! Gestern nach getaner Arbeit und während der Heimfahrt bemerkte ich ihn, den Mond. Doch nicht der Mond allein war es der mich begeisterte, sondern der scheinbar klare Himmel. Der Mond zeigte mir, dadurch das man ihn gut und scharf sehen konnte, das die lange Zeit des Wartens endlich Zu Ende war. Monate langes bedecktes grau, und nun die Gelegenheit. Ich war aufgeregt!

Zuhause baute ich dann meine 2 Teleskope auf (mein ED80 und das LX90 ACF), und ließ ihnen Ruhe zum auskühlen.



Beobachtung
Finster war’s, der Mond schien helle als.... hmm nein, Finster war es durch den Mond und den Schnee, der noch alles bedeckte, nicht. Aber trotzdem war die Luft, die Sicht "klar".

Die Helligkeit (ich beobachte vom Balkon aus in der Stadt), schrieb mir also schon vor, das die Deepsky-Ausbeute heute wohl eher gering ausfallen würde. So war es dann auch. Nach der Inbetriebnahme des GoTo steuerte ich M42 den Orionnebel an. Es war aber einfach zu hell. Ich bin froh das ich GoTo habe, so konnte ich mir noch den offenen Sternenhaufen M35 ansehen, den ich mittels Aufsuchsterne ohne GoTO nicht hätte finden können. Ich habe es bei meinem ED80 auf der AZ Montierung versucht, aber ohne Erfolg. Der Anblick von M35 war schön, und ich habe ihn eine Weile beobachtet.

Ich habe mir zum Ziel gesetzt alle Offenen Sternenhaufen des Messierkataloges anzuschauen. Sie alle in Ruhe zu beobachten und im Deepsky-Reiseführer während dessen darüber zu lesen. Doch heute Abend war mir klar, das viele kleine Sterne im hellen Hintergrund-Licht einfach untergehen würden. Also entschied ich mich auf ein anderes lang ersehntes Ziel zu warten: Den Mars endlich in meinem LX90 zu beobachten. Denn im vergangenen Jahr konnte ich es kaum nuzten. Mit dem ED80 hatte ich es im vergangenen Jahr versucht, Mars zu beobachten, aber er war einfach zu klein der Mars, ... das Teleskop wohl auch.



Teleskopvergleich
Zwischenzeitlich entschloss ich mich zu einem vergleich der 2 Teleskope. Als Objekt sollten die Plejaden M45 dienen. Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber ich wollte mal sehen ob sich die beiden Teleskope gegenseitig gut ergänzen. Also setzte ich den 2"Spiegel mit dem 38mm 2" Okular abwechselnd in die beiden Teleskope und beobachtete. Die 80mm Öffnung des EDs zeigten mir beachtlich viele Sterne bei einer Vergrößerung von 16x. Mehr als erwartet! Die 200mm Öffnung des Meade Teleskops dagegen würden sicherlich mehr Sterne zeigen können, aber ich war gespannt wie viel ich von den Plejaden wohl sehen würde. Gleiches Okular wie erwähnt, brachte mich auf eine 53x Vergrößerung. Ich war überrascht! Hätte ich es nicht gewusst das dies die Plejaden sind, hätte ich sie in dem Okular nicht erkannt. Viel zu klein war das gezeigte Gesichtsfeld.

Für ausgedehnte Weitfeld Beobachtungen ist das kleine Vixen Teleskop also wie gemacht. Am vergangenen Freitag konnte ich auch als erstes Objekt meiner Liste M44 beobachten. Ich beobachtete ausgiebig und kam auf mehr als 40 Sterne. Es war Interessant meine Beobachtungen mit denen des Deepsky-Reiseführers zu vergleichen.
Ohne GoTo ist das aufsuchen in Lichtverschmutzen Stadthimmel zuweilen aber sehr schwierig bis unmöglich. Siehe M35 Versuch (OK vielleicht war der Schuldige diesmal eher der Mond). Da kommt dann wieder mein Meade Teleskop zum Einsatz. M35, M36, M37, M38 ließen sich damit natürlich gut finden, und auch die Übersicht im 2" Okular machte sich gut, nur war es wie schon erwähnt leider zu hell.


Nun folgte eine etwas längere Pause, denn der Mars war noch hinter einem Baum versteckt, und außerdem war es mit -5 Grad doch recht kühl... könnte man sagen.


So ca. 22Uhr ging es dann gut eingepackt wieder raus. Denn immerhin war es nun schon -5,6 Grad und das Meade Teleskop dürften mittlerweile auch genügend ausgekühlt sein.



