Dithern mit mehreren Kameras auf einer Montierung

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

ich plane 2 Kameras auf einer Nachführung gleichzeitig einzusetzen.
Eine soll sich an meinem Teleskop befinden, die andere Huckepack mit einem Objektiv aufnehmen.

Zusätzlich dazu will ich so langsam auch mal Dithern zu meinem Aufnahmeprozess hinzufügen, da mich die Hotpixel doch sehr stören. Die Nachführung wird eine EQ6 R-Pro sein, als Guider kommt der MGEN2 zum Einsatz.

Das einfachste wäre es natürlich, beide Kameras über den MGEN anzusteuern und darüber auszulösen. So ließe sich auch das Dithern mit dem Guiding synchronisieren. Allerdings kann es ja immer mal vorkommen, dass ich für beide Kameras unterschiedliche Belichtungszeiten brauche. Lässt sich das dann überhaupt noch sinnvoll lösen? Ich stelle es mir doch eher schwierig vor, die Kameras genau gleichzeitig auszulösen, vor allem mit durchgefrorenen Händen...

Wie löst ihr das, wenn ihr keinen Laptop verfügbar habt, und mehrere Kameras gleichzeitig betreiben wollt? Oder habe ich da tatsächlich schon die einzige mögliche Lösung gefunden?

Freundliche Grüße und CS
Gerrit
 
Hi Gerrit,

ich habe eine ähnliche Kombo wie Du - allerdings stationär.
Bei Nutzung von zwei stand-alone CCD Kameras (ich brauche keinen Laptop dafür) guide ich mit dem MGEN3 und lasse das Dithern weg. Die Montierung ist aber sauber gescheinert, sodass ich das Dithern nicht unbedingt brauche (es aber auch gerne hätte)...

Gruß
Ernie
 
Hallo,
ich nutze auch mehrere Kameras gleichzeitig auf einer nachgeführten Montierung inkl. Dithern. Allerdings habe ich dafür keine Lösung "von der Stange" gefunden, sondern selbst ein Programm geschrieben, das die einzelnen Kameras ansteuert. Jede CCD/CMOS Kamera hat dafür einen eigenen Raspberry PI 4B (mit Indi/Ekos), die Synchronisierung und Auslösung der DSLRs läuft auf einem Raspberry Pi 3B+.
Den Takt für das Dithern gibt dabei die längste Belichtungszeit an. Wenn in dieser Zeit mit einer anderen Kamera mehrere kürzere Belichtungen durchgeführt werden können, wird das ohne Dithern dazwischen gemacht (also z.B. 1x 180s mit einer CCD/Teleskop und 3x 60s mit einer DSLR/Objektiv, warten bis alle Kameras fertig sind, anschließend Dithern).
Den Belichtungsplan kann ich vorgeben, der wird dann über die Nacht abgearbeitet.
CS, Detlef
 
Hi Detlef,
das klingt interessant! Ich habe ja zwei Linux CCD Kameras.
Kannst Du etwas mehr dazu mitteilen, oder gar teilen?

Thx
Ernie
 
Hallo Ernie,
teilen wird schwierig, da müsste ich erst einmal 100 Seiten Handbuch schreiben :rolleyes:.
Aber die Idee ist folgende:
Mit einem kleinen Frontend (bei mir mit Browser, Javascript und PHP - geht aber auch anderes) erzeuge ich mir für jede Kamera, die ich ansteuern möchte, eine einfache Textdatei auf dem Raspberry Pi 3B+ zur Steuerung. Darin steht am Anfang jeweils die Info, wo und wie die Kameras (und evtl. Filterrad und Focuser) zu erreichen sind. Die DSLRs haben jeweils einen lokalen USB Auslöser, die CCD/CMOS/Filterräder/Focuser werden über indi_getprop und indi_setprop Kommandos gesteuert. Bei diesen Kommandos kann man den Host (also in meinem Fall einen der Raspberry Pi 4B) angeben, auf dem das Kommando ausgeführt werden soll.
In der Textdatei für jede Kamera folgt dann für jede Belichtungssequenz eine Zeile, die definiert, was gemacht werden soll:
Anzahl geditherter Sequenzen, Anzahl Aufnahmen innerhalb einer Sequenz, Belichtungszeit, evtl. Filternummer
Ein Programm (in C geschrieben) arbeitet für jede Kamera parallel immer genau eine Zeile ab und wartet am Ende solange, bis alle Kameras damit fertig sind. Dann folgt die nächste Zeile, usw. Die Sequenzen werden mit den Kameras synchronisiert und gewartet, bis alle Kameras mit ihrer Sequenz fertig sind, dann wird gedithert (und noch einige andere Dinge gemacht, wie Temperatur/Luftdrucksdaten für die Montierung aktualisieren, Fokus auf Basis der geänderten Temperatur korrigieren) und dann die nächste Sequenz gestartet.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass das alles über mehrere Jahre "gewachsen" ist und inzwischen stationär installiert ist, da man ja ein kleines Netzwerk aus Linux Rechnern aufbauen muss. Inzwischen ist Kstars/Ekos/Indi recht stabil und der Treibersupport durch die CMOS Kamera Hersteller gegeben, so dass das alles mittlerweile sehr zuverlässig funktioniert.
CS, Detlef
 
