Dobson: "Sockenpflicht auch in dunklen Bergen"?

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Leznik

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Hallo,

entschuldigt den etwas grenzwertigen Titel :-), aber ich denke es ist klar was gemeint ist. Ich wohne in einem kleinen Bergdorf auf 1000m Höhe in den Alpen. Es ist hier schon im Garten recht dunkel und wenn ich ein paar Meter fahre ist die Nacht pechschwarz.

Brauche ich dann für meine 10" Meade Lightbridge - die ich gerade kaufe - auch einen Streulichtschutz (z.B. wegen des Mondlichtes) oder ist das mehr was für Streulicht geplagte Städter?

Ich hatte jetzt lange Jahre einen Standard-114mm-Vixen-Newton, den ich immer nur ein paar mal im Jahr raus geholt habe um ein wenig Planeten bzw. interessanten astronomische Ereignisse an zu sehen. Deep Sky habe ich mit dem kleinen Gerät nie probiert und genau darum kaufe ich gerade den 10" Dobson. Meine Frage bezieht sich also auch auf Deep-Sky-Beobachtungen.

Vielen Dank und viele Grüße
Heiko

 
Hallo Heiko,

Willkommen auf Astronomie.de :huhu:

Wenn Dein Dobson vernünftig abgeblendet ist, brauchst Du keine Socke. Ich besitze gar keine für meinen 16"er und ich beobachte fast immer aus der Stadt heraus.

Der Trick besteht darin das Teleskop so mit Blenden auszustatten, dass Du nur noch schwarz siehst wenn Du durch den OAZ schaust. Also Blenden auf der dem OAZ gegenüberliegenden Seite des Huts, Spiegelbox schön geschwärzt und Stangen auch. Am besten alles mit Velours verkleiden.

Und ja, wenn Du in richtig guter Dunkelheit stehst, brauchst Du natürlich keine Streulichtblende, denn das ist die Socke nun mal. Schließlich hast Du da kein Streulicht.

Viel Spaß beim Spechteln:
Marcus
 
Hallo Heiko,

der ungünstigste Fall dürfte der sein, in dem Du einen Himmelskörper in der Nähe des Vollmonds beobachtest und der Mond seitlich durch den offenen Tubus einen Teil des Spiegels beleuchtet. So ein typischer Spiegel hat eine Reflektivität von 90%, aber das schräg eingestrahlte spekular reflektierte Licht gelangt nicht zum Fangspiegel sondern wird wieder ausgeworfen. Mehr Sorgen muss man sich um die 10% nicht spekular reflektierten Lichts machen, denn das ist in diesem Fall der Löwenanteil des Streulichts.

Streuung findet aber in alle Richtungen statt und das Licht kann ja nur ins Okular gelangen, wenn es zufällig den Fangspiegel im richtigen Winkel trifft. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, wie klein der Raumwinkel ist, den der Fangspiegel aufspannt im Vergleich zur Halbkugel, in die das gestreute Mondlicht verteilt wird, dann kann man die Bedeutung solchen Streulichts kaum unterschätzen.

Wichtig ist wirklich, dass alle hellen Ecken und Kanten in der Nähe des Fangspiegels und des Okulars schön dunkel und Flächen dort möglichst matt geschwärzt sind.

Gruß
Martin
 
Hallo Heiko

Ich habe ein einen 20 Zöller
und beobachte sehr viel in den Bergen dabei ist immer die
sogenannte Socke rum.
Ich habe die erfahrung gemacht das es besser ist mit zu beobachten als ohne.
Zum ersten wegen streulicht,zweitens wegen Tau und zum
dritten wegen herabfallender beobachtungsteile die dir oder
anderen aus der Hand gleiten und dann im Hauptspiegel landen.

Gruß
Fritz
 
Hallo Heiko,

Ich hatte einen 12er Lightbridge und mich hat immer gestört, dass die warme Atemluft
- sichtbare Luftverwirbelungen verursacht
- sich bei Kälte auf den Fangspiegel legt (Tau oder gar Eis)

bei meinem neuen 16er (spacewalk-telescopes.de) werde ich daher auch eine Socke nähen, selbst wenn es optisch nicht unbedingt nötig wäre.

