Dobsons und Okular-Dreingabe

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Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Hi allerseits,

vielleicht wären ja "Set-Punktepakete" der Lösungsweg, der sowohl dem Händler einen (Set)Umsatz gewährt, als auch dem Kunden (Einsteiger) eine gewisse Flexibilität und Preisgünstigkeit bei der Auswahl des passenden (Oku-)Zubehörs ermöglicht ?)

Mal grob, wie ich mir das vorstelle ...

Der Kunde kann beim Neukauf eines (zu überlegen: fast "nackten") Telekop ein 10-Punktepaket oder noch etwas günstiger ein 20-Punktepaket zu einem bestimmten Preis erwerben.

In seinem Zubehörsortiment zeichnet der Händler diverse Teile (Okus, Sucher) mit "Punktewerten" aus, aus denen sich dann der Kunde - eventuell nach Beratung hier oder beim Händler - sein Zubehör zusammenstellen kann.

Man könnte jetzt noch je nach Preiskategorie des neuerworbenen Teleskops "verschiedenfarbene" Punktepakete anbieten, z.B. für Teleskope bis 200 EUR die "roten Pünktchen" mit entsprechender Kennzeichnung des passenden/in Frage kommenden Zubehör-Sortiments ... für Telskope bis 400 EUR dann die Pakete mit den "blauen Pünktchen" ... etc.

Wie gesagt, so ist einmal der Umsatz, und damit ein gewisser Listenpreisnachlass beim und durch den Händler gewährleistet und andererseits bleibt dem Kunden die Flexibilität bei der Auswahl zur Anpassung seines Zubehörs an seine Bedürfnisse erhalten ...

?) :schwitz:




 
Re: Ad Absurdum?

Hi,

die Varianten mit unterschiedlichen Spiegelmaterialien und Montierungen gibt es jetzt schon. Das ist insofern nicht neu. Neu ist nur, dass die Geräte auch ohne "Alibiokulare" zu kaufen sein sollten. Wenn es optimal läuft, dann würde der Wegfall der Okulare einen (kleinen) Preisvorteil begründen. Im Einsteigersegment sind 10 oder 20 Euro Unterschied schon eine Menge...

Weiterhin neu ist, dass es sinnvolle Zusammenstellungen als "Set" gibt die für die einzelnen Geräte spezifisch zusammengestellt werden und bei denen ein gewisser Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf besteht. Den Preisvorteil gibt es jetzt auch schon - nennt sich halt "handeln" und wird individuell mit jedem einzelnen Kunden verhandelt. Im Set kann der Händler EINMAL kalkulieren und spart sich die umfangreiche Kommunikation/Beratung mit dem Kunden.

Zugegeben: GROSS wäre die Neuerung nicht... Aber in meinen Augen doch sehr sinnvoll. Die derzeitige Praxis z.B. ein 32er Plössl mit 1,25" zu einem Dobson zu liefern ist hingegen ziemlicher Murks...

Das mit dem Punktesystem halte ich für undurchführbar, da die einzelnen Produkte schließlich unterschiedliche preisliche Spielräume haben. Die Punkte müssten also immer vom ungünstigsten Fall (für den Händler) ausgehen. Komplette Sets lassen sich einfacher - und günstiger - kalkuliere.

Ciao, Udo
 
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Re: Ad Absurdum?

Hi,

ehrlich gesagt, diese Diskussion ist doch unnötig. Dobsonerstnutzer (nur die haben noch keine Okulare...) wollen für möglichst wenig Geld in große Öffnung investieren. Es handelt sich in der Regel also um junge Sternfreunde mit kleinem Budget.

Die sind mit einfachen Setangeboten meiner Ansicht nach erst mal gut bedient, die billigen Plössl Okulare sind doch ganz ok. Wer ein besseres Okular möchte, kann sich ja eines (1) dazu kaufen. Unrealistisch ist es anzunehmen, ein 200 Euro Dobson Käufer würde sich ein Okularset für 500 Euro dazukaufen.

