die ISS - eine Aurigide und Ganymed!

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BirgitKremer

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Hallo Freunde!

Gestern abend sah´s hier zunaechst nicht vielversprechend aus: durchziehende Wolken und aufkommender Nordafrikanebel. Dennoch stellte ich Karolinchen (Vixen 130/720 mm) nach draussen, denn eventuell koennte es ja spaeter mit dem Ganymedschauspiel klappen. Doch zunaechst blieb Jupiter hinter Wolken und Nebelfetzen verborgen. Saturn stand frei und war mal wieder herrlich anzusehen. Aber Star des Abend sollte doch Jupiter mit seinem Ganymed-Schauspiel werden und misstrauisch betrachtete ich die zig Wolkenbaender auf und um Jupiter herum als ploetzlich ein Objekt gross und hell wie Jupiter am nordoestlichen Himmel auftauchte.

Die ISS! Die Ueberflugsdaten hatte ich vorher nicht geguckt, aber ein sooo helles Objekt konnte nur die ISS sein. Schnell den Sucher draufgehalten! Genial, wie sie da so ueber uns hinwegschwebt! Was moegen die Menschen an Board gerade tun? Kann das jemals fuer sie zur Routine werden, die Erde aus so vielen Kilometern Entfernung zu betrachten?! Ein wenig naeher wollte ich ihnen schon sein, aber verflixte Kiste, vom Saturngucken war ja noch das LV 4mm drin. Keine Chance! Wirklich nicht?!

Also wenn´s mal irgendwann auf einem Astrotreff eine Disziplin "Fliegender Okularwechsel" geben sollte, stellt mich bitte in die Riege! Darin bin ich gut! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Denn in Windeseile schraubte ich das LV 4 raus und das LV 20 rein, stellte an Procyon scharf und es gelang mir auf Anhieb, die ISS einzufangen und noch mindestens eine Minute im Okular zu halten bis die Baukraene von gegenueber diesen grossen Vogel mit kurzem Fluegelschlag verdeckten.

Wenn man moechte, kann man aeusserst behende sein, denn sofort liess ich Teleskop Teleskop sein und rannte zur anderen Ecke der Terrasse. Yeah, von dort aus war sie noch immer zu sehen, bis sie aber kurz darauf im Erdschatten verschwand!

Langsam loesten sich auch die Wolken vor Jupiter auf! Aber noch stand Ganymed - es war so gegen 20h30 - recht entfernt vom Planeten. Zeit also, mit blossem Auge ein wenig ins All zu gucken! Und daaa! Eine Sternschnuppe! Aber was fuer ne langsame! Aus Auriga kommend, vergluehte sie in der Naehe der Pleyaden. Diese Alpha-Aurigide brachte mir Glueck, denn das Planetenwetter haette kurz darauf nicht besser sein koennen! Ausser Jupiter, Saturn, dem Mond und den hellsten Sternen war nichts mehr zu erkennen. Nichtmal den Kasten des grossen Wagens konnte man ausmachen.

Jupiter aber stand kontrastreich und voellig ruhig im Okular. Schoen die Annaeherung Ganymeds zu beobachten. Kleiner und kleiner wurde der schwarze Weltallraum ziwschen den beiden Himmelskoerpern bis puenktlich um 21h10 Ganymed seinen Durchgang an der noerdlichen Seite des SEB´s begann. Ohne jede Anstrengung konnte ich seinen Lauf verfolgen , grauschwarz hob er sich vom Gasriesen ab. Gespannt war ich natuerlich auf seinen Schatten, den ich - nach kurzer Aufwaermpause - um 22h25 im aeussersten Osten sah. Eine dunkelschwarze Perle waehrend der Mond selber grauschwarz voraneilte. Genial!!! Zumal die ganze Zeit ueber das Okular nicht ein einziges Mal beschlug! Ich durfte einfach nur gucken und geniessen und mich am Schauspiel erfreuen!

Gegen 22h55 hatte Ganymed ungefaehr die Haelfte seiner Reise hinter sich und zog seinen Schatten nach sich. Ziemlich genau liess sich der Abstand gegen 23h25 bestimmen, denn da trat Ganymed das letzte Drittel seines Durchgangs an, waehrend der Schatten das erste Drittel hinter sich hatte.

Obwohl meine Begeisterung riesig war und ich mich kaum vom Okular losreissen konnte, baute ich dann doch vor Durchgangsende ab. Brrr, war mir kalt in dieser Nordafrikanebelsuppe, die jede warme Kleidung durchdringt! Aber mit dem Gesehen war ich eh uebergluecklich. Wirklich erstaunlich, was der Himmel selbst in einer solchen Nebelbruehe zu bieten hat! J

So, jetzt guck ich mal bei den Fotografen vorbei. Da hat doch bestimmt jemand das alles fotografiert!

Herzliche Gruesse



 
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Hallo Birgit,

da haben wir ja gestern fast das gleiche Programm abgespult, inclusive frieren.

Ich hab auch kurz nach 18:00 mit der ISS begonnen. Sie flog gestern direkt über Italien entlang und war hier in Süddeutschland gerade noch über dem Horizont zu sehen.

Anschliessend stand Saturn auf dem Programm und nach einer Aufwärmphase richtete ich gegen 22:00 Uhr das Teleskop auf die Plejaden, was aber aufgrund der mondhellen Nacht eher enttäuschend war.

Danach war die Ganymed-Durchquerung angesagt. Selbst mit einem 3,6er Okular war kaum ein Luftflimmern bemerkbar. Ein wahrer Genuss, trotz der 12 Minusgrade, die das Thermometer anzeigte. Als ich gegen halbeins ins Bett schlüpfte, dauerte es fast eine Stunde, bis ich wieder warme Füße hatte.

Gruß
Peter
 
Hallo Birgit,
hier war gestern wieder Idealplanetenbeobachtungswetter. Ich hatte meinen 80/1200-Refraktor draußen und habe Ganymed und Schatten beobachtet. Einfach genial! Ich konnte sogar erkennen, daß Ganymed selbst einen winzigen Abstand zum SEB hatte, während der Schatten schon ein bißchen ins SEB "eintauchte". So deutlich wie gestern habe ich noch nie einen Mond vor dem Planeten gesehen. Liegt wohl auch daran, daß er vor der hellsten Struktur auf Jupiter vorüberzog. Und natürlich am Wetter!
Weitere erfolgreiche Jupi-Beobachtungen wünscht die N.O.N.S.E.N.S.!
 
Hi Birgit,

na, die beiden Gasriesen haben es Dir mächtig angetan. Was machst Du denn in den Sommermonaten, wenn diese nicht beobachtbar sind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Da fällt mir ein, heuer kannst Du Dich mit Mars trösten. Bin schon richtig auf deine Berichte gespannt.

Viele Grüße

Achim
 
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