Dobsonmontierung-Selbstbau

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randomdobson

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Hallo Astrofreunde,

vor einige Wochen habe ich in diesem Thread Fragen bezüglich Gleitbeläge für eine Dobsoneigenmontierung gestellt (Danke nochmal hierfür an alle!). In der Zwischenzeit sind nun einige Wochen vergangen und hatte teilweise kaum Zeit um Pläne zu erstellen etc. Zudem habe ich zwei rechte Hände (schlechter Wortwitz... bin nämlich Linkshänder) und hab Hilfe von meinem handwerklich begabten Vater genommen.

Nun ist jedenfalls der Bau der Montierung fertig und ich wollte es Euch natürlich nicht vorenthalten :)

Vorwort zum Teleskop: es handelt sich um ein Skywatcher 254/1200 (wird der ein oder andere erkennen).

Zur Montierung:

Das Material, welches benutzt worden ist, ist 19mm starkes Multiplex-Holz aus dem Baumarkt. Die Grund- bzw. Bodenplatte hat eine Ausmessung von etwa 50 x 60cm (ist auf den Fotos leider kaum zu erkennen). Als Füße dienen 3 weiße Kunstoffzylinder, die sehr stark an die Form von Eishockeypucks erinnern. Auf den Füßen selbst ist kreisrund Gummi mit Hilfe von Silikon angeklebt worden, um die Reibung auf glatten Oberflächen (z.B. wenns mal mit dem Beobachten von der Terrasse aus sein muss) zu erhöhen. Zudem ist auf der Oberseite mittig Ebony-Star angeklebt mit einem Durchmesser von 60cm (außen) und 50cm (innen).
Verbunden ist die Platte mit einer weiteren Holzplatte, auf der die "Stützen" für das Teleskop befestigt sind. Zudem sind auf der Unterseite 8 kleine Teflonplatten mit 2mm Stärke befestigt (3 oder 4 erschienen mir zunächst wenig aber dazu später).
Die Stützplatten selbst sind an die Unterplatte angeschraubt und mit einem stabilen Eisenrohr verbunden. Auf der Innenseite der halbkreisförmigen Einbuchtungen, auf der die Höhenräder liegen, befindet sich selbstklebende Teflongewebefolie. Die Höhenräder sind auf den Rohrschellen angeschraubt und nicht mit Ebony-Star beschichtet, da die Räder sehr glatt und poliert sind. Das gute an den Höhenrädern und den Stützen ist die Art der Zuschneidung: dank meines Vaters hatte ich die Möglichkeit diese Teile mit Hilfe eines computerisierten Wasserstrahlschneiders zurechtzusägen, sodass nachträgliches Nachbessern nicht nötig war.
Die Montierung werde ich natürlich noch streichen.

Handhabung: Ich hatte vorhin kurz die Möglichkeit einen kleinen Anfangstest durchzuführen und muss sagen, dass das "Gedobse" ziemlich gut und flüssig geht. Die Montierung geht weder zu leicht- noch zu schwergängig (ok hab leider keine Referenz aber für das erste Mal ist es ziemlich gut). Auch die Verschiebung in der Höhe geht sehr gut obwohl die Räder nicht ebonybeschichtet sind.
Ein kleiner Nachteil musste jedoch festgestellt werden, den man aber leicht beseitigen kann: Durch einen Innenführung für die Höhenräder, ist derzeit leider nur eine maximale Auslenkung von etwa 70°-75° möglich, wird aber noch nachgebessert.

Über ein paar Kommentare, Kritik oder Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen und wünsche alle einen guten Start in die Woche

Thomas
 

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Hallo Thomas,

erst mal Glückwunsch zu Deiner neuen Rocker-Box. Sieht chic aus!
Durch die recht großen Höhenräder lässt sich das Gerät jetzt sicherlich viel besser bewegen. Viel Spass damit!
Persönlich würde ich die offene Frontseite noch anders verstreben. Der stylische Stab verhindert nur, dass Du die Box oben nicht auseinander biegen kannst (ähnlich wie die "Verstrebungen" zwischen den Höhenradhörnern einiger Anbieter). Du wirst aber bemerken, dass die Box unter Krafteinsatz nach links und rechts flexen kann. Dass verhinderst Du durch den Einsatz eines Brettchens oder durch diagonale Verstrebungen (Hofheim rüstet seine Höhenräder am 12" mittlerweile auch mit einer diagonalen Strebe aus).