Spinnen wir das Szenario mal weiter: Der Sternfreund leckt Blut und steigt ein in die Astronomie. Kauft er dann gleich drei, vier, fünf Okulare auf einmal? Unwahrscheinlich; denkt mal an Eure eigene Entwicklung. Man kauft sich vielleicht mal EIN Nagler oder Pentax XW Okular, und ein paar Monate später vielleicht noch eins, danach wird das Teleskop ausgetauscht, weil, so ein GSO Dobson ist doch nur ein einfache Konstruktion mit bescheidenen mechanischen Qualitäten.

Schwupp - schon grübelt man wieder; passt mein inzwischen seht guter Okularsatz zum neuen Scope, wieder werden einzelnen Okulare ausgetauscht und punktuell optimiert.

Was ich damit sagen will ist, dass es keinen Bedarf für einen Spitzenokularset im Bereich 500 - 1000 Euro gibt.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Ad Absurdum?

Hi Andreas,

das sehe ich etwas anders. Viele Einsteiger suchen sich zunächst ein Teleskop mit Montierung als Komplettset aus, weil sie auch Astrofotografie machen wollen (ich anfangs auch...). Damit schlagen sie dann z.B. hier im Forum auf und werden unweigerlich in Richtung Dobson "geschubst"...
Wenn die ursprünglich geplante Kombination schon mit Goto ausgestattet war (klingt ja für Einsteiger mehr als verlockend), dann ist das Budget oft gar nicht sooo klein.
Aber auch wenn das Budget relativ klein ist, lassen sich viele Leute durchaus davon überzeugen, dass es Sinn macht etwas mehr in Okulare zu investieren.

Dabei müssen das nun wirklich keine Nagler sein. Wer sich für einen Billig-China-Dobson interessiert für den sind Nagler sicherlich etwas überdimensioniert. Einen Satz wirklich brauchbarer Okulare kann man aber - wie beschrieben - durchaus in der Gegend von 200,- € anbieten. Womit der Einsteiger deutlich mehr Spaß haben wird als mit den mitgelieferten Plössls. Alleine ein brauchbares 2" Übersichtsokulare - selbst wenn es keine "absolute Schärfe" bietet - macht einfach sehr viel mehr Spaß als ein 1,25" 32 mm Plössl. Und im Bereich höherer Vergrößerungen war für mich das 9 mm Plössl schon grenzwertig im Bezug auf das Einblickverhalten - auch wenn die optische Qualität ok ist. Und ich bin KEIN Brillenträger... Außerdem verliert man, wenn man mit dem Dobson ungeübt ist, mit einem kurzbrennweitigen Okular mit kleinem Gesichtsfeld das zu beobachtende Objekt recht schnell - das frustriert.

Für parallaktisch montierte Geräte sieht das durchaus anders aus. Da kann man mit den Plössls ziemlich gut leben, wenn die Montierung/Nachführung (manuell oder motorisiert) gut und schwingungsarm arbeitet. Für solche Geräte macht ein Set mit brauchbaren Plössls sicherlich Sinn. Wobei solche Sets dann auch in Kombination mit einer Barlow sinnvoll arbeiten können - insbesondere um höhere Vergrößerungen zu erreichen.

Ciao, Udo
 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Hallo Ralf,

das finde ich kreativ gedacht. Eigentlich lässt sich damit eine Menge umsetzen.

@Andreas: Mag sein, dass der Erstkäufer eines Dobsons auf große Öffnung für wenig Geld aus ist. Es gibt aber viele Sternfreunde, die einen solchen Dobson mit einem Okularset für über 500 Euro verwenden. Mag sein, dass am Dobson derweil nachgebessert wurde, aber nach meiner Beobachtung ist es nicht so, dass High-End-Okulare nur an High-Price-Teleskopen zum Einsatz kommen. Einige Sternfreunde sind durchaus auch bereit, gleich zu Anfang ein anspruchsvolles Okularset anzuschaffen. Das geschieht dann sicher nach den jeweiligen Vorlieben und Vorstellungen, so dass ein fest zusammengestelltes Set wenig helfen würde. Aber ein Punktesystem könnte die nötige Flexibilität bieten. Ob sich sowas umsetzen lässt, und ob es wirklich erfolgreich ist, kann bezweifelt werden. Es ist aber interessant, darüber mal zu philosophieren.

