Die ganze Familie auf dem Balkon

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Thomas_John

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Hallo zusammen,

anläßlich des "first light" meines neu gekauften C5 dachte ich, schreibe ich hier mal einen kurzen Beobachtungsbericht der anderen Art. Vorweg, wer hier irgendwas Nennenswertes in Punkto astronomische Objekte erwartet, den muß ich leider komplett enttäuschen.

Das C5 habe ich kürzlich hier im Forum gekauft und es hat am Samstag, dem 31.10.2015, bei mir sein "first light" erlebt. Am Samstag war ein Familienbesuch angesagt, ich war also nicht daheim, sondern eben mit dem Rest der Familie bei meiner Mutter, und hatte kurzerhand das C5 mitgenommen und dann dort auf dem Balkon aufgebaut, zwischen den ganzen Pflanzen, die Mütter dort so aufzustellen und zu hegen und zu pflegen pflegen ;)

Beobachtungsstandort direkt am Rhein, etwas südlich von Koblenz, mit dem Hunsrück im Nacken.

Tatsächlich klarte der Himmel am Abend so gegen etwa 21:00 auf, nachdem der ganze Tag dort durch Nebel und Hochnebel geprägt war. Nach einer groben Ausrichtung auf Norden wurde der Synchronmotor angeschaltet und das C5 lief ab dann wie ein Uhrwerk vor sich hin. Der Himmel war stark aufgehellt durch die Kleinstadt vor dem Teleskop und letzte Reste des Nebels, an ernsthaftes Beobachten an diesem Standort also absolut nicht zu denken (dafür hätte man halt ein paar km den Hunsrück hochfahren können).

Ich habe daher als erstes einfach M45 eingestellt, mit dem 32mm Baader Plössl pasen die hellen Sterne erwartungsgemäß nicht ganz ins Feld. So bot sich auch die Gelegenheit für einen ersten kurzen Sterntest, bei dem - abgesehen von starker Luftunruhe - nichts Auffälliges am Teleskop selbst festzustellen war, die Justage ist wohl in Ordnung.

Laut Internetrecherche sollte der Mond über Koblenz an diesem Tag um etwa 20:30 aufgegangen sein. Da auf der anderen Rheinseite eine Hügelkette stand, zeigte sich dort der erste Lichtschimmer des Mondes aber erst etwas nach 21:00. Ich habe diese Stelle angepeilt und dann den Rest der anwesenden Familie (insgesamt vier Personen von 78 bis 13 Jahre) rausgerufen, und dann fing der interessante Teil des Abends erst an ;)

Den Mond im 32er Plössl und dann zuschauen, wie er sich über die Bäume auf dem Hügel am Horizont erhebt - das reicht ja schon. Alle waren sie damit beschäftigt, ooh und ahh zu rufen und standen am Teleskop Schlange. Vor allem daß das "so schnell" geht mit dem Mondaufgehen! Wir haben dann noch ein 20mm Weitwinkelokular (Meade aus den 80ern), ein Baader Gen II 18mm und das 12er Pentax XF ausprobiert. Aber speziell für das Pentax, was am C5 etwas über 100x ergibt, war die Luft quer über den Rhein und dann in Horizontnähe einfach zu unruhig, außerdem paßte der ganze Mond dann ja doch nicht mehr ins Feld, aber für eine ausgiebige "Kraterwanderung" war es andererseits dann doch eher noch zu wenig Vergrößerung.

Also eigentlich war mein Eindruck, daß die Astro-Laien in der Runde am besten mit dem Plössl klarkamen... schon das etwas weitere Gesichtsfeld der 20mm und 18mm Okulare (jeweils etwa 65 Grad) wurde nicht unbedingt einhellig als großer Zugewinn eingestuft. Vermutlich haben wir Amateur-Astronomen uns da im Laufe der Zeit einfach dran gewöhnt, während der, der zum allerersten Mal durch das Teleskop schaut, ein etwas kleineres Feld irgendwie als "einfacher" empfindet?

Ein weiteres großes Aha-Erlebnis ergab sich, als ein Flugzeug direkt vor dem tiefstehenden Mond vorbeiflog, aufgrund der Perspektive dauerte das fast eine Minute und danach waren auch noch die Kondensstreifen zu sehen. Ich selbst bin gar nicht dazu gekommen, das überhaupt im Teleskop zu sehen ;)

Wir haben insgesamt sicher 45 Minuten alle draußen verbracht, obwohl drinnen schon längst ein Nachtisch vom Abendessen hätte serviert sein sollen. Mir war irgendwie komplett in Vergessenheit geraten, wie schnell man andere, auch nicht astronomische Personen, doch begeistern kann!

