MarStrMind
Neues Mitglied
Hallo,
bin neu hier im Forum. Ich denke dass es sinnvoll ist, wenn ich meine Reise in dieses Hobby als Neueinsteiger einmal zusammenfasse. Womöglich ist da die eine oder andere nützliche Info mit dabei.
Vorweg sei gesagt dass ich schon mein ganzes Leben ein starkes Interesse an alles was mit dem All zu tun hat, gehabt habe. Dazu gehören natürlich Teleskope - die Augen ins All. Meine Frau interessiert sich auch dafür, und deswegen haben wir vor ein paar Wochen den Trigger gedrückt und ein Teleskop gekauft.
Es handelt sich dabei um eine äquatoriale Montierung, wie ja schon das "EQ" im Namen vermuten lässt.
Nach eine Recherche haben wir uns für ein Omegon Teleskop Advanced 150/750 EQ-320 (Omegon Teleskop Advanced 150/750 EQ-320) entschieden. Dazu haben wir für den Anfang den von astroshop empfohlenen Mondfilter bestellt (Omegon Premium-Mondfilter 1,25''). Allerdings kam dieser bisher noch nicht zum Einsatz.
Mir ist natürlich völlig klar dass dieser Tubus, Austattung und Stativ keine Profi-Geräte sind, und auch nicht in die Richtung gehen. Allerdings sollte dieser Tubus mit f/5 für den Anfang bei diesem Preis ausreichen.
Zu diesem Zeitpunkt waren mir nicht viele Basics bewusst. Nachdem wir bestellt hatten, habe ich die Wartezeit mit Youtube-Videos zum Thema Teleskop angesehen... und das nicht zu knapp. Hauptsächlich nahm ich zunächst mit dass die Einnordung sehr wichtig ist. Diese liesse sich mit dem Polsucher recht einfach bewerkstelligen.
Super! Ja... eher nein.
Hier gleich schon ein Einsteiger-Tipp: am besten eine Montierung bestellen die einen Polsucher eingebaut hat. Die Montierung dieses Teleskop-Sets hat diesen nicht. Somit war zunächst das Wissen der Einnordung zwar nicht völlig vergebens, aber mir wurde umgehend klar dass es Unterschiede in den Montierungen gibt.
Nächster Einsteiger-Tipp: Einige Montierungen bieten nur die Möglichkeit für einen Polsucher - manchmal muss dieser einzeln mitbestellt werden.
Das bedeutet nicht dass die Montierung in diesem Set schlecht ist - ganz im Gegenteil: sie ist sehr wertig und robust hergestellt, hat gutes Gewicht und, so meine Meinung, hält etwas aus.
Habe dann mal aufgebaut und alles, ohne wirkliche Einnordung und erstmal durch die Okulare gucki gucki gemacht. Tolle Erfahrung einmal in den Himmel einen Stern anzuvisieren, zu fokussieren, und dann das erste mal mit eigenen Augen zu sehen was man sonst nur in Bildern gesehen hat: viel mehr Sterne als man sonst am Himmel sieht.
Kauf hatte sich da schon für mich gelohnt.
Und jetzt zum nächsten Teil unseres Unterhaltungsprogramms: Astrofotografie.
Direkt vorneweg soll jedem Einsteiger gesagt sein: auch mit diesem Tubus, Montierung und Stativ ist es möglich Fotos zu machen. Ergebnisse hängen natürlich von einigen Faktoren ab - aber ganz grundsätzlich geht es. Allerdings nicht einfach so.
Da ich keine DSLR-Kamera habe bei der das Objektiv entfernt werden kann um dann den Kamera-Sensor samt Gehäuse an den Fokusser zu montieren, kann ich dazu keine Aussage treffen. Ich musste einen anderen Weg gehen.
Ich fand heraus dass es für diese Montierung einen Nachführungsmotor gibt: Omegon EQ-320 Nachführmotorset (Omegon EQ-320 Nachführmotorset) . Kam sehr schnell an. War auch sehr schnell an der Montierung verbaut.
