Dithering notwendig?

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Hallo Gabriel,

die Einstellungen sehen gut aus, meine sind quasi gleich.
Ich nehme allerdings immer "Random Displacement" anstelle "Square".
Hast du das auch schon mal probiert?
Auch würde ich an deiner Stelle mal mit der Dithering Distance experimentieren. Der MGEN kennt ja die Brennweite deiner Optik nicht.
Ich nehme aber an, dass du deine Brennweite im Tools-Tab von APT korrekt eingetragen hast, für alle Fälle...


Ob das stimmt, dass APT hier das Dithering übernimmt, kann ich nicht bestätigen, da ich die API des MGEN, auf die APT aufsetzt, nicht kenne. Das müsste Lacerta oder Ivo von APT beantworten können.

CS
Stefan
 
Berger Spezialfarbe gibts scheinbar auch nicht mehr, habe ich im blauen Forum gelesen. Was willst Du eigentlich substantiell anderes sagen, als das was oben schon erwähnt wurde?
Hallo Heiko,

ich wollte nur deiner Aussage widersprechen, dass das Rauschen in dem von Dir geschilderten Fall nicht mit der Wurzel abnimmt. (im physikalischen, nicht im landläufigen Sinne) Das ist sicher nicht substantiell, aber wenn das jetzt Vorraussetzung für Beiträge ist, halte ich mich natürlich zurück..
 
Hallo Gabriel,
Ob das stimmt, dass APT hier das Dithering übernimmt, kann ich nicht bestätigen, da ich die API des MGEN, auf die APT aufsetzt, nicht kenne. Das müsste Lacerta oder Ivo von APT beantworten können.
Hallo Stefan
Ich werd mal morgen bei Tommy von Teleskop-austria durchklingeln und dies nachfragen, die haben immerhin den MGEN erfunden. Die Brennweite hab ich korrekt eingetragen wie du im oben geposteten Screenshot sehen kannst.
Des weiteren werd ich mal "random displacement" versuchen und das neue Kabel testen. Möglicherweise geht der ganze Zirkus ja wirklich auf einen einfachen Kabelfehler zurück ;)
 
Hallo Nobby,

nein, das war nicht das was ich sagen wollte. Die Aussage bezog sich nur auf den (bleibenden) Restrauschanteil in den Darks und Flats. Ich will Dich nicht bremsen. Ich will nur verstehen, was Du meinst.

Viel Grüße

*entfernt*

PS: Ich glaube wir haben jetzt zwei Diskussionen parallel im gleichen Thread am Laufen. Also halten wir uns zurück.
 
Hallo zusammen,

hmm, eigentlich wollte ich ja nichts schreiben, aber... jetzt mache ich es doch ;)

Bildkalibration hat grundsätzlich nichts mit der Verminderung von Rauschen zu tun, ganz im Gegenteil. Man versucht lediglich, die pysikalischen Unzulänglichkeiten der Messkette von dem tatsächlichen Signal zu trennen. Damit korrigiert man mit einem (Master-) dark immer thermische Einflüsse des Sensors auf das Messsignal. Diese sind in einem Light in gleicher Höhe vorhanden, wie in einem bei gleicher Temperatur und gleicher Belichtungszeit aufgenommenen Dark. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um Verstärkerglühen, Fix pattern, oder Hotpixel, etc. Handelt. Alle diese Fehler sind Rauschbehaftet. Ziehe ich jetzt ein einzelnes Dark von einem Light ab, veringert sich das thermische Rauschen in beiden Aufnahmen um den Faktor sqrt2. Das ist natürlich nicht optimal, da man dadurch das thermische Rauschen um fast einen Faktor 0,5 erhöht. Daher nimmt man bestenfalls so viele Darks auf, und mittelt diese, dass das Rauschen im Masterdark deutlich kleiner ist, als das thermische Rauschen im Light. Da sich statistisch symmetrisch verteilte Rauschbeiträge nach Gauss fortpflanzen, wird der resultierende Rauschanteil des thermischen Rauschen im einzelnen Light nur vernachlässigbar erhöht sein, so dass beim stacken von n Lights man nur möglichst langsam gegen das Rauschendes Masterdarks konvergiert. Daher ist die erforderliche Anzahl von Darks stark von der Anzahl an zu stackenden Lights abhängig, um möglichst wenig zusätzliches thermisches Rauschen durch das Masterdark einzuführen. Auf gar keinen Fall darf das Dark gedithert werden! Ich weiß gar nicht, wie so etwas gehen soll. Aber damit verliere ich jegliches Korrektiv eines Darks im Light und erhöhe nur völlig sinnfrei das Gesamtrauschen.
Weiterhin kalibriert man mit einem Light alle Unzulänglichkeiten, welche einen unterschiedlichen Photonenfluss in der Bildeben verursachen (z.B. Vignettierung, Verschmutzung im Strahlengang, etc), als auch Unterschiede in der QE der einzelnen Pixel. Auch diese Fehler sind im Light enthalten und ihrerseits mit Rauschen behaftet. Daher gilt bei der Flatkorrektur das Selbe, was die notwendige Anzahl betrifft, wie für die Darks auch.

