Re: Reichweite des Areciboteleskops
Hallo Clapebe, hallo alle anderen,
ich habe die Ursache des Problems gefunden zu haben:
1. Die Angabe von U. Walter in "Zivilisationen im All" bzw. "Außerirdische und Astronauten" zu der effektiven Sendeleistung von 3*10^10 W des Arecibotelegramms ist FALSCH.
Dazu relevante Links:
Die Arecibo-Botschaft
Boinc Arecibo
Wikipedia Arecibo
Dort wird 2*10^12 W als effektive Sendeleistung angegeben. dies ist erheblich mehr.
Die Stärke des Senders selbst wird mit 500kW angegeben. (statt der 930W (~1000W) die ich aus dem obigen falschen Wert errechnete)
Eine derartige Leistung des Senders ist auch plausibler, normale Radar anlangen haben ~50kW, der Sender des galileo uplink des DSN 20kW und am Radioteleskop in Effelsberg gibt es einen 400kW Sender.
Allerdings gibt es noch ein Problem. Die Werte 2*10^12 W und 500 kW
Möglichkeiten:
A 2*10^12 W ist ok, die Leistung des Senders ist nur 62kW
B mit 500kW ist die effektive Sendeleistung des Senders (ohne 305mSchüssel) gemeint, die wirkliche Leitung ist 62kW
C 500kW ist die Wirkliche Leistung des Senders dann ist die Effektive Leistung des signal 16*10^12 W, (die 2*10^12 W wurden falsch berechnet)
D die Schüssel ist wesentlich schlechter als kleinere (z.B. kugelschale statt Parabolschüssel ....) trotz
E 2*10^12 W ist ok, die Leistung des Senders ist 500kW, es wurde aber nur mit 62kW gesendet
D und E schließ ich mal aus.
Für am Wahrscheinlichsten halte ich B, da man dann diese Zahlen nicht anzweifeln müsste. (müsste man überprüfen). Ich gehe im weitern davon aus.
2. Die Formel aus dem gleichen Buch ist FALSCH, es muss heißen D^2 statt D, ob noch ein Vorfaktor wie z.B. pi/4 davor muß (pi/4*D^2 ist die fläche des empfängers, oder ab sich pi schon weggekürzt hat. kann ich im Moment nicht sagen.
Außerdem wird die Frequenz mit 2388Mhz statt 2380Mhz angegeben.
Mit den neuen Daten:
D=22800 Lj
f=2388 MHz
P_eff=2*10^12 W
t=167,9 s
d=304,8m
komme ich in obiger Rechnung auf N=26.5 Photonen.
Ob das Signale mit einer gleichgroßen Antenne wie in Arecibo epfangen werden kann hängt als von dem Rauschen ab.
Dies hängt von der Parametern: Bandbreite des Senders und Empfängers, dem akzeptierbaren Signal/Rauschverhältnis und der Systemrauschtemperatur ab.
ich weiß momentan nicht welche Werte ich dafür sinnvoller weise einsetzen soll.
Auf der 1. oben verlinkten Seite wird von einer Reichweite von 15000 Lj bei einem solchen Empfänger ausgegangen. (hoffentlich ist diese Zahl nicht wieder falsch).
Bei der Annahme der gleichen Parameter, ist wegen der besseren Auflösung, das Rauschen beim VLA (27 mal D=25m) viel geringer, es würde sich eine Theoretische Reichweite um ~110000 Lj? (ab der des Signal wegen des Rauschen nicht mehr empfangen werden könnte) ergeben. (wenn man es genauer wissen will, müsste man das Beugungsbild am VLA berechnen).
Allerdings kommen wegen der geringeren Empfangsfläche nur 4.8 Photonen im Mittel bei 22800Lj an, bei >50000Lj wieder <1, also nicht empfangbar.
Man könnte das Signal mit dem VLA also als 4 bis 5 Photonen Registreren, wärend es in einem Arecibo-Teleskop im stären Raumschn trotz größerer Empfangsfläche untergeht.
Die Frage ist natürlich, ob man eine derart geringe Anzahl als Beweis für ein Signal akzeptieren kann.
Die bezieht sich aber alles nur auf die Frage, Signal ja oder nein.
Was die Empfangbarkeit des Arecibotelegramms (die 1679 bit) angeht, sieht es wesentlich schlechter aus. In den meisten 0,1 Sekunden Intevallen wird gar nichts empfangen.
Daher können die Daten selbst, mit heute verfügbarer Technologie im Kugelsternhaufen nicht empfangen werden.
Da ich die oben genannten Parameter nicht kenn kann ich es nicht genau ausrechnen, wie weit man die Daten noch empfangen könnte.
Die Grenze liegt, vermutlich bei 500-2000Lj.
Allerdings kann ich durch Vergleich mit den Datenraten (und Sendeleistung usw.) feststellen in welcher Entfernung das Signal mit der gleichen Deutlichkeit (sprich Bitfehlerrate) wie die Signale der Planeten Sonden.
Entfernungen, in denen das Arecibotelegramm (AT) 10bit/s mit der gleichen Deutlichkeit unter Benutzung einer 304,8m Antenne, und einem Empänger gleich dem, der damals zum Empfang der Signale der Planetensonden benutzt wurde.
Galileosignal mit der LGA, = AT in 108Lj
Voyagersignale von Uranus und Saturn = AT in 57Lj
Voyagersignale von Jupiter = AT in 51Lj
Pioneer10/11-Signale = AT in 44Lj
Cassini bei Saturn = AT in 104Lj
Falls ich jemanden hiermit verwirrt haben sollte, bitte rückfragen.
Grüße UMa.