Und hier auch schon gleich eine wichtige Info falls man sich hier einene 12V-Universaladapter zulegen will. Ich habe einen solchen bestellt und angekoppelt, eingeschaltet. Gehäuse vom Motor ging gleich in Rauch auf, und das meine ich wortwörtlich. Es stieg Rauch aus dem Gehäuse auf, wodurch der Motor zunichte gemacht wurde. Ich musste einen neuen Motor bestellen.
Mein Tipp: dieses Set mit 8 wiederaufladbaren Akkus -- https://www.amazon.de/dp/B0DF27VKGK?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title&th=1 . Diese reichen bei voller Ladung locker für 2 Sessions aus. Und sie funktionieren mit dem Motor ganz tadellos. Und noch viel wichtiger: sie geben wirklich 1,5V ab, statt der üblichen 1,2V bei anderen Akkus.
Okay. Nun funktioniert also auch der Motor - sehr gut. Doch was jetzt?
Falls man schon eine DSLR-Kamera im Besitz hat, kann man womöglich diese nutzen. Allerdings ist dafür eine spezielle Halterung notwendig um diese an den Okular-Lauf zu bringen. Ausserdem hat so eine Kamera schon merkliches Gewicht - hier wäre auf eine exakte Austarierung des Tubus zu achten, sollte diese dort angebracht werden.
Ich möchte aber auch Fotos machen. Dafür brauchte ich natürlich zunächst eine Kamera, da ich ja schon erwähnt habe dass ich keine passende DSLR-Kamera habe. Aktuell habe ich mich für ein kleines Einsteiger-Modell entschieden, mit dem ich beginnen und meine Füße ins Wasser bringen kann. Aktuell ist es diese Kamera: Omegon Kamera veLOX 224 C Color (Omegon Kamera veLOX 224 C Color). Sie ist sehr leicht, und passt direkt in den Lauf. Diese kann man allerdings später als Auto-Guider Kamera verwenden... also hier haben wir so eine Art Double Use-Case.
Und zum Thema Einnordung... ich will es an dieser Stelle recht kurz halten mit dem nächsten Einsteiger-Tipp:
Vergesst Smartphone-Sensoren und Apps jeglicher Art, die beim Einnorden behilflich sein sollen. Spart Euch das Geld für diese Apps, sei es iPhone oder Android. Insbesondere bei Android-Smartphones gibt es zig hundert verschiedene Hersteller, und zumeist sind die Sensoren und Gyros darin sehr unzureichend von Werk ab kalibriert. Das betrifft insbesondere Neigungsmesser, digitale Wasserwaagen sowie Kompass-Apps jeglicher Art. Bei einem modernen iPhone ist es schon bedeutend besser, allerdings würde ich auch hier davon abraten. Die Apps wie Stellarium und SkySafari sind allerdings für andere Use-Cases extrem nützlich, keine Frage.
Ich weiss dass es sehr viele Videos zu diesem Thema mit diversen Smartphone-Apps gibt - auch diese Tipps habe ich befolgt. Oder zumindest probiert.
Ich habe sehr viele dieser Apps und auch Eigenkonstruktionen ausprobiert... keines davon hat wirklich zuverlässig funktioniert.
Tja. Blöd. Und wie geht's weiter?
Noch gibt es ein paar Pfeile im Köcher. Je nach dem was man noch hat, oder bereit ist auszugeben, kann man trotzdem weitermachen.
Meine wichtigsten Waffen sind mittlerweile KStars mit Ekos geworden. Da ich schon fast mein Leben lang Linux-Betriebssysteme nutze, war das natürlich gefundenes Fressen für mich. Zu den anderen Tools wie z.B. NINA unter Windows kann ich nichts sagen, da ich aktuell kein Windows-Gerät am Start habe.
Welche Gerätschaft man schlussendlich nimmt, hängt letzen Endes vom persönlichen Geschmack ab. Wer einen Pi hat oder sich diesen beschaffen möchte, kann dort direkt Astroberry installieren. Mein Rat zum nächsten Einsteiger: es funktioniert, aber nur bedingt. Bestimmte Szenarien lassen sich nicht wirklich abbilden.