Die Mars Beobachtung
Ich freute mich schon darauf mein neues und auch teuerstes Okular einzusetzen. Ich habe mir ein TeleVue Radian Okular 10mm gekauft, um auf eine 200x Vergrößerung zu kommen. Ich war voller Erwartungen, denn so groß hatte ich den Mars bisher im ED80 noch nicht vergrößern können.
Doch als erstes startete ich mit meinem 26mm Pössel Okular bei 77x. Recht schnell wechselte ich auf das 12,5er (das so genannte Planeten Okular von William) und war damit bei 160x angelangt.

Der Anblick haute mich um! Ich wusste das der Mars am 29. Januar in Opposition zur Sonne kommt und dementsprechend groß sein müsste. Daher war es mein Zeil ihn um diesen Zeitraum zu beobachten. Doch ich ahnte nicht, was dass in der Praxis bedeuten würde.

Wie viel glück ich doch hatte, denn der Anblick brachte mich total aus dem Häuschen!

Ich konnte eine Polkappe sehen! Ganz Klar und eindeutig war eine Polkappe oben zu erkennen. Nicht nur das, auch dunkle Strukturen konnte ich erkennen. Nach einer weile wechselte ich dann zu meinem neuen Okular und konnte den Mars dann mit 200x Vergrößerung sehen.

Die Steigerung war nicht so groß wie vielleicht gedacht, aber nun konnte ich nicht mehr anders und musste mich unbedingt jemandem mitteilen. Schnell rein ins warme und stolz meiner Frau berichten was los war. Glücklich ihr den Mars zeigen zu können war ich immer noch total begeistert. Auch sie konnte die Polkappe und dunkle Strukturen erkennen.



Nach einer kleinen Pause zum Aufwärmen, fand ich dann die Innere Ruhe um ruhig zu beobachten. Ich ließ mir Zeit und wechselte während dessen zwischen 12,5 und 10er Okular hin und her. Die Kälte war deutlich zu spüren, aber ich musste einfach weiter Beobachten. Mit der Zeit erkannte ich auch unten einen hauch dünnen Streifen. Die Luft war recht unruhig würde ich sagen.

Dann viel mir ein, was mir hier im Forum einmal geraten wurde: "Damit Objektdetails nicht überstrahlt werden einen Filter einsetzten." Stichwort Graufilter.

Das habe ich dann gemacht. Ich habe nur einen Lumicon Neutral
Grau Filter ND 25 und war/bin mir nicht sicher ob dieser Ideal war/ist. Aber der Tipp war genial! Danke nochmal! Denn nun war das Bild natürlich dunkler, aber ich konnte mehr details erkennen! Die zweite Polkappe unten war eindeutig zu erkennen. Auch die dunklen Strukturen waren deutlicher Sichtbar und verschwanden nicht immer wieder zwischendurch, was ich mal auf das "überstrahlen von Objektdetails" schieben würde.


Ich fertigte nun auch noch eine kleine Zeichnung an.
Um ca. 23:30 beendete ich dann meine Beobachtung da ich am heutigen Tag wie gewöhnlich sehr früh rauste musste.
Im Bett dachte ich noch eine weile darüber nach und sah das Bild vom Mars noch fest vor mir. Bis ich dann doch schnell eingeschlafen bin.




Diese Beobachtungsnacht war für mich großartig, denn endlich konnte ich Mars einmal richtig "erleben". Das "Planetenfieber" hat mich nun richtig gepackt!



Link zur Grafik: http://img69.imageshack.us/img69/1741/clipmemexport1erstellta.jpg
Anbei ein Bild, von Stellarium. Es gibt natürlich nicht die richtige Größe wieder, zeigt aber die Polkappe und die Dunkelstrukturen die ich erkennen konnte.
Die Dunkelstrukturen unterhalb der Polkappe konnte ich erkennen, sowie die untere große, die wie "ein einzellner streifen" aussah. Die obere Polkappe befand sich aber auf der rechten Seite, nicht links wie hier auf dem Bild.




Ich wünsche Allen gute Sicht und einen freien Himmel!
MFG Dan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Dan,

Glückwunsch zu der schönen Marsbeobachtung. Dein Bild aus Stellarium ist natürlich zu schön, aber es trifft einigermaßen. Die Polkappe kam mir gestern aber größer vor. Man braucht ein wenig Zeit, um die Details zu sehen. "Einsehen" nenne ich das.

Das kann aber auch zu einem Frust führen, wenn man seine Beobachtungen mit jemandem teilen möchte, welcher noch nie oder höchst selten durch ein Teleskop geschaut hat ... da kommen dann Kommentare wie : Ich sehe da nur einen hellen Fleck.

Trotzdem noch viele erfolgreiche Stunden unterm Himmel.

CS,
Stefan
 
Hi Dan,

man kann deine Begeisterung spüren, schöner Bericht. Mars habe ich bislang noch nicht viel Beobachtungszeit gewidmet, schade eigentlich. Danke für deine schönen Bericht!
 
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