aths
Aktives Mitglied
Ort: Stadtrand von Wismar.
Datum 31. 7. 2003, ca. 22:50 - 1:20 Uhr.
Optik: Vixen ED-Refraktor, 102 mm Öffnung, 920 mm Brennweite. Okulare: LV-Okulare 5 mm, 9 mm, 25 mm. Weiteres Zubehör: Baader 60° Binokular, Glaswegkorrektor 1,70x (der 1,25x blieb zuhause) und ein Amici-Prisma.
Bedingungen: kein Mond, kaum Dunst, ziemlich freier Himmel, Licht von den Fenstern eines nahen Wohnheims und von Laternen in der Nähe.
Besonderheiten: Viele Enttäuschungen. Doch lest selbst!
Sterntest an Vega
Das 5 mm LV führt wieder dazu, dass Vega leichtes Doppelstern-Verhalten aufweist, eine "Trennung" gelang jedoch nicht. Spikes waren nur mit Amici-Prisma sichtbar. Die Beobachtung ohne Prisma gestaltete sich wegen der Zenitnähe recht schwierig.
Mit dem 5 mm LV (184x) waren grundsätzlich Beugungsringe zu sehen, die man nicht wegfokussiert bekommt. Es ist schwierig zu beurteilen, ob der Stern frei von lateraler Farbe ist, wenn im Fokus. Schade, dass kein erfahrener Astronomie-Amateur in der Nähe wohnt, der die Optik einschätzen könnte.
Intrafokal: Der Stern ansich ist nicht zu sehen. Um den schwarzen Mittelpunkt sind zwei Begungsringe. Darum ist ein sehr dicker, nach außen ausgefranster Beugungsring, mit lila Saum.
Extrafokal: Der Stern ist zu sehen, sehr dick und unscharf. Darum ein Beugungring, und darum herum wieder ein sehr dicker, ausgefranster Ring mit grünem Saum.
Wegen der unbequemen Lage habe ich die Tests jeweils nur in der Nähe der optischen Achse durchgeführt. Die Ringe wirkten jeweils ziemlich rund.
M13
Nanu? Das Rohr stieß an das Stativ an. Ich war erst mal total verdaddert, und kam eine Minute später darauf, das Rohr auf die andere Seite zu drehen...
Bei der Suche schon mal kurz drin gehabt — ein großer, diffuser Fleck, der nach außen schwächer wird. Ehe ich ihn "richtig" hatte, war noch etwas Suche nötig. Beobachtung monokular. Mit dem 25-mm-Okular (37x) der beschriebene diffuse Fleck. Mit dem 9 mm Okular (102x) konnte etwas Grießigkeit ausgemacht werden. Das Objekt war ziemlich lichtwach, mit indirektem Sehen wirkte der Kugelsternhaufen heller. Mit dem 5 mm Okular war der Sternhaufen noch etwas mehr vergrisselt. Eine Auflösung gelang jedoch nicht, auch nicht in den Randbereichen. Dort blieb es bei unscharfen kleinen Flecken.
Da hatte ich mehr erhofft!
Ich beoabachtete minutenlang, und dachte unentwegt "da ist mehr drin!" Die 4"-Klasse wird oft damit beworben, dass Kugelsternhaufen drin seien. So groß wie der Fleck war, bin ich sicher, M13 gefunden zu haben. In der Nähe ist ja auch nichts vergleichbares. Ich war seit Wochen scharf darauf, endlich M13 zu sehen, und wurde ziemlich enttäuscht. Fokussiert habe ich übrigens an Sternen, die Unschärfe des Flecks war durch nachfokussieren natürlich nicht zu verringern.
Mars
Das einzige Highlight des Abends. Im Bino bekam ich ihn jedoch selbst bei nur 63x nicht zur Deckung. Ich versuchte es mit Schielen, um ihn zusammenzubringen, doch so viel schielen konnte ich nicht. In die andere Richtung, also um ihn weiter auseinander zu treiben, war besser zu schielen. Verwunderlich, denn der Mars befand sich in den einzelnen Bildfeldern, soweit das beurteilen war, an der gleichen Position, ich hatte wirklich damit gerechnen, die Bilder überlagert zu bekommen. Den Augen gönnte ich einige Ruhepausen, doch es war partout nicht drin, durch das Bino beidäugig nur einen Mars zu sehen. Der Abstand betrug ganz grob geschätzt mindestens 10 Marsradien.