Die weiteren Rauschbeiträge möchte ich jetzt hier nicht weiter behandeln. Mir ist nur wichtig herauszustellen, dass ein gedithertes Dark seinen korrigierenden Effekt verliert und daher völlig sinnfrei ist.

Aber vielleicht habe ich auch nur wieder etwas in den vorhergehenden Beiträgen nicht verstanden...

Soweit erst mal,
Grüße Markus
 
Ach ja, vielleicht sollte man sich auch in diesem Zusammenhang bewusst machen, dass wenn man landläufig von Rauschen spricht, es sich um Schwankungen um einen Mittelwert jeweils eines! betrachteten Pixels handelt, bei der Korrektur durch Bildkalibration um statische Einflüsse auf das gesamte Bild...

Grüße Markus
 
Ich hatte geschrieben, dass ich das Dithern mit dem "durchrollen" des Darks simuliere. Das ist so zu verstehen:
Durch das Dithern des Lights wird ein beliebiger Stern auf dem Bild bei jeder Einzelaufnahme um einen kleine Pixelanzahl verschoben. Von der Position des Sterns gesehen, verschieb sich aber das Dark. Zu jedem Einzelbild gehört ein anderer Rauschwert aus dem Dark an der Position des Sterns. Klar soweit?

Deshalb habe ich (bezogen auf den imaginären Stern) mein Masterdark für jede Einzelaufnahme um jeweils 2 Pixel verschoben. Das hat aber nichts mit dithern des Darks zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah, ok, jetzt verstehe ich das. Da du vorher etwas von Verschmieren geschrieben hattetst, dachte ich tatsächlich, dass du das Dark dithern wolltest...
So entspricht das quasi mit Dithern der Multiplikation der ins Masterdark eingeflossenen Einzeldarks mit der Anzahl der Lights.
Da sich der Graph aus der Mittelung bei steigender Anzahl der gemittelten Werte asymptotisch dem Mittelwert annähert, wird die Verbesserung des Rauschens dadurch irgendwann vernachlässigbar. Aber man kann natürlich einen bestimmten Rauschanteil mit deutlich weniger Einzeldarks im Masterdark erreichen. Das wäre vor allem bei langen Belichtungszeiten ein deutlicher zeitlicher Vorteil.

Deinen Graphen verstehe ich aber trotzdem nicht ganz, denn auch mit Dithern muss sich selbiger dem Mittelwert asymptotisch annähern.
 
...irgend wie kann man hier vorhergehende Beiträge nicht mehr bearbeiten. Ich meinte in meinem vorherigen Geschreibsel im unteren Absatz natürlich nicht Light, sondern Flat...

Weiterhin kalibriert man mit einem Light alle Unzulänglichkeiten, welche einen unterschiedlichen Photonenfluss in der Bildeben verursachen (z.B. Vignettierung, Verschmutzung im Strahlengang, etc), als auch Unterschiede...
 
Deinen Graphen verstehe ich aber trotzdem nicht ganz, denn auch mit Dithern muss sich selbiger dem Mittelwert asymptotisch annähern.

Dafür verstehe ich Deinen Satz nicht. ;)
Was meinst Du denn mit "selbiger"?

Die schwarzen Punkte im Plot sind die RMS Werte der gemittelten Lights ohne Darkabzug aus den verschiedenen Serien (2**k, (k=0,10)).

Die grüne Kurve gibt die RMS Werte der gemittelten Lights mit Darkabzug ohne dithern an. Das RMS der gemittelten Lights nimmt zwar kontinuierlich mit zunehmender Bildanzahl ab, wird aber letztlich durch das konstante RMS des Darks dominiert. Die grüne Kurve geht asymptotisch gegen das RMS des Darks.