Ich habe aktuell einen alten i3-Laptop mit einer 240GB SSD genommen und Linux Mint mit Xfce4 installiert. Dort kann man direkt das Repo für alles einbinden das man braucht - also KStars, Ekos, INDI, zusammen mit dem GSC.
In KStars habe ich alle Daten für meinen Tubus, Okulare und Kamera eingetragen.
Und hier kommt der Trick da diese Montierung keine Go-To-Montierung ist: neues Profil anlegen. Mount: Telescope Simulator! Kamera: ToupTek. Alles andere leer lassen (es sei denn mat hat noch andere Dinge).
Wenn man es so einstellt kann man den Tubus drehen wohin man möchte. Wenn man im Align-Tab ein Plate-Solving durchführt (vorausgesetzt man hat schon fokussiert), und die Einstellung auf "Sync" stellt, so wird das Fadenkreuz vom Telescope Simulator in KStars da hingesetzt wo der Tubus gerade hinsieht! SEHR gut!
Ja okay. Aber wie norde ich denn jetzt ein?
Für diesen Schritt habe ich mir eine Handy-Halterung und ein Python-Skript gebaut dass auf das Handy zugreift und alles. Allerdings geht es auch ohne, denn so habe ich vorher eingenordet.
Jetzt muss nur noch das Stativ eben stehen, und die beiden Achsen genau austariert sein, so dass die Tubusschiene bzw. der Tubus selbst exakt parallel zur Montierungsachse verläuft. Der Tubus selbst wird jetzt nicht bewegt, lediglich Azimut und Höhe wird verändert.
Mit KStars und Ekos im Align-Tab kann ich jetzt andauerndes Plate-Solving durchführen. Das Fadenkreuz des Teleskop-Simulators wird nach der Lösung entsprechend angepasst, so dass man im KStars-Hauptfenster sehen kann, wo der Tubus gerade hinzeigt. Ausserdem kann man sich ein einzelnes Fenster für die Montierungs-Steuerung öffnen, welches die aktuelle Position zeigt.
Mit Hilfe dieser Werte kann man nun die Montierung solange fein justieren, bis man so dicht wie es eben geht am NCP dran ist.
Mit dieser Methode habe ich mit 15 Sekunden Belichtung pro Bild sehr runde Sterne erzielt.
Klasse. Und was nun?
Ab jetzt könnte man den Tubus zum gewünschten Ziel rotieren, und mit einer Beobachtung beginnen. Wie gerade erwähnt konnte ich auf diese Weise in einem Testlauf gute Ergebnisse erreichen. Dafür muss man, und das sollte denke ich klar sein, zunächst das Ziel anvisieren und die Nachführung einschalten.
Zusammengefasst lässt sich also sagen dass es durchaus möglich ist, auch mit dieser eher kleinen Ausrüstung tolle Ergebnisse in der Astrofotografie zu erreichen. Wie diese Ergebnisse aussehen sollen ist sehr individuell da jeder sicherlich etwas anderes sehen möchte. Das Sichtfeld ist allerdings in diesem Setup eher klein - Andromeda zum Beispiel würde nicht komplett ins Bild passen. Wenn KStars und Stellarium recht haben, sieht man nur einen Ausschnitt davon. Welcher es ist, muss man sebst entscheiden.
Auch die Auflösung der Fotos ist hier noch nicht besonders hoch, aber zum Einstieg reicht das alle Mal.
Ich habe mir den Gemini Autofokusser von AliExpress für ca. 60 Euro bestellt, der wird kommende Woche eintreffen.
Ich hoffe der eine oder andere Einsteiger konnte aus diesem Essay etwas mitnehmen, und womöglich habe ich jemandem etwas Zeit und Geld erspart. Würde mich freuen.
Beste Grüße aus Unna!
Mögen Eure Himmel immer klar und Eure Sterne ewig rund sein.
