Die Venus im richtigen Licht?

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Horst0552

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Hallo zusammen,

ich habe mich das erste mal an der Venus versucht. 6" f/20 mit Barlowlinse 2x.

Vom Ansehen ist sie weiß. Ist ja auch sehr hell gewesen.

Meine Kamera zeigt mir jedoch ein stark rotlastiges Bild.

Bearbeitet habe ich mit Fitswork.

Geschärft habe ich RGB einzeln, und dann wieder zusammengefügt.

Bei der weißen Darstellung habe ich einfach einen Weißabgleich gemacht.

Ist die Rotlastigkeit normal? Oder war doch zu viel Wasserdampf in der Luft.

Mit meinem IR-Termometer habe ich in Richtung Venus eine Temperatur von nur -33°C gemessen. Richtig klare Luft habe ich bei Temperaturen von kälter -55°C.

LG und CS
Horst

 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Servus Horst!

Mit den rotlastigen Farben liegst Du nicht richtig. Sieh Dir mal die "richtigen" Farben der Venus-Wolken (Google-Bildsuche oder so) an.

Wenn Du RGB einzeln aufnimmst solltest Du darauf achten, dass bereits bei der Aufnahme das Histogramm der einzelnen Farben die gleichen Maximalwerte aufweist. Fügst Du dann die Farben zusammen, passt das schon mal nicht schlecht. Nachbessern kannst Du dann mit der Farbbalance in der Bildbearbeitung anhand eines Referenzbildes (Bei Mars kann man sich auch nach den weißen Polkappen richten; bei Saturn nach dem B-Ring welcher halbwegs neutral grau sein sollte).

Wenn Du nicht nach Augenmaß arbeiten willst, dann müsstest Du deine Optik vorher an einem Stern mit Spektralklasse G2 vermessen und die unterschiedliche RGB Transmission ermitteln (Anleitung von B. Hubl) . Daraus kannst Du dann - mit etwas Geschick und einem guten Excel Sheet - die atmosphärische Extinktion (abhängig von Objekthöhe) und die unterschiedliche Empfindlichkeit Deiner Optik/Kamera berücksichtigen und bekommst rechnerisch die "richtigen" Farben. Ist mühsam aber spannend; mein letzter Saturn ist auf diese Weise eingefärbt worden.

Dein "IR-Thermometer" versteh ich irgendwie nicht; kannst Du glaube ich zuhaus lassen. Für die Farbe ist die "Klarheit" der Luft nicht so entscheidend. Da gehts eigentlich nur um die Objekthöhe (Alt) zu Deiner Aufnahmezeit und an deinem Aufnahmeort. Die kann man im Nachhinein schön mit einem Planetariumsprogramm oder calsky ermitteln.

Hoffe, da war jetzt was Brauchbares dabei für Dich.

CS Simon
 
Hallo Simon, und alle die es lesen.

Zu den rotlastigen Farben!

Meine DBK41... hat eine Bayer-Matrix und nimmt alle Farben mit gleicher Verstärkung auf. Natürlich habe ich ein IR-Filter verwendet. Verstärkung und Belichtungszeit habe ich mit Hilfe des Histogramms eingestellt. So das ein möglichst großer Dynamikbereich genutzt wurde. Auch habe ich dabei die Verstärkung möglicht klein gewählt, um wenig Rauschen zu haben.

Zur Aufnahmezeit um 21:39 am 30.04. stand die Venus etwa 24° übern Horizont.

Ich habe 1000 Einzelbilder aufgenommen, die alle so rot waren wie das Summenbild.

Ich folgere daraus, das bei einer Elevation von 24° das Licht schon einen längeren Weg durch die Atmosphäre hat, und das bei Wasserdampf oder Dunst das kurzwellige Licht stärker gedämpft wird .

Im Anhang mal so ein Einzelbild.

Mein IR-Termometer hat ein Öffnungverhältni 1/50. Das ist am Himmel 2,2 mal der Monddurchmesser. An diesem Abend habe ich in Richtung Mond -44°C gemessen, und vom Mond weitgehendst farbechte Bilder machen können.

Siehe hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/galleries/916427

In Richtung Venus waren es aber -33°C, also wärmer. Ich erkläre dies durch einen größeren Wasseranteils in der Luft.

Am Himmel müsste wärmere wasserreiche Luft zu mehr Unruhe, und somit zu schlechterem Seeing führen.

So das das rote Licht nicht so viel absorbiert wird wie der kurzwellige Anteil, und alles ordentlich zappelt.

Auf meinem PC habe ich Redshift7 und nutze auch gerne CalSKY.com und sonstige Infos aus dem Internet.

Bei Saturn, Mars und hier auch Venus nutze ich natürlich den Farbausgleich mit Hilfe des Histogramms, oder auch mal einen entsprechenden automatischen Ausgleich.

Da ich ja erst wieder seit Nov. 2011 dabei bin, und vor 40 Jahren an viele Dinge noch nicht zu denken war, nutze ich für die Bildbearbeitung zunächst nur Fitswork als astronomische Software.

Wenn Ihr also Planeten aufnehmt, ist dann nicht auch oft der Rotanteil stärker als die anderen Farben ??

Das man daraus natürlich immer ein nahezu "echtes" Bild am PC machen kann, ist mir klar.

LG und CS
Horst

 

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Hallo Horst,

bei einer Kamera mit Bayermatrix mußt bei unterschiedlichen Belichtungszeiten + unterschiedlicher Höhe des Objektes + unterschiedlichem Wasserdampfanteil in der Luft jeweils eine neue Farbbalance vor der Aufnahme machen.

Du müßtest irgendwo Schieberegler haben, mit denen Du das Livebild der Venus blaulastig oder rotlastig machen kannst.

Mit diesen Reglern mußt so lange spielen, bis die Venus innen weiß ist und einen hauchfeinen blauen und roten Rand hat.

Die Farbsäume korrigierst nach dem Mitteln, indem Du die Farbkanäle gegeneinander verschiebst. In Giotto gibt es dazu eine spezielle Funktion. "RGB in Größe und Lage verschieben" oder so ähnlich...

Deine Farbbalance ist völlig falsch eingestellt, wenn das Bild soooo rotlastig aus der Kamera fällt.

Mit richtiger Farbbalance müßte es ungefähr so aussehen:



 
Hallo Eric und Fee,

es war ein IR-Blockfilter. Das habe ich, weil meine DBK41... kein IR-Filter eingebaut hat.

Und zur Einstellung der Farbballace muss ich mal in der Software für die Kamera von Imaging Source suchen.

Ist mir bisher nicht aufgefallen. Es gibt ja auch keine gescheite Anleitung dazu.

LG und CS
Horst
 
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