Dann sehe ich kein Teflon an der Rocker-Box. Das Gleitverhalten von Holz auf Holz ist eher nicht so smooth. Nicht die Glätte zählt, Ebony ist eher rauh...
Die seitliche Führung kannst du durch ein von hinten an die Höhenräder aufgebrachtes, etwas größeres Holzrad bewerkstelligen. Dann wird die Beweglichkeit nicht eingeschränkt.

So genug der Tips, ich kenne auch die orginal Rockerbox von Syntha, im Vergleich zu der wirst Du jetzt schon viel mehr Beobachtungsspass haben. Ausserdem ist es ganz was besonderes, mit selbst erstellten Gerätschaften "im Weltall" unterwegs zu sein.

Klare Nächte wünscht

Gottfried
 
Hallo Thomas,
schöne Arbeit - viel Spaß beim benutzen!
Die offensichtlichen "Schwachpunkte" hat Gottfried schon angesprochen. Dsa wichtigste wäre eine Stabilisierung an der Front der Box. Die Höhenräder noch mit Formica beziehen und dann Teflonpads in die Box setzen.
 
Hallo Gottfried und Ralf,

danke für eure Komplimente bzgl. der Arbeit. Ich muss euch aber recht geben, das eine weitere Verstrebung bzw. eine Verbesserung Dieser doch sinnvoll ist. Aber für die Höhenräder habe ich Teflongewebe benutzt (sieht man an den Bildern nicht so gut; ist auch in der fast gleichen Farbe wie das Holz selbst; Bild ganz oben), damit das Gewicht gleichmäßig verteilt wird (oder sind einzelne Pads effektiver?).

Und an Gottfried: ja größere Räder außen ansetzen ist natürlich eine feine Idee muss ich sagen! Erscheint mir in der allein in der Vorstellung doch eine richtig gute / stabilere Sache zu sein.

Danke an Euch

Thomas
 
Hallo Thomas,
das Teflongewebe sieht man in der Tat nicht. Wenn es funktioniert, ist es doch prima und kann natürlich so bleiben.
Es sollte halt so sein, daß der Dobs von allein seine Lage hält, egal ob mit oder ohne Okular und beim bewegen nicht ruckt.
Zur seitlichen Führung würde aber auch einfach ein Stückchen Holz mit Teflonfolie, beidseitig innen an der Box angebracht, reichen - ich seh grad, hast Du ja schon gemacht, das sollte so passen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo nochmal,

stimmt Ralf, die Innenführung könnte man auch noch "auskleiden". Hab sogar noch Gewebefolie übrig. Ja den Test hab ich auch gemacht mit unterschiedlichen Okularen und muss sagen, dass der Tubus nicht anfing auszuschwenken. D.h. also, dass ich das Ebony Star testweise anbringen werde, um zu gucken, ob die jetzigen Bedingungen erhalten bleiben.

Gruß
 
Hallo Thomas,

ob das nötig ist, weiss ich nicht, aber Deine Höhenräder sind auch nur in einer Linie verschraubt. Falls in dem Bereich Elastizität auftritt, könntest Du die untere Hälfte der Rohrschellen durch ein Holzteil mit rechteckigem Querschnitt und halbkreisförmign Ausschnitt für den Tubus ersetzen. Dadurch könntest Du die Höhenräder noch besser befestigen. Kann aber sein, dass diese Maßnahme überflüssiger overkill ist.

Weiter viel Spass mit Deinem Brummer,

Gottfried
 
Hallo Thomas,

das sieht sehr gut aus, Glückwunsch an den Herrn Papa.

die kleinen Tipps kannst Du ruhig aufnehmen, das veerdirbt die gute optische Erscheinung nicht, wird aber die Stabilität und Gängigkeit so weit bringen, dass keine Wünsche mehr offen bleiben.
Ein Frontbrettchen zwischen die Wangen und hinten noch ein ganz niedrigen Brettschen (Schlingerleiste), dann hast Du da unten auch noch eine sichere und gute Ablagemöglichkeit für Okulare, Filter und Karten.
Der Zwischenraum zum Tubus ist groß genug.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Thomas,

da habt ihr euch eine schöne und mit Sicherheit funktionelle Rockerbox gebaut, die dem Original um Längen voraus ist.
Man lernt jede Menge bei solchen Projekten und der Stolz wenn es auch noch funktioniert ist die Mühe wert.
Ich habe da noch ein paar Anregungen, obwohl die Vorschreiber es schon auf den Punkt gebracht haben.
- Teflonpads einbauen, um eine Punktauflage zu erreichen und die Gleiteigenschaften zu verbessern.
- zur Stabilisierung ein vorderes Brett einbauen und die Box mit Stützwinkeln versehen.
- die erhabenen Hutmuttern? der Höhenräder gegen Flächenbündige Befestigung tauschen um die Jacke beim Transport nicht aufzureißen.
- Kiste zum anstecken oder klappbar als Ablage für Okulare anbringen.
- alle nicht funktionell benötigten Kanten zu Radien verschleifen und das Holz mit Wachs behandel, dadurch kommen die verschiedenen Holzlagen gut zum vorschein und es sieht einfach edel aus.

Ich habe noch mal zwei Bilder angehangen, die euch vielleicht noch ein paar Anregungen geben.

Bild 1
Bild 2

Gruß und viel Spaß mit der neuen Rockerbox
Thomas
 
Hallo Astrofreunde,

weiterhin dank für Anregungen. Eure Meinung zu der verbesserten Frontverstrebung werd ich nun umsetze erscheint in meine Augen echt sinnvoll! Danke an den Namensvettern Thomas. Die Rockerbox sieht echt gut aus und die vordere Frontplatte mit der (auch optisch) passenden Einwölbung (wahrscheinlich im Tubusradius gesägt?!) wäre ein passendes Element für die Box. Die Idee mit der Wachsbehandlung zur optischen Veredelung ist ja eine feine Sache. Hatte an sich noch vor das ganze im klarlack zu streichen und wird optisch gesehen fast den gleichen Effekt mit sich bringen.

Zu Gottfried: Ob an den Höhenrädern starke Elastizität auftritt kann ich noch nicht sagen. Wie würde sich das bemerkbar machen? Beim Nachführen zum Beispiel? Hab in dem Punkt nur kurz Zeit gehabt den Mond zu beobachten und da ist das Nachführen an sich nicht so genau zu nehmen, wie z.B. Planetenbeobachtung bei etwas stärkerer Vergrößerung. Ich werd diesbzgl. ein auge drauf werfen.

Danke an alle für die Glückwünsche und Tipps. Ich denke vor Weihnachten wird es echt schwer werden noch was zu machen, da ich noch Geschenke kaufen muss :pfeif: aber eure Anregungen werd ich auf jeden Fall noch mit einbeziehen!

Gruß an alle

Thomas
 
Hallo Thomas,

jede Elastizität macht die Nachführung bei sehr hohen Vergrößerungen schwieriger. Stell Dir vor, Du ziehst am Okular zu Dir her und die Kraft wird nicht sofort in Drehbewegung der Rockerbox umgesetzt sondern erst mal in Verbiegung der Höhenräder. Selbst wenn die Verbiegung sehr klein ist, kann sie bei 4-500x ein halbes oder ganzes Gesichtsfeld ausmachen. Wenn Du dann loslässt, federt das ganze zurück und das Objekt ist weg. So wird es bei Dir nicht sein, aber schau Dir die Befestiung daraufhin noch einmal an. Einfacher als die untere Rohrschellenhälfte zu ersetzen währen evtl. Keile zw. Höhenrad und Rohrschelle. Sieh Dir den vor kurzen vorgestellten 10" Volltubusdobson von "WernerK" im Astrotreff mal an, der hat eine sehr schöne und funktonelle Lösung gefunden. Aber beobachte erst mal mit Deinem schönen Kistchen, und wenn das gut funktioniert, dann lass es so.

Herzliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

danke für die detaillierte Beschreibung und den Verweis auf Wernerks Arbeit (offtopic: der Tubus im edlen Holzdesign sieht richtig gut aus). Ich werd in ein paar Tagen wohl berichten wie es sich auf längere Zeit beobachten lässt aber das wird wohl noch eine Woche dauern.

Grüße

Thomas
 
Kurzer Nachtrag: heute war es mir möglich etwa eine Stunde lang mit meiner neuen Montierung zu beobachten (inzwischen wurden die seitlichen Schienen, die Innen angebracht sind, durch vier, aus Kunststoff angefertigte Schienen ersetzt worden (außen und innen). Zudem kann das Teleskop auch fortan senkrecht ausgerichtet werden. An sich läuft alles sehr leichtgängig und bei geringen Vergrößerungen mit meinem Weitwinkelokular habe ich kaum Probleme nachzuführen (das Ausbalancieren des Teleskops zu Beginn hatte ich erste bisschen vermasselt aber dann nachgebessert). Bei größeren darstellungen (120x und mehr), beispielsweise am Jupiter war es doch etwas ungewohnt etwas "schneller" zu dobsen, damit das Objekt schön im Sichtfeld bleibt (ist wahrscheinlich reine Übungssache... und zudem wahrscheinlich noch etwas verwöhnt von meiner immer genutzten parallaktischen Montierung). Frohes Neues Jahr 2011
 
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