Die rote Kurve zeigt die RMS Werte des Lights mit Darkabzug und dithern des Lights an. Weil das Rauschen des Darks sich immer wieder neu mit jedem Einzelbild wegen des Ditherns mischt, sinkt auch das RMS des im Light gemittelten Darks mit der Anzahl der Einzelbilder nach der statistischen Vorgabe (Wurzel aus...).

Je kleiner das RMS des Masterdarks, desto kleiner ist auch die RMS Zunahme des Gesamtbildes. In meinem Beispiel, wo das RMS des Masterdarks 1/10 des Einzel-Lights ist, eerhöht sich das Gesamt RMS um 0.5%

Deshalb liegt die rote Kurve fast auf den schwarzen Punkten.
 
Mit „selbiger“ meinte ich den Graph. Habe aber gerade gesehen, dass das ja in doppellog aufgetragen ist. Wer lesen kann ist halt klar im Vorteil... dann macht das natürlich wieder Sinn... Ich sollte wohl einfach ins Bett gehen...??
 
Kann ich aus den hier beschriebenen Zusammenhängen nachfolgendes ableiten?:

* Dithern ist immer gut und kostet keine (sehr wenig) Belichtungszeit
* Darks nur dann abziehen, wenn in ausreichender Zahl vorhanden

Angenommen, ich würde bei einer Belichtungsserie von 500 Aufnahmen a 60 Sekunden von jedem dieser lights nur ein einzelnes Dark (Masterdark bestehend aus einem Dark mit ein mal 60 Sekunden) abziehen, würde ich zwar das Verstärkerglühen und Hotpixel entfernen, mir aber jede Menge zusätzliches Rauschen einfangen?
 
* Dithern ist immer gut und kostet keine (sehr wenig) Belichtungszeit
* Darks nur dann abziehen, wenn in ausreichender Zahl vorhanden

Angenommen, ich würde bei einer Belichtungsserie von 500 Aufnahmen a 60 Sekunden von jedem dieser lights nur ein einzelnes Dark (Masterdark bestehend aus einem Dark mit ein mal 60 Sekunden) abziehen, würde ich zwar das Verstärkerglühen und Hotpixel entfernen, mir aber jede Menge zusätzliches Rauschen einfangen?

Das ist auch mein Verständnis.

Man muss zwischen Dunkelsignal und Dunkelrauschen unterscheiden.
Durch einen Darkabzug wird man nur das Dunkelsignal los, das Dunkelrauschen aber bleibt im Bild.
Das Dunkelrasuchen kann man nur durch Kühlen (dann sinkt das Dunkelsignal und damit auch das Dunkelrauschen) verringern, aber nie ganz eliminieren.
Will man beim Darkabzug nicht signifikant zusätzliches Rauschen einbringen, dann muss man mehrere Darks aufnehmen und mitteln.

Wenn das Dunkelsignal sehr glatt ist, dann kommt man prinzipiell auch ohne Dark aus, weil man dann in der Bildbearbeitung quasi einfach einen Offset abziehen kann (macht man automatisch beim Stretching).
Ist das Dunkelsignal aber sehr inhomogen, v.a. wenn man Verstärkerglühen etc. hat, dann kommt man um Darks nicht herum, und dann gilt "auch nur ein einzelnes Darkframe ist besser als gar keines" (auch wenn man dadurch wieder Rauschen in das Summenbild bringt).

CS
Stefan
 
Moin,

ein Darkabzug beseitigt immer die Hotpixel usw., aber er bringt im so mehr Gewinn, je besser das Dark ist, insofern würde ich jetzt nicht sagen, dass man ein einzelnes Dark nicht abziehen "darf", aber man verschenkt eine Menge durch den relativ höheren Rauschanteil, wie Stefan es schrieb.

Wie viel Zeit man mit dem Dithern verliert liegt an dem Setup. Das Dithern ist ja eine mechanische Verstellung der Montierung, keine elektronische Operation, die ein paar Sekunden braucht bis der Leitstern am neuen Pixel sitzt, das Guiding wieder aufgenommen wurde und die Software die nächste Aufnahme freigibt. Wie viel anteilige Zeit zur den Belichtungen das braucht hängt von der Strategie ab (nach jeden Bild?), der Dauer des Vorgangs und der Belichtungszeit.

