[DIY] Classical Cassegrain GSO CC8, Moddings und „Solar Cassegrain“

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Ehemaliges Mitglied 78007

Hallo liebe Sternfreunde,

auf der Suche nach einem Teleskop für Sonne, Mond, Planeten mit ordentlich originärer Brennweite bin ich beim Guan Sheng Optical CC8 fündig geworden.

Als reines Zweispiegelsystem scheint es mir für die Sonne wie gemacht, stelle ich mir doch vor vom Ultravioletten bis in ferne Infrarot beobachten zu können. Zudem möchte ich im Weißlicht mit Herschel- oder Brewster-Keil, also ohne Frontfilter beobachten können. Der Hitze wegen sind einige Veränderungen nützlich, Vorversuche im Originalzustand verliefen mehr als erfolgsversprechend.

Meine Moddings wollte ich hier in loser Reihenfolge einstellen, so wie es sich ergibt und ich Zeit habe. Wer interessiert ist, mag den Thread begleiten. Ich freue mich über Kommentare und bereichernde Gedankengänge.

Vorweg, der Flanschdurchmesser ist mit dem des Celestron C8 identisch. Ich will es in einer C8-Gabelmontierung verwenden.

Hier ist das gute Stück.

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  • Entlackung

Ich entlacke gerne. Der Wärmeaustausch mit der Umgebungsluft per Wärmeleitung geht einen Ticken schneller vonstatten. Hochglanzpoliert ist Aluminium ein vergleichsweise guter Wärme- und Lichtreflektor. Und gefällt mir.

Hier der entlackte hauptspiegelseitige Flansch.

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Zum Vorschein kam ein Flansch und eine Hauptspiegelfassung von erstklassiger Verarbeitungsqualität. Eine feine Ausgangslage für eine Hochglanzpolitur.

  • Lüftungsschlitze

Das CC8 ist rückseitig geschlossen. Zusammen mit dem Rohrtubus stellt es eine Topfkonstruktion dar. Damit im Tubus möglichst zügig eine ausgleichende Thermik in der Temperierphase zustande kommt, wären Ventilatoren angebracht. Ich wollte es zunächst mit natürlicher Thermik versuchen und habe drei schlitzförmige Öffnungen vorgesehen.

Ohne Fräsmaschine habe ich vorgebohrt und mit Metallfeilen die Schlitze ausgefeilt.

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Ich versuchte dabei dem Teleskopdesign ein wenig zu folgen.

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Die Innenseite der drei Mulden habe ich belassen. Sollte es nach der Temperierphase in der Beobachtungsphase Luftschlierenprobleme geben, die ihre Ursache in der Luftströmung hätten, kann ich dort Scharniere für Klappen anbringen, mit denen ich die Schlitze optional schließen kann.

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Der Hintergedanke ist dabei, dass die Luft in der Temperierphase am Hauptspiegel vorbei und der Tubuswand turbulent und laminar entlang gleitet. Dass also Umgebungsluft und Tubusluft sich möglichst zügig angleichen. Und bei der Gelegenheit den Hauptspiegel in seiner Temperierung mitziehen.

… Fortsetzung folgt

Grüße, *entfernt*
 
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  • Entlackung Frontring
Unter dem Lack kam erstklassige Druckgussqualität zum Vorschein.

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Die Innenseite läuft zum Spiegel hin konisch zu. Das vermeidet Reflektionen in den Tubus. Die Mulden für die Fangspiegelhalterung sind nicht gefräst sondern sind in Druckgussqualität sauber ausgeführt.

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Die Schrauben der Fangspiegelarme sind vom Tubus verdeckt. Kleine Abschnitte von Erhebungen lassen das Tubusrohr passgenau klemmen.

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Die vordere Innenseite hat ohne Lack einen Durchmesser von~ 221mm.

… Fortsetzung folgt.

Grüße, *entfernt*
 
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  • Entlackung Cassegrain-Spiegelhalter
Ich hoffte, dass unter dem Lack blankes Aluminium hervorkommt, das ich wieder hochglanzpolieren könnte. Stattdessen kommt ein schwarz eloxiertes Frästeil zum Vorschein, das in allerfeinster Qualität und Haptik ausgeführt ist.

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Vorteilhaft für meine weiteren Umbauten sind die drei Vertiefungen.

  • Umbau Spiegelmimik für neue Justagemethode

Im Originalzustand fixiert eine zentrale Zugschraube die Spiegelfassung, während drei Druckschrauben die Justage übernehmen. Bei meinen Voruntersuchungen stellte sich heraus, dass der Mittenmarkierungsring des Cassegrainspiegel unverspiegelt ist, und damit rückseitig lichtdurchlässig. Quelle Chance!