-- Marcus, der Astrofoto-Neueinsteiger mit unverbesserlichem Durst immer noch mehr für wenig Geld aus der Ausrüstung zu holen
bin neu hier im Forum. Ich denke dass es sinnvoll ist, wenn ich meine Reise in dieses Hobby als Neueinsteiger einmal zusammenfasse. Womöglich ist da die eine oder andere nützliche Info mit dabei.
Vorweg sei gesagt dass ich schon mein ganzes Leben ein starkes Interesse an alles was mit dem All zu tun hat, gehabt habe. Dazu gehören natürlich Teleskope - die Augen ins All. Meine Frau interessiert sich auch dafür, und deswegen haben wir vor ein paar Wochen den Trigger gedrückt und ein Teleskop gekauft.
Es handelt sich dabei um eine äquatoriale Montierung, wie ja schon das "EQ" im Namen vermuten lässt.
Nach eine Recherche haben wir uns für ein Omegon Teleskop Advanced 150/750 EQ-320 (Omegon Teleskop Advanced 150/750 EQ-320) entschieden. Dazu haben wir für den Anfang den von astroshop empfohlenen Mondfilter bestellt (Omegon Premium-Mondfilter 1,25''). Allerdings kam dieser bisher noch nicht zum Einsatz.
Mir ist natürlich völlig klar dass dieser Tubus, Austattung und Stativ keine Profi-Geräte sind, und auch nicht in die Richtung gehen. Allerdings sollte dieser Tubus mit f/5 für den Anfang bei diesem Preis ausreichen.
Zu diesem Zeitpunkt waren mir nicht viele Basics bewusst. Nachdem wir bestellt hatten, habe ich die Wartezeit mit Youtube-Videos zum Thema Teleskop angesehen... und das nicht zu knapp. Hauptsächlich nahm ich zunächst mit dass die Einnordung sehr wichtig ist. Diese liesse sich mit dem Polsucher recht einfach bewerkstelligen.
Super! Ja... eher nein.
Hier gleich schon ein Einsteiger-Tipp: am besten eine Montierung bestellen die einen Polsucher eingebaut hat. Die Montierung dieses Teleskop-Sets hat diesen nicht. Somit war zunächst das Wissen der Einnordung zwar nicht völlig vergebens, aber mir wurde umgehend klar dass es Unterschiede in den Montierungen gibt.
Nächster Einsteiger-Tipp: Einige Montierungen bieten nur die Möglichkeit für einen Polsucher - manchmal muss dieser einzeln mitbestellt werden.
Das bedeutet nicht dass die Montierung in diesem Set schlecht ist - ganz im Gegenteil: sie ist sehr wertig und robust hergestellt, hat gutes Gewicht und, so meine Meinung, hält etwas aus.
Habe dann mal aufgebaut und alles, ohne wirkliche Einnordung und erstmal durch die Okulare gucki gucki gemacht. Tolle Erfahrung einmal in den Himmel einen Stern anzuvisieren, zu fokussieren, und dann das erste mal mit eigenen Augen zu sehen was man sonst nur in Bildern gesehen hat: viel mehr Sterne als man sonst am Himmel sieht.
Kauf hatte sich da schon für mich gelohnt.
Und jetzt zum nächsten Teil unseres Unterhaltungsprogramms: Astrofotografie.
Direkt vorneweg soll jedem Einsteiger gesagt sein: auch mit diesem Tubus, Montierung und Stativ ist es möglich Fotos zu machen. Ergebnisse hängen natürlich von einigen Faktoren ab - aber ganz grundsätzlich geht es. Allerdings nicht einfach so.
Da ich keine DSLR-Kamera habe bei der das Objektiv entfernt werden kann um dann den Kamera-Sensor samt Gehäuse an den Fokusser zu montieren, kann ich dazu keine Aussage treffen. Ich musste einen anderen Weg gehen.
Ich fand heraus dass es für diese Montierung einen Nachführungsmotor gibt: Omegon EQ-320 Nachführmotorset (Omegon EQ-320 Nachführmotorset) . Kam sehr schnell an. War auch sehr schnell an der Montierung verbaut.