Cooler Ansatz, Detlef! Das lass ich mir mal durch den Kopf gehen.

Aktuell nehme ich ungedithert meistens 900s oder 1800s auf, parallel, nur mit MGEN guiding . Klappt auch ohne walking pattern...

Danke für die Idee,
Gruß
Ernie
 
Hallo,

mit APT funktioniert das. Man muss dazu zwei Instanzen von APT starten und eine Kamera als Master und die zweite als Slave bestimmen.
Die Kamera mit der längeren Belichtungszeit sollte man als Master nehmen.
Ist die Master Kamera fertig mit der Aufnahme wartet diese bis die Slave die Aufnahme beendet hat .
Anschließend wird gedithert und anschließend die nächsten Aufnahmen gestartet.
Das funktioniert sehr gut.
Ob der MGEN das unterstützt weiß ich nicht, habe keinen.

VG Cl.-D.

PS. APT unterstützt auch den MGEN, müsste also auch mit diesem als Guider funktionieren.
Ein Laptop wird allerdings dazu benötigt.
 
Hallo zusammen,

erstmal danke für die vielen Antworten!

Mangels eines mobilen Laptops kommt die Lösung mit APT für mich leider nicht in Frage. Schade, wäre so schön einfach gewesen....

Die Lösung mit den Raspies klingt interessant. Muss ich mir mal näher angucken.

Aber ansonsten glaube ich, wird es kaum eine Stand Alone Lösung dafür geben. Ich wollte nur sicher sein, dass ich nicht mal wieder auf beiden Augen blind war, und die offensichtlichste Lösung übersehen habe...

CS Gerrit
 
Wenn APT nicht in Frage kommt, dann wohl NINA auch nicht oder? NINA beherrscht das ebenfalls, wenn du zwei Instanzen öffnest. Wenn dus aufn nen 12V Mini-PC mit Win10 installierst wär das auch mobil.
 
Das Problem an sich ist nicht APT, sondern der Laptop bzw. dessen Strombedarf...
 
Wenn der Strombedarf das Argument ist musst du aber die Raspis auch verwerfen. Die ziehen nur unwesentlich weniger als zb. ein MINIX.
Über einige Stunden gemessen zog meiner 0.8a und max. 1.1a. Steuern kannst du den über VNC am Handy oder Tablet. Einzig der AP muss sauber gelöst sein, sonst stehst Abends da und kommst nicht mehr remote auf den Rechner:mad:
 
Hi ,
wenn es nicht geht mit LAptop , dann mußt du in den sauren Apfel beißen .
Machst du 10 Aufnahmen mit 180sek . , der MGEN Dithert glaube ich alle drei Aufnahmen , hast du in der Zeit 41 Aufnahmen mit dem Objektiv gemacht a=1min . Davon mußt du 9 löschen wo gedithert wurde . Ist doch eigendlich kein Problem . Da du mit den gr. Teleskop wohl länger belichtest werden über 100 Aufnahmen mit den Tele zusammen kommen .
Laptop und Strom das wurde schon mal diskutiert . Vorher voll aufladen , dann direkt mit ans Stromnetz , soll weniger Energie verbrauchen .
Dann kann man sich ein Y-Kabel kaufen/basteln wo der MGEN beide Kameras gleichzeitig ansteuert , wohl bei gleicher Belichtungszeit . Ansonsten einfach mit einen Timer das Tele mit laufen lassen .
 
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