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Wollte ich nun mit einem klassischen Laser den Cassegrain-Spiegel justieren, müßte ich erkennen können, ob der Laserstrahl zwecks Justage auch die Mitte trifft. In diesem Fall, müsste ich nur auf die Spiegelrückseite schauen können. Es würde also genügen, die zentrale Zugschraube zu entfernen und sie durch eine andere Zugmimik zu ersetzen.

Umgekehrt stelle ich mir vor, wenn es mir zwecks Justage gelingt, die Mittenmarkierung zum Leuchten zu bringen, sollte auch das einfacher gelingen.
Das Blendschutzrohr des Hauptspiegels wird mit dessen Justage verstellt, so daß es eher nicht als Zentrierhilfe herangezogen werden kann. Möglicherweise gelingt es mir derart, ohne Ausrollen der optischen Achse klarzukommen.

Kurz und gut, es bieten sich zwei Möglichkeiten an, wenn ich die drei Druckschrauben in ihrer Funktion so belasse.

- Drei Zugschrauben außen, neben, zwischen die Druckschrauben
- Drei Zugfedern außen, auch dorthin, versenkt in den drei Aussparungen

Ich habe mich für (sehr starke) Zugfedern entschieden. Die Justage geht dann zügiger von der Hand.

Damit wäre die optische Achse des Cassegrain von beiden Seiten optisch zugänglich.

Fortsetzung folgt …

Grüße, *entfernt*
 
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  • Neue Spiegelfassung, Spiegelträger

Auf den Spielträger habe ich drei harte Schwingungsdämpfer aufgeschraubt. Auf die wird der Cassegrain-Spiegel aufgeklebt. An den drei Kreuzschlitzschrauben werden die drei Zugfedern befestigt.

Derart aufgehängt, sollte der Spiegel von der Umgebungsluft allseitig gut umspült werden. Die ohnehin minimale Wärmeausdehnung sollte von den Gummis ohne zu zwicken gut abgefangen werden können.

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Fortsetzung folgt …

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Ich habe auf Druckfeder umgestellt. Das spart Gewicht ein. Im Cassegrain-Spiegelträger habe ich drei M5 Einschlaghülsen verwendet.

Die Druckfedern haben einen Durchmesser von 15mm und liegen damit maximal möglich und satt auf. Die Federkraft ist so hoch, dass ich sie kaum zusammendrücken kann. Es schwingt und federt nichts. Das kann so bleiben. Konterschrauben zum Fixieren sind entbehrlich.

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Die Mitte, in der vorher die Zugschraube saß, ist jetzt frei durchsehbar.

Die Spiegelmitte ist damit einsehrbar und beleuchtbar.

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Fortsetzung folgt …

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Hier im Detail die Armbefestigung. Eine M3-Senkkopfschraube. Die vier Schrauben sind originär vom Tubusblech verdeckt und von außen nicht zugänglich.

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Hier die Sicht auf die Innenseite. Der Ring ist kreisrund und mit der Schieblehre überpüft. Die Arme sind kürzer als der Durchmesser. Die Spiegelmitte ließe sich derart +/-0,5mm verschieben.

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Ich habe den Tubus durchbohrt, um die vier Schrauben von außen zugänglich zu machen.

Die Spinne schraube ich spannungsfrei ein. Die Justagefreiräume fülle ich mit M3-Beilagscheiben auf.

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Derart kann ich die Spinne aufwandsarm aus- und einbauen.

Fortsetzung folgt …

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Die Zentrierung des Halters habe ich überdacht. Das Einlegen von M3-Beilagscheiben ist mir zu fummelig. Stattdessen schraube ich die Arme aussen am Ring auf Anschlag und zentriere den Halter in der Mitte. Dazu habe ich die Bohrungen zu Langlöchern ausgefeilt. Und den Lack auf der Montagefläche entfernt.

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Die Spiegelfassung habe ich modifiziert und ihr ein ansehnliches Finish gegeben. Die drei Spiegelgummis befestige ich mit Innensechskant-Senkkopfschrauben, M4x4, in V2A wie die Fassung.

Die Einpressmutter hat eine größere Bohrung bekommen und kann sich nun frei darin bewegen. Damit könnte die Fassung zusätzlich um circa +/- 0,5mm in allen Richtungen verschoben werden. Das könnte erforderlich werden, um die durch zentriertes Aufkleben entstandenen Ungenauigkeiten auszugleichen.