Und hier auch schon gleich eine wichtige Info falls man sich hier einene 12V-Universaladapter zulegen will. Ich habe einen solchen bestellt und angekoppelt, eingeschaltet. Gehäuse vom Motor ging gleich in Rauch auf, und das meine ich wortwörtlich. Es stieg Rauch aus dem Gehäuse auf, wodurch der Motor zunichte gemacht wurde. Ich musste einen neuen Motor bestellen.
Mein Tipp: dieses Set mit 8 wiederaufladbaren Akkus -- https://www.amazon.de/dp/B0DF27VKGK?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title&th=1 . Diese reichen bei voller Ladung locker für 2 Sessions aus. Und sie funktionieren mit dem Motor ganz tadellos. Und noch viel wichtiger: sie geben wirklich 1,5V ab, statt der üblichen 1,2V bei anderen Akkus.
Okay. Nun funktioniert also auch der Motor - sehr gut. Doch was jetzt?
Falls man schon eine DSLR-Kamera im Besitz hat, kann man womöglich diese nutzen. Allerdings ist dafür eine spezielle Halterung notwendig um diese an den Okular-Lauf zu bringen. Ausserdem hat so eine Kamera schon merkliches Gewicht - hier wäre auf eine exakte Austarierung des Tubus zu achten, sollte diese dort angebracht werden.
Ich möchte aber auch Fotos machen. Dafür brauchte ich natürlich zunächst eine Kamera, da ich ja schon erwähnt habe dass ich keine passende DSLR-Kamera habe. Aktuell habe ich mich für ein kleines Einsteiger-Modell entschieden, mit dem ich beginnen und meine Füße ins Wasser bringen kann. Aktuell ist es diese Kamera: Omegon Kamera veLOX 224 C Color (Omegon Kamera veLOX 224 C Color). Sie ist sehr leicht, und passt direkt in den Lauf. Diese kann man allerdings später als Auto-Guider Kamera verwenden... also hier haben wir so eine Art Double Use-Case.
Und zum Thema Einnordung... ich will es an dieser Stelle recht kurz halten mit dem nächsten Einsteiger-Tipp:
Vergesst Smartphone-Sensoren und Apps jeglicher Art, die beim Einnorden behilflich sein sollen. Spart Euch das Geld für diese Apps, sei es iPhone oder Android. Insbesondere bei Android-Smartphones gibt es zig hundert verschiedene Hersteller, und zumeist sind die Sensoren und Gyros darin sehr unzureichend von Werk ab kalibriert. Das betrifft insbesondere Neigungsmesser, digitale Wasserwaagen sowie Kompass-Apps jeglicher Art. Bei einem modernen iPhone ist es schon bedeutend besser, allerdings würde ich auch hier davon abraten. Die Apps wie Stellarium und SkySafari sind allerdings für andere Use-Cases extrem nützlich, keine Frage.
Ich weiss dass es sehr viele Videos zu diesem Thema mit diversen Smartphone-Apps gibt - auch diese Tipps habe ich befolgt. Oder zumindest probiert.
Ich habe sehr viele dieser Apps und auch Eigenkonstruktionen ausprobiert... keines davon hat wirklich zuverlässig funktioniert.
Tja. Blöd. Und wie geht's weiter?
Noch gibt es ein paar Pfeile im Köcher. Je nach dem was man noch hat, oder bereit ist auszugeben, kann man trotzdem weitermachen.
Meine wichtigsten Waffen sind mittlerweile KStars mit Ekos geworden. Da ich schon fast mein Leben lang Linux-Betriebssysteme nutze, war das natürlich gefundenes Fressen für mich. Zu den anderen Tools wie z.B. NINA unter Windows kann ich nichts sagen, da ich aktuell kein Windows-Gerät am Start habe.
Welche Gerätschaft man schlussendlich nimmt, hängt letzen Endes vom persönlichen Geschmack ab. Wer einen Pi hat oder sich diesen beschaffen möchte, kann dort direkt Astroberry installieren. Mein Rat zum nächsten Einsteiger: es funktioniert, aber nur bedingt. Bestimmte Szenarien lassen sich nicht wirklich abbilden.
