Die perfekten Sterne mit LRGB

DominikW

Aktives Mitglied
Hi,

mich würde mal interessieren, wie die Mono-Fotografen hier ihre Sterne bearbeiten.
Ich sehe immer öfter Workflows das RGB-Master und das L-Master individuell entsternen (teilweise sogar noch im linearen Bereich) oder gar nur RGB-Sterne später ins sternlose LRGB-Komposit einfügen.

Meiner Erfahrung kommen die KI-Tools für L und RGB zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen bezogen auf das, was entfernt wird. Da werden kleine Galaxien oder PNs entfernt oder eben nicht. Bei der späteren Kombination von L und RGB bleiben diese dann weiß oder sind praktisch weg. Einzige Option wäre, manuell eine Maske zu erstellen, die wirklich alle kleinen Objekte schützt. Ein grusliger Gedanke, das reicht mir schon bei den Spiralarmen größerer Galaxien.

Um das zu vermeiden kombiniere ich L und RGB immer zuerst und nehme dann die Sterne raus. Das hat aber den Nachteil, dass die L-Sterne immer größer bzw. saturierter sind.

Wie macht ihr das?

Und vielleicht noch darüber hinaus: Wie bearbeitet ihr Eure Sterne? Ich denke bei den eigentlichen DSOs bin ich processingtechnisch schon im Bereich "diminishing returns", aber die Sterne habe ich bisher relativ betrachtet vernachlässigt.
 
Hi Dominik,

ich möchte mich Deiner Frage anschließen, da ich ein vergleichbares Problem habe: die R, G, B und L Sterne haben auf Grund z.B. unterschiedlicher Fokuspunkte beim Autofokus oder schlichtweg auf Grund unterschiedlicher Guiding-Daten o.ä. eine unterschiedliche Größe. In der Folge haben manche Mono-Bilder am Ende einen z.B. blauen Ring um die Sterne.

Ich fände es deshalb spannend zu erfahren, wie andere ihre Mono-Sterne erzeugen. Das Einbringen des L-Kanals erzeugt bei mir meist auch mehr Probleme. Die Sterne bekommen dann einen überbelichteten Kern.

Hier im Beispiel eine RGB-Kombination (lediglich R, G, B gestackt und dann die Kanäle zusammengeführt. Hintergrundkorrektur und photom. Farbkalibrierung). Man sieht, dass R wesentlich besser fokussiert war, da es viele kleine rote Sterne gibt und die großen Sterne einen türkisen Saum haben.

Wie würde man dies retten?

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Viele Grüße und CS

Alexander
 
Hallo Dominik,

mir sind Sterne sehr wichtig. Damit meine ich gar nicht nur die Form oder die perfekte Farbverlaufsdarstellung, sondern sie sind für mich Zeugnis der Tiefe der Belichtung. Und diese verleihen sie dem Bild auch. Das ist der Grund, dass ich mit diesen extrem klein gerechneten (maksed stretch) und reduzierten Stern nichts anfangen kann.
Die Luminanz ist oftmals ja ein Tick tiefer als das Summen RGB, daher lasse ich das L auch für die Sterne in das RGB einfließen, um die feinsten Sterne noch etwas zu betonen. Die LRGB Kombination erfolgt im non-linearen Zustand. Wichtig dabei ist allerdings, das nicht beide Bilder schon auf maximale Details ausgearbeitet sind. Nach der Gradientenentfernung, der Farbkalibrierung und einer Deconvolution strecke ich das RGB und L auf die gleiche Helligkeit und bringe sie dann zusammen. Da ist auch noch nicht entrauscht worden. Das mache ich immer erst später, da ich solang wie möglich an den original Daten arbeiten möchte. Die Streckung ist aber nicht die Streckung des finalen Bildes, sondern deutlich dunkler.
Das bringt das eigentlich immer auch sehr brauchbare Sterne zu Tage. Sofern dir meine Sterndarstellung überhaupt zu sagt.

Viele Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

dann sind unsere Strategien sehr ähnlich. :)
Deine Sterne gefallen mir gut!

Ich habe in manchen Fällen auch noch kürzere Einzelbelichtungen für sehr helle Sterne gemacht und diese per HDRCombination reingerechnet.

Das hilft aber alles nichts, wenn du grundsätzliche Ausprägung der Sterne nicht gefällt, und an dem Punkt bin ich leider. :confused:
 
Hallo Dominik,

ich denke du machst hier das Wesentliche schon richtig. Deine Ergebnisse zeigen es ja auch. Aber klar besser geht immer und man möchte mit fortschreitenden Skills dann auch das letzte machbare aus seinen Bildern herausholen.
Hast du dich schon mal mit deinen Kamera-Setups beschäftigt ? Evtl. musst du je nach Situation und Belichtungszeit deinen Gain anpassen. Für Sterne empfielt es sich den Gain minimal zu halten, dann hast du auch den Vorteil die maximale FW und damit Dynamik nutzen zu können ohne das dabei die helleren Sterne ausbrennen.
Aber vermutlich habe ich gerade die Eulen nach Athen getragen :sneaky:
Sehr gute Ergebnisse mit den Sternen erziele ich in PI wenn ich die einzelnen Mono-Kanäle erst einmal separat vorbearbeite (BXT Correct only) ein Star-Alignment durchführe und dann erst die RGB-Kanäle kombiniere. Ob ich dann später den L-Kanal (mit identischen Background Level) über L-a-b einfüge hängt vom persönlichen Eindruck ab. Manchmal verzichte ich sogar bewußt auf den L-Kanal.

CS,
Franz
 
Hi Dominik,
bei mir schwankt es etwas, aber in der Regel entferne ich die Sterne erst nach dem Strecken und der LRGB-Kombination, um danach beim Schärfen keine Artefakte in die Sterne zu bekommen. Ich strecke mit GeneralizedHyperbolicStretch, und da kann man mit entsprechender Highlight Protection die Sterne vor dem Ausbrennen schützen. Da meine Standard-Teleskope aktuell alle Spikes erzeugen, ist das meiner Meinung nach der bessere Weg.

Einen interessanten Weg habe ich noch für den Fall, dass keine Spikes auftreten - sprich bei Refraktoren. Da trenne ich tatsächlich vor dem Stretching die Sterne ab und lege ich nach dem ersten Stretch eine Sternmaske drüber. Dann reduziere ich den Stretch und schaffe es so, bei den hellen Sternen das unvermeidliche Halo in der Wirkung abzuschwächen, ohne die kleinen Sterne zu verlieren. Das geht aber nicht, wenn man Spikes hat, denn für die Spikes habe ich noch nicht entdeckt, wie ich diese auch durch eine Maske schützen kann.
LG Wolfgang
 
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