Die Einpressmutter dreht sich bei der Justage nicht mit. Die Kraft der Druckfeder ist so hoch, dass die Reibung ein Mitdrehen verhindert.

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Jetzt gehts ans Aufkleben des Cassegrain-Spiegels.

Fortsetzung folgt …

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Hallo Reinhold,

schade, dass sich so niemand zu Deinen Arbeiten hier äußert... dann möchte ich das einfach mal machen ;-) .

Zunächst einmal Danke für Deine Ausführungen, finde den Werdegang Deines Fernrohrs hier echt interessant.
Die hand-ausgefeilten Bananenlöcher in der spiegelseitigen Rückwand sehen sehr sauber aus, wie gefräst.
Bin auch sehr gespannt, wie das Teil dann fertig aussieht. Vor allem hätte ich jetzt von so einem "Chinakracher"
gar nicht so eine gute Fertigungsqualität erwartet. Aber scheinbar gibt es da auch Ausnahmen, zumal ich den
Anbieter/Hersteller auch nicht kenne. Kannst Du vielleicht etwas zur optischen Qualität schreiben?

Recht weit oben hast Du u.A. geschrieben, dass Du gerne entlackst. Mit welchem Verfahren bewerkstelligst Du
das? Spontan fällt mir nur Sandstrahlen ein oder hast Du da etwas anderes?

Noch weiter viel Erfolg und gutes Gelingen bei Deinem Projekt, ich bleibe hier auf jeden Fall "lesend" am Ball ;-) .


Gruß + CS,
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

danke, das freut mich.

Zum Entlacken nehme ich 2K-Abbeizer von Furth Chemie. Ich streiche die Bauteile damit ein, hülle sie sofort nahezu luftdicht in Frischhaltefolie und lasse alles ein bis zwei Tage wirken. Manchmal muss ich den Vorgang wiederholen. Die Alulacke sind wirklich hartnäckig.

Die Fertigungsqualität erscheint mir hervorragend, von A bis Z.

Zur optischen Qualität kann ich momentan nur schwerlich was sagen. Ich habe das Instrument nur an der Sonne mit Herschelkeil getestet. Was heißt getestet, nur durchgeschaut, um zu schauen, ob soweit alles passt, Knackige Kontraste, das auf jeden Fall. Und dann ging es gleich zum Umbau.

Ich wollte, dass der Cassegrain-Spiegel allseitig von Luft umspült werden kann. Entweder natürlich oder künstlich. Mit Zylinder drumherum und rückseitig gut verpackt, geht das eher nicht gut.

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Das Färben der Spinne ziehe ich zeitlich nach vorne. Bei der Beobachtung der Sonne ist die Farbe Schwarz keine gute Idee. Die originale Farbe ist sehr rauh, also in der Schrägsicht nahezu nicht reflektierend. Ich habe testweise mit einem Farbstift überlackiert. Das funktioniert soweit. Könnte aber besser sen.

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Ich lege einen Zwischenstop ein, um nach einer gänzlich neuen Beschichtung zu suchen. Eventuell lässt sich das auch mit einer Wärmeschutzfarbe, wie sie offenbar an GREGOR verwendet wird, erledigen. Da muss ich noch etwas forschen. Dafür habe ich zusätzlich einen eigenen Faden aufgemacht.

Fortsetzung folgt …

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Ich musste einen Umbau der Cassegrain-Spiegelplattform vornehmen. Hintergrund …

Der Nennabstand zwischen schwarzem Halter und der Spiegelrückseite war bei mir ursprünglich 22,3mm. Die Druckfedern hätten unter Druck höchstens eine Höhe von ~10mm haben dürfen, und hätten kaum mehr Verstellspielraum als im Original gehabt.

Ich habe flache Spiralfedern im asiatischen Internethandel gekauft, 12mm Außendurchmesser, 20mm Länge ungefedert. Der Durchmesser passt in die Vertiefung des originalen Halters. Dazu Distanzhülsen 12x6,5 10mm lang, aus Aluminium. Damit die über die Einpreßmuttern rutschen können, habe ich die Einpreßmuttern mangels Drehbank runter gefeilt auf einen Durchmesser von 6,4mm.

Die Reihenfolge.

Links, Senkkopfschraube, Edelstahl
Kugelpfanne, Edelstahl
schwarzer Halter, Alu, eloxiert
Spiralfeder, lackierter Federstahl
Distanzhülse, Aluminium
Trägerplattform, Edelstahl
Einpreßmutter, Edelstahl

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zusammengebaut

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hier sieht man die Federn in der Vertiefung

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bombenfest das Ganze.

Fortsetzung folgt …

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