Ich habe aktuell einen alten i3-Laptop mit einer 240GB SSD genommen und Linux Mint mit Xfce4 installiert. Dort kann man direkt das Repo für alles einbinden das man braucht - also KStars, Ekos, INDI, zusammen mit dem GSC.
In KStars habe ich alle Daten für meinen Tubus, Okulare und Kamera eingetragen.
Und hier kommt der Trick da diese Montierung keine Go-To-Montierung ist: neues Profil anlegen. Mount: Telescope Simulator! Kamera: ToupTek. Alles andere leer lassen (es sei denn mat hat noch andere Dinge).
Wenn man es so einstellt kann man den Tubus drehen wohin man möchte. Wenn man im Align-Tab ein Plate-Solving durchführt (vorausgesetzt man hat schon fokussiert), und die Einstellung auf "Sync" stellt, so wird das Fadenkreuz vom Telescope Simulator in KStars da hingesetzt wo der Tubus gerade hinsieht! SEHR gut!
Ja okay. Aber wie norde ich denn jetzt ein?
Für diesen Schritt habe ich mir eine Handy-Halterung und ein Python-Skript gebaut dass auf das Handy zugreift und alles. Allerdings geht es auch ohne, denn so habe ich vorher eingenordet.
Jetzt muss nur noch das Stativ eben stehen, und die beiden Achsen genau austariert sein, so dass die Tubusschiene bzw. der Tubus selbst exakt parallel zur Montierungsachse verläuft. Der Tubus selbst wird jetzt nicht bewegt, lediglich Azimut und Höhe wird verändert.
Mit KStars und Ekos im Align-Tab kann ich jetzt andauerndes Plate-Solving durchführen. Das Fadenkreuz des Teleskop-Simulators wird nach der Lösung entsprechend angepasst, so dass man im KStars-Hauptfenster sehen kann, wo der Tubus gerade hinzeigt. Ausserdem kann man sich ein einzelnes Fenster für die Montierungs-Steuerung öffnen, welches die aktuelle Position zeigt.
Mit Hilfe dieser Werte kann man nun die Montierung solange fein justieren, bis man so dicht wie es eben geht am NCP dran ist.
Mit dieser Methode habe ich mit 15 Sekunden Belichtung pro Bild sehr runde Sterne erzielt.
Klasse. Und was nun?
Ab jetzt könnte man den Tubus zum gewünschten Ziel rotieren, und mit einer Beobachtung beginnen. Wie gerade erwähnt konnte ich auf diese Weise in einem Testlauf gute Ergebnisse erreichen. Dafür muss man, und das sollte denke ich klar sein, zunächst das Ziel anvisieren und die Nachführung einschalten.
Zusammengefasst lässt sich also sagen dass es durchaus möglich ist, auch mit dieser eher kleinen Ausrüstung tolle Ergebnisse in der Astrofotografie zu erreichen. Wie diese Ergebnisse aussehen sollen ist sehr individuell da jeder sicherlich etwas anderes sehen möchte. Das Sichtfeld ist allerdings in diesem Setup eher klein - Andromeda zum Beispiel würde nicht komplett ins Bild passen. Wenn KStars und Stellarium recht haben, sieht man nur einen Ausschnitt davon. Welcher es ist, muss man sebst entscheiden.
Auch die Auflösung der Fotos ist hier noch nicht besonders hoch, aber zum Einstieg reicht das alle Mal.
Ich habe mir den Gemini Autofokusser von AliExpress für ca. 60 Euro bestellt, der wird kommende Woche eintreffen.
Ich hoffe der eine oder andere Einsteiger konnte aus diesem Essay etwas mitnehmen, und womöglich habe ich jemandem etwas Zeit und Geld erspart. Würde mich freuen.
Beste Grüße aus Unna!
Mögen Eure Himmel immer klar und Eure Sterne ewig rund sein.
-- Marcus, der Astrofoto-Neueinsteiger mit unverbesserlichem Durst immer noch mehr für wenig Geld aus der Ausrüstung zu holen