Die versteckte Blase im Walfisch

Herbstlaub

Mitglied
22.11.2025 18:45 - 22:00Uhr
Planetarischer Nebel NGC 246
Planet: Saturn
12“ f/5 Dobson
Priesendorf


18:45Uhr, minus 5°C, kein Mond, gute Bedingungen.

Zum „warm werden“ habe ich meinen Dobson auf Saturn geschwenkt.
Besonders eindrucksvoll wirkte der Planet mit seinem zarten, fast durchscheinenden Ringstreifen. Einer der Begleitmonde, vermutlich Tethys – vielleicht auch Rhea –, zeigte sich nah am Planeten und knapp unterhalb der Ringebene.

Den Titandurchgang hatte ich gar nicht auf dem Schirm, den eigentlich stand heute ein anderes Objekt auf dem Plan.

Motiviert durch einen Bericht in der Zeitschrift „astronomie“ suchte ich ausgerüstet mit meinen 32mm Übersichtsokular und OIII-Filter den planetarischen Nebel NGC 246 auf.

Angefangen vom Stern Deneb Algenubi stupste ich mein Okular in den Schwanz des Walfisches.
Schon zeigte sich ein etwas schwacher, ja tatsächlich blasenförmiger Nebel.
Um sich nun mit dem gefundenen Objekt genauer zu beschäftigen, wechselte ich sodann auf 75-facher Vergrößerung.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 10,9mag, muss man schon ein gut auf die Dunkelheit adaptiertes Auge haben und sich Schritt für Schritt auf die sich nun immer besser sichtbare Blase einzulassen.

Am östlichen Rand wirkt die Nebelhülle konzentriert und heller, während die gegenüberliegende Seite fast feingezeichnet erscheint. Besonders spannend sind die im Zentrum sichtbaren Sterne.
Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, wie sich die Struktur des Objekts mit zunehmender Beobachtungszeit abzeichnet.

Die in enger Nachbarschaft begleitende Galaxie NGC 255 konnte ich leider trotz Bemühungen und entfernen des OIII-Filters nicht ausfindig machen.

Die rasch sinkenden Temperaturen machen sich nun langsam an den Füßen und Equipment bemerkbar.

Der Dobson ist völlig vereist und trotz der nun auch kalten Gesichtshaut kommt es häufig vor das meine Okulare immer wieder leicht beschlagen.
IMG_1362.jpeg

So machte ich mich gegen 22:00Uhr zurück in die gute warme Stube und ließ meine Eindrücke in Gedanken nochmals Revue passieren.

Eisige Grüße
Florian
 
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