Nach der Mondbeobachtung zogen auch rasch wieder Nebel und Wolken auf, so daß der Beobachtungsabend ein schnelles Ende fand.

CS
Thomas

PS. falls das mit dem Anhängen geklappt hat, ein Stimmungsbild vom Beobachtungsabend.
 

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    DSC03889.jpg
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Hallo Thomas,

mal ein anderer Bericht, aber auch er hat mir gefallen. Man vergißt oft genug die Begleitumstände einer Beobachtung, welche ein paar Minuten zu einem intensiveren Erlebnis werden lassen können als die Beobachtung vieler bisher nicht beobachteter Objekte über Stunden hinweg.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich Anettes Berichte mag.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Thomas,

Das ist ein sehr stimmungsvoller Bericht. So habe ich es schon zuhauf erlebt und es stimmt, ahs und ohs sind der wahre Benefit.

Auch ich genieße Anettes Bericht aus ebendiesem Grund.

Grüße, Olaf
 
:super: Solche Berichte gefallen mir auch sehr gut. Mir machen auch Fragen von blutigen astronomischen Nichtwissern Spaß - selbst wenn einem dabei die Haare zu Berge stehen und man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Meistens haben sie aber doch solch ein Interesse und Wissbegier, dass die Unterhaltungen viel Spaß machen.

Die Plejaden hätten bei der Familie bestimmt auch einige Aaahs und Ooohs hervorgerufen!

Thomas
 
Hi Thomas!

Das hätt ich nicht geschafft, so ein neues Schätzchen gleich am ersten Tag mit anderen zu Teilen, die vor allem keine Ahnung haben. Ich erwarte neue Teleskope immer mit größter Aufregung und muss das "Erstemal" damit vollkommen ungestört und allen sein.
Ja die Freude der Anderen bei ihrem Erstenmal in den Himmel schauen ist schon schön, nur leider lassen sich die meisten dann nicht weiter infizieren. So vermisse ich bis heute einen ersthaften Astrokumpel und fröhne weiterhin eher einsam meinem Hobby. Der Austausch wie wir was sehen oder finden, der persönliche Vergleich mit eigenen Erfahrungen, die gemeinsame Freude oder auch Erfahrungen mit Optiken, das würde ich doch ehrlich gesagt noch viel lieber teilen wollen als absolute Neulinge mit blutigen Anfängerfragen, die hatte ich schon zu Hauf, immer wieder gerne, klar ...keine Frage....aber nie kommt einer von denen zurück und hat diesen Touch....der ihn dann in die Materie treibt abbekommen, ihr versteht schon, gell?

Danke den Anderen für ihr Lob auf meine Postings! Freu, freu....und regnerische Grüsse von Anette ........heute Nacht muss ein Wahnsinnssseeing gewsen sein, bei uns war der 80km entfernte und über 2000m hohe Schneeberg (letzte Alpe) heute Morgen in allen Einzelheiten zu sehen, so trockenklar war die Luft...ich habs verpennt!
 
Hallo zusammen,

Beobachtungen mit anderen, die noch mehr Laien sind als man selbst, finde ich auch immer schön. Vor allem regt es auch dazu an sich nochmal mit der Physik zu befassen, wenn einem bei schlauen Fragen die Antworten ausgehen. Eher erschreckend ist aber oft die Tatsache dass normal gebildete Menschen nicht wissen, dass Fixsterne ferne Sonnen sind. Das lässt dann schon Zweifel am Bildungssystem aufkommen...

VG und CS
Klaus
 
Hallo Klaus,

am Schlimmsten ist, wenn ein Klugsch.... dabei ist.
Man zeigt wo der Polarstern ist und will grade die
Himmelsmechanik erklären. Da wird man Zurecht gewiesen.
Er zeigt Richtung Sirius und sagt: Da ist der Polarstern.
Es ist immer der hellste Stern am Himmel.
Ich hab ihn nur die drehbare Sternkarte gezeigt und gesagt
Er soll sich beim Kosmos-Verlag beschweren weil Die mir
einen Fehldruck verkauft haben.
(aber vielleicht hatte Er ja Recht. Die Karte ist noch aus
den 70ger Jahren. Da kann sich viel geändert haben.) ?) ?)

Gruß Anton.
 
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Hallo zusammen!

Finde auch, dass Beobachtungen mit anderen ihren Reiz haben. In der Nacht draußen zu stehen, reden und zu spechteln. Wenn man sich aber in seine Beobachtung vertiefen will um wirklich ein paar Details zu sehen, muss man schon alleine sein.
 
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