63x zeigte noch nicht sehr viel. 313x war logischerweise viel zu viel, der Mars war zwar noch hell genug, aber nicht mehr scharf zu kriegen. Die Offenbarung kam mit 174x. Links ließ ich das (etwas kürzere) 25 mm Okular drin, und setzte dort die Kappe auf, rechts kam das 9 mm LV rein. Die Montierung war nur sehr ungenau eingenordet, doch ungefähr 8 Durchläufe lang reichte es aus, nur die Stundenachse nachzuführen (was dank der biegsamen Welle kein Problem war.)
Der Kriegsgott zeigte sich als für meine Begriffe erstaunlich große Scheibe, deren Begrenzung jedoch ziemlich waberte. Eindeutig waren aber dunklere Gebiete auszumachen, vor allem weiter oben, blickweise war "oben" auch eine Polkappe zu sehen.
Auf ein von einer Laterne angestrahlten Wohnblock gerichtet, war es übrigens kein Problem, das Bild zur Deckung zu bringen. Der Mars weigerte sich leider. Ich justierte dann noch den Sucher nach, was sehr beim nächsten Objekt half.
M57
Ich rührte etwas im Himmel herum, ohne Erfolg. Dann bemerkte ich, dass die beiden Sterne, zwischen denen sich der Ringnebel herumtreibt, gemeinsam im Sucher zu sehen sind und peilte mit dem Fadenkreuz auf die Mitte und hatte — voilà — den Ringnebel im Bino.
Das Bild bekam ich nicht vollständig zu Deckung. Immerhin ging es besser als beim Mars, der Abstand der beiden Rauchringe war deutlich geringer als der Abstand zwischen den zwei "Marsen". Beim First Light hatte ich M57 noch schön überlagert bekommen. Was auch total nervte, war, 2 Sterne im linken Bild zu haben, die rechts nicht da waren. Diese Sterne waren "fest" vor dem Hintergrund, also machten die Himmels- bzw. Erd-Drehung nicht mit. Offensichtlich handelt es sich um Reflexe, es gab weiterhin im linken Bild einen strichartigen Reflex. Das rechte Bild war auch nicht einwandfrei: Im oberen und linken Bereich war es seltsam dunkel. Dort fehlten Sterne, man links sehen konnte, und auch "echte" Sterne waren. Ein Tausch der Okulare führte zu keiner Änderung.
Ich wollte eine Beobachtung ohne Glaswegkorrektor versuchen. Den ich eingeschraubt hatte, der geht ohnehin wieder zurück, da er mit Kratern und Flecken von Baader geliefert wurde, vielleicht führt er ja auch diese komischen Merkmale ins System, die ich mit dem 1,25x GK noch nie feststellte. Als das Bino rausgedreht war, war dieser verfluchte Ring wieder so fest drauf, dass ich ihn nicht abgeschraubt bekam. Demzufolge blieb auch der Glaswegkorrektor drin.
Um mich zu beruhigen, sollte wenigstens der Mars noch mal monokular beobachtet werden. Leider sind die beiden Ringe, zwischen die die Verlängerungshülse geschraubt wird, ebenfalls zusammengewachsen. Da versuchte ich eine viertel Stunde lang, sie zu lösen, was aber nur oberflächliche Einschnitte und Abschabungen der Haut brachte.
Dieses total bescheuerte Ring-System welches kaum griffige Stellen hat wo man vernünftig anfassen kann, zwang dann zum vorzeitigen Abbau, denn so kam ich nur noch mit dem Amici-Prisma in den Fokus, dieses erzeugt am Mars jedoch einen dicken fetten Strich.
