Die Leier im Fernglas

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TiScho

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Hallo!

Zur Zeit habe ich das Vergnügen, der Großstadt mal ein paar Tage zu entkommen und somit auch endlich mal in den Genuß eines "Landhimmels" zu kommen.

Aus Zeitgründen habe ich mich gestern auf die Leier konzentriert, die ich schon immer gerne sehen wollte, aus Bremen jedoch meistens nicht einmal erahnen kann.

Im Gepäck hatte ich ein 8x32 und ein 20x80, außerdem konnte ich leihweise ein uraltes 7x50 Russenteil Marke "Tento" testen.

Nachdem ich meine Augen einige Zeit an die mäßige Dunkelheit gewöhnt hatte, stellte ich fest, daß die Kastensterne der Leier ohne optische Hilsmittel gerade mal eben so zu erkennen waren.

E-Lyrae konnte ich bereits im 8x32 sehr schön als Doppelstern erkennen und war gespannt, ob das 20x80 auch noch den doppelten Doppelstern zeigen würde. Leider scheiterte es an meinem wackeligen Fotostativ und der Tatsache, daß die Leier fast im Zenit steht. Ich mußte also das 20x80 freihändig halten, was natürlich unbefriedigend war. Trotzdem war ein erstaunlicher Sprung in Sachen Vergrößerung und Auflösung zu erkennen. Der "Doppelstern" wirkte eher wie zwei Sterne mit relativ großem Abstand zueinander. Die beiden einzelnen Doppelsterne konnte ich jedoch (zumindest freihand) nicht auflösen.

Mein eigentliches Ziel war M57, der Ringnebel. Zunächst konnte ich ihn im 8x32 nicht ausmachen, obwohl ich wußte, daß ich nach nichts weiter als einem kleinen, schwachen, verschwommenen Sternchen suchen mußte.
Im 20x80 fand ich ihn jedoch sogar freihändig und war trotz des unspektakulären Anblicks zufrieden.
Danach, als ich die genaue Position kannte, konnte ich ihn tatsächlich auch im 8x32 erahnen. Toll!

Übrigens fiel das 7x50 komplett durch. Es war unscharf und irgendwie aus der Achse.

Gegen 1 Uhr wurde dann der Mond zu hell und mit einem letzen Blick darauf, ging ich ins Bett.

Mal sehen, vielleicht nehme ich mir heute abend den Schwan vor.

Viele Grüße

Tim
 
Hallo Tim,

Schöner Bericht.

Hab mir ja auch das 20x80 gekauft, seit vorgestern hab ich auch n Stativ, jetzt warte ich nur noch auf bessere Nächte. Jupiter hab ich schonmal (freihändig gegen die Hauswand gelehnt) beobachtet.
Ein paar Jupitermonde waren auch zu sehn. Is halt ne wacklige Angelegenheit gewesen- aber ein tolles Glas.

(Doch woran liegt es eigentlich , dass mir schon nach max. 15 min total schummrig wird und ich Kopfschmerzen hab?)

Von Beobachtungen mit meinem Dob kenn ich das nich!

Gruß
Patricia
 
Hi Patricia,
also das mit den Kopfschmerzen ist ganz leicht erklärt: Dein Fernglas ist dejustiert: die beiden Fernglashälften sind nicht gut aufeinander abgestimmt, d. h. sind unparallel - "schielen" gewissermaßen. Um die mangelhafte Abstimmung auszugleichen müssen deine Augen Schwerstarbeit leisten, was dann zu den Kopfschmerzen führt. Beim Gucken durchs Okular am Teleskop brauchst Du ja nur ein Auge, deshalb hat man da keine Kopfschmerzen, es sei denn man kneift das andere Auge vielleicht zu doll zu :/
ach so, könnte auch daran liegen, dass Du den Dioptrieausgleich falsch oder gar nicht bedient hast - trägst Du ne Brille o. KOntaktlinsen? Dann mußt Du bei Nichtverwendung deiner Brille die Schärfe bei den Fernglashälften entsprechend unterschiedlich einstellen...
Schöne Grüße,
Norman
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Patricia,

