Dobson mit 2 Auge beobachten

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Cihan

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Hallo freunde,

Ich habe eine 150/1200mm Dobson von TS gekauft. Ich habe zuhause auch ein 10*50 Fernglas. Um ehrlich zu sein für mich macht beobachten mit 2 Auge mehr spaß.

Aber nur für kurze zeiten, weil ich bekomme steife Nacken und probleme mit Rücken. Beobachten mit dem Liegestuhl und ein stativ ist im Winter für mich uninteressant. Im Winter möchte ich im stehen beobachten für 1 stunde ohne Genickstarre.

Ich frage, kann ich nicht irgendwie auch beim Dobson mit zwei auge beobachten. Ich habe Baader Binokular mit 60° Einblickwinkel gesehen. Kostet 470 Euro.

Ich wollte ein Miyauchi kaufen 20*77. Aber der kostet 998 Euro und dann noch Stativ. Ich denke mit dem Dobson und Baader Binokular spare ich mehr und gleichzeitig habe ich mehr licht für lichtschwachere objekte.

Was denken Sie? Ist das ein lösung oder brauche ich etwas anderes?

Ich möchte hauptsächlich Deep Sky beobachten.

Vielen Dank im voraus,

Cihan
 
Hallo,

Ein Bino-Ansatz ist schon eine denkbare Löung, aber bedenke bitte, daß
  • das Licht des Hauptspiegels auf zwei Augen verteilt wird (also nix für Objekte hart an der Grenze)
  • das Prismen- und Spiegelsystem im Bino-Ansatz zusätzlich Licht schluckt
  • du für jede Vergrößerung ein Okularpaar benötigst
  • nicht jeder Binoansatz in den Brennpunkt des Teleskopes passt
  • Binoansatz plus zwei Okulare viel wiegt (Ungleichgewicht beim Dobson -> Ausgleichsgewichte bei diesem Öffnungsverhältnis (1/8) etwa 5 - 6mal so schwer wie dein Bino-Ansatz mit den Okularen, da kommen schnell ein paar Kilo zusammen)

So kann es schnell passieren, dass du auch auf einen ähnlich hohen Preis kommst wie beim Miyauchi. Lässt man die Verluste sämtlich unberücksichtigt, hättest du beim Bino-Ansatz für jedes Auge etwa einen 4-Zöller (106mm) [Fläche durch zwei Teilen, auf Durchmesser zurückrechnen].
Etwas Charme verbreitet natürlich die Tatsache, dass du mit verschiedenen Vergrößerungen arbeiten kannst. Leider weiß ich jetzt nicht, ob es für das Miyauchi einen Wechselokularsatz gibt.

Es gäbe noch die Möglichkeit, andere Ferngläser dieser Größe im Gebrauchtmarkt mal anzuschauen. Ich selbst habe ein 16x70 von Fujinon, mit dem ich (obwohl ich auf eine Brille angewiesen bin) sehr gerne beobachte.

In diesem Sinne


 
Hallo Christian,
Lässt man die Verluste sämtlich unberücksichtigt, hättest du beim Bino-Ansatz für jedes Auge etwa einen 4-Zöller (106mm) [Fläche durch zwei Teilen, auf Durchmesser zurückrechnen].

Also, ich habe geschrieben, dass ich ein 6" Dobson habe.

Habe ich nicht dann 150mm /2: 75mm für jedes auge?
Oder habe 4 Zöller wenn ich Binoansatz benutze?

Mit freundlichem Grüßen

Cihan

 
Hi Cihan,

ich kann mich Christian nur anschließen.

Ich würde auch das Myiauchi statt eines Binoansatz empfehlen. Du kannst für 248,-EUR zusätzlich ein paar 30x77 Wechselokulare dazukaufen. Dann hast Du ein hochtransportables Gerät, das eine echte Alternative zum Dobson darstellt.