Gruß und CS
Mario (Weidner)
 
Hallo Heiko,

nötig sicherlich nicht bei einem 7m+ Himmel. Aber die "Socke" dient auch der Sicherheit, dass da nicht reinfallen kann.

Gruß
Lothar
 
Hallo,

ja, das klingt so, als sollte ich mir schon eine "Socke" bestellen/bauen. Das etwas auf den Spiegel fallen kann, habe ich mir noch gar nicht überlegt. Ist aber - gerade im Dunkeln - natürlich leicht möglich. Alleine das reicht ja als Grund mehr als aus...

Wie baut man so was? Gibts da Anleitungen im Netz? Mir würde als erste Lösung dünnes Neopren mit "Fischgräten" aus Karbonstäben (Drachenladen o.ä.) und einem dicken Klettverschluss einfallen (das Teleskop steht im Wohnraum, da würde ich die Socke gerne schnell dran und wieder runter machen können).

Vielen Dank für die Antworten
Heiko
 
Hallo Heiko,

habt ihr eine Nähmaschine? Oder jemanden mit Basisnähkenntnissen im Bekannten/Freundeskreis? Ein Streulichtschutz aus Stretch-Stoff ist denkbar einfach genäht. Durch den Stretchanteil brauchst du keinen Klettstreifen (geht aber auch mit) und den Stress mit den Fischgräten kannst du dir sowieso sparen. Die Streben der Leichtbridge halten das Gewebe weit genug ab.

Strecht legt sich im Gegensatz zum (deutlich teureren, VIEL stärker reflektierenden und ungespannt nie faltenfrei liegenden) Spinnakernylon bündig um die Streben. Ich habe das an einem 10" Lichtenknecker SC in offener Bauweise und kann es wirklich empfehlen.

Der Stoff lässt sich denkbar einfach abnehmen, rauf oder beiseite schieben und waschmaschinenfest ist er auch noch.

Es gibt Stretch auf Baumwollbasis oder aus Kunstfaser. Die Poly-abc-Produkte saugen keine Feuchtigkeit, was nicht doof ist.

Hier, so etwas in der Art meine ich. Wenn ihr keinen Nähcrack habt, macht dir das für einen kleinen Beitrag jede Nähstube!!! (Die beraten auch beim Stoff)

Viel Erfolg, herzlich,
Olaf


Stretch
 
Hallo Olaf,

vielen Dank für den Tip. Nähmaschiene ist vorhanden. Das heißt, man näht einfach einen Schlauch und kann ihn dann über den Tubus incl. Okularauszug ziehen?

Viele Grüße
Heiko
 
Moin,

so weit mir bekannt ist, befindet sich bei den Lightbridge Dobson schon seit einiger Zeit die Socke/Lichtschutzhülle im Lieferumfang.

Das steht auch so in der Beschreibung des Lieferumfangs:
Gitterrohr-Dobson mit Tubuslüfter
Vollaluminium-Crayford Okularauszug mit 1:10 Untersetzung
DeLuxe Lichtpunktsucher
Lichtschutzhülle
26 mm (50,8 mm - 2") QX Weitwinkel Okular
Az-Stahlrollenlager

Nur zu Anfang musste die Socke extra dazugekauft werden.

Gruß Eric
 
Hallo zusammen,

richtig bei den neueren LB Modellen ist eine "Socke" dabei, die ist aber so labering, dass sie schon bei leichtem Wind in den Strahlengang rein reicht. Vllt hat Heiko aber auch noch das alte Modell, ohne Streulichtschutz.

Egal wie. Ich habe eine Stück schwarzen Nylon für 15€ bestellt und von meiner Schneiderin um die Ecke es passend zusammen nähen lassen. Das hat zusammen kaum mehr als 20€ gekostet.

Gruß
Lothar
 
Hallo Heiko,

das Wesentliche wurde sicher bereits gesagt.

Grundsätzlich 'brauchst' du keine Blende.

Aber aus den genannten (Schutz- und Blend-) Gründen kann es nicht falsch sein (bei Pollenflug vor allem).

Noch eins: Nach meiner Beobachtung kann die Körperwärme in kälteren Nächten auch zu Luftunruhe im Tubus führen, die dann bemerkbar wird. (bei fehlendem Schutz)

Ansonsten erfreue dich am schwarzen Himmel; davon träumen hier wohl die allermeisten.

Gruß, Werner
 
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