Clear Skies
Sven
 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Hallo
Schaut doch mal was beim 8 Zoll Dobson (299,-) eines Händlers dabei ist:

Plössl 25mm - voll multivergütet -
geschwärzte Linsenkanten (48fach)

Diese Okular kostet beim Händler 28,-

Meiner Meinung nach, kann der Händler den Dobson nicht 28,- günstiger machen, nur wenn man das Okular nicht will. Seht solche Sachen mehr als kostenlose Zugaben an.
Bis bald
Marcus


 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Hallo Marcus,

schön, kostenlose Zugabe. Sinnlose Zugabe? Entweder man hat ein Teleskop, an dem man ein 32mm Plössl als Aufsuchokular mit maximalem 1,25" Gesichtsfeld nutzen würde, oder man hat ein Teleskop mit schneller Optik, an dem man ein Plössl gar nicht verwenden möchte.
In beiden Fällen ist das 25mm Okular genau das Okular, was man nicht haben möchte. Man bekommt es aber.
Ähnlicher Fall ein aktuelles 114/900 Paket eines großen Anbieters. 25mm, 9mm, 4mm und 3x Barlow. Denkt man drüber nach, so stellt man fest: Die 3x Barlow bringt als einzig neue Vergrößerung 108x, man hat aber schon 100x. Barlow als Briefbeschwerer? Es kommt aber noch besser, das 4mm überzieht den typischen 114/900 mit 225x, und dann gibt es eine Lücke bis 100x - was zu wenig für Planetenbeobachtung ist. Noch unsinniger wäre ein Zubehörpaket nur, wenn man einfach drei 25mm Okulare beilegen würde.

Wie wäre es denn wenigstens mit sinnvollen Beigaben? Sonst kann man es wirklich lassen und der geringe Preisnachlass ist auch egal, der ist besser in einem sinnvollen Okular untergebracht.

Clear Skies
Sven
 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Hallo Sven
Wenn ich mit dem 28er garnichts anfangen kann, dann verkaufe ich es wieder bei Ebay. Ob das Okular in China in den Karton kommt, spielt am Preis kaum eine Rolle. Schöner wäre natürlich ein 31 Okular.
Bis bald
Marcus
 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Genau das, was Sven eben angesprochen hat, war der Grund für mich, diese Frage hier einzusetzen.

Der Einsteiger weiß (natürlich) nicht, daß er sich sinnlose Okulare zulegt und kommt dann mit dem Gerät nicht zurecht. Viele Anfragen hier in den Foren belegen dies.

Vielleicht war mein Posting falsch, aber ich denke, man kann sich ja über die sinnvoll bestückte Auslieferung von Teleskopen unterhalten.

Habe gerade in der Bucht die Anzeige eines uns gut bekannten Händlers gelesen: 8"f6 mit Wahnsinns Ausstattung! für x Euro.
Mit dabei: ein Sucher, Rollenlager und ein 25mm Okular. - Das ist wirklich Wahnsinn!

Dann doch lieber ein Grundpreis wie beim Auto und ich kann mir aussuchen, ob ich Stoff- oder Ledersitze will.
Also eine sinnvoll abgestufte 3-Okular-Palette in billig, "halbteuer" und sehr gut. Dann weiß der Leser, was er wofür bekommt und muß sich ggf. hinterher nicht fragen, was er alles falsch gemacht hat.

CS
Winfried
 
Re: Vielleicht ein "Set-Lösungsweg" ...

Eben!
So wie es im Moment aussieht, kann sehr leicht folgendes passieren:

Der Einsteiger findet ein Teleskop, welches ihm zusagt. Nehmen wir mal an es ist ein Dobson oder ein Teleskop auf einer wirklich brauchbaren Montierunt (Glück gehabt...).

Er kauft dieses und verbraucht dabei sein komplettes Budget.