Das große Gesichtsfeld mit den 20x Okus und der bequeme Einblick, gepaart mit der wirklich guten Optik des Myiauchi bringt Dir unter einem guten Himmel eine echte Offenbarung!

Und denke dran: Jedes Instrument ist nur so gut, wie oft Du es benutzt, und das wird beim Spontanspechteln mit dem Myiauchi wesentlich häufiger der Fall sein als mit dem Dob.

carpe noctem
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Habe ich nicht dann 150mm /2: 75mm für jedes auge?

Nein, hast du nicht. Mit der Formel für die Kreisfläche (A=d² * pi/4) hast du bei doppelter Öffnung die vierfache Fläche, da der Durchmesser ins Quadrat geht und das Quadrat von 2 nunmal 4 ist.
Entsprechend: Bei einem Viertel der Fläche hast du den halben Durchmesser, aber du teilst ja nur durch zwei, weil du zwei Augen hast.
Du kannst dir das ganz schnell klarmachen, wenn du einen großen Kreis malst und dann in den Kreis zwei kleine Kreise hineinzeichnest, die den halben Durchmesser des großen Kreises haben und sich in der Mitte des großen Kreises berühren (sieht dann etwa aus wie eine 8 mit einem Umkreis). Dann siehst du sofort, dass oben und unten noch zwei Flächen übrig bleiben. Diese haben jeweils die Fläche eines der kleinen Kreise, die du eingezeichnet hast.

Oder mal anders: Mit 150mm Öffnung hast du nach der obigen Formel 17671,5 mm² Fläche, die teilst du jetzt durch zwei, dann bleiben pro Auge noch 8835,75 mm² übrig. Dies entspricht einem Durchmesser von 106,1mm (also einfach die 8835,75mm² mal vier nehmen, dann durch pi teilen und davon die Wurzel ziehen).
Du kommst noch schneller auf die Lösung, wenn du deine 150mm einfach durch Wurzel2 (1,414213561...) teilst. Dann hast du gleich deine 106mm, aber ich denke, der ausführliche Weg wie oben beschrieben ist etwas einleuchtender.
 
Hallo einser00,

Und denke dran: Jedes Instrument ist nur so gut, wie oft Du es benutzt, und das wird beim Spontanspechteln mit dem Myiauchi wesentlich häufiger der Fall sein als mit dem Dob.

Leider das stimmt.

Ich habe mehr zeit verbracht mit meinem 10*50 Fernglas als mit meinem Dobson.

Meistens habe ich keine lust den Dobson mit nach unten nehmen, weil ich wohne im 5.Stock und kein Aufzug habe.

Nur stört beim Fernglas, die lange Beobachtung , weil ich meine Rücken immer zurücklehne und meine Genick tuts mich auch weh.

Aber Dobson kann ich für Planeten benutzen und Miyauchi oder ein ähnliches Glas mit schrägblick zB. TS 20*88, für Deep Sky.

Ich weiß nur nicht, welche Ferngläser mit schrägblick besser ist, oder gibts andere Ferngläser mit schrägblick, und welche ist besser bis 1200 Euro?

Mit freundlichem Grüßen

Cihan
 
Hallo zusammen,

dann gebe ich mal meine Meinung ab:

Ich hatte einen 12-Zoll-Dobson in der Wohnung stehen. Damit er besser zu transportieren ist, habe ich ihn in der Mitte geteilt, die Rockerbox verkleinert, einen Griff drangebaut.

Dann tat mir beim einäugigen Beobachten irgendwann immer ein Auge weh, also musste eine Binolösung her. Diese war ein BW-Bino, welches aber durch den Korrektor eine Halbierung der Okularbrennweite erbrachte. Dies habe ich dadurch umgangen, dass ich das BW-Bino durch ein Denkmeier-Deepsky-Bino ersetzt habe. Dieses hat nur den Faktor 0,8 für die Okularbrennweite.