CS
Jörg
 
Kann ich aus den hier beschriebenen Zusammenhängen nachfolgendes ableiten?:

* Dithern ist immer gut und kostet keine (sehr wenig) Belichtungszeit
* Darks nur dann abziehen, wenn in ausreichender Zahl vorhanden

Angenommen, ich würde bei einer Belichtungsserie von 500 Aufnahmen a 60 Sekunden von jedem dieser lights nur ein einzelnes Dark (Masterdark bestehend aus einem Dark mit ein mal 60 Sekunden) abziehen, würde ich zwar das Verstärkerglühen und Hotpixel entfernen, mir aber jede Menge zusätzliches Rauschen einfangen?


Wenn Du ein Dark hast mit dem selben statistischen Rauschwert RMS wie des Light, dann vergrößert sich das Rauschen beim subtrahieren des Darks vom Light um Wurzel aus 2. Da Du das Dark bei jeder Einzelaufnahme abziehst, wird da RMS in jeder Einzelaufnahme um Wurzel aus 2 erhöht. Aber nur wenn Du das Ligth ditherst. Ist klar. Sonst bleibt das Rauschmuster des Dark in den Lights erhalten.

Das bedeutet, dass Du nach 500 Aufnahmen ein RMS erhälst, das Wurzel aus 2 mal so groß ist, wie das ohne Darkabzug.
Oder, anders ausgedrückt: effektiv hast Du nur eine Rauschminderung die der von 250 Aufnahmen ohne Darkabzug entspricht.

Hast Du ein Masterdark dessen RMS nur 10% des Light RMS beträgt, erhöht sich das Rauschen in der Einzelkarte, wie auch in der Endkarte um Wurzel( RMS**2 + (RMS/10)**2) also auf 1.005 * RMS

Es lohnt sich also, ein Masterdark aus 100 Einzeldarks zu generieren (vielleicht auch weniger), denn dann erhöht sich das Ruschen (RMS) in den Einzelbilder bzw aufgemittelten Bild nur geringfügig. Die Rauscherhöhung durch den Masterdarkabzug ist dann vernachläßigbar klein.

Noch eine Anmerkung: Wenn man eine große Anzahl (> 100) von Einzelbildern macht, ist die Wahrscheinlichkeit, beim Dithern an den selben Stellen zu landen wie bei den Einzelbildern vorher natürlich groß. Weil der Ditherbereich sehr eingeschränkt ist auf wenige Pixel in beiden Koordinatenrichtungen. Das zerstört natürlich ein bisschen die Statistik und es kommt automatisch zu einer Rauscherhöhung im gemittelten Bild. Je mehr Bilder man macht um so wahrscheinlicher ist das Dithern auf der selben Position auf dem Chip, die vorher schon einmal belegt wurde..
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch eine Bemerkung: Es gibt ja auch Leute, die "automatisch" dithern. Also keine Guiding an der Montierung betreiben. Dann kommt es durch schlechte Nachführeingenschaften der Montierung, keine Benutzung eines Pointingmodells oder ungenaue Einnordung automatisch zu einer Drift der Sterne auf dem Chip. Was einem Dither gleich kommt. Dann hängt es von der Güte der Nachführung ab. Generell gilt: je schlechter die Nachführung, desto besser die Dithereigenschaft.

Nemen wir an der Stern bleibt in der Einzelbildfolge für jeweils 10 Bilder an der selben Position auf dem Chip. Dann kommt das einer Erhöhung des Rauschwerts RMS im Masterdark um einen Faktor Wurzel(10) = 3 gleich. Damit erhöht sich das Rauschen im gemittelten Endbild um 5%, also einen Faktor 1.05*RMS, wenn das Masterdark RMS 10% des Light RMS ist. Geht aber auch noch.
 
Hallo Peter,

Ich kann dir da nicht ganz folgen.
Eine schlechte Einnordun oder Nachführ-/Guiding-Fehler führen doch zuerst mal zu deutlichen Bildfehlern (längliche Sterne, unscharfe Objekte). Nur mit einem dedizierten Dithering zwischen gut nachgeführten Aufnahmen führt das zu besseren Bildern.

