Nordlicht_70
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Zeit: 23.05.2012, 23:00-02:15 Uhr MESZ, Ort: 54N, 11O
Nachdem sich die abendliche Schleierbewölkung der vorangegangenen Tage endlich einmal aufgelöst hatte, ergab sich letzte Woche die Gelegenheit, gemeinsam mit meinem 8" f/6 Newton einen Ausflug am frühsommerlichen Sternenhimmel zu unternehmen.
Nach Aufstellung und Grobausrichtung gen Norden nahm ich eine schnelle Justage des Teleskops mit dem Laserkollimator vor.
Zunächst folgte ein Sterntest mit 240-facher Vergrösserung an Polaris: Alles ok, symmetrische Ringe intra- und extrafokal.
Allerdings waren die Ringe gewellt und unruhig, vermutlich noch Tubusseeing.
Als erstes fiel mir Mars im Löwen ins Auge, im Teleskop erschien er allerdings zu verschwommen, da er bereits sehr horizontnah stand.
Daraufhin schwenkte ich zum Grossen Wagen, wo ich mir zunächst Mizar und Alkor bei höheren Vergrösserungen ansah:
Vom doppelten Doppelsternsystem waren 3 Sterne erkennbar. Der Empfehlung aus der aktuellen Sterne und Weltraum folgend, begab ich mich anschliessend zur Strudelgalaxie (M51), die mitsamt Nachbarin im Kern mit diffusem Halo zu sehen war, leider waren keine Spiralen geschweige denn die Brücke zwischen beiden zu erkennen. Ein Schwenk auf die Feuerradgalaxie (M101) brachte noch mehr Ernüchterung: Überhaupt keine Details. War der Himmel nicht dunkel genug ?
Als Ausgleich wandte ich mich im Anschluss ein paar dankbaren (sprich: hellen) Klassikern zu:
Der Kugelsternhimmel (M13) im Herkules war eine Pracht, bei 150x konnte ich zwischen den Sternen eine schleierartige Struktur erkennen - wunderschön !
Anschliessend habe ich den UHC-Filter aufgeschraubt und dem Ringnebel (M57) in der Leier einen Besuch abgestattet: Hier war der helle Ring mit der aufgehellten Innenfläche sehr schön erkennbar.
Noch einen Schwenk zum Hantelnebel (M27) im Füchschen: Sehr beeindruckend, im UHC-Filter erscheint der Nebel leicht grünlich, man erkennt die rechteckige Aussenkontur und eine senkrecht dazu stehende hellere, teilweise gekrümmte Innenkontur.
Ebenfalls ein Highlight ! Da ich schon in der Nähe war, habe ich auch gleich Collinders Kleiderbügelhaufen (Cr399) besucht, der aber bereits für mein Übersichtsokular mit 54x zu ausgedehnt war.
Als letztes Reiseziel für den Newton folgte noch ein Schwenk in den Schwan, zunächst zu Albireo: Immer wieder schön, den Farbkontrast zu sehen, da kommt kindliche Freude auf
Schliesslich der Versuch, den Cirrusnebel ins Visier zu nehmen, aber trotz UHC war lediglich der westliche Teil mit Stern (NGC 6960) schwach erkennbar - den hatte ich letztes Jahr schon detailreicher sehen dürfen.
Zum Abschied habe ich noch ohne Teleskop einen Blick auf den Stachel des Skorpions mit Antares geworfen, bevor es ans Abbauen und Zubettgehen ging - die Okulare fühlten sich auch schon feucht an und wollten ins Trockene ;-).
Fazit:
Es hat sich mal wieder gelohnt, auf den Nachtschlaf zu verzichten, der Himmel war klar und das Seeing gut, unter diesen Bedingungen sind Doppelsterne, planetarische Nebel und Sternhaufen dankbare Beobachtungsobjekte.
Obwohl die visuelle Grenzhelligkeit laut Polsequenz bei 5,0m lag, scheint das für flächige Objekte wie Supernovaüberreste und Galaxien noch nicht zu reichen. Vermutlich ist die bevorstehende Sommersonnenwende zusammen mit der grossen nördlichen Breite schuld. Als Entschädigung war die Nacht angenehm warm, in meiner Fleecejacke musste ich nicht frieren.