Damit macht das Bino-Beobachten im Dobson Spass, auch wenn dabei Licht verlorengeht. Man muss aber dabei unbedingt beachten, dass durch das beiäugige Beobachten Details erheblich besser wahrgenommen werden können! Daher ist der Verlust an Licht nicht so gross, wie er in Zahlen aussieht!

"Dummerweise" habe ich mir dann noch ein 20x80 Fernglas zugelegt. Mit stabilem Stativ, ausziehbar bis weit über den Kopf. Damit macht das Beobachten auch sehr viel Freude!

Und das beste: In 3 Minuten ist das ganze Gerümpel im Auto, und in 3 Minuten aufgebaut und einsatzbereit. Das Kreuz tut nicht weh, es muss kaum auskühlen, toll.

Tja, das dumme daran ist eben, dass der Dobson inzwischen einen Platz im Keller gefunden hat, und nur noch ab und zu mitgenommen wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Also solltest du dir gut überlegen, was du tust! Natürlich wird es auch Zeiten geben, in denen der Dobson hervorragende Dienste erfüllt, z.B. an Planeten, Planetarischen Nebeln etc.

Aber man geht eben meist den Weg des geringsten Widerstandes, und der heisst immer häufiger 20x80... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
 
Hi,

Alternativen zum Myiauchi findest Du hier:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=biete&Number=203899&page=9&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

und hier

http://www.apm-telescopes.de/deutsch/index.htm

(beim APM-Glas unter "suchen nach Hersteller", dann "Ferngläser", dann "APM 100 Binocular" anklicken)

Die Gläser werden sich nicht viel tun. Bisher habe ich nur das Myiauchi durchgeschaut und war restlos begeistert. Die 30x Okus bringen etwas Farbsäume, das wird bei den anderen beiden aber ähnlich sein. Interessant ist die größere Öffnung der beiden Konkurrenzgläser.

Einfach risikofrei mit Rückgaberecht schicken lassen und auswählen.

carpe noctem
Matthias
 
Hallo Sternengucker,

Was für ein Stativ hast du? (Ausziehbar bis weit über den Kopf)
Kann das Manfrotto sein.
Hast du so weniger Genickstarre oder Rückenprobleme?

Mit freundlichem Grüßen
Cihan
 
Formeln sind wie Schall und Rauch.
Die praktische Erfahrung lehrt, daß Binobeobachter sogar eine STEIGERUNG der Auflösung und Helligkeit mit dem selben Teleskop erfahren.
Macht mal folgendes Éxperiment: Kauft ne Augenklappe, denkt mal Euer sagen wir rechten Auge für ein paar Minuten ab, und merkt euch das das Gefühl, wenn ihr´die Klappe wieder abnehmt.
Genau so ists mit einäugigem Beobachten im Verhältnis zum Bino.
Ihr könnt also ausrechnen, was ihr wollt, der subjektive Eindruck ist wichtiger.
Ich dachte jedenfalls, ich hätte kein C8 mehr vor mir, sondern ein C11.

Klarinetto

(Trotzdem würde ich dem Chian auch kein Bino empfehlen oder ein Fernglas, sondern nur den Kontakt mit anderen Sternfreunden, sonst ist er hinterher wieder entäuscht)
 
Hallo Klarinetto,

wie vorher schon geschrieben, stimme ich dir 100%-ig zu! Die Binobeobachtung erlaubt eine weitaus bessere Erkennung von Details, als nur mit einem Auge, bei gleicher Öffnung!

Hallo Chiran,

ich habe ein Manfrotto 055 mit Kugelkopf. Das funktioniert sehr gut, und es ist bombenstabil.
Zumindest muss ich nicht mehr in die Knie gehen, oder einen krummen Buckel machen. Den Kopf nach
hinten kippen muss ich bei Zenithbeobachtung natürlich schon. Oder mit einer Art Liegestuhl weiter
nach hinten lehnen, und das Stativ so einstellen, daß es ein wenig schief steht. Dann klappt es
noch besser!
 
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