Nach meiner Erfahrung ist der Zeitverlust durchs Dithern auch eher unkritisch. Ich belichte typischerweise 25x 5 Minuten und dithere mit APT und MGEN nach jedem Bild. Das dauert jeweils ca. 10 Sekunden, meine Gesamtdauer verlängert sich also von 125 auf knapp 130 Minuten. Das kann ich verschmerzen... ;-)
 
Unguided kann man nur mit Kurzzeitbelichung ("Lucky Imaging") machen. Ist klar. Das ist aber momentan im Trend. Deshalb habe ich das geschrieben. Ansonsten gebe ich Dir recht.
 
Hallo,

ich verwende eine sehr alte EQ2 Montierung mit Eigenbau-Nachführung. Da sind bei 300mm Brennweite nur ca. 8 Sek. möglich.
Ca. 60% bis 70% der Bilder sind später verwendbar, also punktförmige Sterne. Dennoch habe ich einen Drift durch nicht exakte Einnordung und auch regelmäßige Sprünge durch die ungenaue Montierung.
Das Thema Dithern stellt sich da für mich dann nicht mehr, findet automatisch statt. Ein Masterdark aus ca. 20 Aufnahmen erstelle ich aber vor allem wegen der zahlreichen Hotpixel.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

ich habe in meiner letzten Session geschuldet durch den Ausfall des Autoguiding manuell über die ASCOM-Buttons gedithert. Mal ein Schritt in den Norden, mal Süden, mal 2x Westen usw. Und zwar genau in den Pausen zwischen den Bildern. Sprich die Montierung darf auch perfekt eingenordet sein. Das gestackte Bild zeigte keinerlei Muster.
 
Ich sehe das automatische Dithern (Drift wegen mangelnder Einnordung) eher skeptisch. Da der Drift eine definierte Richtung hat, findet wieder eine "Streifenbildung" statt. So meine Erfahrung
 
Eine Frage an die Astrokollegen mít einer gekühlten Kamera:

Eigentlich könntet Ihr doch ein SUPERMASTERDARK erstellen. Die Kamera mal 30 Stunden darks machen lassen und diese dann ein einziges mal zu einem Masterdark mittel.

Der Aufwand dürfte sehr gering sein und zusammen mit dithern die bessten Ergebnisse liefern, oder?

Man müsste sich halt auf eine Temperatur, eine Einzelbelichtungszeit, eine Gain und Offset-Einstellung festlegen.
 
Hallo Martin,

ich habe eine gekühlte Kamera.
Für mein Masterdark habe ich 30 Darkframes gemacht. Hier gilt das gleiche wie bei den Lights, dass ab einer gewissen Zahl von Frames die Verbesserung durch ein noch weiteres Frame marginal wird, deswegen braucht man hier nicht unendlich viel Aufwand treiben.

Wichtiger ist nach meiner Erfahrung aber die Kühlung an sich. Bei -10°C habe ich ein so geringes Dunkelsignal und damit ein so geringes Dunkelrauschen, dass es gegenüber dem Himmelsrauschen und dem Ausleserauschen vernachlässigbar ist.

Grüße
Stefan
 
Ich sehe das automatische Dithern (Drift wegen mangelnder Einnordung) eher skeptisch. Da der Drift eine definierte Richtung hat, findet wieder eine "Streifenbildung" statt. So meine Erfahrung

Das kann man machen. Aus meiner Sicht lohnt sich der Aufwand aber nicht. Obwohl es strenggenommen kein Auwand ist.
Ich belichet 5min bei -15°C. in 30h bekomme ich also 360 Einzeldarks. Im Masterdark reduziert sich das RMS dann auf
sqrt(1./360.0) = 0.053, also ca 5% des RMS eines Einzeldarks.

Meistens haben die Lights einen größeren RMS Wert, weil Lichverschmutzung dazukommt. Angenommen Light und Dark haben das gleiche RMS, dann erhöht sich das RMS Rauschen im (Light-Dark) um einen Faktor von 1.0014. Oder 0.14%

Ich haben nur 64 Darks gemittelt, damit bekomme ich in (Light-Dark) eine RMS-Erhöhung von 1.0079. Oder 0.79%

Beide RMS Werte unterscheiden sich nicht wirklich von 1. Das kann man auf jeden Fall nicht mehr messen und schon gar nicht in den Bilder erkennen.

Bei 30 Darks kommt man auf 1.65% Rauscherhöhung (RMS). Auch das ist völlig OK. Das erkennt man nicht im Bild.

PS: Die Formel für den Faktor lautet: Wurzel(1 + 1/N) wobei N die Anzahl der Darks ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe oben den falschen Beitrag zitiert. Da waren zwei Beiträge von hauser hintereinander. Das gibt mir aber Gelegenheit, noch einmal auf die Frage einzugehen. Ich glaube ich habe die im oberen Beitrag falsch interpretiert. Der obere Beitrag gibt das Rauschverhalten mit dithern an. Der Rauschwert erhöht sich um Wurzel(1 + 1/N), wenn man das Masterdark von den geditherten Lights abzieht, gegenüber der einfachen Mittelung der Lights, ohne Masterarkabzug.

Eine Frage an die Astrokollegen mít einer gekühlten Kamera:

Eigentlich könntet Ihr doch ein SUPERMASTERDARK erstellen. Die Kamera mal 30 Stunden darks machen lassen und diese dann ein einziges mal zu einem Masterdark mittel.

Der Aufwand dürfte sehr gering sein und zusammen mit dithern die bessten Ergebnisse liefern, oder?

Man müsste sich halt auf eine Temperatur, eine Einzelbelichtungszeit, eine Gain und Offset-Einstellung festlegen.


Jetzt hat man noch den Fall, das Masterdark zu subtrahieren ohne zu dithern. Wie erhöht sich das Rauschen dort? Aus meiner Grafik weiter oben geht hervor, dass sich dann das Rauschen des gemittelten Bildes asymptotisch an das Rauschen des Masterdarks nähert mit zunehmender Anzahl von Lights.

Die Formel für die Verstärkung F des Rauschwerts RMS in diesem Fall ist:

F = Wurzel(1 + M/N) wobei M die Anzahl der Lights und N die Anzahl der zum Masterdark gemittelten Einzeldarks ist.

F ist der Faktor der Rauschgrößerung, die sich durch Subtraktion des Masterdarks gegenüber der reinen gemittelten Lights ohne Masterdarkabzug.


Um auf die "Streifenbildung" einzugehen. Die entsteht aber nicht durch das schlechte Guiden. Entwerder hast Du keine Dark abgezogen, oder zuweninge Einzeldarks zu einem Masterdark kombiniert.
Gerade bei Kurzbelichtungen kommen ja schnell mal 1000 Bilder zusammen. Wenn man dann ein Masterdark abzieht, das nur aus 100 Einzeldarks gemittelt wurde, hat man ein Problem (Annahme: Einzellights und Einzeldarks habe die gleiche Bilichtungszeit). Aus der Formel ergibt sich dann eine Rauschverstärkung F = 3.32. Das Rauschen ist hier 3.32 mal höher, als in den gemittelten Lights ohne Masterdarkabzug.

Erst wenn man z.B. 10 mal mehr Einzeldarks als Einzellights zu einem Masterdark vereint, erhöht sich das Rauschen um einen verträglichen Wert von 5%. Das ist sicher OK.

Den Fehler habe ich z.B bei meinem Hyperstar System gemacht. In dieser Konstellation guide ich nicht. Ich habe kein Leitrohr. Im Sekundärfokus benutze ich einen OAG, da klappt dann auch das Dithering.

ich habe auch hier nur 64 Darks a 1min zu einem Masterdark vereint, aber bis zu 200 Einzelbilder mit diesem Masterdark kombiniert. Aufgrund des leichten Spiegelshiftings bekomme ich zwar "automatisch" ein Dithering, aber das reicht wahrscheinlich nicht aus. So muß ich also mindestens 2000 Einzeldarks a 1min machen, um das Rauschen auf einen akzeptablen Wert zu drücken. Ich kann aber auch meine 5min Einzeldarks dazunehmen, dann komme ich umgerechnet auf 384 Einzeldarks. Das reicht aber immer noch nicht. Das Rauschen steigt auch hier um einen Faktor 1.23, also 23%.
 
Hallo alle zusammen.
Kleines Update: ich hab jetzt die Settings welche Stefan mir empfohlen hat angewendet und das USB Verbindungskabel zwischen Laptop und MGEN getauscht. Tja- was soll ich sagen, gestern fast 4h Belichtet und gedithert ohne irgendwelche Probleme. Höchstwahrscheinlich war es wirklich das Kabel, was ich aber anfangs für sehr unwahrscheinlich hielt, da es neu war. Auf jeden Fall mit dem neuen neuen Kabel hats gefunkt :)

War aber trotzdem sehr viel nützliche Information in der Diskussionsrunde, deswegen ein grosses Dankeschön für Euren Input.

CS Gabriel
 
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