Link zur Grafik: http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/images/smilies/madman.gif <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Datum 31. 7. 2003, ca. 22:50 - 1:20 Uhr.
Optik: Vixen ED-Refraktor, 102 mm Öffnung, 920 mm Brennweite. Okulare: LV-Okulare 5 mm, 9 mm, 25 mm. Weiteres Zubehör: Baader 60° Binokular, Glaswegkorrektor 1,70x (der 1,25x blieb zuhause) und ein Amici-Prisma.
Bedingungen: kein Mond, kaum Dunst, ziemlich freier Himmel, Licht von den Fenstern eines nahen Wohnheims und von Laternen in der Nähe.
Besonderheiten: Viele Enttäuschungen. Doch lest selbst!
Sterntest an Vega
Das 5 mm LV führt wieder dazu, dass Vega leichtes Doppelstern-Verhalten aufweist, eine "Trennung" gelang jedoch nicht. Spikes waren nur mit Amici-Prisma sichtbar. Die Beobachtung ohne Prisma gestaltete sich wegen der Zenitnähe recht schwierig.
Mit dem 5 mm LV (184x) waren grundsätzlich Beugungsringe zu sehen, die man nicht wegfokussiert bekommt. Es ist schwierig zu beurteilen, ob der Stern frei von lateraler Farbe ist, wenn im Fokus. Schade, dass kein erfahrener Astronomie-Amateur in der Nähe wohnt, der die Optik einschätzen könnte.
Intrafokal: Der Stern ansich ist nicht zu sehen. Um den schwarzen Mittelpunkt sind zwei Begungsringe. Darum ist ein sehr dicker, nach außen ausgefranster Beugungsring, mit lila Saum.
Extrafokal: Der Stern ist zu sehen, sehr dick und unscharf. Darum ein Beugungring, und darum herum wieder ein sehr dicker, ausgefranster Ring mit grünem Saum.
Wegen der unbequemen Lage habe ich die Tests jeweils nur in der Nähe der optischen Achse durchgeführt. Die Ringe wirkten jeweils ziemlich rund.
M13
Nanu? Das Rohr stieß an das Stativ an. Ich war erst mal total verdaddert, und kam eine Minute später darauf, das Rohr auf die andere Seite zu drehen...
Bei der Suche schon mal kurz drin gehabt — ein großer, diffuser Fleck, der nach außen schwächer wird. Ehe ich ihn "richtig" hatte, war noch etwas Suche nötig. Beobachtung monokular. Mit dem 25-mm-Okular (37x) der beschriebene diffuse Fleck. Mit dem 9 mm Okular (102x) konnte etwas Grießigkeit ausgemacht werden. Das Objekt war ziemlich lichtwach, mit indirektem Sehen wirkte der Kugelsternhaufen heller. Mit dem 5 mm Okular war der Sternhaufen noch etwas mehr vergrisselt. Eine Auflösung gelang jedoch nicht, auch nicht in den Randbereichen. Dort blieb es bei unscharfen kleinen Flecken.
Da hatte ich mehr erhofft!
Ich beoabachtete minutenlang, und dachte unentwegt "da ist mehr drin!" Die 4"-Klasse wird oft damit beworben, dass Kugelsternhaufen drin seien. So groß wie der Fleck war, bin ich sicher, M13 gefunden zu haben. In der Nähe ist ja auch nichts vergleichbares. Ich war seit Wochen scharf darauf, endlich M13 zu sehen, und wurde ziemlich enttäuscht. Fokussiert habe ich übrigens an Sternen, die Unschärfe des Flecks war durch nachfokussieren natürlich nicht zu verringern.
Mars
Das einzige Highlight des Abends. Im Bino bekam ich ihn jedoch selbst bei nur 63x nicht zur Deckung. Ich versuchte es mit Schielen, um ihn zusammenzubringen, doch so viel schielen konnte ich nicht. In die andere Richtung, also um ihn weiter auseinander zu treiben, war besser zu schielen. Verwunderlich, denn der Mars befand sich in den einzelnen Bildfeldern, soweit das beurteilen war, an der gleichen Position, ich hatte wirklich damit gerechnen, die Bilder überlagert zu bekommen. Den Augen gönnte ich einige Ruhepausen, doch es war partout nicht drin, durch das Bino beidäugig nur einen Mars zu sehen. Der Abstand betrug ganz grob geschätzt mindestens 10 Marsradien.
