DIN 863 (oder Tiefenmikrometer, Teil II)

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notoxp

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Hallo zusammen,

Ich habe in diesem Thread nach einem Tiefenmikrometer gefragt. Mittlerweile habe ich so ein Teil (dass offiziell "Tiefenmessschraube heißt") erstanden. Dass die Ablesegenauigkeit nicht der Messgenauigkeit entspricht ist mir bekannt.
Ich hätte nun gern gewusst, welche Genauigkeit theoretisch bei diesen Messungen möglich ist und ob es Sinn macht, ermittelte Auflagemaße von Kameragehäusen zu veröffentlichen. Irgendwie habe ich noch im Hinterkopf, dass man die letzte Ziffer eines Messergebnisses komplett streichen kann...
Dem Messgerät liegt ein Hinweis bei: "Genauigkeit nach DIN 863." Es ist klar, dass dies nicht der einzige Faktor für die Genauigkeit einer Messung ist. Trotzdem meine Frage: Was besagt diese DIN? Im Netz kann man nur gegen Bezahlung diese Norm einsehen...

Gruß,

notoxp
 
Hallo.

Die DINen kannst du in (fast) jeder Universitätsbibliothek einsehen und zum persönlichen Bedarf kopieren. Wenn du keine in der Nähe hast mach ich das mal gerne für dich in Hannover.

Gruss, Chris
 
Danke für deinen Tipp und dein Angebot.

Das mit dem Kopieren ist jedoch nicht mehr nötig ...

Trotzdem Danke!
 
Hallo,
im Normalfall kann man sich auf die abgelesenen Werte der Tiefenmess-Schraube verlassen, soweit diese auch vernünftig geeicht und eingestellt ist. Erfahrungsgemäß geben diese Messgeräte auch die Werte wieder die der Maße entsprechen, vorausgesetzt die Eichung stimmt. Solltest du Probleme haben und meinen daß die angezeigten Werte nicht mit den Maßen übereinstimmen, sende mir das Messgerät zu und ich werde versuchen es zu eichen und einzustellen.

Gruß,
Robert
 
Hallo
bis auf 0,005 mm kann man damit genau messen. Mit der letzen Stelle streichen ist bei Digitalanzeigen, weil meistens die letzte nichtmehr gemessen, sondern gerechnet worden ist.Du kannst diese Tiefenmessschrauben selbst eichen. Lege sie auf eine plane und glatte fläche, dann muss die einzeige Null anziegen. Wenn nicht, mußt du die Korrektur einrechnen, oder die Messtrommel lösen und auf Null stellen.
Bis denn Marcus
 
hallo notoxp,

deine frage zu din 863-2 hoffe ich hier einigermaßen zufriedenstellend zu beantworten.

unter "punkt 5.5 fehlergrenzen, toleranzen" wird für tiefenmeßschrauben eine fehlergrenze von max. 10 mym für beliebige stellen des meßbereichs angegeben. die fehlergrenze des meßelementes allein ist 3 mym. die ebenheitstoleranz der meßfläche an der brücke beträgt 2 mym bzw. 4 mym bei 50 mm bzw. 100 mm brückenlänge. wegen des urheberrechtes sind diese angaben nicht wörtlich aus der norm zitiert, sondern sinngemäß wiedergegeben.

die anderen punkte der norm behandeln: anwendungsbereich, begriffe und benennungen, anforderungen und prüfung.

staubtrockener lesestoff.

gruß
gerhard
 
Betr.: Eichung

Auch wenn manche mich jetzt für einen Klugsch... halten, auch das HOO kann keine Meßgeräte 'eichen'. Leider ist es notwendig bei Diskussionen gleiche Begriffe gleich zu definieren. Es ist allgemein akzeptiert, das nur das Eichamt 'eichen' darf, alles andere ist eine 'Kalibrierung'.
Auch die kann (eigentlich) nur von Unternehmen durchgeführt werden, die beim DKD akkreditiert sind.

Ist das bei HOO der Fall, um so schöner.

Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen für ein nettes Wochenende,
Chris
 
Das Wort "eichen" sollte in diesem Zusammenhang mal außen vor gelassen werden. "Kalibrieren" reicht aus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Die Meßergebnisse werden bei diesem Gerät wohl eher durch "falsches Messen", (falsches An- bzw. Auflegen, zu hoher oder zu niedriger "Meßdruck") beeinflußt/verfälscht, als durch die Leistungsfähigkeit des Gerätes selber. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Versuch doch einfach mal, 10x das gleiche Maß zu ermitteln. Es sollte mich nicht wundern, wenn Du bei so einem "genau arbeitentem" Gerät, 7 verschiedene Ergebnisse erhälst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Sind denn die "Tausendstel" wirklich wichtig?
 
Sind denn die "Tausendstel" wirklich wichtig?
Nein, ich habe mich für die rein mechanische Messung mit 0,01mm Ablesgenauigkeit entschieden. Dass ist auch weiter hinten im Ursprungs-Thread zu lesen.
Übrigens habe ich schon das Auflagemaß meiner Pentax 6x7 an 7 Stellen jeweils mehrfach vermessen. Die Ergebnisse waren weitestgehend reproduzierbar. Zu meiner Überraschung liegt der Tiefste Punkt der Anpressplatte oben und der Höchste Punkt links. Zwischen des Messergebnissen liegen 0,1mm. Aber auch der Bajonettring scheint nicht eben zu sein...
 
tiefenmeßschrauben eine fehlergrenze von max. 10 mym für beliebige stellen des meßbereichs angegeben.
Da ist wahrscheinlich meine Messung ungenauer!
deine frage zu din 863-2 hoffe ich hier einigermaßen zufriedenstellend zu beantworten.
Danke!
Aber da du dich offensichtlich etwas besser auskennst, erlaube ich mir noch eine Frage zu stellen: Ist es normal, dass die Messnadel ein wenig Spiel hat? Aus meiner Sicht dürfte das aufgrund des beim Messen ausgeübten Drucks jedoch keine Rolle spielen ...
 
hallo notoxp,

deine einschätzung, daß das radialspiel der meßnadel keinen praktischen einfluß auf die messung hat, teile ich mit dir. die bewegungsrichtung durch das spiel liegt ja in einer um 90° gedrehten ebene zur meßrichtung. ich habe zwischenzeitlich die für mich leicht erreichbaren meßtaster oberflächlich auf spiel kontrolliert und dabei festgestellt, daß alle meßnadeln mit einem kaum fühlbaren, aber eindeutigen spiel in ihren führungsbuchsen laufen. welche toleranzen für diese art schiebesitz herstellerseitig vorgegeben sind weiß ich aber nicht.
deine anklingenden zweifel an genauigkeit durchlebt jeder "meßknecht" (sorry), sind ganz normal und legen sich beizeiten.

gruß
gerhard
 
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