Begeistert bin ich übrigens vom Telrad - hier lag die Trefferquote der Objekte im ersten Versuch (inkl. geringen Suchens) bei gefühlten 80-90%.
Einfach genial und intuitiv zu bedienen, das Gerät.
CS,
Bernd
Nachdem sich die abendliche Schleierbewölkung der vorangegangenen Tage endlich einmal aufgelöst hatte, ergab sich letzte Woche die Gelegenheit, gemeinsam mit meinem 8" f/6 Newton einen Ausflug am frühsommerlichen Sternenhimmel zu unternehmen.
Nach Aufstellung und Grobausrichtung gen Norden nahm ich eine schnelle Justage des Teleskops mit dem Laserkollimator vor.
Zunächst folgte ein Sterntest mit 240-facher Vergrösserung an Polaris: Alles ok, symmetrische Ringe intra- und extrafokal.
Allerdings waren die Ringe gewellt und unruhig, vermutlich noch Tubusseeing.
Als erstes fiel mir Mars im Löwen ins Auge, im Teleskop erschien er allerdings zu verschwommen, da er bereits sehr horizontnah stand.
Daraufhin schwenkte ich zum Grossen Wagen, wo ich mir zunächst Mizar und Alkor bei höheren Vergrösserungen ansah:
Vom doppelten Doppelsternsystem waren 3 Sterne erkennbar. Der Empfehlung aus der aktuellen Sterne und Weltraum folgend, begab ich mich anschliessend zur Strudelgalaxie (M51), die mitsamt Nachbarin im Kern mit diffusem Halo zu sehen war, leider waren keine Spiralen geschweige denn die Brücke zwischen beiden zu erkennen. Ein Schwenk auf die Feuerradgalaxie (M101) brachte noch mehr Ernüchterung: Überhaupt keine Details. War der Himmel nicht dunkel genug ?
Als Ausgleich wandte ich mich im Anschluss ein paar dankbaren (sprich: hellen) Klassikern zu:
Der Kugelsternhimmel (M13) im Herkules war eine Pracht, bei 150x konnte ich zwischen den Sternen eine schleierartige Struktur erkennen - wunderschön !
Anschliessend habe ich den UHC-Filter aufgeschraubt und dem Ringnebel (M57) in der Leier einen Besuch abgestattet: Hier war der helle Ring mit der aufgehellten Innenfläche sehr schön erkennbar.
Noch einen Schwenk zum Hantelnebel (M27) im Füchschen: Sehr beeindruckend, im UHC-Filter erscheint der Nebel leicht grünlich, man erkennt die rechteckige Aussenkontur und eine senkrecht dazu stehende hellere, teilweise gekrümmte Innenkontur.
Ebenfalls ein Highlight ! Da ich schon in der Nähe war, habe ich auch gleich Collinders Kleiderbügelhaufen (Cr399) besucht, der aber bereits für mein Übersichtsokular mit 54x zu ausgedehnt war.
Als letztes Reiseziel für den Newton folgte noch ein Schwenk in den Schwan, zunächst zu Albireo: Immer wieder schön, den Farbkontrast zu sehen, da kommt kindliche Freude auf
Zum Abschied habe ich noch ohne Teleskop einen Blick auf den Stachel des Skorpions mit Antares geworfen, bevor es ans Abbauen und Zubettgehen ging - die Okulare fühlten sich auch schon feucht an und wollten ins Trockene ;-).
Fazit:
Es hat sich mal wieder gelohnt, auf den Nachtschlaf zu verzichten, der Himmel war klar und das Seeing gut, unter diesen Bedingungen sind Doppelsterne, planetarische Nebel und Sternhaufen dankbare Beobachtungsobjekte.
Obwohl die visuelle Grenzhelligkeit laut Polsequenz bei 5,0m lag, scheint das für flächige Objekte wie Supernovaüberreste und Galaxien noch nicht zu reichen. Vermutlich ist die bevorstehende Sommersonnenwende zusammen mit der grossen nördlichen Breite schuld. Als Entschädigung war die Nacht angenehm warm, in meiner Fleecejacke musste ich nicht frieren.
Begeistert bin ich übrigens vom Telrad - hier lag die Trefferquote der Objekte im ersten Versuch (inkl. geringen Suchens) bei gefühlten 80-90%.
Einfach genial und intuitiv zu bedienen, das Gerät.
CS,
Bernd