ich empfehle Dir, das Ferngals Mal zu testen.
Visiere einen Stern an und stelle ihn mittig. Dann über Dioptrieausgleich einseitig unscharf stellen.
Beide Augen schließen, dann zunächst nur ein Auge öffnen, etwas später das zweite Auge öffnen.
Wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, einige Male zwinkern.
Das unscharfe Wattebällchen des Sterns von der einen Fernglasseite sollte nun in der Mitte den scharfen Sternpunkt von der anderen Fernglasseite enthalten.
Mittig wäre optimal, irgendwo drin wäre noch okay.

Der Test überlistet den Rechner zwischen den Ohren und es kann sein, wenn Du länger hinsiehst, dass Du bemerkst wie der Punkt anfängt zu wandern, weil der Rechner mit dem Bild nichts anfangen kann und irgendwas hinzukriegen versucht was seiner Erfahrung (Programmierung) gerecht wird.

Ich fürchte, der scharfe Punkt wird abseits des Bällchens zu liegen kommen und wenn Dein Hirn das ständig rechnen muss, tuts auf Dauer weh. Schwindel und Übelkeit sind auch durchaus normale Reaktionen darauf.

Wenn möglich justieren lassen oder zurückschicken. Hast Du noch Garantie?

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Ja es ist ab und zu doch etwas tolles ein Fernglas zu
nehmen und den Sternenhimmel damit zu beobachten,
damit erkennt man in der Milchstraße sehr viele Sternenketten
und ansamlungen von Sterngebiete,Sternhaufen zum beispiel
in der Casseopaia erkennt man viele deteils mit dem Fernglas,
dafür sollt man ein leichtes Fernglas zur Hand nehmen und
keine Fernglas mit zu großer vergrößerung ein gutes
übersicht Fernglas mit vergütung haben.

Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Patricia ich kann mich der Meinung von Manfred nur anschliessen.Was bringt einem ein Riesenfernglas das einem die Augen kaputt macht und was zu schwer für die Hand oder evt sogar fürs Stativ ist. Da ist der Übergang zu einem Spektiv oder kleinem Mak oder weiss der Teufel nicht mehr weit. Lieber mit guter Qualität im 7x oder 10x Bereich bleiben. Ich habe mal ein gutes Bresser Glas erwischt (ein sog. "gutes" ist sicherlich noch zu topen aber ich bin schon zufrieden) ,ein 10x50. Keine Augenschmerzen, Wie ein Fenster zum Nachthimmel.

lg Daniel
 
Hallo

Danke erstmal für euren Beitrag.

Aber wie kommt es dann , dass ich bei Landschaftsbeobachtungen dieses Problem nicht hab?


Als ich Jupiter beobachtet hab, allerdings auch freihändig(das strengt ja auch an) war mir danach schon etwas schummrig, tagsüber hatte ich das nie.

Also justieren wär ja glaub schonmal kein Fehler:-)

Ansonsten wird es halt ein 10x50 geben.

Gesundheit geht schließlich vor.

Gruß
Patricia
 
Hi Tim,

... ob das 20x80 auch noch den doppelten Doppelstern zeigen würde. ...

die 2 x 80mm Öffnung würden zwar ausreichen, aber die Vergrößerung (20x) ist zu gering. Um epsilon lyrae als 4fach Stern eindeutig zu erkennen, sollte man mindestens auf 80x vergrößern.

... Danach, als ich die genaue Position kannte, konnte ich ihn tatsächlich auch im 8x32 erahnen...

Wau, M57 mit 8x, das ist schon eine Leistung. Habe mal M57 auf den Boden liegend und freihändig mit 10x50 identifiziert.

Gruß

Lots
 
Hi Lots!

Naja, ich nannte es ja extra "erahnen" und nicht "erkennen" ;-)

Hi Patricia!

Deine Kopfschmerzen haben ganz sicher nichts mit den Dimensionen des Fernglases zu tun. Es liegt mit Sicherheit an der DEjustage. Auch ein schlechtes 10x50 wird Dir nicht gut bekommen.

Du solltest das Glas auf jeden Fall umtauschen, das wird bei TS garantiert kein Problem sein.
Dieser Fluch scheint über allen Chinaprodukten zu liegen. Es gibt hier eben eine ziemliche Serienstreuung und man braucht einfach Glück, um ein gutes Exemplar zu erwischen.
Bei meinem Exemplar (Ich glaube, wir haben beide das TS Triplett) treten diese Probleme zumindest nicht auf.

Viele Grüße

Tim
 
Hallo Patricia,
bei Landschaftsbeobachtungen betrachtest Du eine größere Fläche, Deine Augen wandern umher - meist ohne sich auf Details zu fixieren. Das ist wesentlich entspannender, als wenn man versucht, einen hinundherspringenden Punkt wie eben Jupiter zu fixieren und darauf ggf. noch Details erkennen zu wollen. Deshalb wirken sich Landschaftsbeobachtungen nicht so negativ auf die Rübe aus wie Detailbeobachtungen...
cs,
Norman
 
Hallo Tim, Norman

Ich hab das Glas mal nachjustiert und zwar folgendermaßen:


- Punkt anvisiert(ca. 400m entfernt)
- im rechten Auge mittig scharf gestellt
- anschließend im linken Auge scharf gestellt,ich hatte nach ausgiebiger Lanschaftsbeobachtung wieder so ein komisches schummriges Gefühl, mein Freund jedoch nich!

Ich war vor einiger Zeit mal beim Optiker, er meinte damals ich hätte - 0,5 und n Cylinderblick.
Die Brille die ich nun nachts beim autofahrn benutze ändert aber an dem FG auch nichts.


Nun ja, es is nich schlimm...etwas schummrig halt. Ich denke, da es ein Privatkauf war und der alte Besitzer meint, er hätte dieses Gefühl nie gehabt, dass einfach eine Dejustage vorliegt, diese zu beheben kann ja nich allzu schwer sein...???!!!???

Gruß
Patricia


 
Hallo Patricia,
es besteht noch die Möglichkeit, dass Deine Augen an sich nicht optimal zusammenspielen - soll heißen: leicht schielen. Im Alltag fällt das nicht so auf, aber bei FG-Beobachtungen eben (ich spreche aus eigener Erfahrung). Im Fachjargon nennt sich das "verstecktes Schielen". Aber muss alles nicht sein, kann natürlich alles noch andere Gründe haben.
Nebenbei: vielleicht schielt ja Dein Freund, und die Dejustierung des Glases entspricht genau seinem Sehfehler und bei Dir ist alles in Ordnung :biggrin:
Grüße,
Norman
 
Hi Norman,

Hab das Problem nun im Griff. Ab Mi soll hier im Süden das wetter auch wieder klarer werden, dann wird's sich zeigen.

Liebe Grüße
Patricia
 
Wenn ich 15 min. freihändig etwas am Himmel beobachten soll, wird mir auch ohne FG schummrig ...

Ich sollte mal was justieren lassen, nur was?

Gruß
Adson ;)
 
Hallo Patricia,

@ schummrig werden:
Könnte es sein, dass es nicht am Glas liegt, sondern daran, dass Du beim Beobachten mit dem Glas den Kopf immer weit in den Nacken legen musst?

Ich habe auch ein TS20x80, die Justage ist vollkommen in Ordnung. Durch das Stativ habe ich es immer in einer brauchbaren Höhe zum beobachten. Aber durch den s*&%#§-gradsichtigen Einblick tut mir auch nach etwa 15 Minuten der Nacken weh, es wird mir auch etwas blümerant und ich brauch erst mal ein paar Minuten Pause. Am Teleskop oder beim Beobachten im Liegen mit dem FG auf dem Schulterstativ habe ich das Problem nicht.

Ich habe aber auch einen etwas kaputten Rücken und neige zu einem steifen Nacken.
Vielleicht hat es bei Dir ja eine ähnliche Ursache, wenn Dein Freund das Problem am 20x80 nicht hat.

Marcus
 
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