Nun stellt er fest, dass er Vieles nicht sehen kann, weil die mitgelieferten Okulare nicht ausreichen. Wenn er das Budget erweitern kann - kein Problem. Und wenn nicht? Dann verliert er den Spaß an der Astronomie und das Gerät landet in irgendeiner Ecke oder in der eBucht. Was definitiv nicht im Sinne der Händler sein kann, da dieser Kunde vermutlich keinen weiteren Umsatz produziert...

Klar läuft im Handel viel über den Preis. Aber dennoch sollte - auch auf den Homepages und Internetshops - eine korrekte Beratung erfolgen bei der insbesondere Einsteiger auch eine Ahnung davon bekommen, welche Zusatzinvestitionen sinnvoll (oder sogar nötig) sind. Dann kann man sich für ein kleineres Gerät entscheiden und verbrät nicht alles Geld für das nackte Teleskop.

Sinnvolle Setangebot mit Okularen können dabei helfen. Wenn ein Einsteiger sieht, dass es höherwertige Sets GIBT, dann beginnt er die Standardangebote zu hinterfragen. Und entscheidet sich dann möglicherweise "richtiger".

Wobei das Thema ja bei Okularen nicht aufhört. Das Thema Montierungen lassen wir hier aber lieber beiseite...

Ciao, Udo
 
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Es war schon richtig...

Hallo Winfried,

doch, es war wirklich richtig, das Thema mal zu bringen. Klar, so betrachtet hat es nichts geändert, aber dann war es einfach mal gut, an dieser Stelle eine Sammlung von wirtschaftlichen Zwängen, ablenkenden Gedanken und schlichten Ausreden zu haben.
Die Erkenntnis "der Kunde will" lässt sich eben stets zurückführen auf Michael Endes "tu was Du willst".

Somit wird sich die Situation des Kunden nur bessern, wenn sich Gesellschaft und Marketing in eine Richtung entwickeln, die sich aus heutiger Sicht ganz und gar nicht abzeichnet.

Geist ist geil!

Clear Skies
Sven
 
Re: Ad Absurdum?

Zitat von ubit:
.....
Das mit dem Punktesystem halte ich für undurchführbar, da die einzelnen Produkte schließlich unterschiedliche preisliche Spielräume haben. Die Punkte müssten also immer vom ungünstigsten Fall (für den Händler) ausgehen. Komplette Sets lassen sich einfacher - und günstiger - kalkuliere.

Hi Udo,

noch nie was von Mischkalkulation gehört? ;)

Ne, sowas ist machbar ... man muss nur einmal "etwas mehr nachdenken" und "genau rechnen" ;) ... wenn das dann "steht", lassen sich auch Änderungen, z.B. für Sonderaktionen etc., relativ easy einstellen ...

Mit e-Dingsbums lässt sich mehr machen, als so manch einer denkt ... man muss nur wollen (und erstmal "investieren" = Zeit und evtl. "Beratungs"-Geld) :cool: :)
 
Re: Ad Absurdum?

Hi Ralf,

Mischkalkulation funktioniert nur, wenn einem die Mitbewerber mit präziser Einzelkalkulation keinen Strich durch die Rechnung machen... Und im heiß umkämpften Einsteigersegment zählt offenbar jeder Euro.

Ciao, Udo
 
Re: Ad Absurdum?

Hi Udo,

ich würd es mal eher so sagen:

...... zählt jeder zufriedene Kunde (!!!)

Wer da "am falschen Ende" rumgeizt, büsst das doppelt und mehrfach ...
Ich meine natürlich in diesem Falle die Händler :cool: :)

Nur scheint ja ein Problem zu sein, dass die Händler diese "ominösen" Zubehörteile selber vom Hersteller "aufS Auge gedrückt bekommen" - ob sie wollen oder nicht.

Aber das kann man ja bestimmt abstellen ... :schwitz:

Übrigens: Manche Sucher sind u.U. auch nur mitgeliefertes "Frustzubehör" ... und bei Nicht-Dobsons "wackelt sich so mancher einen Frust" ... aber über Montierungen wollen wir ja laut Thema nicht reden ... es sei denn, die RB klappert so munter vorsich hin :erschreck: ;)
 
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