63x zeigte noch nicht sehr viel. 313x war logischerweise viel zu viel, der Mars war zwar noch hell genug, aber nicht mehr scharf zu kriegen. Die Offenbarung kam mit 174x. Links ließ ich das (etwas kürzere) 25 mm Okular drin, und setzte dort die Kappe auf, rechts kam das 9 mm LV rein. Die Montierung war nur sehr ungenau eingenordet, doch ungefähr 8 Durchläufe lang reichte es aus, nur die Stundenachse nachzuführen (was dank der biegsamen Welle kein Problem war.)
Der Kriegsgott zeigte sich als für meine Begriffe erstaunlich große Scheibe, deren Begrenzung jedoch ziemlich waberte. Eindeutig waren aber dunklere Gebiete auszumachen, vor allem weiter oben, blickweise war "oben" auch eine Polkappe zu sehen.
Auf ein von einer Laterne angestrahlten Wohnblock gerichtet, war es übrigens kein Problem, das Bild zur Deckung zu bringen. Der Mars weigerte sich leider. Ich justierte dann noch den Sucher nach, was sehr beim nächsten Objekt half.
M57
Ich rührte etwas im Himmel herum, ohne Erfolg. Dann bemerkte ich, dass die beiden Sterne, zwischen denen sich der Ringnebel herumtreibt, gemeinsam im Sucher zu sehen sind und peilte mit dem Fadenkreuz auf die Mitte und hatte — voilà — den Ringnebel im Bino.
Das Bild bekam ich nicht vollständig zu Deckung. Immerhin ging es besser als beim Mars, der Abstand der beiden Rauchringe war deutlich geringer als der Abstand zwischen den zwei "Marsen". Beim First Light hatte ich M57 noch schön überlagert bekommen. Was auch total nervte, war, 2 Sterne im linken Bild zu haben, die rechts nicht da waren. Diese Sterne waren "fest" vor dem Hintergrund, also machten die Himmels- bzw. Erd-Drehung nicht mit. Offensichtlich handelt es sich um Reflexe, es gab weiterhin im linken Bild einen strichartigen Reflex. Das rechte Bild war auch nicht einwandfrei: Im oberen und linken Bereich war es seltsam dunkel. Dort fehlten Sterne, man links sehen konnte, und auch "echte" Sterne waren. Ein Tausch der Okulare führte zu keiner Änderung.
Ich wollte eine Beobachtung ohne Glaswegkorrektor versuchen. Den ich eingeschraubt hatte, der geht ohnehin wieder zurück, da er mit Kratern und Flecken von Baader geliefert wurde, vielleicht führt er ja auch diese komischen Merkmale ins System, die ich mit dem 1,25x GK noch nie feststellte. Als das Bino rausgedreht war, war dieser verfluchte Ring wieder so fest drauf, dass ich ihn nicht abgeschraubt bekam. Demzufolge blieb auch der Glaswegkorrektor drin.
Um mich zu beruhigen, sollte wenigstens der Mars noch mal monokular beobachtet werden. Leider sind die beiden Ringe, zwischen die die Verlängerungshülse geschraubt wird, ebenfalls zusammengewachsen. Da versuchte ich eine viertel Stunde lang, sie zu lösen, was aber nur oberflächliche Einschnitte und Abschabungen der Haut brachte.
Dieses total bescheuerte Ring-System welches kaum griffige Stellen hat wo man vernünftig anfassen kann, zwang dann zum vorzeitigen Abbau, denn so kam ich nur noch mit dem Amici-Prisma in den Fokus, dieses erzeugt am Mars jedoch einen dicken fetten Strich.
Link zur Grafik: http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/images/smilies/madman.gif <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />