Dobsons: Qual der Wahl

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mceuskadi

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Hallo Forum,

ich bin noch relativ neu auf dem Feld der Astronomie ;)

Ich habe mit einem Leica 8x32 erste Erfahrungen gesammelt, für unseren Jahresurlaub am Rotem Meer diesen Oktober hatten wir uns das "mini-Dobson" von Skywatcher 76/300 geholt. Mit den beiden hatten wir schöne Beobachtungsnächte in Ägypten, für uns war es schon toll Jupiter mit einem Staubband und 4 Monden zu sehen sowie die Andromedagalaxie und den Orionnebel. Dabei haben wir jetzt richtig "Blut" geleckt.
Unser interesse liegt eher im Deepsky auch wenn uns Jupiter und Mond auch viel Spaß bereitet haben.

Nach reichlich lesen tendiere ich nun zu einem Dobson, in meinem festgesetztem Budget von 500€ maximal scheint mir ein ordentlicher Newton mit parallaktischer Montierung kaum realisierbar oder irre ich mich hier?

Nun ist das Angebot an Dobson auch schon erdrückend groß, gerade in diesem Preisrahmen. Gerade als Anfänger fällt mir die Wahl sehr schwer, da ich die Unterschiede nur mühsam raus arbeiten kann.

Erstmal zu meinen Sichtbedingungen:
Ich wohne in Hamburg, daher eher schlechte Bedingungen (nicht nur wegen dem Wetter ;) )
meine Wohnung hat einen Balkon und über uns ist auch niemand mehr. Die Brüstung ist 90cm hoch, der Balkon 140cm tief und 400cm breit. Die Sicht ist von O bis W über S vorhanden. Richtung O ist ein Haus im Weg, hier kann ich nur überhalb 20° sehen, nach Süden und W ist es besser bei Sichten bis runter auf ca 5°. Jupiter konnte ich gestern schön in Richtung Süden beobachten.
Lohnt sich hier überhaupt ein Dobson oder ist das eh umsonst da der Balkon ungünstig ist?

Nun zu den Sachen die ich mir angesehen habe:

Im wesentlichen waren das die üblichen 8" Newtons: GSO, Skywatcher usw.
mir hat vor allem das Skywatcher Flextube wegen der kompakten Form gefallen! Zur Zeit ist das als Autotrack im Angebot. Mit der Nachführung finde ich sehr interessant, nur kann ich nicht Richtung N sehen, kann man das dann überhaupt benutzen?!? Zudem hätte ich dann das volle Budget ausgereizt und bekomme zum Teleskop die gleichen Okulare mit die ich vom mini Dobson auch schon habe, 25mm und 10mm Plössel.

Was haltet ihr vom GSO680? Da bekommt man immerhin ein Dobson schon mit Lüfter (okay das bisschen Basteln traue ich mir auch so zu) und einem 2" 30° Erfle, so ist immerhin ein gutes Okular dabei! Bei dem blieben auch noch 90€ für weitere Zubehörteile wie Telrad+Justierlaser.
Von Orion gäbe es auch ein 150er Dobson mit GoTo und Punktsucher für glatte 500€.

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe

Gruß

Max
 
Die beobachtung von einem Balkon ist alles andere als optimal. Ich habe es mal versucht. Die Thermik des Hauses machte eine beobachtung nahezu unmöglich. Mit dem Übersichtsokular ( 50 fache Vergrößerung ) ging es gerade so.
Ein Dobson braucht eine Menge Platz. 1,40Meter tiefe können sehr knapp werden .
Zum Dobson selber kann Ich nur gutes über die GSO sagen. Das Preisleistungsverhältnis empfinde Ich als sehr gut. Beim Teleskop-Service gibt es gerade eine Herbstaktion. Dort kannst Du einen Preis vorschlagen, denn Du bereit bist zu zahlen für den Dobson.
Gruß Rudi
 
Danke Rudi für die ehrlichen Worte,

du kommst ja aus der Gegend, wie weit muss man aus HH raus für ein gutes Seeing?

Wenn ich sagen würde bis 500€ und transportabel, was kann man dann vorschlagen? Auto ist vorhanden, daher ist transportabel sicher relativ ;)

Das mit der Herbstaktion habe ich auch gesehen, allerdings tue ich mir bei so etwas schwer, die Leute sollen ja auch was verdienen - ist ja nur gerecht ;)
 
Die Lüneburger Heide hat viele Dunkle Plätze. Ich weiß von einigen Hamburgern, das Sie nach Ramelsloh fahren. Dort gibt es einen Modellflugverein. Ich bin dort auch Mitglied. Der Verein hat kein Problem mit Hobbyastronomen die sich auf dem Parkplatz ausbreiten. Ich selber beobachte Mond, Planeten und helle Deepskyobjekte aus dem Garten heraus. Hier nerven aber einige Lampen. Ich habe einen dunklen Platz zwischen Garlstorf und Toppenstedt entdeckt den Ich bald mal Testen werde ( in der nähe der Schießanlage).
Ein 10" Dobson ist noch gut zu händeln. Ich habe meinen 12" GSO-Dobson zum Gitterrohrdob umgebaut, weil Mir sonst Meine Bandscheiben die freundschaft gekündigt hätten .Ein 12" Rohr ist Grenzwertig.
Zur Herbstaktion: Du kannst natürlich auch den Preis Überbieten ;). Deine einstellung ist schon Ok, auch wenn Ich sie nicht Teile .
Mitspechtler sind immer willkommen. Bei interesse kannst Du Dich gerne per PM melden.
Gruß Rudi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich denke die Ausflüge ins Umland wären wirklich die Ausnahme, meist wird es wohl der Balkon werden. Als Ziele muss ich mich dann wohl auf helle Objekte beschränken und eventuell mal Astrofotografie ausprobieren.

Bei den "Spezis" http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de habe ich mal etwas gelesen, jetzt bin ich wieder verunsichert. Wäre für meine Zwecke vielleicht ein Mak oder ein Refraktor besser? Kann man mit einem 100 oder 127 MAK gar kein Deep Sky mehr machen?
 
Hallo Max,

die Balkon-Einwände kann ich grundsätzlich bestätigen, auch wenn du mit 140cm Tiefe noch Glück hast. Meine Balkon-Erfahrungen habe ich hier zusammen gefasst: www.hobby-astronomie.com/balkon_astronomie.html

Auf meinem Balkon kann ich je nach Seeing knapp 100- bis selten über 200-fach vergrößern, meistens ist bei ca. 150-fach Schluss. Ist offenbar lokal verschieden.

Man ist zwar stark eingeschränkt, speziell mit Dobsons. Aber mit Geduld und Erfahrung kann man auch auf dem Balkon schöne Beobachtungen machen, auch wenn sie nicht an das Optimum heran reichen.

CS und VG Christian
 
Ok dann kein Dobson, ist dann wirklich zu sperrig.

Für 430€ bekommt man z.B. so einen Mak ist das ein ordentliches Gerät für meine Zwecke? Dann könnte ich für das restliche Geld erstmal nen UHC und dann später bessere Okulare holen. In einem anderem Thread wurde das Teleskop als allrounder gehandelt. Zudem hat das Modell immerhin nen 2" OAZ und einen Leuchtpunktsucher. Für +- das gleiche Geld kann man auch einen 127 Mak mit GoTo, aber mit 1,25" OAZ bekommen. Was wäre hier die bessere Wahl?
GOTO Version
Reicht die Eingebaute Nachführung dann auch schon für etwas längere Belichtungszeiten von ca. 1min?
 
Hallo Max,

ich kenne den MAK, jedoch nur in der blauen Version, die mit einem 2''-Auszug getunet wurde. Er ist kompakt und bietet eine sehr gute Leistung bei Mond und Planeten. Durch das enge Blendenrohr ist bei 2'' der Gesichtsfeld-Gewinn gegenüber 1 1/4 Zoll marginal und bringt kaum einen Gewinn bei Deep Sky. Einige offene Sternhaufen sind dennoch gut zu beobachten.

Das Gerät ist aufgrund des Öffnungsverhältnisses und der daraus resultierenden kleinen AP für Deep Sky nur eingeschränkt nutzbar, falls es doch mal aufs Land geht.

In dem Artikel habe ich eben noch Tipps zur Reduzierung des lokalen Seeing ergänzt, das hatte ich ganz vergessen. :mauer:

Edit: Das GoTo-Gerät kenne ich nicht, die Beschreibung bezog sich auf die EQ-3-Version.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Max,

wenn du tatsächlich aufgrund des hellen Standortes auch in die Fotografie einsteigen willst, wird's aber vielleicht etwas knapp mit 500 Euro. Ich würde den Himmel erstmal visuell kennenlernen. Klar, Licht ist der Killer schlechthin und dann noch die warme Luft, aber man muss ja nicht mit den diffusen Objekten anfangen: Mond, Planeten, Sternhaufen, Doppelsterne, Veränderliche sind auch im Stadtlicht machbar. Außerdem muss man ja nicht gleich 'ne Stunde raus in die Heide fahren, eine halbe Stunde würde es auch tun, Hauptsache man lässt die dicke Lichtglocke hinter sich. Ich würde vielleicht zu einem 150 bis 200mm-Dobson raten, mit denen ist man eigentlich noch mobil.
 
Der Dobson wurde eigentlich auf Grund seiner Balkon Untauglichkeit ausgeschlossen. Aus anderen Threads konnte ich entnehmen, das die häufige Kombination Newton 150er + EQ3 unterdimensioniert ist, somit auch nichts für mich. Wird eine wirklich schwere Entscheidung. :schwitz:
 
Ich glaube ich werde zu einer gebrauchten Astro 5 mit Motorisierung und einem 150/900 GSO. In dem Thread hier wird ja der zu große Fangspiegel kritisiert. Ist das ein No-Go oder halb so schlimm?
Wäre so ein 150er F5 von Skywatcher besser? Sprich sehr kritisch bzgl. Justage und Okularen?

Gruß

Max
 
Hi Max,

Bei 500€ Limit bleibt nur die 8" f/6 Variante!

Dobson + Balkon = No go.
Aber du kannst mit einem 8" (welche Marke ist eigentlich fast egal) per Auto raus ins Dunkle fahren.
Lüfter brauchst du eigentlich nicht. Lege mehr wert auf gute Okulare!

Gruß
Lots
 
Hi Max,

ja das Teil ist schon kritisch was die Okularwahl anbelangt.
Wie schwer ist den das Teil? Dürfte mit der Astro 5 schon im Genzbereich liegen.

Lieferumfang:
-- Optischer Tubus mit Schellen und 6x30 Sucher
-- Prismenschiene
-- 25mm SUPER Okular

Das Zubekör ist schon recht mager wenn nicht unbrauchbar. Hier wirst du bestimmt nochmal 200-300€ rein stecken müssen.

Gruß
Lots
 
Bei dem GSO ist ja auch nicht mehr dabei ?)

Vom Spielzeug Dobson habe ich noch die 25mm und 10mm Plössls.

Was bekommt man denn nun außer dem 8" Dobson für 500€ hin was über Planetenbeobachtung hinaus kommt?
 
Hallo Max,

du rechnest aber die Okus vom Firstscope nicht als schon vorhandenes Epuipment? Die kannst du unbesehen in die Tonne klopfen... Wenn du mal mit einem halbwegs anständigen Oku (auch am Firstscope) in den Himmel geschaut hast, nimmst du die Dinger nie mehr her.

Viele Grüße,
Markus
 
Das war mir auch klar ;)

Also sollte ich für Montierung + Teleskop max 400€ ausgeben um noch 2 +- gute Okkulare holen zu können?
 
Hallo Max,

ich denke ein 5" MAK oder SC fällt für dich aus, auch wenn diese Geräte am besten auf deinen Balkon passen würden. Aber da dein Interesse eher im Deep-Sky liegen ist die Öffnung zu gering bei hoher Obstruktion.

Aber im anderen Thread, der gerade hier geführt wird, wird ein 150/750mm f/5 Newton empfohlen, da bekommst du für 500€ auch noch eine stabile EQ-5 dazu. Allerdings gibt es da auch einen kleinen Nachteil, für einen Satz besserer Okulare wirst du nochmal ordentlich sparen müssen wegen dem kleinen Öffnungsverhältnis.

Oder du versuchst einfach den doch schon ordentlich großen Dobson irgendwie auf deinem Balkon zu schwenken, dass würde ich vorher aber mal mit einem Versuchsaufbau probieren. Bedenke du musst immer an das obere Ende kommen zum Okular. Autotrack oder goto würde ich bei vorwiegender Balkonnutzung sowieso weglassen, das würde sich nicht lohnen. Einmal nicht aufgepasst und das Teleskop fährt gegen das Geländer oder die Wand und alles fällt um. Dann lieber vorsichtig von Hand schwenken auf dem Balkon.

Oder noch besser: raus auf die Wiese ;)

CS
MaRKus

 
Hallo Freunde

auch wenn ihr alle erfahrener sein mögt, möchte ich doch noch mal klarstellen: Hamburg dürfte kaum dunkler sein als Bochum und glaube mir Max: Deepsky aus der Stadt ist Frust vorprogrammiert!! Du siehst einfach nicht annähernd das was in einschlägigen Büchern wie Deepsky Reiseführer o.ä. beschrieben ist und dann lässt Du es bald ganz sein! Solltest Du bei Deiner Einstellung bleiben, dass Balkonspechteln Priorität hat, erübrigen sich Hinweise auf zu wenig Öffnung! Der Schwerpunkt wird bei Mond und Planeten liegen, vielleicht noch OH. Und da wäre für meinen Geschmack auf wenig Raum wie der Balkon ein Refraktor besser handhabbar. Ich beobachte Z.Z. mit sowas hier:

http://www.teleskop-express.de/shop...20-auf-EQ5---kompl--Refraktor-120-1000mm.html


Klar, es gibt farbreineres (für 1000€ Aufpreis!), aber mit Fringe Killer hat mich das noch nie gestört, die Abbildungsleistung ist hervorragend!


Und dann kommt auch irgendwann der Motor und alles macht Spass.


Na dann mal frohes entscheiden!


Viele Grüsse

Bernhard
 
Wir drehen uns im Kreis und Max dreht sich wahrscheinlich kräftig mit :biggrin:

Es wurde jetzt praktisch jede Bauform empfohlen, außer das geliebte Fernglas. Man muss halt Einschnitte machen wenn man auf dem Balkon beobachten will, aber es ist durchaus möglich auch im Deep-Sky. Es ist nur das Problem dass man sich jetzt vielleicht ein Gerät kauft was in die Maße des Balkons "eingepasst" wird. Merkt man dann später vielleicht dass man doch ins dunkle Land damit fahren will hat man vielleicht nicht das Gerät was man sich hätte kaufen können. Viel mehr kann man dazu nicht sagen, es ist die persönliche Entscheidung eines jeden Beobachters wo beobachtet werden soll.

CS
MaRKus

 
Zitat von Mac_gc:
Wir drehen uns im Kreis und Max dreht sich wahrscheinlich kräftig mit :biggrin:
ooooh ja ;)

ich denke es wird doch ein Mak werden, das ist dann doch handlicher auf dem Balkon, portabel wäre es auch noch.

Lohnt sich da der Kauf eines GoTo Mak? Das kostet im Vergleich zu einer parallaktischen Montierung kaum Aufpreis, kann aber z.B. auch nach führen.

Wie groß ist der Sprung von 4" Mak auf 5" Mak?
 
Hi,

ein Zoll mehr Öffnung ist in dem Fall fast 0.5m höhere Grenzhelligkeit, wenn mein Kopf richtig rechnet. Das sollte man merken.

Wenn man die hellen DS-Objekte, wie die Plejaden oder den Orionnebel betrachtet oder an den Einsatz von UHC-Nebelfiltern denkt, dann wäre auch der bereits genannte Refraktor 120/1000 denkbar.

Am Planeten oder dem Mond ist ein Mak jedoch besser, denn dieser hat den Farbfehler nicht, welcher bei obigen Refraktoren da wäre.
Bei einem 4" Mak ist abzüglich der Obstruktion aber kein Wunder zu erwarten, was es Details am Planeten angeht. Hier würde ich zum 5" raten.

Ich will den Kreisel nicht wieder andrehen, aber ein 80ED von z.B. Astro-Professional könnte da auch passen, wenn er auf einer EQ3 steht. Allerdings habe ich das evtl. genannte Budget nicht mehr im Kopf.

P.S.: Habe geguckt, bei 500€ passt der Ed samt Montierung und Okularen nicht mehr.

CS,
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Max,

vom Balkon aus ??? Hmmm...also..wenn DU Deepsky haben möchtest dann denke ich müssen mindestens 10" oder 12" her.
Ich hab mir damals den 12" LightBridge geholt. Also...damit geht auch schon einiges aus der Stadt heraus. Doch wenn DU mit dem Gerät mal in die Dunkelheit...außerhalb aller Städte fährst...ja dann...HAMMER !!! :D
Fotografisch würde ich es mit max.500Euro lieber vergessen.
Wie schon vorher erwähnt wurde...mach Dich erst einmal visuell auf die Jagd. Goto...naja...das Geld würde ich dann doch lieber in mehr Optik stecken. Gerade selbst dort oben zu suchen und zu finden..darauf kommt es doch am Anfang an.
Wirst schnell Deine Lust verlieren wenn Deine Goto ein Objekt anfährt...Du durchschaust aber nichts siehst ;)
Ich gedenke meinen 12" Dobson bald zu verkaufen...nur wird es nicht bei 500Euro liegen. Bisschen mehr müsste schon sein da Streulichtschutz...Leuchtpunktsucher...3x2" Weitwinkelokulare und 3x1,25" Okulare dabei wären. Und natürlich noch diverse Filter.
Aber eins mag gesagt sein.
Etwas sparen und lieber was mehr investieren wird sich 100% lohnen. Mit viel Öffnung auf die Jagd zu gehen macht viele Jahre Spaß.

Grüße
AB
 
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