[DIY] Meade ETX-125 127/1900 f/15 , kunststoffbefreit, mit kurzbauendem SCT-Gewindeanschluss nachgerüstet

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ehemaliges Mitglied 78007
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Ehemaliges Mitglied 78007

Hallo liebe Sternfreunde,

die originale Rückseite des ETX-125 hat einen raumgreifenden Klappspiegelkasten angesetzt. Den Kasten habe ich komplett entfernt und den Tubus mit einer kurzen Prismenschiene versorgt. Das macht das ETX-125 deutlich schlanker und universell an Montierungen verwendbar.

Um bereits vorhandenes optisches SCT-Zubehör mit SC-2“-Gewindeanschluss nutzen zu können, habe ich einen SC-Gewindeflansch auf die rückseitige Tragplatte geschraubt.
Es handelt sich um einen handelsüblichen Adapter M44,5x1 auf SC-Gewinde. Den Flansch habe ich mit vier M1,5 Stahlschrauben befestigt und dazu in die rückseitige Tragplatte vier Gewinde gebohrt.

Derart kurzbauend habe ich viel Spielraum bis zur Designfokusebene. Ein Reducer kann beispielsweise direkt aufgeschraubt werden, wie beim SCT.

2370315F-74CA-42FB-AFE3-E2E66649DF71.jpeg

824DB052-125A-4E86-834C-7F4976CB0A6B.jpeg

Der Zusammenbau nach dem Gewindebohren ist etwas tricky. Ich bin so gut klargekommen: den Spiegel runterziehen, die drei Federringe positionieren, die Plattform aufsetzen, die drei Zugschrauben lose einschrauben, dabei dürfen die Federinge, die man nicht sieht, nicht verrutschen. Die Druckfeder der Fokussierung über den Gewindeflansch drücken. Dann den Spiegel mit eingesetzter Gewingestange auf die Mimik aufschieben und die Gewindestange in die Gewindebuchse eindrehen.

34D166E0-CAF9-49EB-BF05-D4B9A94C3037.jpeg

Die Federringe dienen lediglich dazu, das Kollimieren zu erleichtern. Die drei Zugschrauben brauchen nur mit leichter Zugkraft angezogen werden. Also nicht unnötig quetschen und stramm anziehen. Die drei Druckschrauben sind bis zum Ende der Kollimation lose. Ist die Kollimation erreicht, kontern die Druckschrauben und fixieren die Tragplatte fest. Die drei Federringe haben keine Funktion mehr. Es ist, denke ich, gut, wenn die Federringe bis zur nächsten Kollimation kein „gequetschtes“ Leben führen müssen und am Ende nicht mehr gut federn.

Grüße, *entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Reinhold,

das ist alles sehr interessant für mich, da ich auch ein 125er ETX habe.
Wie hast Du denn die rückwärtige Platte abbekommen. Bei mir sitzt die so fest, dass da gar nichts geht.
Ist die geschraubt?
Ebenso vorne die Fassung für den Meniscus - auch geschraubt?

Viele Grüße Michael
 
Hallo Michael,

wie ich es machen musste und welche Dramen sich dabei abspielten, erzähle ich eventuell später.

Die okularseitige Platte ist geschraubt und in meinem Fall mit rotem Sicherungslack fixiert. Meine (späte) Erkenntnis in meinem Fall: Der Sicherungslack des Flanschgewindes löst sich in Aceton.​

Heute würde ich eine Acteton-resistente verschließbare Dose nehmen, ein zwei Liter Aceton im Reinigungshandel kaufen, rückseitig befreites ETX hineinstellen, Spiegel ganz nach vorne verstellen, ein Fußbad einlassen bis zur Endhöhe des Gewindes (Anschlag plus 7mm) und ein zwei Tage wirken lassen. Dose muss dicht verschließbar sein. Aceton verdunstet sehr schnell.​

Da der Anschlag von aussen dicht schließt, muß das Aceton von innen in den Gewindegang eindringen und wirken können. Daher das Fußbad.

Was nicht funktioniert: Meniskus entnehmen und die Hauptspiegelmimik nach vorne entnehmen. Der Hauptspiegel passt nicht durch die Meniskusfassung.

Die Miniskusfassung ist nach meiner Einschätzung ohne Gewinde eingepreßt beziehungsweise geklebt.

Zum Auseinanderschrauben würde ich heute zwei Bretter mit passender Bohrung und umlaufender Klemmung nehmen und gegeneinander verdrehen. Hebelarm! Dann gibts einen Gewinner und einen Verlierer ;-)​

Grüße, *entfernt*

A1831D4D-C3EC-4E27-898C-BD0EF78A31D8.jpeg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Reinhold,

vielen Dank für die Ausführungen. Das erscheint mir sehr kompliziert zu sein.
Das lasse ich mal lieber.......
Ich wollte eigentlich mal die Fokussierung überprüfen, die sehr leichtgängig ist, aber fast ohne Shifting.
Bei Wegat-Optical in den USA gibt es eine Abschlußplatte im Austausch zu dem Plastikkasten da hinten
mit einem schönen 2´´ SC Gewinde. Sieht gut aus, ist aber ziemlich teuer und er akzeptiert nur Paypal.

Viele Grüße Michael

P1020999.JPGP1030001.JPG
 
Hallo Michael,

solange man nicht aufschrauben muss, würde ich auch nichts machen. Ich hatte geöffnet, weil ich das Blendrohr kürzen wollte und dann auch gemacht habe.

Das Angebot aus den USA kenne ich. War mir zu teuer und bringt ohne Not zusätzliches Gewicht mit. Wenn es nur um den 2“-SCT-Anschluß geht, würde ich einen Flansch drehen lassen, der einen kleinen Hals bekommt und dann einkleben. Gibts bei


Dort hatte ich vor einigen Tagen vier andere Adapter anfertigen lassen. Bin hochzufrieden, allererste Qualität. Perfekt schwarz eloxiert.

Den Adapter fürs ETX würde derart machen lassen. Für zwei weitere ETX in meinem Umfeld lasse ich sie derart anfertigen und klebe sie dann.

7BF4EE44-F65E-4802-BEB6-8B691457E864.jpeg

Der etwas kräftigere Strich soll die Klebung symbolisieren. Da darfs nur hauchdünn, wirklich hauchdünn einen Expoxi-Kleber geben. Eine gekippte Einklebung wäre nicht so günstig.

Ein Gedanke?

Grüße, *entfernt*
 
Hallo Reinhold,

also, dann bleibt es zu :)
Zu Deiner Skizze: Das sieht auch gut aus; aber wie Du schreibst, es darf nicht verkippen.
Sehr interessant jedenfalls, was Du da bastelst.

Viele Grüße Michael
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben